Ergebnisse

↓22

4.1  Patientendaten

4.1.1  Basischarakteristika der Patienten

Die demographischen Daten der Studienpatienten sowie zeitliche Angaben zu den Operationen sind in Tabelle 1 aufgeführt.

Tabelle 1: Basischarakteristika der Patienten

PCEA-Gruppe

n=27

PCIA-Gruppe

n=27

Alter (Jahre)

42 (24-63)

51 (20-66)

Geschlecht (m/w)

12/15

7/20

Gewicht (kg)

75 (55-99)

75 (51-100)

Größe (cm)

170 (156-185)

166 (154-183)

Intubationsdauer (h:min)

7:10 [6:00/8:30]

7:35 [5:45/8:45]

Anästhesiedauer (h:min)

5:30 [4:55/6:10]

5:05 [4:50/6:20]

Operationsdauer (h:min)

4:20 [3:50/5:05]

3:50 [3:35/4:45]

ASA-Grad I / II

18

22

ASA-Grad III / IV

9

5

Erklärung: Angaben in n oder Median; (Minimum-Maximum); [25.Quartil/75.Quartil];
m – männlich; w – weiblich; h – Stunde; min – Minuten; ASA – „American Society of Anesthesiologists“-Klassifikation

4.1.2  Patientenanzahl und Ausschluss von Patienten

↓23

Von anfangs 70 Patienten wurden insgesamt 54 Patienten vollständig untersucht und Laboruntersuchungen durchgeführt. Dabei wurde den beiden Studiengruppen durch vorangehende Randomisierung jeweils 27 Patienten zugeteilt.

Von den insgesamt 70 eingeschlossenen Patienten mussten 16 vorzeitig aus der Studie ausgeschlossen werden. Sieben Patienten der PCEA-Gruppe wurden aufgrund technischer Probleme der Analgesieverfahren ausgeschlossen. Gründe dafür waren bei zwei Patienten Katheterfehllagen nach vorangegangener Korrektur aufgrund von Parästhesien bzw. war bei einer Patientin die Katheterdurchgängigkeit von Beginn an gestört. Weiterhin wurde ein Patient ausgeschlossen, da bei der Testung des PDK Blut aspiriert wurde. Andere technische Probleme beeinhalteten Störungen der Pumpe, die wir benutzt haben, zum Beispiel bei der Förderung der Medikamente. Bei fünf Patienten führten Nebenwirkungen der Analgetikatherapie zu einem Ausschluss aus der Studie. Dabei war bei einer Patientin der PCEA-Gruppe eine aufgetretene Atemdepression die Ursache. Ein weiterer Patient der PCIA-Gruppe wurde aufgrund allergischer Hautreak-tionen vorzeitig ausgeschlossen. Bei zwei Patienten der PCEA-Gruppe war die Ursache für einen vorzeitigen Ausschluss starke anhaltene Übelkeit, während bei einem Patienten der PCIA-Gruppe die Analgesierung nur unzureichend war, trotz häufigen Gebrauchs der PCA-Pumpe. Desweiteren brachen vier Patienten der PCEA-Gruppe von sich aus eine Schmerzbehandlung im Rahmen der Studie aufgrund aufgetretener Hyp- bzw. Parästhesien ab.

Die Anzahl der Messwerte der jeweiligen Parameter können leicht variieren aufgrund seltener und unbeabsichtigt fehlender Blutabnahmen.

4.2 Postoperative Schmerzstärke

↓24

Die beiden Studiengruppen unterschieden sich hinsichtlich der erhobenen Schmerz-werte in allen berücksichtigten Kategorien signifikant. Sowohl in Ruhe, beim Husten (Werte nicht dargestellt), beim Drehen im Bett sowie beim Stehen und Gehen vor dem Bett waren die Schmerzwerte in der PCEA-Gruppe jeweils statistisch signifikant niedriger als die der PCIA-Gruppe (p<0,001) (siehe Abbildung 1 und 2).

Abbildung 1: VAS-Werte der PCEA- und PCIA-Gruppe in Ruhe

Abbildung 2: VAS-Werte der PCEA- und PCIA-Gruppe beim Drehen im Bett sowie beim Stehen und Gehen

4.3 Postoperativer Verlauf der immunologischen Parameter

↓25

Unterschiede zwischen der PCEA- und PCIA-Gruppe waren bei den präoperativ (Immunzellen) bzw. unmittelbar postoperativ (lösliche Mediatoren) erhobenen Basis-werten vor Beginn der gruppenspezifischen Intervention nicht vorhanden.

