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6  Erprobung der erarbeiteten Untersuchungsmaterialien

6.1 Erprobungsmethodik

6.1.1 Anliegen der Erprobung

Der Forderung nach Entwicklung der Handlungskompetenz von Facharbeitern in gärtneri­schen Fachrichtungen Rechnung

tragend, rückt die Befähigung zur selbstständigen Fach­informationsgewinnung, als vordringliche Voraussetzung für

eine sachkundige Entschei­dungsfindung, bei den didaktischen Strategien in eine vordergründige Position. Ihrer Kom­plexität im Speicherumfang bei kleinstem räumlichen Bedarf wegen, sind digitale Medien–
z.B. Datenträger mit Datenbanken, Katalogen oder das World Wide Web u.a.- als ständig aktualisierbare Informationsträger aus dem Leben in der modernen Dienstleistungsgesell­schaft nicht mehr weg zu denken.

Die Kooperation zwischen den Lernorten Ausbildungsbetrieb, Überbetriebliche Ausbildung und Schule, gesteht der Schule bei der Heranbildung der Medienkompetenz Vermittler- und Trainerfunktion zu, weil:

1.

unsere Bildungsstätten zunehmend optimal mit moderner Technik, Medienelektro ­ nik und Datenträgern ausgestattet sind

2.

seitens der Lehrkräfte der Bildungsvorlauf existieren sollte

3.

das Lernumfeld zur Informationsaufnahme motiviert

4.

gegenwärtig noch zu verzeichnende, differenzierte Vorleistungen der Lernenden einen Ausgleich erfahren können

5.

marktwirtschaftlich geprägte Praxisbedingungen für die Erprobung neuer Strate ­ gien der selbstständigen Informations beschaffung, -auswahl und - bewertung nicht in erster Konsequenz geeignet sind.

6.1.2 Ausbildungsüberblick - Auswahl der Probanden

Zum Zeitpunkt der Erhebung wurden in den 16 Bundesländern der Bundesrepublik Deutsch­land 18.311 Gärtner in sieben Fachrichtungen qualifiziert, darunter allein 10.246 Auszubil­dende in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau (Stand: 31.12.2000, vorläufige Anga­ben aus einer ZVG-Umfrage bei den zuständigen Stellen).

Weil die Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau die höchsten Ausbildungszahlen stellt, ist die Autorin der Meinung, dass hier ein Schwerpunkt für die Erprobung von Handlungsanlei­tungen beim Einsatz digitaler Medien im Fachunterricht der Gärtner liegen sollte.


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Tab. 2: Entwicklung der Auszubildenden im Gartenbau (Länderübersicht)* - Stand: 31. Dezember 2000 -


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Um die, für den Umgang mit digitalen Medien notwendige Kompetenz, allmählich zu entwi­ckeln, wurden in den drei Ausbildungsjahren, angelehnt an den für alle Bundesländer einheit­lichen Rahmenlehrplan für die Ausbildung zum Gärtner, Fachrichtung Garten- und Land­schaftsbau, Daten- und Informationsträger mit steigendem Schwierigkeits- und Abstraktions­grad ausgewählt. Die Auswahl der Testjahrgänge erfuhr ihre Einschränkung durch die zeitli­che Begrenzung der Arbeit an der Dissertation.

Deutschland weit wurden im Jahr 1998 3.251 Ausbildungsverträge mit dem Ziel eines Fach­arbeiterabschlusses für die Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau abgeschlossen. Diese Auszubildenden absolvierten zum Zeitpunkt der Erprobung das 3. Ausbildungsjahr bzw. die Fachstufe II.

Im Jahr 1999 sank die Zahl der Ausbildungsverträge geringfügig auf 3.216. Die statistisch erfassten Auszubildenden absolvierten zum Zeitpunkt der Erprobung das 2. Ausbildungsjahr, bzw. die Fachstufe I.

Nach vorläufigen Angaben einer ZVG-Umfrage bei den zuständigen Stellen ergab sich für das Jahr 2000 eine erfreuliche Zunahme an Ausbildungsverträgen sowohl in den alten, als auch in den neuen Bundesländern. 3.779 Auszubildende absolvierten zum Zeitpunkt der Er­probung das 1. Ausbildungsjahr bzw. die Grundstufe.

Tab. 3: Entwicklung der Ausbildungszahlen, dargestellt an der Zahl abgeschlossener Ausbildungsverträge, in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau in den Jahren 1998, 1999, 2000– Länderübersicht

Bundesland

1998

1999

2000*

    

Baden-Württemberg

307

290

414

Bayern

311

321

390

Berlin

302

318

285

Brandenburg

150

169

152

Bremen

22

35

40

Hamburg

77

95

34

Hessen

263

190

186

Mecklenburg-Vorpommern

94

82

60

Niedersachsen

232

283

535

Nordrhein-Westfalen

669

664

905

Rheinland-Pfalz

95

122

105

Saarland

54

58

108

Sachsen

296

251

262

Sachsen-Anhalt

161

130

135

Schleswig-Holstein

93

84

76

Thüringen

125

124

92

    

Deutschland gesamt

3.251

3.216

3.779

Altbundesländer

2.425

2.460

2.793

Neuländer

826

756

986


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(Quellen:

Statistik über die praktische Berufsausbildung in der Landwirtschaft der Bundesre­publik Deutschland vom 2. Juni 1999; Berichtszeit: 1. Januar bis 31. Dezember 1998; A Ausbildungsberufe; 5. Gärtner; S. 8- 12; Bundesministerium für Ernährung, Land­wirtschaft und Forsten, Referat 212

Statistik über die praktische Berufsausbildung in der Landwirtschaft der Bundesre­publik Deutschland vom 28. Juni 2000; Berichtszeit: 1. Januar bis 31. Dezember 1999; A Ausbildungsberufe; 5. Gärtner; S. 8- 12; Bundesministerium für Ernährung, Land­wirtschaft und Forsten, Referat 225

Entwicklung der Auszubildenden im Gartenbau (Länderübersicht), März 2001; ZVG-Referat Berufsbildung)


Die Verfasserin erachtet einen Erprobungsumfang von 3 - 5 Prozent als repräsentativ und ori­entierte in ihrer Erprobung auf 150 Probanden je Ausbildungsjahrgang. Geht man von einer durchschnittlichen Klassenstärke von 30 Lernenden* aus, so ergab sich die Notwendigkeit, fünf Ausbildungsstätten der theoretischen Berufsausbildung zur Durchführung der Untersu­chungen zu gewinnen (*Orientierung bot der sächsische Klassenteiler von 33 Auszubilden­den).


