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7  Erprobungsergebnisse

7.1 Auswertungsmethodik

7.1.1 Arbeitsprogramm und Verwendung

Die Statistik untersucht Gesetzmäßigkeiten in zufallsbehafteten Erscheinungen.

Mit dem Ziel der Datenerfassung und der nachfolgenden tabellarischen und graphischen Auswertung der unter 6.4.1 beschriebenen Fragebögen bedient sich die Autorin des Pro­gramms „SPSS für Windows“, eines „...umfassenden und flexiblen Systems für die statisti­sche Analyse und das Datenmanagement“2 5 ). Die Autorin entschied sich für „SPSS“, weil das Programm Daten aus praktisch jeder Art von Datei übernehmen und daraus tabellarische Be­richte, graphische Darstellungen der Verteilung und Entwicklung, deskriptive Statistiken und komplexe statistische Analysen erzeugen kann.Damit macht es die Auswertung von Frage­bögen aus sozialwissenschaftlichen Erhebungen möglich.


Die Statistik kann als beschreibende (auch deskriptive) und schließende Statistik (auch

Inferenz-Statistik) realisiert werden.

Im Rahmen der Datenauswertung bedient sich die Autorin sowohl der beschreibenden, als auch der schließenden Statistik.


Um Informationen zu Beziehungen zwischen Variablen zu erhalten bedient sich die Autorin der Kreuztabellen im Programm „SPSS für Windows“. Nach „Glossar zur Datenerhebung und Statistischen Analyse“ (2001) sind Stichproben für die Untersuchung von Merkmalskom­binationen stets ausreichend groß zu wählen, um Stichprobenfehler zu minimieren. Bei der Analyse kategorialer Daten betrachtet man einzelne Ausprägungen oder Ausprägungskombi­nationen. Der Stichprobenumfang sollte so bemessen sein, dass alle interessierenden Ausprä­gungen hinreichend häufig vorkommen, um die gewünschten multivariaten Analysen durch­führen zu können. Aus diesem Grund wurden ausschließlich unter „7.3 Darstellung von Zu­sammenhängen“ Merkmalsausprägungen/Kategorien innerhalb des Merkmals „Abgeschlos­sene Schulbildung“ zu Gruppen zusammengefasst. Die aktuelle Legende und die Beschrei­bung der verwendeten statistischen Schlussweisen sind der Tabelle 37 im Kapitel 7.3 voran gestellt.


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7.1.2  Beschreibende Datenanalyse und graphische Darstellung

a) Häufigkeiten

Die erste Übersicht über das Datenmaterial bekommt man mittels Häufigkeitstabellen.


Beispiel:


A bgeschlossene Schulbildung

Tab. 4: Beispiel - Häufigkeitstabelle

abgeschlossene

 

 

 

relative Häufigkeit

 

Schulbildung

Häufigkeit

Prozent (%)

Hauptschulabschluss

9

11,1

Qualifizierter

Hauptschulabschluss

8

9,9

Realschulabschluss

46

56,8

Hochschulreife

15

18,5

Sonstige

(Umschüler)

3

3,7

 

gesamt

81

100,0

Die Überschrift ist das untersuchte Merkmal, die erste Spalte der Tabelle gibt die Merkmals­ausprägung/Kategorie an. Es folgen in Spalte 2 Angaben zur Häufigkeit, mit der eine Merk­malsausprägung/Kategorie innerhalb der Stichprobe aufgetreten ist und in Spalte 3 Auswei­sungen dieser Häufigkeit in Prozent.


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Die graphische Darstellung einzelner Häufigkeiten erfolgt mittels Kreisdiagramm.


Beispiel:

Abb. 13: Beispiel – Kreisdiagramm

Legende:

 

HA: Hauptschulabschluss

HS: Hochschulreife

QHA: Qualifizierter Hauptschulabschluss

S: Sonstige (Umschüler)

RS: Realschulabschluss

 

Ein Balkendiagramm zeigt die Verteilung der Daten und gibt Häufigkeiten in Prozent (%) an.

Beispiel:

Abb. 14: Beispiel - Balkendiagramm

 

Legende:

  

1

Vorkenntnisse aus dem Unterricht der Mittelschule

2

Vorkenntnisse aus dem Unterricht der Be­rufsschule

3

Besuch von Lehrgängen

4

betriebliche Erfahrungen

5

private Weiterbildung in Clubs und Ar­beitsgemeinschaften

6

private Weiterbildung durch die Nutzung eigener Computer bzw. der Computer von Familienangehörigen


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b) Kombination von Merkmalen

Zur Bestimmung von Abhängigkeiten der Merkmale werden diese in Kreuztabellen kombi­niert(Anlagen 6, 13, 20).

Beispiel:

Handlungsanleitung- Selbsteinschätzung der Fertigkeiten - abgeschlossene Schulbil­dung Kreuztabelle

Tab. 5: Beispiel - Kreuztabelle

Handlungsanleitung – Selbsteinschätzung der Fertigkeiten

abgeschlossene Schu l bildung

gesamt

HA

QHA

RS

HS

S

sehr gut

-

-

14

8

2

24

durchschnittlich

7

7

27

7

1

49

gering

2

1

5

-

-

8

 

gesamt

9

8

46

15

3

81

Legende:

 

HA: Hauptschulabschluss

HS: Hochschulreife

QHA: Qualifizierter Hauptschulabschluss

S: Sonstige (Umschüler)

RS: Realschulabschluss

 

7.2 Auswertung und allgemeine Interpretation

7.2.1 Handlungsanleitung zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung von einer Datenbank-CD-ROM

Die vorliegenden Untersuchungsergebnisse sollen Aufschluss darüber gestatten, ob CD-ROM, die als Datenbank angelegt wurden, für Auszubildende des 1. Ausbildungsjahres (Grundstufe), mittels Handlungsanleitung selbstständig zu erschließen sind. Dabei müssen die aktuellen, zum Teil erheblich differenzierten Klassensituationen in der beruflichen Erstausbil­dung Berücksichtigung finden. Die Handlungsanleitungen sollen gleichermaßen für alle Zu­gangsvoraussetzungen lesbar sein und Unter- bzw. Überforderungen weitestgehend ausschlie­ßen.


[Seite 87↓]

Die unter 6.1.2 „Ausbildungsüberblick- Auswahl der Probanden“ erstellte Übersicht der Ta­belle 3 „Entwicklung der Ausbildungszahlen, dargestellt an der Zahl abgeschlossener Ausbil­dungsverträge, in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau in den Jahren 1998, 1999, 2000- Länderübersicht“definierte die Grundgesamtheit und bestimmte wesentlich den Um­fang der Stichprobe.

Grundgesamtheit G = 3.779 Auszubildende

Stichprobenumfang ≈ 5 %

Stichprobe n G ≈ 189 Auszubildende

Da die Grundgesamtheit (G) zum Zeitpunkt der Erhebung lediglich eine vorläufige Angabe im Ergebnis einer ZVG-Umfrage war und Ausbildungsvertragslösungen im Umfang von bis zu 30 % (nach Hohlbeck,W., 2002) keinerlei Berücksichtigung fanden, wurde die Stichprobe (nG) pauschal auf 150 Probanden dezimiert.

Insgesamt wurden im Januar/Februar 2001 an die berufsbildenden Schulen 150 Handlungsan­leitungen zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung von der CD-ROM „Flower Power“ verschickt. Die Umsetzung der Handlungsanleitungen wurde ausschließlich über Fragebögen rückgekoppelt.


[Seite 88↓]

Die Verteilung von Handlungsanleitungen und Fragebögen auf die einzelnen Schulen zeigt die folgende Übersicht:

Tab. 6: Verteilung der Fragebögen einschließlich Rücklauf

Erprobungsschule

Anzahl der zuge ­ stellten Fragebögen

Rücklauf

Berufliches Schulzentrum für Ernährung, Hauswirt­schaft, Agrarwirtschaft mit Schulteil Berufliche Förder­schule, Freiberg

30

10

 

Berufsschule für Gartenbau „Philipp-Holzmann-Schule“, Frankfurt (Main)

30

26

 

Staatliche Gewerbeschule 13, Hamburg

30

31

 

Oberstufenzentrum Werder/Havel, Schulteil Groß Kreutz, Groß Kreutz

30

48

 

Berufsschule des Unstrut-Hainich-Kreises, Mühlhausen

30

22

Die Befragten (Lernende und Lehrende) wurden gebeten in Wahrung der Anonymität alle Fragen wahrheitsgemäß und eigenständig zu beantworten. Als Richtzeit für den Abschluss der Erprobung und den Rücklauf der Fragebögen wurde der 30.05.2002 vorgegeben. Damit sollte sichergestellt werden, dass die Erprobungen in den reellen Unterrichtsablauf des Ausbildungs­jahres integriert wird.

Die letzten Fragebögen gingen fristgerecht am 18.05.2002 ein.

1. Fragebögen für die Lernenden

Stichprobe n G – Soll = 150

Stichprobe n G – Ist = 137

Bezogen auf die Gesamtmenge der versendeten Fragebögen, beträgt die Rücklaufquote 91,33   %. Alle Fragebögen sind vollständig ausgefüllt und konnten in der Auswertung Be­rücksichtigung finden.