4.3.1  Zelluläre Mediatoren

4.3.1.1  Leukozyten

Die Leukozytenzahl war bei den Patienten beider Gruppen am ersten postoperativen Tag (Zeitpunkt 2) gegenüber dem präoperativen Ausgangswert (Zeitpunkt 0) signifikant erhöht (p1PCEA, PCIA<0,01). Anschließend fiel sie wieder ab (p2PCEA, PCIA<0,01), erreichte aber auch am siebenten postoperativen Tag noch nicht die präoperativen Ausgangswerte. Ein Unterschied zwischen den Gruppen bestand nicht.

Tabelle 2: Perioperativer Verlauf der Leukozyten in Gpt/l

Zeitpunkt 0

präoperativ

Zeitpunkt 2

d1 postop.

Zeitpunkt 3

d3 postop.

Zeitpunkt 4

d7 postop.

p1

p2

PCEA

4,57

[4,11 / 6,32]

9,50

[8,11 / 12,65]

8,02

[6,10 / 9,85]

7,60

[7,02 / 10,16]

*

*

PCIA

6,02

[4,34 / 6,95]

9,90

[8,58 / 13,74]

9,38

[6,76 / 12,07]

7,17

[6,03 / 9,46]

*

*

4.3.1.2  Monozyten

↓26

In beiden Gruppen erreichte die Monozytenkonzentration ihren maximalen Anstieg am ersten postoperativen Tag (p1PCEA, PCIA<0,01). Danach war sie wieder rückläufig, wobei der Abfall nur in der PCEA-Gruppe signifikant war (p2PCEA<0,01). Am siebenten postoperativen Tag waren die präoperativen Ausgangswerte in beiden Gruppen noch nicht wieder erreicht. Der Anteil der HLA-DR+ Monozyten und CD86+ Monozyten nahm am ersten postoperativen Tag in beiden Gruppen gegenüber dem präoperativen Ausgangswert ab (p1PCEA, PCIA<0,01), stieg im weiteren Beobachtungszeitraum wieder an (p2PCEA, PCIA<0,01) und erholte sich nahezu bis zum siebenten postoperativen Tag. Der Anteil der CD71+ Zellen stieg in der PCIA-Gruppe am ersten postoperativen Tag (p1PCIA<0,01) und darüber hinaus während des gesamten Beobachtungszeitraums (p2PCIA<0,01) signifikant an. Demgegenüber war in der PCEA-Gruppe ein Anstieg der CD71+ Zellen erst ab dem dritten postoperativen Tag zu verzeichnen (p2PCEA<0,01). In beiden Gruppen waren die höchsten Werte am letzten Tag des Untersuchungs-zeitraumes gemessen worden. Ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studiengruppen hinsichtlich der postoperativ gemessenen Monozyten und deren Oberflächenmarker bestand nicht.

Tabelle 3: Perioperativer Verlauf der Monozyten in Gpt/l und der HLA-DR-, CD 86-, CD 71+ Zellen in %

Zeitpunkt 0

präoperativ

Zeitpunkt 2

d1 postop.

Zeitpunkt 3

d3 postop.

Zeitpunkt 4

d7 postop.

p1

p2

Monozyten

PCEA

0,33

[0,22 / 0,45]

0,70

[0,51 / 1,08]

0,55

[0,41 / 0,88]

0,50

[0,35 / 0,67]

*

*

PCIA

0,32

[0,20 / 0,54]

0,71

[0,35 / 0,96]

0,57

[0,33 / 0,74]

0,50

[0,38 / 0,70]

*

HLA-DR+ Monozyten

PCEA

89,00

[75,50 / 99,50]

47,50

[27,75 / 63,00]

64,00

[48,00 / 78,00]

80,00

[71,75 / 87,50]

*

*

PCIA

88,00

[79,00 / 99,00]

51,00

[36,00 / 62,00]

62,00

[40,50 / 73,25]

72,50

[61,50 / 89,75]

*

*

CD 86+ Monozyten

PCEA

89,00

[75,00 / 95,50]

51,50

[35,25 / 74,00]

82,00

[68,00 / 100,00]

94,00

[82,75 / 104,00]

*

*

PCIA

91,50

[87,00 / 99,00]