Empfehlungen auf Grund bester technischer und räumlicher Bedingungen und bereits in vor­hergehenden Untersuchungen gezeigtes Interesse und Engagement bei der Erprobung neuer Unterrichtsmethoden bestimmten letztendlich die Auswahl der Berufsausbildungseinrichtun­gen:

1.

Berufliches Schulzentrum für Ernährung, Hauswirtschaft, Agrarwirtschaft mit Schulteil

 

Berufliche Förderschule

 

Turnerstraße 5

 

09599 Freiberg

  

2.

Berufsschule für Gartenbau

 

„Philpp-Holzmann-Schule“

 

Miquelallee 2

 

60487 Frankfurt (Main)


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3.

Staatliche Gewerbeschule 13

 

Abt. 2-Gartenbau

 

Billwerder Billdeich 614

 

21033 Hamburg

  

4.

Oberstufenzentrum Werder/Havel

 

Schulteil Groß Kreutz

 

Dorfstraße 21

 

14550 Groß Kreutz

  

5.

Berufsschule des Unstrut-Hainich-Kreises

 

Sondershäuser Landstraße 39

 

99974 Mühlhausen

Ausgehend von der Tatsache, dass in der Bundesrepublik Deutschland für die Ausbildung zum Gärtner, Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau, ein einheitlicher Rahmenlehrplan gilt, wäre diese Erprobung auch an beliebigen anderen theoretischen Ausbildungsstätten denkbar, vorausgesetzt, das beschriebene Ausbildungsprofil wird angeboten.

6.1.3 Beurteilung des Vorwissens der Lernenden

Das Berufsbild des Gärtners/der Gärtnerin weist Qualifikationen aus, die sich aus Schnitt­mengen naturwissenschaftlicher, mathematischer, technischer, wirtschaftlicher und gesell­schaftlicher Lerninhalte ergeben. Grundlage der Ausbildung ist der im Beschluss der Kultus­ministerkonferenz vom 8. Dezember 1995 erstellte Rahmenlehrplan für den Ausbildungsbe­ruf. Er ist mit der Verordnung über die Berufsausbildung zum Gärtner/zur Gärtnerin vom 1. April 1996 (BGBl. I S.376) abgestimmt und nach Ausbildungsjahren gegliedert.


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Thematische, fachliche, aber auch didaktisch fundierte Einheiten, die eine Unterteilung in Abschnitte erfahren können, beschreibt der Rahmenlehrplan als Lerngebiete. Diese Lernge­biete bieten über Lernziele Orientierung bei der Bestimmung des jeweiligen Niveaus der Handlungsanleitung und beim Bezug zu bestimmten Lerninhalten.

Bereits im 1. Ausbildungsjahr steht die Forderung, die Lernenden innerhalb des Lerngebietes 1: „Standortaufnahme/Informationsbeschaffung und -auswertung“ mit den Grundlagen der

elektronischen Datenverarbeitung sowie Informationssystemen und Geräten vertraut zu ma­chen. Da Vertiefung und Komplexität stufenweise ausgebaut werden sollen, muss dieses Grundlagenwissen in der Fachstufe I und II eine Anwendung in exemplarischen Arbeitsver­fahren oder ganzen Betriebsabläufen finden. Dieser Forderung wird durch entsprechende Problemstellungen im Aufgaben und Kontrollteil der Handlungsanleitungen entsprochen.


Jede Handlungsanleitung wird mit einem einfachen oder doppelseitigen Deckblatt eröffnet, welches Neugierde weckt, motiviert und die genauen Einsatzvoraussetzungen definiert (Anla­gen 2, 9, 16). Für den Lernenden stellt es eine Zielorientierung dar, der Lehrende jedoch soll klare Grenzen im Einsatz der Handlungsanleitung gestellt bekommen. Über- und Unterforde­rungen der Lernenden sollten, zumindest in Bezug auf den Unterrichtsinhalt, entfallen.

Inhalte des Deckblattes:

Separierte oder ins Layout integrierte Graphik


Handlungsanleitung für Gärtner


Ziel:vorweg genommenes Ergebnis; woher werden Informationen bezogen ?


Aufgabe:

Formulierung der Aufgabenstellung als Lerninhalt eines

Lerngebietes und in Bezug auf ein Ausbildungsjahr;

Teil 1 - Allgemeine Handlungsanleitung zum Kennen lernen des Datenträgers oder Netzes und zum Erlernen einer

Schrittfolge

Teil 2 - Übung und Kontrolle


Adressatenkreis:Qualifikationsniveau (Auszubildende/ Umschüler ...), Beruf, Fachrichtung, Lehrjahr


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Lerngebiet: angelehnt an den Rahmenlehrplan mit 6 Lerngebieten

je Ausbildungsjahr


Themenkomplex: Vorschlag eines Stundenthemas innerhalb des

Lerngebietes


Nutzungsvoraussetzungen: vorausgesetzte Vorkenntnisse der

Lernenden


Inwiefern die selbstständige Fachinformationsgewinnung über Datenträger oder das Netz selbst eine Über- oder Unterforderung darstellt, ist letztendlich auch von den Vorleistungen und vom persönlichem Interesse der Lernenden abhängig.