2. Fragebögen für die Lehrenden

Stichprobe n G – Soll = 5

Stichprobe n G – Ist = 4

Bezogen auf die Gesamtmenge der versendeten Fragebögen, beträgt die Rücklaufquote 75   %.Alle Fragebögen sind vollständig ausgefüllt und konnten in der Auswertung Berücksichtigung finden.


[Seite 89↓]

Ergebnisdarstellung und erste Interpretation zu den Fragebögen für Lernende

Im Wesentlichen wurden Häufigkeiten analysiert, mit denen Personen der Stichprobe nG = 137 Thesen zur Handlungsanleitung werten. Die dabei verwendete Graduierung ist zumeist ordinal angelegt und wahrt in den Fragestellungen einen sinngemäßen Algorithmus. Zusam­menhänge werden im Punkt 7.3 „Darstellung von Zusammenhängen“ über Kreuztabellen aus­gewertet. Sie hinterfragen die Bedeutung der Zugangsvoraussetzung für das Verständnis der Handlungsanleitung.

Die Aussagen zu den Fragestellungen werden in Folge einzeln ausgewertet. An die graphische Darstellung der Aussageergebnisse schließt sich eine allgemeine Interpretation an.

Persönliche Angaben

Ausbildungsberuf

Tab. 7: Spezialisierung im Ausbildungsberuf

Spezialisierung im Ausbildungsberuf


Spezialisierung


Häufigkeit

relative Häufigkeit
Prozent (%)

Baumschule

20

14,6

Friedhofsgärtnerei

11

8

Garten- und Landschaftsbau

98

71,5

Staudengärtnerei

2

1,5

Zierpflanzenbau

6

4,4

 

gesamt

137

100,0

Abb. 15: Spezialisierung im Ausbildungsberuf

 

Legende:

  

1

Baumschule

2

Friedhofsgärtnerei

3

Garten- und Landschaftsbau

4

Staudengärtnerei

5

Zierpflanzenbau

  


[Seite 90↓]

Allgemeine Interpretation

Die Erprobung der Handlungsanleitung wurde in fünf von sieben Fachrichtungen des Garten­baus realisiert. Dabei konnte die sich bereits in den Ausbildungszahlen abzeichnende Diffe­renzierung zwischen den Fachrichtungen in der Zahl der Probanden relativiert gewahrt wer­den.

Ausbildungsjahr
Die Frage diente lediglich dazu, die Validität der Fragebögen einzuschätzen und erfährt keine Auswertung.

A bgeschlossene Schulbildung

Tab. 8: Abgeschlossene Schulbildung

Abgeschlossene Schulbildung

 

Häufigkeit

Prozent (%)

 

Hauptschulabschluss

24

17,5

Qualifizierter Hauptschulabschluss

11

8,0

Realschulabschluss

65

47,4

Hochschulreife

28

20,4

Sonstiges (Umschüler)

7

5,1

 

Gesamt

135

98,5

fehlende Angaben

2

1,5

Gesamt

137

100,0

Abb. 16: Abgeschlossene Schulbildung

Legende:

 

HA: Hauptschulabschluss

HS: Hochschulreife

QHA: Qualifizierter Hauptschulabschluss

S: Sonstige (Umschüler)

RS: Realschulabschluss

F: fehlende Angaben


[Seite 91↓]

Allgemeine Interpretation

Die Erhebung erfasst über die Stichprobe die zumeist erbrachten Zugangsvoraussetzungen zur Berufsausbildung in der Bundesrepublik Deutschland mit dem Qualifikationsziel Gärt­ner/Gärtnerin. In Auswertung persönlicher Erfahrungen der Autorin reflektiert diese Stich­probe in ihrer Zusammensetzung durchaus übliche Klassensituationen und trägt repräsentati­ven Charakter.

-

Geschlecht

Die Frage diente ebenfalls dazu, die Validität der Fragebögen einzuschätzen und erfährt keine Auswertung.

1. Welche Vorbildung haben Sie im Umgang mit Computern?

Tab. 9: Vorbildung im Umgang mit Computern

Vorbildung im Umgang mit Computern

Vorbildung

Häufigkeit

Prozent (%)

Mittelschulvorkenntnisse

28

20,4

Berufsschulvorkenntnisse

42

30,7

Lehrgänge

6

4,4

betriebliche Erfahrung

4

2,9

Clubs, AGs

4

2,9

Nutzung eigener Computer

51

37,2

fehlende Angaben

2

1,5

gesamt

137

100,0

Abb. 17: Vorbildung im Umgang mit Computern

 

Legende:

  

1

Vorkenntnisse aus dem Unterricht der Mit­telschule

2

Vorkenntnisse aus dem Unterricht der Be­rufsschule

3

Besuch von Lehrgängen

4

betriebliche Erfahrungen

5

private Weiterbildung in Clubs und Ar­beitsgemeinschaften

6

private Weiterbildung durch die Nutzung eigener Computer bzw. der Computer von Familienangehörigen

7

fehlende Angaben

  


[Seite 92↓]

Allgemeine Interpretation

Die Probanden der Stichprobe schöpfen nach eigenen Angaben in Nutzung digitaler Informa­tionsträger wesentlich häufiger Wissen über die Möglichkeiten der privaten Weiterbildung, als aus dem Unterricht der Mittelschule oder der Berufsschule.

2. Wie schätzen Sie selbst Ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit Computern ein?

Tab. 10: Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit Computern

Können im Umgang mit dem Computer

Können

H äufigkeit

Prozent (%)

sehr gut

15

10,9

durchschnittlich

80

58,4

gering

42

30,7

 

gesamt

137

100,0

Abb. 18: Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit Computern

 

Legende:

1

sehr gut

2

durchschnittlich

3

gering

Allgemeine Interpretation

Nur 10,9 % der Probanden schätzen das eigene Können im Umgang mit Computern mit sehr gut ein.


[Seite 93↓]

3. Wie schätzen Sie selbst ihre Fähigkeiten mit der Handlungsanleitung zur CD-ROM „Flower Power“ umzugehen ein?

Tab. 11: Grad der Fähigkeit mit der Handlungsanleitung umzugehen

Selbsteinschätzung der Fähigkeiten im Umgang mit der Handlungsanleitung

Fähigkeitspotential

H äufigkeit

Prozent (%)

sehr gut

68

49,6

durchschnittlich

60

43,8

gering

9

6,6

 

gesamt

137

100,0

Abb. 19: Grad der Fähigkeit mit der Handlungsanleitung umzugehen

 

Legende:

1

sehr gut

2

durchschnittlich

3

gering

Allgemeine Interpretation

93,4 % der Befragten bewerten ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit der Hand­lungsanleitung im Mindesten mit durchschnittlich.


[Seite 94↓]

4.

Konnten Sie sich mit Hilfe der Handlungsanleitung zunächst im Programm orientie ­ ren?

Tab. 12: Grad der Orientierung mittels Handlungsanleitung im Programm

Grad der Orientierung mit der Handlungsanleitung im Programm

Grad der Orientierung

H äufigkeit

Prozent (%)

unterstützt Orientierung

110

80,3

unbedeutend

24

17,5

eher hinderlich

3

2,2

 

gesamt

137

100,0

Abb. 20: Grad der Orientierung mittels Handlungsanleitung im Programm

 

Legende:

1

die Handlungsanleitung unterstützte die Orientierung im Programm

2

die Handlungsanleitung war für die Orientierung unbedeuten

3

die Handlungsanleitung war im Rahmen einer Erstorientierung eher hinderlich

Allgemeine Interpretation

Der überwiegende Anteil der Probanden (80,3 %) bewertet den Einsatz der Handlungsanlei­tung bei der Erstorientierung im Programm der CD-ROM als vorteilhaft.

5. Waren die Anweisungen und Hinweise durch die Lehrkraft verständlich?

Da die Fragestellung fast ausschließlich mit „ja“ und „sehr gut“ beantwortet wurde, erfolgte keine detaillierte Auswertung. Allerdings sind diese Antworten für den Inhalt der Erhebung nicht unerheblich, da sie die Vertrautheit und enge Verbindung der Lernenden zu konventio­nellen Unterrichtsmethoden und zur Person des Lehrenden reflektieren.


[Seite 95↓]

6. War die Schrittfolge der Handlungsanleitung für Sie verständlich?

Tab. 13: Grad der Verständlichkeit der Schrittfolge der Handlungsanleitung

Verständlichkeit der Schrittfolge der Handlungsanleitung

Grad der Verständlichkeit

H äufigkeit

Prozent (%)

sehr gut

119

86,9

mäßig

17

12,4

unverständlich

1

0,7

 

gesamt

137

100,0

Abb. 21: Grad der Verständlichkeit der Schrittfolge der Handlungsanleitung

 

Legende:

1

sehr gut verständlich

2

mäßig verständlich

3

unverständlich

Allgemeine Interpretation

Nur 0,7 % der Lernenden bewerten die Schrittfolge der Handlungsanleitung als unverständ­lich.