60,00

[44,00 / 69,00]

85,00

[56,00 / 93,00]

87,00

[72,50 / 95,25]

*

*

CD 71+ Monozyten

PCEA

2,00

[1,00 / 3,00]

2,00

[1,00 / 5,25]

24,00

[8,00 / 46,00]

34,00

[8,00 / 82,00]

*

PCIA

2,00

[1,00 / 7,00]

6,00

[2,50 / 17,50]

20,00

[6,75 / 51,00]

38,50

[17,75 / 62,50]

*

*

4.3.1.3 Lymphozyten

Die Lymphozytenzahlen fielen am ersten postoperativen Tag in beiden Gruppen ab (p1PCEA, PCIA<0,01). Die niedrigsten Lymphozytenwerte wurden am dritten postopera-tiven Tag in beiden Gruppen gemessen. Am siebenten postoperativen Tag war der präoperative Ausgangswert in der PCIA-Gruppe nahezu wieder erreicht, während die Anzahl der Lymphozyten in der PCEA-Gruppe den präoperativen Ausgangswert nun übertraf. Die Veränderungen im Interventions- und Postinterventionszeitraum (Tag 1 bis Tag 7 postoperativ) waren in beiden Gruppen statistisch signifikant (p2PCEA, PCIA<0,01).

↓27

Tabelle 4: Perioperativer Verlauf der Lymphozyten in Gpt/l

Zeitpunkt 0

präoperativ

Zeitpunkt 2

d1 postop.

Zeitpunkt 3

d3 postop.

Zeitpunkt 4

d7 postop.

p1

p2

PCEA

1,34

[1,15 / 2,21]

1,18

[0,75 / 1,55]

0,98

[0,85 / 1,40]

1,88

[1,15 / 2,21]

*

*

PCIA

1,65

[1,25 / 2,15]

1,02

[0,69 / 1,39]

0,86

[0,75 / 1,13]

1,59

[1,18 / 1,94]

*

*

Erklärung: Angaben in Median [25./75. Perzentil]; PCEA = patientenkontrollierte epidurale Analgesie; PCIA = patientenkontrollierte intravenöse Analgesie; p1 – Analyse der Zeitpunkte 0-2; p2 – Analyse der Zeitpunkte 2-4; * = p<0,05: signifikante Veränderungen der Parameter über die Zeit betrachtet; ϒ = p<0,05: signifikanter Gruppenunterschied im betrachteten Zeitraum; § = p<0,05: signifikanter Gruppenunterschied bei nicht parallelem Verlauf der beiden Gruppen

Die CD3+ T-Zellen waren am ersten postoperativen Tag, verglichen mit den Werten präoperativ, in beiden Gruppen erniedrigt (p1PCEA, PCIA<0,01). Dabei war die Abnahme der CD3+ T-Zellen in der PCEA-Gruppe statistisch signifikant weniger stark ausgeprägt als in der PCIA-Gruppe (p1<0,05). Nach Erreichen des Minimum am dritten post-operativen Tag nahmen die Zellen in beiden Gruppen wieder zu (p2PCEA, PCIA<0,01), um am siebenten postoperativen Tag in der PCEA-Gruppe höhere Werte als präoperativ und in der PCIA-Gruppe wieder annähernd die präoperativen Ausgangswerte zu erreichen. (siehe Tabelle 5 und Abbildung 3)

Abbildung 3: Darstellung der relativen Anstiege der CD3+ Zellen bezogen auf den Ausgangswert präoperativ (Zeitpunkt 0 = gestrichelte Linie)

↓28

Bei den Veränderungen der CD4+ T-Zellwerte vom Zeitpunkt 0 zum Zeitpunkt 2 verhiel-ten sich die Studiengruppen signifikant unterschiedlich (p1<0,05). Die CD4+ T-Zellzahl war postoperativ nur in der PCIA-Gruppe signifikant erniedrigt (p1PCIA<0,01), während in der PCEA-Gruppe die CD4+ T-Zellzahl kaum abfiel. Ebenso war der postoperative Verlauf beider Gruppen statistisch signifikant unterschiedlich (p2<0,05). Nach Erreichen des Minimum am ersten postoperativen Tag in der PCIA-Gruppe und am dritten postoperativen Tag in der PCEA-Gruppe, stiegen sie in beiden Gruppen wieder an (p2PCEA, PCIA<0,01). Am siebenten postoperativen Tag wurden die präoperativen Ausgangswerte in der PCIA-Gruppe noch nicht wieder erreicht, während die in der PCEA-Gruppe gemessenen Werte die Ausgangswerte nun übertrafen. (siehe Tabelle 5 und Abbildung 4)