Zugangsvoraussetzung für die berufliche Ausbildung als Gärtner/Gärtnerin ist im mindesten ein erfolgreicher Hauptschulabschluss.


Folgende Bildungsabschlüsse lassen die Qualifikation zum Facharbeiter Gärtner/Gärtnerin zu:

Hauptschulabschluss

Qualifizierter Hauptschulabschluss*)

Realschulabschluss

Hochschulreife

Facharbeiter in einem anderen Berufð Umschüler

Höhere Qualifikation, als der Facharbeiterð Umschüler


Da jedoch in jedem Fall das Bildungsziel der Facharbeiterbrief im Ausbildungsberuf ist, muss eine eventuelle Differenzierung in Umsetzung der Handlungsanleitungen nicht inhaltlich, sondern methodisch erfolgen.



*)Der Qualifizierte Hauptschulabschluss (in manchen Bundesländern auch Hauptschulab ­ schluss mit besonderen Leistungen oder qualifizierender Hauptschulabschluss) kann nach dem erfolgreichem Abschluss der Klasse 9 einer allgemeinbildenden Schule und dem Bestehen einer Prüfung erworben werden. Er unterscheidet sich vom Hauptschulabschluss vor allem dadurch, dass er mehr Wege zum Besuch weiterführender Schulen eröffnet.


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6.1.4  Weitere Rahmenbedingungen

Um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse beim Einsatz der „Handlungsanleitungen zur selbst­ständigen Fachinformationsgewinnung“ herstellen zu können, sind vor dem Einsatz die jewei­ligen Ausgangsbedingungen zu erfassen. Diese sind in einem Anschreiben für den Lehrenden definiert (Anlagen 3, 10, 17) und erfahren über den Fragebogen für den Lehrenden eine Rückkopplung (Anlagen7, 14, 21).


Inhalt des Anschreibens an den Lehrenden (in Schwerpunkten):

Zielorientierung: selbstständige Fachinformationsgewinnung in der theoretischen Be­rufsausbildung als Grundstein für ein lebenslanges Lernen

Motivation der Lehrkraft

Systemvoraussetzungen

Einsatz der Handlungsanleitung-Ausbildungsjahr, theoretische Berufsausbildung, Qualifi­zierungsziel Gärtner/Gärtnerin, Fachgebiet

Definition des vorausgesetzten Kenntnisstandes der Lernenden im Umgang mit Compu­tern

Klassenstärke/Gruppengröße zur Bearbeitung des in der Handlungsanleitung aufbereite­ten Themas in einem Computerkabinett

sozio-kulturelle Zusammenstellung der Klassen/Gruppen: keinesfalls gezielt nach Leis­tung oder Geschlecht, sondern vielmehr in das Reglement der Klassen- oder Gruppenaus­bildung am jeweiligen Berufsbildungszentrum eingeordnet

geplante Arbeitszeit

angestrebter Grad der Selbstständigkeit, mit der die Handlungsanleitung vom Lernenden abgearbeitet werden sollte; Erfassung der Bildungsvoraussetzungen und inhaltlichen Momente, die den korrigierenden Eingriff des Lehrenden rechtfertigen

Empfehlung zur Realisierung der Unterrichtsbeobachtung: hospitierender Beobachter

Bestimmung des Zeitpunktes, wann die selbstständige Fachinformationsgewinnung abge­schlossen ist (vorzulegende Materialien und Ergebnisse seitens des Lernenden)


Die Dringlichkeit zur Einhaltung der vorgegebenen Rahmenbedingungen ist in persönlichen Gesprächen mit den zuarbeitenden Fachlehrern zu unterstreichen. Durch dieses Vorgehen soll erreicht werden, dass die Objektivität der Erprobungsergebnisse und deren Auswertung ge­wahrt wird.


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6.2  Inhalt der zu erprobenden Handlungsanleitungen

Die Verfasserin bietet drei Handlungsanleitungen für die selbstständige Fachinformationsge­winnung im Fachunterricht der Berufsgruppe Gärtner, Fachgebiet Garten- und Landschafts­bau, an, die als Informationsträger unterschiedliche Kategorien digitaler Medien verkörpern und im Grad der Abstraktion sowie im Anforderungsniveau verschiedenen Ausbildungsjahren entsprechen. In die Auswahl der Inhalte und die Zuordnung zum Ausbildungsabschnitt fließen langjährige eigene Berufserfahrungen bezüglich des Leistungsvermögens und der damit ver­bundenen Forderungen an die Auszubildenden ein. Die Handlungsanleitungen dienen der Be­fähigung der Lernenden zur selbstständigen Beschaffung, Bewertung, Auswahl, Speicherung und Anwendung von Fachinformationen und sind auf eine bestimmte berufliche Aufgabe be­zogen. Über die Abwicklung des speziellen Problems erfolgt eine Aneignung prinzipieller und allgemeingültiger Handlungsschritte, so dass die Lernenden letztendlich einen Algorith­mus erfahren, der die Lösung mehr oder weniger ähnlicher Aufgabenstellungen in der Praxis zulässt. Der stetige Wechsel zwischen deduktiven und induktiven Momenten als didaktische Strategie stellt eine enge Verbindung zur Praxis und damit zum vertrauten Umfeld des Ler­nenden dar. Als Vorgehensweise im Unterricht erfuhr sie bisher kaum eine Überstrapazierung und dürfte dem Lehrenden somit einen Beitrag zur Erweiterung seines Methodenspektrums bieten.