7. War die im Teil 2 vorgestellte Anwendungs- und Kontrollsituation für Sie eher eine Über- oder eine Unterforderung?

Tab. 14: Einschätzung der Anwendungs- und Kontrollsituation

Grad der Forderung in der Anwendungs- und Kontrollsituation

Grad der Forderung

H äufigkeit

Prozent (%)

eher Überforderung

3

2,2

richtiges Maß

109

79,6

eher Unterforderung

25

18,2

 

gesamt

137

100,0


[Seite 96↓]

Abb. 22: Einschätzung der Anwendungs- und Kontrollsituation

 

Legende:

1

eher eine Überforderung

2

größtenteils waren die Forderungen im richtigen Maße

3

eher eine Unterforderung

Allgemeine Interpretation

Die überwiegende Mehrheit der Befragten gestehen der Handlungsanleitung Ausgewogenheit in den Forderungen zu. Nur in 2,2 % der Fälle wird eine Überforderung, in 18,2 % der Fälle eine Unterforderung angezeigt.

8. Benötigten Sie bei der Arbeit mit der Handlungsanleitung und der Bearbeitung der Aufgabe Unterstützung durch die Lehrkraft?

Tab. 15: Grad der Unterstützung durch die Lehrkraft

Grad der Unterstützung durch die Lehrkraft

 

Können

H äufigkeit

Prozent (%)

sehr viel

2

1,5

durchschnittlich

38

27,7

kaum

96

70,1

 

  

gesamt

136

99,3

fehlende Angaben

1

0,7

 

gesamt

137

100,0


[Seite 97↓]

Abb. 23: Grad der Unterstützung durch die Lehrkraft

 

Legende:

1

ich benötigte sehr viel Unterstützung

2

ich benötigte durchschnittlich viel Unterstützung

3

ich benötigte kaum Unterstützung

4

fehlende Angaben

Allgemeine Interpretation

Nur 1,5 % der Befragten geben an, bei der Realisierung der Aufgabenstellung mittels Hand­lungsanleitung sehr viel Unterstützung seitens der Lehrkraft zu erfahren.

9. War die vorgegebene Zeit zur Lösung der Aufgabe angemessen?

Tab. 16: Zeitbeurteilung

Einschätzung der Arbeitszeit

Einschätzung der Arbeitszeit

H äufigkeit

Prozent (%)

reichlich

75

54,7

ausreichend

57

41,6

knapp

4

2,9

 

  

gesamt

136

99,3

fehlende Angaben

1

0,7

 

gesamt

137

100,0


[Seite 98↓]

Abb. 24: Zeitbeurteilung

 

Legende:

1

Zeit war reichlich bemessen

2

Zeit war ausreichend

3

Zeit war zu knapp

4

fehlende Angaben

Allgemeine Interpretation

Generell geben nur 2,9 % der Befragten an, dass die Zeit zur Abarbeitung der Handlungsan­leitung nicht ausreichend war.

10. Bezeichnen Sie Schwierigkeiten, die bei der Bearbeitung der Aufgabe mit der Hand ­ lungsanleitung auftraten!

Da sich die Hinweise der Befragten im wesentlichen auf Details zur Gestaltung der CD-ROM „Flower Power“ beziehen, wird an dieser Stelle auf eine Auswertung verzichtet.

11. Sollten Sie Verbesserungsvorschläge bezüglich der Unterrichtsgestaltung bzw. der Gestaltung der Handlungsanleitung haben, so können Sie diese ab ­ schließend formu ­ lieren.

Die Befragten äußern sich anerkennend und wünschen auch weiterhin den Einsatz digitaler Informationsträger im Unterricht.

Sie befinden die Unterrichtsstunde als abwechslungsreiche Herausforderung und angemesse­ne Ergänzung ihrer bisherigen Ausbildung.


[Seite 99↓]

Ergebnisdarstellung und erste Interpretation zu den Fragebögen der Lehrenden

Angaben zum Lehrenden

In Wahrung der Anonymität der Befragten einer so kleinen Testgruppe gingen Fragen, die Rückschlüsse auf die Persönlichkeit zulassen würden, nicht mit in die Auswertung ein.

Unterrichtsbeurteilung

Da die Fremdbeurteilung seitens der Lehrkräfte nicht wesentlich zur Beurteilung der Lernen­den divergiert, wird diese explizit zur Auswertung als Anlage 8 erfasst.


[Seite 100↓]

7.2.2  Handlungsanleitung zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung von einer Katalog-CD-ROM

Die vorliegenden Untersuchungsergebnisse sollen Aufschluss darüber gestatten, ob CD-­ROM, die als Katalog angelegt wurden, für Auszubildende des 2. Ausbildungsjahres (Fach­stufe I) mittels Handlungsanleitung selbstständig zu erschließen sind. Katalog-CD-ROM sind ihrer Ausrichtung auf einen potentiellen Kunden und Käuferkreis wegen nur in zweiter Kon­sequenz Träger von Fachinformationen, stellen jedoch preiswerte Alternativen zur Daten­bank-CD-ROM dar. Der Lernende muss Informationen suchen, wichten und selektieren und dabei Innovationen zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung über digitale Medien entwickeln. Post factum müssen die aktuellen, zum Teil erheblich differenzierten Klassensitu­ationen in der beruflichen Erstausbildung Berücksichtigung finden, d. h.: die Handlungsanlei­tungen müssen für alle Zugangsvoraussetzungen lesbar sein und Unter- bzw. Überforderun­gen weitestgehend ausschließen.


Die unter 6.1.2 „Ausbildungsüberblick- Auswahl der Probanden“ erstellte Übersicht der Ta­belle 3 „Entwicklung der Ausbildungszahlen, dargestellt an der Zahl abgeschlossener Ausbil­dungsverträge, in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau in den Jahren 1998, 1999, 2000- Länderübersicht“definierte die Grundgesamtheit und bestimmte wesentlich den Um­fang der Stichprobe.

Grundgesamtheit G= 3.216 Auszubildende

Stichprobenumfang≈5 %

Stichprobe n G ≈ 161 Auszubildende

Da die Erprobung der Handlungsanleitung wiederum an den bereits angeleiteten 5 Berufli­chen Schulzentren erfolgen sollte, wurde der Stichprobenumfang pauschal auf 150 Probanden dezimiert.

Insgesamt wurden im Februar/März 2001 an die berufsbildenden Schulen 150 Handlungsan­leitungen zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung von der CD-ROM „Rain Bird“ verschickt. Die Umsetzung der Handlungsanleitungen wurde ausschließlich über Fragebögen rückgekoppelt.


[Seite 101↓]

Die Verteilung von Handlungsanleitungen und Fragebögen auf die einzelnen Schulen zeigt die folgende Übersicht:

Tab. 17: Verteilung der Fragebögen einschließlich Rücklauf

Erprobungsschule

Anzahl der zuge ­ stellten Fragebö ­ gen

Rück ­ lauf

Berufliches Schulzentrum für Ernährung, Hauswirtschaft, Agrarwirtschaft mit Schulteil

Berufliche Förderschule, Freiberg

30

45

 

Berufsschule für Gartenbau „Philipp-Holzmann-Schule“, Frankfurt (Main)

30

30

 

Staatliche Gewerbeschule 13, Hamburg

30

18

 

Oberstufenzentrum Werder/Havel, Schulteil Groß Kreutz, Groß Kreutz

30

0

 

Berufsschule des Unstrut-Hainich-Kreises, Mühlhausen

30

19

Die Befragten (Lernende und Lehrende) wurden gebeten in Wahrung der Anonymität alle Fragen wahrheitsgemäß und eigenständig zu beantworten. Als Richtzeit für den Abschluss der Erprobung und den Rücklauf der Fragebögen wurde der 30.05.2002 vorgegeben. Damit sollte sichergestellt werden, dass die Erprobungen in den reellen Unterrichtsablauf des Ausbildungs­jahres integriert wird.

Die letzten Fragebögen gingen am 25.04.2002 ein. Das Oberstufenzentrum Werder/Havel, Schulteil Groß Kreutz, konnte die Erprobung in Ermangelung materiell-technischer Voraus­setzungen nicht umsetzen.

1. Fragebögen für die Lernenden

Stichprobe n G- Soll= 150

Stichprobe n G- Ist= 112


Bezogen auf die Gesamtmenge der versendeten Fragebögen, beträgt die Rücklaufquote 74,33   %. Alle Fragebögen sind vollständig ausgefüllt und konnten in der Auswertung Be­rücksichtigung finden.


[Seite 102↓]

2. Fragebögen für die Lehrenden

Stichprobe n G- Soll= 5

Stichprobe n G- Ist= 4

Bezogen auf die Gesamtmenge der versendeten Fragebögen, beträgt die Rücklaufquote 75   %.Alle Fragebögen sind vollständig ausgefüllt und konnten in der Auswertung Berücksichtigung finden.

Ergebnisdarstellung und erste Interpretation zu den Fragebögen für Lernende

Im Wesentlichen wurden Häufigkeiten analysiert, mit denen Personen der Stichprobe nG = 112 Thesen zur Handlungsanleitung werten. Die dabei verwendete Graduierung ist zumeist ordinal angelegt und wahrt in den Fragestellungen einen sinngemäßen Algorithmus. Zusam­menhänge werden im Punkt 7.3 „Darstellung von Zusammenhängen“ über Kreuztabellen aus­gewertet. Sie hinterfragen die Bedeutung der Zugangsvoraussetzung für das Verständnis der Handlungsanleitung.