Abbildung 4: Darstellung der relativen Anstiege der CD4+ T-Zellen bezogen auf den Ausgangswert präoperativ (Zeitpunkt 0 = gestrichelte Linie)

Die CD8+ T-Zellen zeigten in der PCEA-Gruppe erst zu einem späteren Zeitpunkt als in der PCIA-Gruppe eine Abnahme der Zellzahl, die hier bereits am ersten postoperativen Tag signifikant erniedrigte Werte aufwies (p1PCIA<0,01). In beiden Gruppen nahm die CD8+ T-Zellzahl nach Erreichen des Minimums am dritten postoperativen Tag wieder zu, wobei diese Veränderungen nur in der PCEA-Gruppe signifikant waren (p2PCEA<0,05), um am letzten Messzeitpunkt wieder annähernd den präoperativen Ausgangswert zu erreichen. (siehe Tabelle 5, keine graphische Darstellung)

↓29

Bei den Veränderungen der CD4+/CD8+ Ratio vom Zeitpunkt 0 zum Zeitpunkt 2 verhielten sich die Studiengruppen statistisch signifikant unterschiedlich (p1<0,05). Sie waren am ersten postoperativen Tag nur in der PCIA-Gruppe signifikant erniedrigt (p1PCIA<0,01), wogegen in der PCEA-Gruppe die Abnahme nur gering und nicht statistisch signifikant war. Anschließend nahm die CD4+/CD8+ Ratio in beiden Gruppen wieder zu (p2PCEA, PCIA<0,01), um am siebenten postoperativen Tag letztendlich höhere Werte als präoperativ zu erreichen. (siehe Tabelle 5 und Abbildung 5)

Abbildung 5: Darstellung der relativen Anstiege der CD4+/CD8+ Ratio bezogen auf den Ausgangswert präoperativ (Zeitpunkt 0 = gestrichelte Linie)

Tabelle 5: Perioperativer Verlauf der lymphozytären Zellen in Gpt/l

Zeitpunkt 0

präoperativ

Zeitpunkt 2

d1 postop.

Zeitpunkt 3

d3 postop.

Zeitpunkt 4

d7 postop.

p1

p2

CD3+ Zellen

PCEA

1,03

[0,79 / 1,72]

0,84

[0,58 / 1,29]

0,79

[0,64 / 1,04]

1,46

[0,82 / 1,89]

*/§

*

PCIA

1,24

[0,99 / 1,53]

0,73

[0,43 / 1,01]

0,67

[0,54 / 0,84]

1,18

[0,90 / 1,47]

*/§

*

CD4+ T-Zellen

PCEA

0,74

[0,53 / 1,06]

0,69

[0,52 / 0,79]

0,62

[0,46 / 0,88]

1,04

[0,72 / 1,36]

§

*/ϒ

PCIA

0,94

[0,66 / 1,01]

0,40

[0,29 / 0,67]

0,45

[0,24 / 0,76]

0,79

[0,67 / 1,22]

*/§

*/ϒ

CD8+ T-Zellen

PCEA

0,40

[0,21 / 0,74]

0,40

[0,27 / 0,62]

0,31

[0,23 / 0,44]

0,45

[0,25 / 0,71]

*

PCIA

0,35

[0,31 / 0,53]

0,28

[0,19 / 0,34]

0,26

[0,15 / 0,35]

0,37

[0,23 / 0,57]

*

CD4+/CD8+ Ratio

PCEA

1,74

[1,38 / 2,92]

1,61

[1,21 / 2,74]

1,84

[1,67 / 3,17]

2,00

[1,83 / 4,05]

ϒ

*

PCIA

2,19

[1,79 / 2,46]

1,71

[1,45 / 2,07]

1,99

[1,51 / 2,49]

2,63

[1,96 / 2,93]

*/ϒ

*

Erklärung: Angaben in Median [25./75. Perzentil]; PCEA = patientenkontrollierte epidurale Analgesie; PCIA = patientenkontrollierte intravenöse Analgesie; p1 – Analyse der Zeitpunkte 0-2; p2 – Analyse der Zeitpunkte 2-4; * = p<0,05: signifikante Veränderungen der Parameter über die Zeit betrachtet; ϒ = p<0,05: signifikanter Gruppenunterschied im betrachteten Zeitraum; § = p<0,05: signifikanter Gruppenunterschied bei nicht parallelem Verlauf der beiden Gruppen