6.2.1 Handlungsanleitung zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung von einer Datenbank-CD-ROM

Aufgabe:

weitestgehend selbstständige Lösung einer fiktiven

Aufgabe unter Nutzung der auf der CD-ROM „Flower Power“

installierten Video-Anleitung

Teil 1: Handlungsanleitung

Anleitung zum Aufruf der Videoinformation

Problemsituation und Aufgabenstellung

Teil 2: Kontrolle

Sortensteckbriefe der Aufgabenstellung zur Kontrolle

Fragebogen zur Abstammung der Sorten und zur Kontrolle durch den Lehrenden


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Gartenbaulich fundierte Datenbank-CD-ROM sind gegenwärtig vornehmlich zur Speicherung botanischer Informationen auf dem Markt. Das Erlernen botanischer Namen, Sortenkenntnis­se, die Einordnung der Arten in Gattung und Familie sowie Details zu Standortvoraussetzun­gen und Pflegeansprüchen stellen die Auszubildenden aller Fachgebiete des Gartenbaues bei oft fehlenden sprachlichen Voraussetzungen vor Lernprobleme. Die Praxis fordert jedoch vom Facharbeiter selbstständige Entscheidungsfindungen und die Fähigkeit zur Kundenbera­tung. Dabei muss auch hier einer gewissen Modeneigung und einer Veränderung auf dem Markt Rechnung getragen werden, so dass Trends kontinuierlich zu erfassen und in die tägli­che Arbeit einzubringen sind. Der Rahmenlehrplan für den Beruf Gärtner/Gärtnerin sieht ei­nen Einstieg in die Vermittlung von Pflanzenkenntnissen im Lerngebiet 2 „Pflanzen und ihre Verwendung“ bereits im 1. Ausbildungsjahr- Berufliche Grundbildung- vor. Im Einzelnen steht die Forderung nach Kenntnissen und Fertigkeiten bei der Pflanzenbestimmung sowie der Anspruchs- und Eigenschaftsbeschreibung von Pflanzen unter Nutzung von Katalogen. Dieser Forderung genügt der Inhalt der Handlungsanleitung auch bezüglich der Entwicklung solcher Werte, wie Selbstständigkeit bei der Planung, Durchführung und Kontrolle.


Adressatenkreis: Auszubildende, Beruf Gärtner/Gärtnerin, Fachrichtungen Baumschule, Friedhofsgärtnerei, Garten- und Landschaftsbau, Zierpflanzenbau


Lerngebiet:

Berufliche Grundbildung im 1. Ausbildungsjahr

Kultur und Verwendung von Pflanzen

Pflanzen und ihre Verwendung

Teil 1 - Handlungsanleitung:

Der Lernende wird angesprochen und motiviert. Der Inhalt der CD-ROM wird vorgestellt, Grenzen werden aufgezeigt und Anregungen für die Verwendung der Daten werden gegeben.

Die Bedienung des Programms wird mittels einer klar gegliederten Schrittfolge angewiesen. Die Startseite mit Logo ist abgebildet, so dass der Lernende eine Kontrollmöglichkeit für sei­ne Bemühungen hat. Die weitere Funktionsweise der CD-ROM wird über eine Video auf dem Bildschirm angezeigt. Dieses Video ersetzt weitere Schritte einer allgemeinen Handlungsan­leitung in anschaulicher Form.


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Das Programm findet in einer fiktiven Problemsituation Anwendung. Kundenwünschen ent­sprechend, sind Pflanzen für konkrete Standortgegebenheiten auszuwählen und vorgegebene gestalterische Aspekte zu beachten. Alle Pflanzen sind auf der CD-ROM im Bild erfasst und besitzen einen Sortensteckbrief. Letzterer ist auszudrucken und zur eigenen Kontrolle mit den im

Teil 2 - Kontrolle - vorgegebenen Exemplaren zu vergleichen.

Die angehängten Arbeitsvorlagen zur Abstammung der Sorten bei den ausgewählten Pflanzen ist mittels der CD-ROM zu ergänzen und der Lehrkraft zur Kontrolle vorzulegen.


Teil 1 - Handlungsanleitung schließt mit einer erneuten Motivation der Lernenden zum weiteren Einsatz digitaler Medien und macht auf weitere Datenträger neugierig.

Für die Umsetzung der Ziele der Handlungsanleitung ist zunächst eine Doppelstunde, d. h. 90 Minuten, vorzusehen, da der Lernende im speziellen Fall der Erprobung eine Einschätzung seiner Arbeit nebst eventueller Problemanalyse anschließen soll. Die Fachinformationsgewin­nung ist erst dann abgeschlossen, wenn dem Lehrenden das ausgefüllte Arbeitsblatt zur Hand­lungsanleitung und die Einschätzung des „Fragebogens für den Lernenden“ vorliegen.

6.2.2 Handlungsanleitung zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung von einer Katalog-CD-ROM

Aufgabe:

Gewinnung von Fachinformationen zum Thema „Beregnungsanlagen“ am Beispiel von „Rain Bird„ der Firma

Rain Bird Europe S.A.R.L.
Teil 1: Allgemeine Handlungsanleitung zur Bedienung der CD- ROM
- Erlernen von Bedienschritten und Kennenlernen des Inhaltes der CD-ROM
Teil 2: Übung und Kontrolle
Lösung einer fiktiven Problemsituation


Katalog-CD-ROM dienen der Werbung, stellen Sortimente vor und repräsentieren Anwen­dungen der dargebotenen Artikel. Da renommierte Anbieter häufig eine eigene Homepage in regionalen oder globalen Netzen besitzen, ist bei entsprechender Anbindung der Nutzer eine stetige Aktualisierung der Angebote möglich. Bestellungen können per Email unkompliziert und schnell abgewickelt werden. Neben diesen rein praktischen Effekten für den Anbieter, besitzen Katalog-CD-ROM jedoch auch einen erheblichen Lehrwert.


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Sie stellen in großer Auswahl Maschinen, Geräte, Betriebseinrichtungen, Werkstoffe, Materi­alien und Pflanzen vor, dokumentieren die Anwendung der angebotenen Pro­dukte und bieten Ansichten von Referenzobjekten, die Vorbildfunktion erfüllen.