Die Aussagen zu den Fragestellungen werden in Folge einzeln ausgewertet. An die graphische Darstellung der Aussageergebnisse schließt sich eine allgemeine Interpretation an.


Persönliche Angaben

Ausbildungsberuf

Ausbildungsjahr
Die Fragen dienten lediglich dazu, die Validität der Fragebögen einzuschätzen und erfahren keine Auswertung.
A bgeschlossene Schulbildung

Tab. 18: Abgeschlossene Schulbildung

Abgeschlossene Schulbildung

 

 

Häufigkeit

Prozent

 

Hauptschulabschluss

15

13,3

Qualifizierter Hauptschulabschluss

13

11,6

Realschulabschluss

65

58,0

Hochschulreife

16

14,3

Sonstiges (Umschüler)

3

2,7

 

Gesamt

112

100


[Seite 103↓]

Abb. 25: Abgeschlossene Schulbildung

Legende:

 

HA: Hauptschulabschluss

HS: Hochschulreife

QHA: Qualifizierter Hauptschulabschluss

S: Sonstige (Umschüler)

RS: Realschulabschluss

 

Allgemeine Interpretation

Die Erhebung erfasst über die Stichprobe die zumeist erbrachten Zugangsvoraussetzungen zur Berufsausbildung in der Bundesrepublik Deutschland mit dem Qualifikationsziel Gärtner/
Gärtnerin- Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau. In Auswertung persönlicher Erfahrun­gen der Autorin reflektiert diese Stichprobe in ihrer Zusammensetzung durchaus übliche Klassensituationen und trägt repräsentativen Charakter.

-

Geschlecht

Die Frage diente ebenfalls dazu, die Validität der Fragebögen einzuschätzen und erfährt keine Auswertung.

1. Welche Vorbildung haben Sie im Umgang mit Computern?

Tab. 19: Vorbildung im Umgang mit Computern

Vorbildung im Umgang mit Computern

 

 

Vorbildung

 

Häufigkeit

 

Prozent (%)

Mittelschulvorkenntnisse

19

17,0

Berufsschulvorkenntnisse

48

42,9

Lehrgänge

5

4,5

betrieblicheErfahrung

2

1,8

Clubs, AGs

1

0,9

NutzungeigenerComputer

36

32,1

fehlendeAngaben

1

0,9

 

gesamt

112

100,0


[Seite 104↓]

Abb. 26: Vorbildung im Umgang mit Computern

 

Legende:

  

1

Vorkenntnisse aus dem Unterricht der Mit­telschule

2

Vorkenntnisse aus dem Unterricht der Be­rufsschule

3

Besuch von Lehrgängen

4

betriebliche Erfahrungen

5

private Weiterbildung in Clubs und Ar­beitsgemeinschaften

6

private Weiterbildung durch die Nutzung eigener Computer bzw. der Computer von Familienangehörigen

7

fehlende Angaben

  

Allgemeine Interpretation

Die Probanden der Stichprobe schöpfen in Nutzung digitaler Informationsträger wesentlich häufiger Wissen aus dem Unterricht der Berufsschule bzw. der Mittelschule, als das in Aus­wertung der Erprobung zur CD-ROM „Flower Power“, 1. Ausbildungsjahr (Grundstufe), zum Ausdruck kommt.

2. Wie schätzen Sie selbst Ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit Compu ­ tern ein?

Tab. 20: Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit Computern

Können im Umgang mit dem Computer

Können

H äufigkeit

Prozent (%)

sehr gut

15

13,4

durchschnittlich

66

58,9

gering

30

26,8

   

gesamt

111

99,1

fehlende Angaben

1

0,9

 

gesamt

112

100,0


[Seite 105↓]

Abb. 27: Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit Computern

 

Legende:

1

Sehr gut

2

durchschnittlich

3

gering

4

fehlende Angaben

Allgemeine Interpretation

Nur 13,4 % der Probanden schätzen die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit Computern mit sehr gut ein.

3. Wie schätzen Sie selbst ihre Fähigkeiten mit der Handlungsanleitung zur CD-ROM „Rain   Bird“ umzugehen ein?

Tab. 21: Grad der Fähigkeit mit der Handlungsanleitung umzugehen

Selbsteinschätzung der Fähigkeiten im Umgang mit der Handlungsanleitung

Fähigkeitspotential

H äufigkeit

Prozent (%)

sehr gut

42

37,5

durchschnittlich

62

55,4

gering

8

7,1

 

gesamt

112

100,0

Abb. 28: Grad der Fähigkeit mit der Handlungsanleitung umzugehen

 

Legende:

1

Sehr gut

2

durchschnittlich

3

gering


[Seite 106↓]

Allgemeine Interpretation

92,9 % der Befragten bewerten ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit der Hand­lungsanleitung im Mindesten mit durchschnittlich.

4. Konnten Sie sich mit Hilfe der Handlungsanleitung zunächst im Programm orientie ­ ren?

Tab. 22: Grad der Orientierung mittels Handlungsanleitung imProgramm

Grad der Orientierung mit der Handlungsanleitung im Programm

Grad der Orientierung

Häufigkeit

Prozent (%)

unterstützt Orientierung

72

64,3

unbedeutend

34

30,4

eher hinderlich

6

5,4

 

gesamt

112

100,0

Abb. 29: Grad der Orientierung mittels Handlungsanleitung imProgramm

 

Legende:

1

die Handlungsanleitung unterstützte die Orientierung im Programm

2

die Handlungsanleitung war für die Orientierung unbedeutend

3

die Handlungsanleitung war im Rahmen einer Erstorientierung eher hinderlich

Allgemeine Interpretation

Der überwiegende Anteil der Probanden (64,3%) bewertet den Einsatz der Handlungsanlei­tung bei der Erstorientierung im Programm der CD-ROM als vorteilhaft.


[Seite 107↓]

5. Waren die Anweisungen und Hinweise durch die Lehrkraft verständlich?

Da die Fragestellung fast ausschließlich mit „ja“ und „sehr gut“ beantwortet wurde, erfolgte keine detaillierte Auswertung. Allerdings sind diese Antworten für den Inhalt der Erhebung nicht unerheblich, da sie die Vertrautheit und enge Verbindung der Lernenden zu konventio­nellen Unterrichtsmethoden und zur Person des Lehrenden reflektieren.

6. War die Schrittfolge der Handlungsanleitung für Sie verständlich?

Tab. 23: Grad der Verständlichkeit der Schrittfolge der Handlungsanleitung

Verständlichkeit der Schrittfolge der Handlungsanleitung

Grad der Verständlichkeit

H äufigkeit

Prozent (%)

sehr gut

88

78,6

mäßig

22

19,6

unverständlich

2

1,8

 

gesamt

112

100,0

Abb. 30: Grad der Verständlichkeit der Schrittfolge der Handlungsanleitung

 

Legende:

1

Sehr gut verständlich

2

mäßig verständlich

3

unverständlich

Allgemeine Interpretation

Nur 1,8 % der Befragten bewerten die Schrittfolge der Handlungsanleitung als unverständlich.


[Seite 108↓]

7. War die im Teil 2 vorgestellte Anwendungs- und Kontrollsituation für Sie eher eine Über- oder eine Unterforderung?

Tab. 24: Einschätzung der Anwendungs- und Kontrollsituation

Grad der Forderung in der Anwendungs- und Kontrollsituation

 

Grad der Forderung

H äufigkeit

Prozent (%)

eher Überforderung

9

8,0

richtiges Maß

84

75,0

eher Unterforderung

18

16,1

   

gesamt

111

99,1

fehlende Angaben

1

0,9

 

gesamt

112

100,0

Abb. 31: Einschätzung der Anwendungs- und Kontrollsituation

 

Legende:

1

eher eine Überforderung

2

größtenteils waren die Forderungen im richtigen Maße

3

eher eine Unterforderung

4

fehlende Angaben

Allgemeine Interpretation

Die überwiegende Mehrheit der Befragten gestehen der Handlungsanleitung Ausgewogenheit in den Forderungen zu. Nur in 8,0 % der Fälle wird eine Überforderung, in 16,1 % der Fälle eine Unterforderung angezeigt.


[Seite 109↓]

8. Benötigten Sie bei der Arbeit mit der Handlungsanleitung und der Bearbeitung der Aufgabe Unterstützung durch die Lehrkraft?


Tab. 25: Grad der Unterstützung durch die Lehrkraft

Grad der Unterstützung durch die Lehrkraft

Können

H äufigkeit

Prozent (%)

sehr viel

6

5,4

durchschnittlich

40

35,7

kaum

66

58,9

 

gesamt

112

100,0

Abb. 32: Grad der Unterstützung durch die Lehrkraft

 

Legende:

1

ich benötigte sehr viel Unterstützung

2

ich benötigte durchschnittlich viel Un­terstützung

3

ich benötigte kaum Unterstützung

  

Allgemeine Interpretation

Nur 5,4 % der Befragten geben an bei der Arbeit mit der Handlungsanleitung sehr viel Unter­stützung durch den Lehrenden in Anspruch genommen zu haben. Diese sehr befriedigende Darstellung relativiert sich jedoch, wenn man die unter „7.2.1 Handlungsanleitung zur selbst­ständigen Fachinformationsgewinnung von einer Datenbank-CD-ROM, Interpretation der Frage 8“, gemachte Aussage vergleichsweise heranzieht und untersetzt die bereits angezeigte höhere Qualität im Anspruch der Arbeit mit Katalog-CD-ROM.