↓30

Bei den CD19+ Zellen verhielten sich die Studiengruppen hinsichtlich der Verän-derungen vom präoperativen Messzeitpunkt zum ersten postoperativen Tag statistisch signifikant unterschiedlich (p1<0,01). Nur in der PCIA-Gruppe fiel die Zellzahl ab (p1PCIA<0,01) ab, während sie sich in der PCEA-Gruppe nicht signifikant änderte. Ebenso war der postoperative Verlauf beider Gruppen statistisch signifikant verschieden (p2<0,05). Zuerst nahmen die CD19+ Zellzahlen während des Interventionszeitraums in beiden Gruppen ab. Anschließend nahmen sie wieder zu (p2PCIA<0,05; p2PCEA<0,01) und erreichten am siebenten postoperativen Tag in der PCIA-Gruppe wieder die Ausgangswerte, um in der PCEA-Gruppe die präoperativen Ausgangswerte nun zu übertreffen. (siehe Tabelle 6 und Abbildung 6)

Tabelle 6: Perioperativer Verlauf der CD19+ Zellen in Gpt/l

Zeitpunkt 0

präoperativ

Zeitpunkt 2

d1 postop.

Zeitpunkt 3

d3 postop.

Zeitpunkt 4

d7 postop.

p1

p2

PCEA

0,14

[0,08 / 0,27]

0,17

[0,11 / 0,25]

0,13

[0,10 / 0,26]

0,27

[0,18 / 0,38]

§

*/ϒ

PCIA

0,15

[0,14 / 0,22]

0,12

[0,10 / 0,15]

0,11

[0,08 / 0,12]

0,15

[0,11 / 0,36]

*/§

*/ϒ

Erklärung: Angaben in Median [25./75. Perzentil]; PCEA = patientenkontrollierte epidurale Analgesie; PCIA = patientenkontrollierte intravenöse Analgesie; p1 – Analyse der Zeitpunkte 0-2; p2 – Analyse der Zeitpunkte 2-4; * = p<0,05: signifikante Veränderungen der Parameter über die Zeit betrachtet; ϒ = p<0,05: signifikanter Gruppenunterschied im betrachteten Zeitraum; § = p<0,05: signifikanter Gruppenunterschied bei nicht parallelem Verlauf der beiden Gruppen

Abbildung 6: Darstellung der relativen Anstiege der CD19+ Zellen bezogen auf den Ausgangswert präoperativ (Zeitpunkt 0 = gestrichelte Linie)

↓31

Die CD16+ Zellen nahmen am ersten postoperativen Tag nur leicht ab. Auch im weiteren Verlauf gab es in der PCIA-Gruppe nur geringe Veränderungen, während in der PCEA-Gruppe die CD16+ Zellen zum dritten postoperativen Tag statistisch signifikant abfielen und anschließend wieder signifikant anstiegen (p2PCEA<0,05). Die am siebenten postoperativen Tag gemessenen Werte ähneln in beiden Gruppen den präoperativen Ausgangswerten. Statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen waren nicht vorhanden.

Tabelle 7: Perioperativer Verlauf der CD16+ Zellen in Gpt/l

Zeitpunkt 0

präoperativ

Zeitpunkt 2

d1 postop.

Zeitpunkt 3

d3 postop.

Zeitpunkt 4

d7 postop.

p1

p2

PCEA

0,13

[0,08 / 0,24]

0,12

[0,07 / 0,17]

0,09

[0,06 / 0,11]

0,16

[0,08 / 0,17]

*

PCIA

0,13

[0,08 / 0,28]

0,10

[0,09 / 0,21]

0,13

[0,06 / 0,19]

0,16

[0,10 / 0,22]

4.3.1.4 Granulozyten

In beiden Gruppen war eine statistisch signifikante Erhöhung der Granulozytenzahlen mit einem Maximum am ersten postoperativen Tag zu beobachten (p1PCEA, PCIA<0,01). Anschließend nahmen sie wieder ab (p2PCEA, PCIA<0,01), erreichten aber am siebenten postoperativen Tag noch nicht vollständig die Ausgangswerte. Ein statistisch signifikan-ter Unterschied zwischen den Studiengruppen bestand nicht.