Der Rahmenlehrplan für die Berufsausbildung zum Gärtner/zur Gärtnerin für die Fachrich­tung Garten- und Landschaftsbau sieht im 2. Ausbildungsjahr die gemein­same berufliche Fachbildung vor. Innerhalb des Lerngebietes 5 „Betriebsausstattung“ sind bei den Auszubil­denden Kenntnisse zu Aufbau, Funktion und Wartung techni­scher Einrichtungen zur Bewäs­serung zu entwickeln. Dieses Lernziel unterstützt die Handlungsanleitung zur Arbeit mit der CD-ROM des Anbieters für Bewässerungs­technik: Rain Bird Europe S.A.R.L.


Adressatenkreis:Auszubildende, Beruf Gärtner, Fachgebiet Garten- und Landschaftsbau, 2. Ausbildungsjahr


Lerngebiet:Gemeinsame berufliche FachbildungBetriebsausstattungen– Bewässerungssys­teme


Teil 1: Allgemeine Handlungsanleitung zur Bedienung der CD-ROM

Dem Auszubildenden werden schwerpunktmäßig theoretische Inhalte vorgestellt, die für die Bearbeitung des Themas vorausgesetzt werden. Da es sich hier vor allem um wirtschaftliche Belange der Wasserbereitstellung und um technische Akzente zu den Hauptbaugruppen der Beregnungsanlagen sowie um die Beregnungssysteme im Abriss handelt, werden Lernende aus Ausbildungsbetrieben mit einer praktischen Spezialisierung auf den Golf- und Sportplatz­bau diese Kenntnisvermittlung als unzureichend empfinden. Hier erfolgt die Motivation zur ergänzenden selbstständigen Fachinformationsgewinnung über die CD-ROM.

Die CD-ROM muss vom Lernenden selbst auf der Festplatte installiert werden.

Installation und Bedienung der CD-ROM werden über eine durch Bildschirmansichten kontrollierbare Schrittfolge angeleitet. Der Auszubildende wird angeregt, sich zunächst einen inhaltlichen Überblick zu verschaffen. Der allgemeine Teil der Handlungsanleitung schließt mit Hinweisen zur Aktualisierung der Produktliste über das Internet. Der Lernende wird auf­gefordert, ihrer Aktualisierbarkeit wegen, auch zukünftig digitale Medien zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung zu nutzen, um seinem Betrieb Wettbewerbsvorteile zu verschaf­fen.


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Teil 2: Übung und Kontrolle

Hat der Lernende den vermittelnden Teil der Handlungsanleitung sorgfältig absolviert, wird ihm die praktische Umsetzung in der vorgegebenen Arbeitszeit gelingen. Die CD-ROM ist in ihrer Waren- und Informationsfülle nach konkreten Artikeln für vorgegebene Anwendungs­bedingungen zu durchsuchen. Nur wenn zuvor eine ausreichende Orientierung erfolgte, ist diese Aufgabe in kürzester Zeit zu lösen. Über ein Arbeitsblatt erfolgt abschließend die inhalt­liche und zeitliche Kontrolle durch den Lehrenden. Auszubildende werden auf diesem Wege zu rationeller Arbeitsweise erzogen und lernen den Faktor „Zeit“ zu werten.

Für die Umsetzung der Ziele der Handlungsanleitung ist eine Doppelstunde, d. h. 90 Minuten, vorzusehen, da der Lernende im speziellen Fall der Erprobung eine Einschätzung seiner Ar­beit nebst eventueller Problemanalyse anschließen soll. Die Fachinformationsgewinnung ist erst dann abgeschlossen, wenn dem Lehrenden das ausgefüllte Arbeitsblatt zur Handlungsan­leitung und die Einschätzung des „Fragebogens für den Lernenden“ vorliegen.

6.2.3 Handlungsanleitung zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung aus dem Internet

Aufgabe:

Gewinnung von Fachinformationen zu Themen der speziellen Fachkunde in der Fachstufe II mit Hilfeder Internetadresse www.dainet.de


Teil 1: Allgemeine Handlungsanleitung zur Orientie rung im Internet am Beispiel des Adress eintrages www.dainet.de

Erlernen einer Schrittfolge am Beispiel der Informationssuche zu Maschinen und Geräten im Garten- und Landschaftsbau


Teil 2: Übung und Kontrolle

Abwicklung der Informationssuche zu einem speziell-fachkundlichem Thema des Garten- und Landschaftsbaues unter dem bereits bekannten Adresseintrag

Suche weiterer Adresseinträge zum Kontrollthema


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Regionale und globale Informationsnetze überwinden geographische Grenzen. Sie erlauben den Zugriff auf eine Fülle an Informationen und überzeugen ihrer Aktualität wegen. Aber gerade diese Informationsfülle gepaart mit gegenwärtig noch zum Teil unzureichenden tech­nischen Voraussetzungen schränkt die praktische Nutzung digitaler Medien und Netze ein.

Um die Kommunikationsmöglichkeiten der globalen Netze nutzen zu können, müssen Quel­lenhinweise erstellt, eine Orientierung zur Auffindung der gewünschten Informationen ge­währt und Bewertungskriterien entwickelt werden. Letztendlich ist auch eine Schulung der Sprachkompetenz angeraten.

Die Arbeit mit der Handlungsanleitung zum Internetadresseintrag www.dainet.de bietet eine Strategie zur Entwicklung der Informationsbeschaffungs- und Bewertungskompetenz beim Lernenden. Sie soll Anregung für die Suche nach neuen Informationsquellen zur Lösung be­ruflicher Aufgaben sein.


