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Ziel: Die Überprüfung aller Totgeburten im Zeitraum von 1996 bis 2000 als ein wesentlicher Anteil der internen Qualitätssicherung hinsichtlich ihrer Vermeidbarkeit und Vermeidungsfaktoren.
Material und Methode: Alle antepartal und subpartal verstorbenen und totgeborenen Kinder mit einem Geburtsgewicht von mindestens 500 g wurden mittels Einzelfallanalyse und unter Hinzuziehung von Labor-, Obduktions- und Plazentabefunde untersucht. Insgesamt wurden nach dem Ausschluss der Abbrüche bei Fehlbildungen 100 Totgeburten bei 99 Entbindungen in die Analyse miteinbezogen.
Ergebnisse: Die korrigierte Totgeburtenrate lag bei 5,23 Totgeburten/1000 Geburten. 71% der Patientinnen wiesen einen oder mehrere Risikofaktoren in der Schwangerschaft auf. In mehr als der Hälfte der Fälle verstarben die Feten ante partum (56%). Der Anteil von totgeborenen Mehrlingen (11%) war 4fach so hoch dem Normalkollektiv (2,8%) gegenüber.Bei 12 Totgeburten wurden verschiedene Fehlbildungen festgestellt.
Die relativ große Zahl der zwischen 20-23 vollendeten SSW (22%) und vor 28 vollendeten SSW (36%) auftretenden intrauterinen Fruchttode in unserer Untersuchung weist auf eine Population mit einem großen Anteil an früher Frühgeburtlichkeit hin. Die meisten Totgeburten (38%) befanden sich in der Gewichtsgruppe 500-999 g. Zwei Drittel (14/21) der Kinder mit SGA wurden ab 32 SSW und knapp die Hälfte (10/21) am Entbindungstermin mit 37 bis 41 SSW geboren.
Die Gesamtobduktionsrate betrug 55%. Eine Plazentauntersuchung wurde bei 97 Kindern durchgeführt. Die Todesursachen waren Plazentainsuffizienz (31%), AIS (21%), vorzeitige Plazentalösung (20%), Nabelschnurkomplikationen (7%), FFTS (2%) und Hydrops fetalis (2%). Das Amnioninfektionssyndrom (AIS) als Todesursache trat häufiger in frühen Schwangerschaftswochen (20-24 SSW: n= 17 von 21 Fällen mit AIS als Todesursache) auf. Nabelschnurkomplikationen [Seite 75↓]fanden sich dagegen in späteren Schwangerschaftswochen (34-40 SSW: n=7).
51% der Totgeburten waren nach unserer Analyse nicht vermeidbar, 12% waren intern vermeidbar und 37% möglicherweise vermeidbar durch die Frauenärzte/Innen bzw. die Patientinnen selber.
Schlussfolgerung: Die Betrachtung der Todesursache allein ist zur Beurteilung der Vermeidbarkeit nicht ausreichend. Das Verständnis der Ereignisse, die zu den Totgeburten führten, ist der Ausgangspunkt für eine kritische Auswertung.
Eine gute Schwangerschaftsvorsorge, eine ausreichende fetale Überwachung und ein gutes Geburtsmanagement hätten viele Totgeburten vermeiden können. Die Beteiligung der Schwangeren ist dabei die Grundvoraussetzung. Daher sollten ein Hauptaugenmerk auf die Aufklärung der Schwangeren gerichtet werden.
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