↓32

Tabelle 8: Perioperativer Verlauf der Granulozyten in Gpt/l

Zeitpunkt 0

präoperativ

Zeitpunkt 2

d1 postop.

Zeitpunkt 3

d3 postop.

Zeitpunkt 4

d7 postop.

p1

p2

PCEA

2,89

[2,24 / 4,32]

8,04

[6,31 / 10,26]

6,47

[4,87 / 8,13]

5,23

[4,68 / 7,73]

*

*

PCIA

3,64

[2,48 / 4,64]

9,16

[7,03 / 11,85]

7,52

[4,83 / 10,26]

5,68

[4,15 / 7,26]

*

*

4.3.2 Lösliche Mediatoren im Plasma

4.3.2.1  Interleukin 6 (IL-6)

Die präoperativ niedrigen IL-6 Konzentrationen waren in beiden Gruppen bereits unmittelbar postoperativ statistisch signifikant erhöht (p1PCEA, PCIA<0,01). Nach Erreichen des Maximums am ersten postoperativen Tag nahmen sie wieder ab (p2PCEA, PCIA<0,01), um am siebenten postoperativen Tag in beiden Gruppen wieder annähernd die präoperativen Werte zu erreichen.

Tabelle 9: Perioperativer Verlauf der IL-6 Konzentration im Blutserum in pg/ml

Zeitpunkt 0 präoperativ

Zeitpunkt 1 postop.

Zeitpunkt 2 d1 postop.

Zeitpunkt 3 d3 postop.

Zeitpunkt 4 d7 postop.

p1

p2

PCEA

0,00

[0,00 / 1,89]

112,78

[50,18 / 143,84]

218, 58

[127,36 / 370,50]

46,54

[22,55 / 102,34]

5,05

[0,76 / 9,61]

*

*

PCIA

0,00

[0,00 / 1,64]

107,36

[56,06 / 213,33]

188,99

[111,45 / 483,08]

30,58

[12,97 / 53,29]

5,75

[2,71 / 10,08]

*

*

4.3.2.2 Interleukin 8 (IL-8)

↓33

Intraoperativ stiegen die IL-8 Konzentrationen in beiden Gruppen an (p1PCEA, PCIA<0,01). Ausgehend vom Basiswert unmittelbar postoperativ, aber vor Beginn der gruppen-spezifischen Schmerztherapie, änderte sich die IL-8 Plasmakonzentration in der PCEA-Gruppe nicht wesentlich und war auch am siebenten postoperativen Tag noch erhöht. In der PCIA-Gruppe änderte sich die IL-8 Konzentration vom unmittelbar postoperativen Zeitpunkt bis zum ersten postoperativen Tag nicht, fiel anschließend aber statistisch signifikant ab und stieg am siebenten postoperativen Tag erneut an (p2PCIA<0,01). Ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Studiengruppen bestand nicht.

Tabelle 10: Perioperativer Verlauf der IL-8 Konzentration im Blutserum in pg/ml

Zeitpunkt 0 präoperativ

Zeitpunkt 1 postop.

Zeitpunkt 2 d1 postop.

Zeitpunkt 3 d3 postop.

Zeitpunkt 4 d7 postop.

p1

p2

PCEA

12,12

[6,30 / 15,44]

16,63

[14,80 / 20,53]

16,58

[14,23 / 19,56]

15,88

[11,85 / 19,03]

15,59

[9,88 / 20,61]

*

PCIA

13,06

[7,74 / 16,68]

17,43

[14,70 / 29,03]

17,32

[15,41 / 22,09]

13,27

[8,18 / 19,03]

16,13

[10,55 / 20,09]

*

*

4.3.2.3 Interleukin 10 (IL-10)

In beiden Studiengruppen stiegen intraoperativ die IL-10 Konzentrationen an (p1PCEA, PCIA<0,01). Nach Erreichen des Maximums am ersten postoperativen Tag, fielen sie wieder ab (p2PCEA, PCIA<0,01), um am siebenten postoperativen Tag in beiden Gruppen wieder annähernd die präoperativen Werte zu erreichen. Ein statistisch signifikanter Gruppenunterschied wurde nicht beobachtet.

↓34

Tabelle 11: Perioperativer Verlauf der IL-10 Konzentration im Blutserum in pg/ml

Zeitpunkt 0 präoperativ

Zeitpunkt 1 postop.