Adressatenkreis:Auszubildende, Beruf Gärtner, FachgebietGarten- und Landschaftsbau, 3. Ausbildungs

jahr


Lerngebiet:Betriebsausstattung

Maschinen und Geräte in Betrieben

unterschiedlicher Spezialisierung

Umweltbewusste Bau- und Pflegemaßnahmen

Vegetationstechnische Bauleistungen: Rasen

pflege


Teil 1: Allgemeine Handlungsanleitung zur Einwahl ins Internet und zur Orientierung im Adresseintrag

Die Handlungsanleitung für einen Lernenden des letzten Berufsausbildungsjahres ist nach kurzer, auf bisher vorhandener Erfahrung in Nutzung von digitalen Datenträgern verweisen­der Motivation, klar in Ziel und Aufgabe gegliedert. Sie appelliert an den jungen Praktiker, der mit aktuellen Fachinformationen die Wettbewerbsfähigkeit seines Betriebes erhält und sich somit persönlich in das Unternehmen einbringt.

Eine numerisch strukturierte Schrittfolge geleitet von der Einwahl ins Internet, über den Ein­trag der Adresse, den Aufruf verschiedener Seiten hin zu den im Vorfeld über die Aufgaben­stellung bestimmten Informationen.

Bildschirmansichten erlauben über den kontinuierlichen Vergleich die Kontrolle. Der Lernen­de wird über die Schrittfolge zum „Blättern“ angeregt und erlangt eine gewisse Routine im Umgang mit dem Adresseintrag.


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Teil 2: Übung und Kontrolle

In Erfüllung des Rahmenlehrplanes wird die selbstständige Fachinformationsgewinnung zu vegetationstechnischen Bauleistungen, speziell zur Rasenpflege, gefordert. Der Lernende hat im bereits bekannten Adresseintrag nach geeigneten Quellen zu suchen und anfallende Fach­informationen zu gegebenen Gliederungspunkten auszudrucken. Der angestrebte hohe Grad an Selbstständigkeit bei der Arbeit des Lernenden im Netz, schaltet den Lehrenden für Kon­trollfunktionen frei und lässt ihn bei Bedarf Leistungsdifferenzen ausgleichen. Die Suche nach weiteren Adresseinträgen zum Thema bindet schnelle und leistungsstarke Lernende in ihrem Interesse. Da alle Auszubildenden des Erfolgserlebnisses bedürfen, ist leistungsschwä­cheren Lernenden gegebenenfalls seitens des Lehrenden Hilfestellung zu gewähren.

Die Handlungsanleitung schließt mit einem Ausblick auf die Nutzungsbreite der neu erschlos­senen Informationsquelle „Internet“.


Für die Umsetzung der Ziele der Handlungsanleitung ist eine Doppelstunde, d. h. 90 Minuten, vorzusehen, da der Lernende im speziellen Fall der Erprobung eine Einschätzung seiner Ar­beit nebst eventueller Problemanalyse anschließen soll. Die Fachinformationsgewinnung ist erst dann abgeschlossen, wenn dem Lehrenden der Internetausdruck, die Auflistung weiterer themengebundener Internetadresse und die Einschätzung des „Fragebogens für den Lernen­den“ vorliegen.

6.3 Einsatz der Handlungsanleitungen

Die Erstkontaktierung mit der zuständigen Stelle (Schulleiter, Fachleiter) ausgewählter Schu­len erfolgt telefonisch. Das Anliegen wird kurz vorgestellt, technische Voraussetzungen wer­den nachgefragt und es wird um Vermittlung zum Fachlehrer gebeten.

Das Erprobungsmaterial wird auf dem Postweg versandt. Die Sendung umfasst folgende Pos­ten:

Anschreiben an den Schulleiter/Fachleiter der für die Erprobung vorgesehenen beruflichen Bildungseinrichtung

Information zum Grundanliegen, Motivation und Hinweise zur weiteren Nutzung des bereitgestellten Erprobungsmaterials


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zeitliche Vorstellung der Verfasserin, bis wann die Erprobungen abzuschließen sind und wie die Rückkopplung erfolgt


A:

Anschreiben an die Kollegin/den Kollegen Fachlehrer,

welche/-r die Erprobung im Auftrag der Verfasserinausführt:

Zielorientierung und Motivation des Fachkollegen


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technische Installationsvoraussetzungen für den Einsatz der CD-ROM „Flower Power“ (Möglichkeit 1: Computerkabinett mit Virtual-CD auf dem Server bringt den Vorteil, dass alle Arbeitsplätze über nur eine CD-ROM „Flower Power“ angesteuert werden; Möglich­keit 2: Computerkabinett mit vernetzten Einzelarbeitsplätzen, die jeweils eine separate CD-ROM „Flower Power“ erfordern)

Systemvoraussetzungen für die Nutzung der CD-ROM „Flower Power“

Umsetzungshinweise, die auf die Vergleichbarkeit der Erprobungsergebnisse orientieren

Ausblick auf die Verwendung der Erprobungsergebnisse


Definition der Rahmenbedingungen

grundlegende Forderungen zur Vergleichbarkeit der Erprobungsergebnisse


30 Handlungsanleitungen für Gärtner zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung mit der Datenbank-CD-ROM „Flower Power“ (bestehend aus Teil 1 und Teil 2)


„Unterrichtsbeurteilung durch den Lehrenden“


30 „Unterrichtsbeurteilungen durch den Lernenden“


eine CD-ROM „Flower Power“, mit dem Hinweis, dass im Bedarfsfall für die Einzelarbeits­plätze weitere Datenträger angefordert werden können


B:

1.

Anschreiben an die Kollegin/den Kollegen Fachlehrer, welche/-r die Erprobung im Auf­trag der Verfasserin ausführt:

-

Zielorientierung und Motivation des Fachkollegen

-

technische Installationsvoraussetzungen für den Einsatz der CD-ROM „Rain Bird“

 

(Möglichkeit 1: Computerkabinett mit Virtual-CD auf dem Server bringt den Vorteil, dass alle Arbeitsplätze über nur eine CD-ROM „Rain Bird“ angesteuert werden; Möglichkeit 2: Computerkabinett mit vernetzten Einzelarbeitsplätzen, die jeweils eine separate CD-ROM „Rain Bird“ erfordern)

-

Systemvoraussetzungen für die Nutzung der CD-ROM „Rain Bird“

-

Umsetzungshinweise, die auf die Vergleichbarkeit der Erprobungsergebnisse orientieren

-

Ausblick auf die Verwendung der Erprobungsergebnisse

 

 

2.