[Seite 110↓]

9. War die vorgegebene Zeit zur Lösung der Aufgabe angemessen?

Tab. 26: Zeitbeurteilung

Einschätzung der Arbeitszeit

Einschätzung der Arbeitszeit

H äufigkeit

Prozent (%)

reichlich

32

28,6

ausreichend

64

57,1

knapp

16

14,3

 

gesamt

112

100,0

Abb. 33: Zeitbeurteilung

 

Legende:

1

Zeit war reichlich bemessen

2

Zeit war ausreichend

3

Zeit war zu knapp

  

Allgemeine Interpretation

13,6 % der Befragten geben an, dass die Zeit zur Abarbeitung der Handlungsanleitung nicht ausreichend war.

10. Bezeichnen Sie Schwierigkeiten, die bei der Bearbeitung der Aufgabe mit der Hand ­ lungsanleitung auftraten!

Vereinzelt verweisen Lernende darauf, dass ihnen die Orientierung im Katalog trotz Anlei­tung schwer fällt. Sie vermissen Suchbegriffe und logische Verknüpfungen, die in Datenbank-­CD-ROM Anleitung boten. Die pragmatischen Katalog-CD-ROM erfordern vom Lernenden fachliches Grundlagenverständnis, welches, so schätzen einzelne Probanden ein, nicht immer in ausreichendem Maße angelegt war.


[Seite 111↓]

11. Sollten Sie Verbesserungsvorschläge bezüglich der Unterrichtsgestaltung bzw. der Gestaltung der Handlungsanleitung haben, so können Sie diese abschließend formu ­ lieren.

Da sich die Hinweise der Befragten im wesentlichen auf Details zur Gestaltung der CD-ROM „Rain Bird“ beziehen, wird an dieser Stelle auf eine Auswertung verzichtet.

Die Befragten äußern sich anerkennend und wünschen auch weiterhin den Einsatz digitaler Informationsträger im Unterricht.


Ergebnisdarstellung und erste Interpretation zu den Fragebögen der Lehrenden


Angaben zum Lehrenden

In Wahrung der Anonymität der Befragten einer so kleinen Testgruppe gingen Fragen, die Rückschlüsse auf die Persönlichkeit zulassen würden, nicht mit in die Auswertung ein.


Unterrichtsbeurteilung

Da die Fremdbeurteilung seitens der Lehrkräfte nicht wesentlich zur Beurteilung der Lernen­den divergiert, wird diese explizit zur Auswertung als Anlage 15 erfasst.

Die Lehrende der Staatlichen Gewerbeschule 13, Hamburg, empfiehlt die Handlungsanleitung zur Katalog-CD-ROM „Rain Bird“ exemplarisch für Handlungsanleitungen diesen Typs zu verwenden.


[Seite 112↓]

7.2.3  Handlungsanleitung zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung aus dem Internet

Die vorliegenden Untersuchungsergebnisse sollen Aufschluss darüber gestatten, ob Fachin­formationen aus dem Internet, für Auszubildende des 3. Ausbildungsjahres (Fachstufe II) mit­tels Handlungsanleitung selbstständig zu erschließen sind. Der Lernende muss Informationen suchen, vergleichen, wichten und selektieren und dabei Innovationen zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung über digitale Medien entwickeln. Differenzierte Zugangsvoraus­setzungen zur beruflichen Erstausbildung können zwar durch Erfahrung und fachliche Quali­fikation bis zum beschriebenen Ausbildungsabschnitt eine Angleichung erfahren, sollten je­doch bei der Entwicklung von Schlüsselqualifikationen und bei der Werteerziehung, auch in Anbetracht der zum Teil beachtlichen Klassenteiler in den Bundesländern, Berücksichtigung finden. Die Handlungsanleitungen sollen gleichermaßen für Absolventen aller möglichen Zu­gangsvoraussetzungen lesbar sein und Unter- bzw. Überforderungen weitestgehend ausschlie­ßen.

Die unter 6.1.2 „Ausbildungsüberblick- Auswahl der Probanden“ erstellte Übersicht der Ta­belle3 „Entwicklung der Ausbildungszahlen, dargestellt an der Zahl abgeschlossener Ausbil­dungsverträge, in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau in den Jahren 1998, 1999, 2000- Länderübersicht“ definierte die Grundgesamtheit und bestimmte wesentlich den Um­fang der Stichprobe.

Grundgesamtheit G

= 3.251 Auszubildende

Stichprobenumfang

≈ 5 %

Stichprobe nG

≈ 163 Auszubildende

Da die Erprobung der Handlungsanleitung wiederum an den bereits angeleiteten 5 Berufli­chen Schulzentren erfolgen sollte, wurde der Stichprobenumfang pauschal auf 150 Probanden dezimiert.

Insgesamt wurden im März 2001 an die berufsbildenden Schulen 150 Handlungsanleitungen zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung aus dem Internet mittels des Adresseintrages „www.dainet.de“ verschickt. Die Umsetzung der Handlungsanleitungen wurde ausschließlich über Fragebögen rückgekoppelt.

Die Verteilung von Handlungsanleitungen und Fragebögen auf die einzelnen Schulen zeigt die folgende Übersicht:


[Seite 113↓]

Tab. 27: Verteilung der Fragebögen einschließlich Rücklauf

Erprobungsschule

Anzahl der zuge ­ stellten Fragebö ­ gen

Rück ­ lauf

Berufliches Schulzentrum für Ernährung, Hauswirtschaft, Agrarwirt­schaft mit Schulteil

Berufliche Förderschule, Freiberg

30

23

 

Berufsschule für Gartenbau „Philipp-Holzmann-Schule“,

Frankfurt (Main)

30

30

 

Staatliche Gewerbeschule 13, Hamburg

30

37

 

Oberstufenzentrum Werder/Havel, Schulteil Groß Kreutz, Groß Kreutz

30

0

 

Berufsschule des Unstrut-Hainich-Kreises, Mühlhausen

30

17

Die Befragten (Lernende und Lehrende) wurden gebeten in Wahrung der Anonymität alle Fragen wahrheitsgemäß und eigenständig zu beantworten. Als Richtzeit für den Abschluss der Erprobung und den Rücklauf der Fragebögen wurde der 30.05.2002 vorgegeben. Damit sollte sichergestellt werden, dass die Erprobungen in den reellen Unterrichtsablauf des Ausbildungs­jahres integriert wird.

Die letzten Fragebögen gingen im September 2001 ein. Das Oberstufenzentrum Werder/
Havel, Schulteil Groß Kreutz, verschob die Erprobung mehrfach und setzte sie schließlich für das Frühjahr 2002 an. Zwischenzeitlich wurde die Website geschlossen und die Erhebung kam nicht zu Stande.

1. Fragebögen für die Lernenden

Stichprobe nG – Soll= 150

Stichprobe nG – Ist= 107


[Seite 114↓]

Bezogen auf die Gesamtmenge der versendeten Fragebögen, beträgt die Rücklaufquote 71,33   %. Alle Fragebögen sind vollständig ausgefüllt und konnten in der Auswertung Be­rücksichtigung finden.

2. Fragebögen für die Lehrenden

Stichprobe nG– Soll= 5

Stichprobe nG– Ist= 4

Bezogen auf die Gesamtmenge der versendeten Fragebögen, beträgt die Rücklaufquote 75   %. Alle Fragebögen sind vollständig ausgefüllt und konnten in der Auswertung Berücksichtigung finden.


Ergebnisdarstellung und erste Interpretation zu den Fragebögen für Lernende


Im Wesentlichen wurden Häufigkeiten analysiert, mit denen Personen der Stichprobe nG = 107Thesen zur Handlungsanleitung werten. Die dabei verwendete Graduierung ist zumeist ordinal angelegt und wahrt in den Fragestellungen einen sinngemäßen Algorithmus. Zusam­menhänge werden im Punkt 7.3 „Darstellung von Zusammenhängen“ über Kreuztabellen aus­gewertet. Sie hinterfragen die Bedeutung der Zugangsvoraussetzung für das Verständnis derHandlungsanleitung.

Die Aussagen zu den Fragestellungen werden in Folge einzeln ausgewertet. An die graphische Darstellung der Aussageergebnisse schließt sich eine allgemeine Interpretation an.


Persönliche Angaben

Ausbildungsberuf

Ausbildungsjahr

Die Fragen dienten lediglich dazu, die Validität der Fragebögen einzuschätzen und erfahren keine Auswertung.

