Aus der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
der Medizinischen Fakultät der Charité – Universitätsmedizin Berlin

Dissertation

Einfluss der patientenkontrollierten epiduralen Analgesie versus der patientenkontrollierten intravenösen Analgesie auf immunologische Parameter nach großen Wirbelsäulenoperationen

Zur Erlangung des akademischen Grades
Doctor medicinae (Dr. med.)

vorgelegt der Medizinischen Fakultät der Charité –
Universitätsmedizin Berlin

von
Kristina Voigt
aus Suhl

Dekan: Prof. Dr. med. M. Paul

Gutachter:
1. PD Dr. med. T. Volk
2. Prof. Dr. med. Ch. Lehmann
3. Prof. Dr. med. G. Geldner

Datum der Promotion: 27.03.06

Zusammenfassung

Operationen mit großem Gewebetrauma können mit starken postoperativen Schmerzen und einer ausgeprägten perioperativen Homöostasestörung einhergehen. Dabei werden sowohl hyperinflammatorische als auch immunparalytische Reaktionen beobachtet, die sich negativ auf den postoperativen Verlauf auswirken können. Um eine effektive und sichere Analgesie zu gewähren, werden alternativ zu der intravenösen Therapie mit Opioiden zunehmend epidurale Verfahren eingesetzt. Ziel der vorliegenden prospek-tiven, randomisierten und doppelblinden Studie war es, die patientenkontrollierte epidurale Analgesie mit der patientenkontrollierten intravenösen Schmerztherapie hinsichtlich der analgetischen Effektivität und insbesondere der Beeinflussung der postoperativen Immunkompetenz zu vergleichen. Dabei erhielten 54 Patienten bis zum Morgen des vierten postoperativen Tages entweder über einen intraoperativ gelegten epiduralen Katheter (PDK) Ropivacain und Sufentanil (PCEA-Gruppe) oder intravenös Morphin (PCIA-Gruppe). Die Verläufe von Cortisol, der Leukozyten-Populationen, lymphozytären Subpopulationen, monozytären Oberflächenmarkern und der löslichen Mediatoren TNF-alpha, MCP-1, MIF, IL-6, IL-8 und IL-10 wurden perioperativ bestimmt. Zudem wurde die subjektive Schmerzempfindung der Patienten in Ruhe und nach Mobilisation erhoben. Im Vergleich zur PCIA-Gruppe profitierten die Patienten der PCEA-Gruppe von einer deutlich besseren Analgesie. Cortisol wies postoperativ in beiden Studiengruppen einen ähnlich ausgeprägten Anstieg auf. Die Anzahl der HLA-DR- und CD86+ Monozyten fiel im Verlauf deutlich ab mit einem Minimum am ersten postoperativen Tag, erholte sich bis zum siebenten postoperativen Tag nahezu vollständig und zeigte keine signifikanten Gruppenunterschiede. Dagegen wurde der postoperative Abfall der CD3+ Lymphozyten, CD4+ T-Lymphozyten, CD4+/CD8+ T-Zell-Ratio und CD19+ Lymphozyten bei den Patienten, die eine Epiduralanalgesie erhielten, signifikant vermindert. Hinsichtlich der löslichen Mediatoren gab es keine signifikanten Gruppenunterschiede. Somit scheint eine Epiduralanalgesie die T-Zellkompetenz während der postoperativen Phase besser zu erhalten, während sich bei den monozytären Oberflächenmarkern und dem Stresshormon Cortisol kein Unterschied zwischen den beiden Analgesieverfahren zeigte.

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24.01.2007