Definition der Rahmenbedingungen

-

grundlegende Forderungen zur Vergleichbarkeit der Erprobungsergebnisse

 

 

3.

30 Handlungsanleitungen für Gärtner zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung mit der Katalog- CD-ROM „Rain Bird“ (bestehend aus Teil 1 und Teil 2)

 

 

4.

„Unterrichtsbeurteilung durch den Lehrenden“

 

 

5.

30 „Unterrichtsbeurteilungen durch den Lernenden“

 

 

6.

eine CD-ROM „Rain Bird“, mit dem Hinweis, dass im Bedarfsfall für die Einzelarbeits­plätze weitere Datenträger angefordert werden können


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C:

1.

Anschreiben an die Kollegin/den Kollegen Fachlehrer, welche/-r die Erprobung im Auf­trag der Verfasserin ausführt:

-

Zielorientierung und Motivation des Fachkollegen

-

Systemvoraussetzungen für die Nutzung der Internetadresse www.dainet.de

-

Umsetzungshinweise, die auf die Vergleichbarkeit der Erprobungsergebnisse orientieren

-

Ausblick auf die Verwendung der Erprobungsergebnisse

 

 

2.

Definition der Rahmenbedingungen

-

grundlegende Forderungen zur Vergleichbarkeit der Erprobungsergebnisse

 

 

3.

30 Handlungsanleitungen für Gärtner zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung aus dem Internet(bestehend aus Teil 1 und Teil 2)

 

 

4.

Zur Kontrolle- die Hilfe für den Fachlehrer

 

 

5.

„Unterrichtsbeurteilung durch den Lehrenden“

 

 

6.

30 „Unterrichtsbeurteilungen durch den Lernenden“



Individuelle Absprachen zur Umsetzung der Erprobungen treffen Verfasserin und Fachlehrer telefonisch oder per E-Mail.

Die Erprobungen sind bis Juli 2002 abzuschließen.


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6.4  Organisation der Erprobungsauswertung

6.4.1 Materialien zur Erprobungsauswertung

Im Ergebnis der Erprobung der Handlungsanleitungen stehen für die Auswertung folgende Materialien zur Verfügung:

a - Fragebögen zur Erfassung der Meinungen der Lernenden zum Einsatz der jeweiligen Handlungsanleitung (Anlagen 5, 12, 19)

Inhalt:

Persönliche Angabe (= sozio-kulturelle Voraussetzungen)

Ausbildungsberuf

abgeschlossene Schulbildung

Geschlecht


Vorbildung im Umgang mit Computern (= Stand der allgemeinen Befähigung zur selbststän­digen Fachinformationsgewinnung mittels digitaler Medien)

Erfassung der Herkunft der Vorkenntnisse

verbale Erfassung des Grades der Fähigkeiten und Fertigkeiten der Lernenden im Um­gang mit Computern


Umsetzung der Handlungsanleitungen durch die Lernenden (= Stand der Befähigung der Ler­nenden zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung bei Nutzung der angegebenen Infor­mationsquellen und unter Zuhilfenahme der Handlungsanleitungen)

Selbsteinschätzung der Fähigkeit zum Umgang mit der jeweiligen Handlungsanleitung zur Informationsquelle

Selbsteinschätzung zur Orientierung im Programm mittels der jeweiligen Handlungsanlei­tung

Einschätzung der Anleitung durch den Fachlehrer

Selbsteinschätzung zur Verständlichkeit der Schrittfolge der jeweiligen Handlungsanlei­tung

Selbsteinschätzung zum Anforderungsniveau der Kontrollen in der jeweiligen Handlungs­anleitung

Grad der Hilfestellung durch den Lehrenden bei der Umsetzung der jeweiligen Hand­lungsanleitungen

Beurteilung zum Zeitrahmen


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Hinweise (= verbale Aussagen zu Bearbeitungsschwierigkeiten im Umgang mit der Hand­lungsanleitung; Verbesserungsvorschläge zur Gestaltung der Handlungsanleitungen und zum methodischen Vorgehen im Unterricht in Nutzung der Handlungsanleitungen)

b - Fragebögen zur Erfassung der Erprobungsergebnisse zu jeder Handlungsanleitung, erstellt durch die in die Erprobung einbezogenen Fachlehrer (Anlagen 7, 14, 21)

Inhalt:

Angaben zum Lehrenden

Qualifikation

Aufgabenbereich/Unterrichtsfächer

Arbeitsjahre im Berufsschuldienst


Sozio- kulturelle Voraussetzungen zum Zeitpunkt des Einsatzes der Handlungsanleitungen

Ausbildungsberuf/Fachrichtung

Ausbildungsjahr

Klassen-/Gruppenstärke

Vorbildung


Angaben zur beobachtenden Person

Qualifikation


Beobachtungsdatum


Einschätzung der allgemeinen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Probanden im Umgang mit dem Computer


Umsetzung der Handlungsanleitungen durch die Probanden

(= Stand der Befähigung der Lernenden zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung bei Nutzung der angegebenen Informationsquellen und unter Zuhilfenahme der Handlungsanlei­tungen)

Einschätzung der Fähigkeit der Klassen-/Gruppenmitglieder

zum Umgang mit der Hand­lungsanleitung zur jeweiligen Informationsquelle


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Wertung der Gewichtung der Handlungsanleitung bei der

selbstständigen Fachinformati­onsgewinnung der Lernenden über die jeweilige Informationsquelle

Einschätzung der Verständlichkeit der Arbeitsanweisungen für

den Lernenden

pauschale Registrierung von Unsicherheiten der Lernenden im

Umgang mit der Hand­lungsanleitung zur jeweiligen Informationsquelle

Einschätzung der Abstimmung von Anforderungsniveau der

Handlungsanleitung zur je­weiligen Informationsquelle mit dem Qualifikationsniveau der Lernenden