A bgeschlossene Schulbildung

Tab. 28: Abgeschlossene Schulbildung

Abgeschlossene Schulbildung

 

Häufigkeit

Prozent

 

Hauptschulabschluss

21

19,6

Qualifizierter Hauptschulabschluss

7

6,6

Realschulabschluss

52

48,6

Hochschulreife

19

17,6

Sonstiges (Umschüler)

6

5,7

 

Gesamt

105

98,1

fehlende Angaben

2

1,9

Gesamt

107

100 ,0


[Seite 115↓]

Abb. 34: Abgeschlossene Schulbildung

Legende:

 

HA: Hauptschulabschluss

HS: Hochschulreife

QHA: Qualifizierter Hauptschulabschluss

S: Sonstige (Umschüler)

RS: Realschulabschluss

f: fehlende Angaben

Allgemeine Interpretation

Die Erhebung erfasst über die Stichprobe die zumeist erbrachten Zugangsvoraussetzungen zur Berufsausbildung in der Bundesrepublik Deutschland mit dem Qualifikationsziel Gärtner/
Gärtnerin- Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau. In Auswertung persönlicher Erfahrun­gen der Autorin reflektiert die Stichprobe in ihrer Zusammensetzung weniger übliche Klas­sensituationen, da sie im Anteil der Auszubildendenmit Zugangsvoraussetzung Hochschulrei­fe leicht

überlastig ist.

Geschlecht

Die Fragestellung diente ebenfalls dazu, die Validität der Fragebögen einzuschätzen und er­fährt keine Auswertung.


[Seite 116↓]

1. Welche Vorbildung haben Sie im Umgang mit Computern?

Tab. 29: Vorbildung im Umgang mit Computern

Vorbildung im Umgang mit Computern

 

 

Vorbildung

 

Häufigkeit

 

Prozent (%)

Mittelschulvorkenntnisse

20

18,6

Berufsschulvorkenntnisse

37

34,6

Lehrgänge

5

4,7

betriebliche Erfahrung

2

1,9

Clubs, AGs

2

1,9

Nutzung eigener Computer

39

36,4

fehlende Angaben

2

1,9

   

gesamt

107

100,0

Abb. 35: Vorbildung im Umgang mit Computern

 

Legende:

1

Vorkenntnisse aus dem Unterricht der Mit­telschule

2

Vorkenntnisse aus dem Unterricht der Berufsschule

3

Besuch von Lehrgängen

4

betriebliche Erfahrungen

5

private Weiterbildung in Clubs und Ar­beitsgemeinschaften

6

private Weiterbildung durch die Nut­zung eigener Computer bzw. der Com­puter von Familienangehörigen

7

fehlende Angaben

  

Allgemeine Interpretation

Die Probanden der Stichprobe schöpfen in Nutzung digitaler Informationsträger wesentlich häufiger Wissen aus dem Unterricht der Berufsschule bzw. der Mittelschule, als das in Aus­wertung der Erprobung zu den CD-ROM „Flower Power“, 1. Ausbildungsjahr (Grundstufe), und „Rain Bird“, 2. Ausbildungsjahr (Fachstufe I), zum Ausdruck kommt.


[Seite 117↓]

2. Wie schätzen Sie selbst Ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit Compu ­ tern ein?

Tab. 30: Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit Computern

Können im Umgang mit dem Computer

Können

H äufigkeit

Prozent (%)

sehr gut

8

7,5

durchschnittlich

69

64,5

gering

30

28,0

   

gesamt

107

100,0

Abb. 36: Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit Computern

 

Legende:

1

sehr gut

2

durchschnittlich

3

gering

  

Allgemeine Interpretation

Nur 7,5 % der Probanden schätzen das eigene Können im Umgang mit Computern mit sehr gut ein.


[Seite 118↓]

3. Wie schätzen Sie selbst ihre Fähigkeiten mit der Handlungsanleitung zur selbststän ­ digen Fachinformationsgewinnung aus dem Internet mittels Adresseintrag umzuge ­ hen ein?

Tab. 31: Grad der Fähigkeit mit der Handlungsanleitung umzugehen

Selbsteinschätzung der Fähigkeiten im Umgang mit der Handlungsanleitung

 

Fähigkeitspotential

H äufigkeit

Prozent (%)

sehr gut

51

47,7

durchschnittlich

48

44,9

gering

8

7,5

 

gesamt

137

100,0

Abb. 37: Grad der Fähigkeit mit der Handlungsanleitung umzugehen

 

Legende:

1

sehr gut

2

durchschnittlich

3

gering

  

Allgemeine Interpretation

92,6 % der Befragten bewerten ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit der Hand­lungsanleitung im Mindesten mit durchschnittlich.


[Seite 119↓]

4. Konnten Sie sich mit Hilfe der Handlungsanleitung zunächst im Programm orientie ­ ren?

Tab. 32: Grad der Orientierung mittels Handlungsanleitung im Programm

Grad der Orientierung mit der Handlungsanleitung im Programm

Grad der Orientierung

H äufigkeit

Prozent (%)

unterstützt Orientierung

85

79,4

unbedeutend

20

18,7

eher hinderlich

2

1,9

 

gesamt

107

100,0

Abb. 38: Grad der Orientierung mittels Handlungsanleitung im Programm

 

Legende:

1

die Handlungsanleitung unterstützte die Orientierung im Programm

2

die Handlungsanleitung war für die Orientierung unbedeutend

3

die Handlungsanleitung war im Rahmen einer Erstorientierung eher hinderlich

  

Allgemeine Interpretation

Der überwiegende Anteil der Probanden (79,4%) bewertet den Einsatz der Handlungsanlei­tung bei der Erstorientierung im Programm der CD-ROM als vorteilhaft.

5. Waren die Anweisungen und Hinweise durch die Lehrkraft verständlich?

Da die Fragestellung fast ausschließlich mit „ja“ und „sehr gut“ beantwortet wurde, erfolgte keine detaillierte Auswertung. Allerdings sind diese Antworten für den Inhalt der Erhebung nicht unerheblich, da sie wiederum die Vertrautheit und enge Verbindung der Lernenden zu konventionellen Unterrichtsmethoden und zur Person des Lehrenden reflektieren.


[Seite 120↓]

6. War die Schrittfolge der Handlungsanleitung für Sie verständlich?

Tab. 33: Grad der Verständlichkeit der Schrittfolge der Handlungsanleitung

Verständlichkeit der Schrittfolge der Handlungsanleitung

 

Grad der Verständlichkeit

H äufigkeit

Prozent (%)

sehr gut

90

84,1

mäßig

17

15,9

unverständlich

0

0

 

gesamt

107

100,0

Abb. 39: Grad der Verständlichkeit der Schrittfolge der Handlungsanleitung

 

Legende:

1

sehr gut verständlich

2

mäßig verständlich

3

unverständlich

  

Allgemeine Interpretation

Alle Befragten bewerten die Schrittfolge der Handlungsanleitung zumindest als mäßig ver­ständlich.


[Seite 121↓]

7. War die im Teil 2 vorgestellte Anwendungs- und Kontrollsituation für Sie eher eine Über- oder eine Unterforderung?

Tab. 34: Einschätzung der Anwendungs- und Kontrollsituation

Grad der Forderung in der Anwendungs- und Kontrollsituation

Grad der Forderung

H äufigkeit

Prozent (%)

eher Überforderung

4

3,7

richtiges Maß

86

80,4

eher Unterforderung

17

15,9

 

gesamt

107

100,0

Abb. 40: Einschätzung der Anwendungs- und Kontrollsituation

 

Legende:

1

eher eine Überforderung

2

größtenteils waren die Forderungen im richtigen Maße

3

eher eine Unterforderung

  

Allgemeine Interpretation

Die überwiegende Mehrheit der Befragten gestehen der Handlungsanleitung Ausgewogenheit in den Forderungen zu. Nur in 3,7 % der Fälle wird eine Überforderung, in 15,9 % der Fälle eine Unterforderung angezeigt.


[Seite 122↓]

8.

Benötigten Sie bei der Arbeit mit der Handlungsanleitung und der Bearbeitung der Aufgabe Unterstützung durch die Lehrkraft?

Tab. 35: Grad der Unterstützung durch die Lehrkraft

Grad der Unterstützung durch die Lehrkraft

 

Können

H äufigkeit

Prozent (%)

sehr viel

2

1,9

durchschnittlich

27

25,2

kaum

77

72,0

   

gesamt

106

99,1

fehlende Angaben

1

0,9

 

gesamt

107

100,0

Abb. 41: Grad der Unterstützung durch die Lehrkraft

 

Legende:

1

ich benötigte sehr viel Unterstützung

2

ich benötigte durchschnittlich viel Unter­stützung

3

ich benötigte kaum Unterstützung

4

fehlende Angaben

Allgemeine Interpretation

Nur 1,9 % der Befragten geben an, bei der Realisierung der Aufgabenstellung mittels Hand­lungsanleitung sehr viel Unterstützung seitens der Lehrkraft zu erfahren.