Zeitpunkt 2 d1 postop.

Zeitpunkt 3 d3 postop.

Zeitpunkt 4 d7 postop.

p1

p2

PCEA

3,58

[2,19 / 4,59]

9,71

[5,15 / 20,52]

11,12

[7,31 / 17,86]

6,01

[3,90 / 8,20]

3,99

[2,58 / 5,75]

*

*

PCIA

3,24

[2,60 / 4,29]

11,47

[7,45 / 18,42]

15,21

[8,20 / 22,94]

6,19

[4,29 / 7,02]

3,73

[2,59 / 5,35]

*

*

Erklärung: Angaben in Median [25./75. Perzentil]; PCEA = patientenkontrollierte epidurale Analgesie; PCIA = patientenkontrollierte intravenöse Analgesie; p1 – Analyse der Zeitpunkte 0-1; p2 – Analyse der Zeitpunkte 2-4; * = p<0,05: signifikante Veränderungen der Parameter über die Zeit betrachtet; ϒ = p<0,05: signifikanter Gruppenunterschied im betrachteten Zeitraum; § = p<0,05: signifikanter Gruppenunterschied bei nicht parallelem Verlauf der beiden Gruppen

4.3.2.4 Tumornekrosefaktor α (TNF-α)

In beiden Studiengruppen kam es intraoperativ zu keiner statistisch signifikanten Verän-derung der TNF-α Konzentration. Im postoperativen Verlauf nahm sie jedoch in beiden Gruppen zu (p2PCEA, PCIA<0,01) mit einem Maximum am dritten postoperativen Tag und übertraf am siebenten postoperativen Tag den präoperativen Ausgangswert gering-fügig. Hinsichtlich des postoperativen Verhalten von TNF-α unterschieden sich die Gruppen nicht voneinander.

Tabelle 12: Perioperativer Verlauf der TNF-α Konzentration im Blutserum in pg/ml

Zeitpunkt 0 präoperativ

Zeitpunkt 1 postop.

Zeitpunkt 2 d1 postop.

Zeitpunkt 3 d3 postop.

Zeitpunkt 4 d7 postop.

p1

p2

PCEA

7,13

[5,32 / 10,51]

5,70

[4,78 / 8,62]

5,69

[4,79 / 7,97]

8,99

[7,46 / 11,76]

8,89

[6,22 / 11,16]

*

PCIA

3,72

[2,06 / 7,84]

4,94

[2,43 / 6,58]

6,01

[0,74 / 7,67]

6,76

[5,18 / 8,76]

5,39

[1,48 / 6,63]

*

4.3.2.5 Monocyte Chemoattractant Protein 1 (MCP-1)

↓35

Nach einer statistisch signifikanten (p1PCEA, PCIA<0,01) intraoperativen Zunahme der MCP-1 Konzentration in beiden Studiengruppen nahm sie im postoperativen Zeitraum wieder ab (p2PCEA, PCIA<0,01). In der PCIA-Gruppe kam es am siebenten postoperativen Tag noch einmal zu einer signifikanten Erhöhung (p2PCIA<0,01) der MCP-1 Konzen-tration. Die Studiengruppen unterschieden sich nicht statistisch signifikant voneinander.

Tabelle 13: Perioperativer Verlauf der MCP-1- Konzentration im Blutserum in pg/ml

Zeitpunkt 0 präoperativ

Zeitpunkt 1 postop.

Zeitpunkt 2 d1 postop.

Zeitpunkt 3 d3 postop.

Zeitpunkt 4 d7 postop.

p1

p2

PCEA

166,61

[136,10 / 226,38]

408,61

[298,76 / 603,76]

342,83

[210,06 / 496,43]

202,19

[148,15 / 266,01]

190,70

[156,97 / 245,92]

*

*

PCIA

171,80

[128,98 / 234,98]

432,27

[321,64 / 625,78]

405,76

[245,49 / 629,64]

197,14

[149,70 / 259,40]

235,16

[197,33 / 350,29]

*

*

Erklärung: Angaben in Median [25./75. Perzentil]; PCEA = patientenkontrollierte epidurale Analgesie; PCIA = patientenkontrollierte intravenöse Analgesie; p1 – Analyse der Zeitpunkte 0-1; p2 – Analyse der Zeitpunkte 2-4; * = p<0,05: signifikante Veränderungen der Parameter über die Zeit betrachtet; ϒ = p<0,05: signifikanter Gruppenunterschied im betrachteten Zeitraum; § = p<0,05: signifikanter Gruppenunterschied bei nicht parallelem Verlauf der beiden Gruppen