Lernklima: Beurteilung von Motivation und Interesse der

Klasse

Beurteilung des Grades der Selbstständigkeit der Lernenden in Realisierung der jeweili­gen Handlungsanleitung- Teil 1

(allgemeiner Teil zum Kennen lernen der Informationsquelle)

Beurteilung des Grades der Selbstständigkeit der Lernenden

in Realisierung der jeweili­gen Handlungsanleitung- Teil 2

(Übung und Kontrolle)

Wertung des Zeitrahmens für die Realisierung der jeweiligen

Handlungsanleitung


Hinweise (= verbale Aussagen zu häufig aufgeworfenen Problemen und Fragen in Realisie­rung der Handlungsanleitungen zu den jeweiligen Informationsquellen; Vorschläge zur Ver­besserung der jeweiligen Handlungsanleitung in Inhalt und Gestaltung)

c - Beobachtungsprotokolle von Fachlehrern, die empfohlener Weise der Erprobung beiwohnen


d - telefonische Hinweise der Fachlehrer, die von der Verfasserin als Interview festgehal­ten werden


Die Auswertung der Materialien soll Aufschluss darüber geben, ob die Lernenden die prinzi­piellen Handlungsschritte zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung über die unter­schiedlichen digitalen Informationsquellen verstanden haben und ihnen die Logik und die Prinzipien der Informationsgewinnung bewusst geworden sind. Darüber hinaus soll beurteilt werden, wie die Lösung einer beruflichen Aufgabe mittels Handlungsanleitung die Vorge­hensstrategien der Lernenden bei der selbstständigen Beschaffung, Bewertung, Auswahl und Anwendung von Informationen entwickelt.


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6.4.2  Inhalt der Erprobungsauswertung

Die Untersuchung ist auf die Erprobung des Einsatzes digitaler Medien zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung in der Berufsausbildung zum Gärtner/zur Gärtnerin ausgerichtet.


Sie orientiert auf drei Kategorien digitaler Informationsträger:

Datenbank-CD-ROM

Katalog-CD-ROM

regionale und globale Netze.


Die Erprobungsergebnisse sollen Aufschluss zu folgenden Fragen geben:

1.

Ist für dieZugangsvoraussetzungHauptsch u le/ Realschule/ Hochschulreife/ Facharbei ­ ter oder Fachwerker der Einsatz digitaler Informationsquellen zur selbstständigen Fach­informationsgewinnung

 

sehr gut geeignet

 

bedingt geeignet

 

ungeeignet ?

 

2.

Besitzen Lernende mit derZugangsvoraussetzungHauptsch u le/ Realschule/ Hochschul ­ reife/ Facharbeiter oder Fachwerker eine ausreichende Vorbildung im Umgang mit Da ­ tenbank-CD-ROM, mit Katalog-CD-ROM, mit dem Internet?

 

im wesentlichen ist die Vorbildung ausreichend

 

die Vorbildung ist unzureichend


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3.

Beurteilung der Motivation der Lernenden zum Umgang mit digitalen Informationsträgern in Abhängigkeit von derZugangsvoraussetzung und von der Kategorie des Informations­trägers:

Bewertung der Motivation

Bildungsabschlu ss

Kategorie des Informationsträgers

 

Hauptschule

Datenbank-CD-ROM

sehr hoch

 

ausreichend

 

zu gering

 
  

Katalog- CD-ROM

sehr hoch

 

ausreichend

 

zu gering

 
  

Internet

sehr hoch

 

ausreichend

 

zu gering

 

Bewertung der Motivation

Bildungsabschluss

Kategorie des Informationsträgers

 

Realschule

Datenbank-CD-ROM

sehr hoch

 

ausreichend

 

zu gering

 
  

Katalog-CD-ROM

sehr hoch

 

ausreichend

 

zu gering

 
  

Internet

sehr hoch

 

ausreichend

 

zu gering

 


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Bewertung der Motivation

Bildungsabschluss

Kategorie des Informationsträgers

 

Hochschulreife

Datenbank-CD-ROM

sehr hoch

 

ausreichend

 

zu gering

 
  

Katalog-CD-ROM

sehr hoch

 

ausreichend

 

zu gering

 
  

Internet

sehr hoch

 

ausreichend

 

zu gering

 

Bewertung der Motivation

Bildungsabschluss

Kategorie des Informationsträgers

 

Facharbeiter/ Fachwerker

Datenbank-CD-ROM

sehr hoch

 

ausreichend

 

zu gering

 
  

Katalog-CD-ROM

sehr hoch

 

ausreichend

 

zu gering

 
  

Internet

sehr hoch

 

ausreichend

 

zu gering

 

3.

Ist die fachliche Qualifikation bei der ZugangsvoraussetzungHauptschulab ­ schluss/ Realschulabschluss/ Hochschul reife/ Facharbeiter oder Fachwerker ausrei­chend, um Aufgabenstellungen der Praxis über digitale Informationsträger Datenträger ­ CD-ROM, Katalog- CD-ROM, Internet zu lösen?

  

4.

Sind Handlungsanleitungen geeignet zum Erlernen einer allgemeinen Schrittfolge in Nut­zung digitaler Informationsträger (Datenbank- CD-ROM, Katalog- CD-ROM, regionale und globale Netze)?

  

5.

Welchen Anforderungen muss der Lehrende genügen, der die selbstständige Fachinforma­tionsgewinnung über digitale Informationsträger als Unterrichtsmethode im Fachunter­richt wählt?

  

6.

Welche technischen Voraussetzungen (Systemvoraussetzungen) und Organisationsstruk­turen des Fachunterrichtes (Klasse/Gruppe) erlauben die selbstständige Fachinformations­gewinnung der Lernenden durch digitale Medien?


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26.04.2004