[Seite 123↓]

9. War die vorgegebene Zeit zur Lösung der Aufgabe angemessen?

Tab. 36: Zeitbeurteilung

Einschätzung der Arbeitszeit

 

Einschätzung der Arbeitszeit

H äufigkeit

Prozent (%)

reichlich

56

52,3

ausreichend

45

42,1

knapp

5

4,7

   

gesamt

106

99,1

fehlende Angaben

1

0,9

   

gesamt

107

100,0

Abb. 42: Zeitbeurteilung

 

Legende:

1

Zeit war reichlich bemessen

2

Zeit war ausreichend

3

Zeit war zu knapp

4

fehlende Angaben

Allgemeine Interpretation

4,7 % der Befragten geben an, dass die Zeit zur Abarbeitung der Handlungsanleitung nicht ausreichend war.

10. Bezeichnen Sie Schwierigkeiten, die bei der Bearbeitung der Aufgabe mit der Hand ­ lungsanleitung auftraten!

Die Befragten zeigten Änderung und Schließung der zur Bearbeitung ausgewählten Seite an.


[Seite 124↓]

11. Sollten Sie Verbesserungsvorschläge bezüglich der Unterrichtsgestaltung bzw. der Gestaltung der Handlungsanleitung haben, so können Sie diese abschließend formu ­ lieren.

In Reaktion auf die Änderung und Schließung der Website empfehlen die Befragten die Ent­wicklung einer allgemeinen Handlungsanleitung zur Fachinformationsgewinnung mittels des Internet.


Ergebnisdarstellung und erste Interpretation zu den Fragebögen der Lehrenden:


Angaben zum Lehrenden

In Wahrung der Anonymität der Befragten einer so kleinen Testgruppe gingen Fragen, die Rückschlüsse auf die Persönlichkeit zulassen würden, nicht in die Auswertung ein.


Unterrichtsbeurteilung

Da die Fremdbeurteilung der Lehrkräfte nicht wesentlich zur Beurteilung der Lernenden di­vergiert, wird diese explizit zur Auswertung als Anlage 22 erfasst.


[Seite 125↓]

7.3  Darstellung von Zusammenhängen

Da die Merkmale zum Teil nominal, zum Teil ordinal skaliert sind, erfolgt die Datenaufberei­tung mittels Kreuztabelle.


Der Chi-Quadrat-Test ( 2) – hier nach Pearson - überprüft die Unabhängigkeit der beiden Variablen der Kreuztabelle und damit indirekt den Zusammenhang der beiden Merkmale. Zwei Variablen einer Kreuztabelle gelten dann als voneinander unabhängig, wenn die beo­bachteten Häufigkeiten der einzelnen Zellen mit den erwarteten Häufigkeiten, unter Annahme der Unabhängigkeit, übereinstimmen. Der 2-Wert ist ein Gesamtmaß für die Abweichung, die in einer Tabelle auftritt. Ist 2 gleich 0 bedeutet das, die beiden Variablen können als un­abhängig bezeichnet werden. Weicht der 2 -Wert jedoch (stark) von 0 ab, kann dies ein Indiz für Zusammenhang zwischen den Variablen sein. Die numerische Größe des 2-Wert lässt für sich betrachtet noch keine Interpretation über die Existenz eines möglichen Zusammen­hangs zu.


Beim statistischen Test wird eine Nullhypothese (H0) aufgestellt, die besagt, dass kein Zu­sammenhang zwischen den Variablen besteht.


H0 =es besteht kein Zusammenhang zwischen den Variablen

HA = es besteht ein Zusammenhangzwischen den Variablen


Zur Realisierung der Teststatistik wurde eine Irrtumswahrscheinlichkeit erster Art von = 0,05 gewählt. Wenn der Wert der Software „p“ größer als 0,05 ist, so wird H0 angenommen, sinkt „p“ unter 0,05 wird HA angenommen. Ein Wert von „p“ = 0,001 oder kleiner zeigt ei­nen höchst signifikanten Zusammenhang auf. Die Kreuztabelle zeigt den vom Statistikpro­gramm ausgewiesenen exakten Signifikanzwert „p“ an. Ein signifikanter 2-Wert lässt den Rückschluss auf die Existenz eines Zusammenhanges zu. Aussagen über die Stärke und Rich­tung dieses Zusammenhanges sind nicht möglich. Ein Zusammenhangsmaß für gemischt ska­lierte Variablen, wenn mindestens eines der beiden Merkmale mehr als zwei Ausprägungen hat, ist Cramer’s Kontingenzkoeffizient (V). Der numerische Wert von „V“ kann theore­tisch zwischen den Werten 0 und 1 liegen, wobei 0 keinen Zusammenhang (statistische Un­abhängigkeit, kein Einfluss) bedeutet und 1 einem vollständigen Zusammenhang entspricht (perfekte Determination).


[Seite 126↓]

Da zur Erstellung der Statistik für die Kreuztabellen die Anzahl von Merkmalsausprägungen dem Stichprobenumfang angepasst werden musste, wurden Ausprägungen des Merkmals „Abgeschlossene Schulbildung“ in vertretbarem Umfang fusioniert.

Kombination von Ausprägungen innerhalb des Merkmals „Abgeschlossenen Schulbildung“

Legende zur Darstellung der untersuchten Handlungsanleitungen

HA

u

Handlungsanleitung zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung von einer Da­tenbank-CD-ROM

HA

v

Handlungsanleitung zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung von einer Kata­log-CD-ROM

HA

w

Handlungsanleitung zur selbstständigen Fachinformationsgewinnung aus dem Inter­net

Legende zu den untersuchten Merkmalskombinationen

j

„Abgeschlossenen Schulbildung“ und „Vorbildung im Umgang mit dem Computer“

k

„Abgeschlossenen Schulbildung“ und „Können im Umgang mit dem Computer“

l

„Abgeschlossenen Schulbildung“ und „“Selbsteinschätzung der Fähigkeiten im Um­gang mit der Handlungsanleitung“

m

„Abgeschlossenen Schulbildung“ und „Grad der Orientierung mit der Handlungsan­leitung im Programm“

n

„Abgeschlossenen Schulbildung“ und „Verständlichkeit der Schrittfolge der Hand­lungsanleitung“

o

„Abgeschlossenen Schulbildung“ und „Grad der Forderungen in der Anwendungs- und Kontrollsituation“

p

„Abgeschlossenen Schulbildung“ und „Grad der Unterstützung durch die Lehrkraft“

q

„Abgeschlossenen Schulbildung“ und „Einschätzung der Arbeitszeit“


[Seite 127↓]

Tab. 37: Auswertung von Merkmalskombinationen für Handlungsanleitungen zur selbstständigen Fachinfor­mationsgewinnung

Merkmals­kombination

HA u

HA v

HA w

2

p

V

2

p

V

2

p

V

j

23,431

0,024

0,303

29,062

0,001

0,365

19,008

0,032

0,310

k

2,288

0,697

0,095

21,423

0,001

0,313

4,095

0,716

0,144

l

13,402

0,009

0,229

3,991

0,417

0,135

11,031

0,023

0,236

m

3,544

0,513

0,118

8,168

0,085

0,194

4,392

0,338

0,149

n

3,333

0,566

0,114

2,960

0,589

0,117

1,793

0,453

0,135

o

13,697

0,006

0,231

4,400

0,642

0,142

7,554

0,099

0,195

p

19,910

0,000

0,297

5,359

0,250

0,157

13,727

0,011

0,263

q

8,076

0,185

0,178

8,487

0,073

0,197

18,086

0,001

0,302

0,024 - Wert stellt die näherungsweise Signifikanz dar (Begründung: das Statistikprogramm SPSS zeigt in Ermangelung an Speicherplatz für die Berechnung des exakten Wertes keinen solchen an)

Interpretation der Statistik u : „Handlungsanleitung zur selbstständigen Fachinformationsge­winnung von einer Datenbank-CD-ROM“

Ergebnis 1:

wenn der 2-Wert signifikant ist, gilt die HA.

Das heißt: die Merkmale „Vorbildung im Umgang mit dem Computer“, “Selbsteinschätzung der Fähigkeiten im Umgang mit der Handlungsanleitung“, „Grad der Forderungen in der An­wendungs- und Kontrollsituation“ und „Grad der Unterstützung durch die Lehrkraft“ sind jeweils vom Merkmal „Abgeschlossene Schulbildung“ abhängig.

Auszubildende mit der Zugangsvoraussetzung Hochschulreife begründen ihre Vorbildung mit dem Computer zumeist über die Nutzung eigener Computer. Auszubildende mit der Zu­gangsvoraussetzung Hauptschulabschluss/Qualifizierter Hauptschulabschluss und Realschul­abschluss beschreiben ihre Vorbildung mit dem Computer im Wesentlichen über Mittelschul- und Berufsschulkenntnisse, aber auch über die Nutzung eigener Computer.

Auszubildende mit der Zugangsvoraussetzung Realschulabschluss oder Hochschulreife sind über den Kontrollteil entweder im richtigen Maße gefordert oder unterfordert. Letzteres trifft auf fast 40 % der Probanden mit der Zugangsvoraussetzung Hochschulreife zu. Zudem zeigen Auszubildende mit den genannten Zugangsvoraussetzungen kaum Hilfebedarf durch den Fachlehrer an. Der Fachlehrer als Moderator und Organisator im Prozess der selbstständigen Fachinformationsgewinnung sollte diesem Personenkreis durch zusätzlicheoder offene Auf­gabenstellungen Anregung zu weiterführender Arbeit bieten.