4.3.2.6 Macrophage Migration Inhibitory Factor (MIF)

Intraoperativ nahm die MIF Konzentration in beiden Studiengruppen nur leicht zu. Ausgehend vom Zeitpunkt 1 nahm die MIF Konzentration in der PCEA-Gruppe zunächst leicht ab. Im weiteren Verlauf stieg sie wieder an und erreichte am dritten postoperativen Tag das Maximum. Anschließend sanken die Werte in dieser Studiengruppe wieder und erreichten am siebenten postoperativen Tag annähernd wieder Ausgangsniveau. Demgegenüber stiegen die MIF Konzentrationen in der PCIA-Gruppe kontinuierlich an, um am siebenten postoperativen Tag ihr Maximum zu erreichen. Diese Veränderungen waren statistisch nicht signifikant.

↓36

Tabelle 14: Perioperativer Verlauf der MIF-Konzentration im Blutserum in pg/ml

Zeitpunkt 0 präoperativ

Zeitpunkt 1 postop.

Zeitpunkt 2 d1 postop.

Zeitpunkt 3 d3 postop.

Zeitpunkt 4 d7 postop.

p1

p2

PCEA

31,27

[9,21 / 178,78]

53,91

[14,19 / 186,49]

21,18

[7,24 / 182,44]

72,51

[23,93 / 193,91]

41,08

[16,49 / 238,04]

PCIA

40,80

[11,71 / 197,28]

81,559

[14,83 / 247,38]

88,18

[21,32 / 206,74]

138,25

[52,08 / 289,96]

139,48

[33,22 / 322,40]

4.3.2.7 Cortisol

Intraoperativ nahm die Cortisol Konzentration in der PCEA-Gruppe nur geringfügig ab während sie in der PCIA-Gruppe leicht zunahm. Im weiteren Verlauf war eine Zunahme der Cortisol-Plasmakonzentration in beiden Gruppen zu beobachten, so dass am siebenten postoperativen Tag die Werte noch erhöht waren. Die analysierten Verän-derungen zwischen dem prä- und unmittlelbar postoperativen Zeitpunkten sowie während des schmerztherapeutischen Interventionszeitraums vom Zeitpunkt 2 bis 4 waren in beiden Gruppen nicht statistisch signifikant und ein Unterschied zwischen den Gruppen bestand nicht.

Tabelle 15: Perioperativer Verlauf der Cortisol-Konzentration im Blutserum in nmol/l

Zeitpunkt 0 präoperativ

Zeitpunkt 1 postop.

Zeitpunkt 2 d1 postop.

Zeitpunkt 3 d3 postop.

Zeitpunkt 4 d7 postop.

p1

p2

PCEA

96,21

[63,12 / 132,39]

60,68

[42,02 / 147,41]

152,62

[84,56 / 210,51]

150,64

[126,39 / 207,60]

173,74

[109,54 / 195,75]

PCIA

86,81

[58,45 / 136,80]

95,56

[48,40 / 191,41]

136,34

[85,48 / 198,18]

157,77

[112,30 / 196,57]

148,14

[113,19 / 197,90]

Erklärung: Angaben in Median [25./75. Perzentil]; PCEA = patientenkontrollierte epidurale Analgesie; PCIA = patientenkontrollierte intravenöse Analgesie; p1 – Analyse der Zeitpunkte 0-1; p2 – Analyse der Zeitpunkte 2-4; * = p<0,05: signifikante Veränderungen der Parameter über die Zeit betrachtet; ϒ = p<0,05: signifikanter Gruppenunterschied im betrachteten Zeitraum; § = p<0,05: signifikanter Gruppenunterschied bei nicht parallelem Verlauf der beiden Gruppen

4.3.3 Zusammenfassung der Parameterveränderungen

↓37

Die meisten der erhobenen immunologischen Parameter wiesen postoperative Veränderungen auf, verglichen mit den präoperativen Ausgangswerten. Unterschiede zwischen der PCEA- und PCIA-Gruppe traten bei den zellulären Parametern auf – hier waren ausschließlich die Zellen des lymphozytären Systems betroffen.


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24.01.2007