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Überforderungen in der Anwendungs- und Kontrollsituation, die sich bei zu je 3 % der unter­suchten Fälle in den Zugangsvoraussetzungen Hauptschulabschluss/Qualifizierter Haupt­schulabschluss und Realschulabschluss abzeichnen, müssen vom Fachlehrer als Moderator und Organisator im Prozess der selbstständigen Fachinformationsgewinnung durch Unterstüt­zung und Motivation relativiert werden.Dieser Personenkreis zeigt auch selbst den höchsten Bedarf an Hilfe durch die Lehrkraft an.


Ergebnis 2:

wenn der 2-Wert nicht signifikant ist, gilt H0.

Das heißt: die Merkmale „Können im Umgang mit dem Computer“, „Grad der Orientierung mit der Handlungsanleitung im Programm“, „Verständlichkeit der Schrittfolge der Hand­lungsanleitung“ und „Einschätzung der Arbeitszeit“ sind jeweils vom Merkmal „Abgeschlos­sene Schulbildung“ unabhängig.

Die ausgewogene Streuung der Antworten in Bezug auf die abgeschlossenen Schulbildung dokumentiert, dass die Zugangsvoraussetzungen für ausgewählte Fähigkeiten im Umgang mit dem Computer und mit der Handlungsanleitung nicht relevant sind.

Die Arbeitszeit, als Rahmenkriterium für Unterricht, wurde von allen Probanden zumindest mit ausreichend beurteilt, was den Schluss zulässt, dass die Handlungsanleitung in heteroge­nen Klassen zur Anwendung kommen kann.


Interpretation der Statistik v : „Handlungsanleitung zur selbstständigen Fachinformationsge­winnung von einer Katalog-CD-ROM“

Ergebnis 1:

wenn der 2-Wert signifikant ist, gilt die HA.

Das heißt: die Merkmale „Vorbildung im Umgang mit dem Computer“ und „Können im Um­gang mit dem Computer“ sind jeweils vom Merkmal „Abgeschlossene Schulbildung“ abhän­gig.

71,4 % der Auszubildenden mit der Zugangsvoraussetzung Hauptschulabschluss/­Qualifizierter Hauptschulabschluss begründen ihre Vorbildung mit Computern aus dem Unterricht der Mittelschule und der Berufsschule. Lehrgänge, betriebliche Erfahrungen oder Clubs und Arbeitsgemeinschaften stellen gar keine, die Nutzung eigener Computer eine nur sehr geringe Informationsquelle dar. 55,6 % der Probanden schätzen ihr eigenes Können im Umgang mit dem Computer selbst als gering ein. Diese Auszubildenden müssen bei der selbstständigen Fachinformationsgewinnung mittels digitaler Medien generell noch ein


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erhebliches Maß an Anleitung erfahren, was die Aufgaben des Lehrenden als sensiblen Be­treuer klar definiert. Die Arbeit mit einer Katalog-CD-ROM stellt für den Lernenden einen hohen Anspruch an fachübergreifende Kompetenzen dar und muss durch den Lehrenden eine didaktisch begründete Nutzerführung mit ausgesprochener Ergebnisorientierung erfahren.

Auszubildende mit der Zugangsvoraussetzung Realschulabschluss zeigen ein breites Spekt­rum an Informationsquellen für die Vorbildung im Umgang mit Computern an. Die Fertigkei­ten im Umgang mit Computern werden selbst zu 38,5 % mit sehr gut, zu 54 % mit durch­schnittlich und zu 7,5 % mit gering eingeschätzt. Diese Heterogenität fordert vom Lehrenden Flexibilität und begründete Unterrichtsmethodik, die, bei definiertem Zeitlimit, zum einen über zusätzlichen Herausforderungen für geübte Lernende abgebildet werden kann, zum ande­ren des Erkennens von Defiziten und des Anleitens und Betreuens durch den Lehrenden be­darf.

Auszubildende mit der Zugangsvoraussetzung Hochschulreife zeigen mehrheitlich an, ihre Vorbildung im Umgang mit Computern aus der Nutzung eigener Computer zu beziehen. Die­se Gruppe von Probanden schätz ihr Können im Umgang mit Computern selbst mit sehr gut oder zumindest durchschnittlich ein (50 % : 50 %), was auch im Umgang mit der Katalog-­CD-ROM ein hohes Maß an Selbstständigkeit erwarten lässt. Damit die Unterrichtszeit opti­mal genutzt wird und eventuelle Unterforderung nicht zur Reduktion von Motivation führt, bieten sich Zusatz- und Ergänzungsaufgaben oder Lernpartnerschaften mit schwächeren Ler­nenden an.


Ergebnis 2:

wenn der 2-Wert nicht signifikant ist, gilt H0.

Das heißt: die Merkmale “Selbsteinschätzung der Fähigkeiten im Umgang mit der Hand­lungsanleitung“, „Grad der Orientierung mit der Handlungsanleitung im Programm“, „Ver­ständlichkeit der Schrittfolge der Handlungsanleitung“, „Grad der Forderungen in der An­wendungs- und Kontrollsituation“, „Grad der Unterstützung durch die Lehrkraft“ und „Ein­schätzung der Arbeitszeit“ sind jeweils vom Merkmal „Abgeschlossene Schulbildung“ unab­hängig.

Die ausgewogenen Streuung der Antworten zur Erfassung einer eventuellen Abhängigkeit o. g. Merkmale von dem Merkmal „Abgeschlossenen Schulbildung“ demonstriert, dass die Zugangsvoraussetzungen für den generellen Umgang mit der Handlungsanleitung nicht relevant sind bzw. dass differenzierte Wertungen nicht zwingend Folge der differenzierten Zu­gangsvoraussetzungen sind.


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Interpretation der Statistik w „Handlungsanleitung zur selbstständigen Fachinformationsge­winnung aus dem Internet“

Ergebnis 1:

wenn der 2-Wert signifikant ist, gilt die HA.

Das heißt: die Merkmale „Vorbildung im Umgang mit dem Computer“, „Selbsteinschätzung der Fähigkeiten im Umgang mit der Handlungsanleitung“, „Grad der Unterstützung durch die Lehrkraft“ und „Einschätzung der Arbeitszeit“ sind jeweils vom Merkmal „Abgeschlossene Schulbildung“ abhängig.

60,7 % der Auszubildenden mit der Zugangsvoraussetzung Hauptschulabschluss/
Qualifizierter Hauptschulabschluss
und 67,3 % der Auszubildenden mit der Zugangsvor­aussetzung Realschulabschluss begründen ihre Vorbildung mit Computern aus dem Unterricht der Mittelschule und der Berufsschule. Allerdings werden in den Testklassen von mehr als je einem Viertel der Probanden auch eigene Computer als Qualifikationsbasis genannt. Diese Auszubildenden schätzen ihre Fähigkeiten im Umgang mit der Handlungsanleitung sehr hete­rogen ein. Ausschließlich Auszubildende mit der Zugangsvoraussetzung Hauptschulab­schluss/Qualifizierter Hauptschulabschluss geben in geringem Umfang an, sehr viel Hilfe durch die Lehrkraft erfahren zu haben. 2,8 % der Probanden sind der Meinung, dass die Ar­beitszeit zu knapp war. Der Fachlehrer als Moderator und Organisator im Prozess der selbstständigen Fachinformationsgewinnung sollte sich diesem Personenkreis subventionierend und motivierend widmen. Außerdem ist das Ergebnis der Befragung auch hier im Kontext zu den Rahmenbedingungen zu sehen. Die Schließung der Website stellte einen zusätzlichen, zeitlich nicht vorgesehenen Anspruch an spezielle Kompetenzen zur Entwicklung geeigneter Such­strategien und an die Selbstständigkeit der Auszubildenden dar.

Auszubildende mit der Zugangsvoraussetzung Hochschulreife zeigen zu 73,7 % an ihre Vor­bildung im Umgang mit Computern aus der Nutzung eigener Computer zu beziehen. Diese Auszubildenden schätzen ihre Fähigkeiten im Umgang mit der Handlungsanleitung zu ca. 63 % als sehr gut und zu ca. 37 % als durchschnittlich ein. Hilfe durch die Lehrkraft wird mehr­heitlich kaum wahrgenommen, die Arbeitszeit wird von ca. 84 % der Probanden als reichlich bewertet.


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Ergebnis 2:

wenn der 2-Wert nicht signifikant ist, gilt H0.

Das heißt: die Merkmale „Können im Umgang mit dem Computer“, „Grad der Orientierung mit der Handlungsanleitung im Programm“, „Verständlichkeit der Schrittfolge der Hand­lungsanleitung“, „Grad der Forderungen in der Anwendungs- und Kontrollsituation“ sind je­weils vom Merkmal „Abgeschlossene Schulbildung“ unabhängig.

Die ausgewogenen Streuung der Antworten begründet die Irrelevanz einer Abhängigkeit o. g. Merkmale von dem Merkmal „Abgeschlossenen Schulbildung“. Differenzierte Wertungen durch die Auszubildenden sind nicht zwingend Folge der differenzierten Zugangsvorausset­zungen.


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26.04.2004