Wang, Szu-Hsien: Einfluss von Blattstellung und Bestandesdichte auf Ertrag, Qualität, Lichtaufnahme und Blattflächenindex bei Silomaissorten verschiedenen Wuchstyps

37

Kapitel 4. Ergebnisse

4.1 Trockenmasseerträge und Trockensubstanzgehalte

4.1.1 Landessortenversuche

In der Reifegruppe ,,früh’’ lag der Trockenmasseertrag im Mittel der Sorten im Jahre 1998 mit 147,4 dt ha-1 deutlich über dem Ergebnis des Jahres 1997 mit 137,8 dt ha-1 (Tab. 12). Die höchsten Trockenmasseerträge erreichten die Sorten Arsenal (1997) und Byzance (1998). Im zweijährigen Vergleich zeigten die frühe Sorte Akim und die mittelfrühen Sorten Achat und Santiago, die nach der FAO-Zahl ursprünglich in der Reifegruppe ,,früh’’ eingestuft waren, überdurchschnittlich hohe Trockenmasseerträge. Von den einjährig geprüften Sorten wiesen Toledo (1997) und Monitor (1998) ein hohes Ertragsniveau auf.

Tab. 12: Trockenmasseertrag und Trockensubstanzgehalt von Silomaissorten der Reifegruppe „früh“ (Landessortenversuche Brandenburg, Standort Berge)

Versuchsjahr 1997

 

Versuchsjahr 1998

Sorte

Trockenmasseertrag

dt ha-1

Trockensubstanzgehalt

%

Sorte

Trockenmasseertrag

dt ha-1

Trockensub-stanzgehalt

%

Antares

138,5

47,0

Antares

141,4

36,7

Arsenal

149,3

45,8

Arsenal

146,7

35,5

Marquis

127,6

41,9

Marquis

134,1

36,1

Akim

141,7

41,5

Akim

150,1

31,6

Symphony

132,4

45,6

Symphony

140,4

33,6

Agadir 1)

135,8

42,1

Agadir1)

148,2

34,1

Canberra

136,4

42,8

Canberra

142,3

34,2

Noveta

131,7

43,3

Noveta

139,4

32,9

Helix

137,0

37,0

Helix

153,9

34,4

Volvik

146,6

39,6

Volvik

145,0

32,6

Achat

147,1

36,8

Achat

156,6

33,5

Santiago

144,1

39,8

Santiago

152,4

34,8

Trento

137,4

37,4

Trento

157,9

33,9

Lincoln

135,8

52,2

Banquise

147,7

35,3

Aral

137,3

43,6

Goldoli

146,2

34,4

Rasant

132,5

44,6

Ulla

143,7

34,7

Jericho

125,8

49,5

Byzance

158,9

36,4

Toledo

145,7

38,1

Belfor

139,6

35,1

Bergamo

136,5

39,8

Monitor

155,5

33,8

Lava

136,6

38,8

Pedro

149,8

32,9

 

 

 

Volens

146,6

34,8

Sortenmittel (n=20)

137,8

42,4

Sortenmittel (n=21)

147,4

34,3

GD(alphale5%)

11,6

3,7

GD(alphale5%)

12,3

1,5

1) Die Sorte Agadir ist mit einer Siloreifezahl von S 230 seit 1998 zur Reifegruppe ‚mittelfrüh’ zugeordnet.


38

Die Sorten der Reifegruppe „früh“ wurden bei einem mittleren Trockensubstanzgehalt von 42,4 % (1997) und 34,3 % (1998) geerntet. Der Trockensubstanzgehalt der ab 1998 in die Reifegruppe „mittelfrüh“ eingestuften Sorten Helix, Achat, Trento und Santiago mit „stay-green-Verhalten“ lag im Jahre 1997 bei 37 bis 40 %. Die höchsten Trockensubstanzgehalte wiesen die Sorten Lincoln (1997) und Antares (1998) auf.

Die Sorten der Reifegruppe „mittelfrüh“ wiesen im Vergleich zur Reifegruppe „früh“ in beiden Jahren ein etwas höheres Ertragsniveau auf (Tab. 13). Die Sorten Lenz (1997) und Ilias (stay-green Sorte, 1998) erreichten in der Reifegruppe „mittelfrüh“ die höchsten Erträge (Tab. 13). Die Sorten Magister und Banguy lagen im Ertragsniveau in beiden Jahren deutlich über dem Versuchsmittel.

Tab. 13: Trockenmasseertrag und Trockensubstanzgehalt von Sorten der Reifegruppe „mittelfrüh“ (Landessortenversuche Brandenburg, Standort Berge)

Versuchsjahr 1997

 

Versuchsjahr 1998

Sorte

Trockenmasseertrag

dt ha-1

Trockensubstanzgehalt

%

Sorte

Trockenmasseertrag

dt ha-1

Trockensubstanzgehalt

%

Kerkenna

133,7

57,4

Kerkenna

145,0

36,9

Limatop

141,3

44,9

Limatop

150,9

32,3

List

143,7

42,5

List

146,5

32,2

Türkis

137,1

40,9

Türkis

150,5

32,3

Banguy

149,3

40,7

Banguy

151,5

31,6

Attribut

146,7

45,7

Attribut

146,6

32,0

Harpun

127,0

34,8

Harpun

155,0

30,5

Lenz

152,2

40,6

Lenz

148,8

31,2

Lorenzo

136,1

42,9

Lorenzo

149,4

31,8

Major

141,5

35,5

Major

150,4

29,8

Ilias

136,2

41,2

Ilias

163,3

31,7

Kampala

147,5

40,7

Kampala

147,4

28,7

Magister

149,0

39,2

Magister

154,0

29,2

Tomasso

125,4

50,9

Atoll

139,6

33,1

Kanzler

131,1

49,2

Javotte

146,9

32,6

Latour

143,5

45,3

Lopez

152,3

32,0

Olivin

142,0

44,9

Probat

145,2

31,2

Frivol

142,6

48,3

Argument

157,5

31,6

Arnold

150,1

44,3

Caballero

155,3

31,8

Limastar

132,9

42,4

Florett

150,7

32,3

Bosco

137,0

39,3

Irene

151,5

32,3

Safrane

138,7

38,1

Limabest

157.9

32,3

 

 

Carrera

162,7

31,8

Fuego

149,3

30,0

Sortenmittel (n=22)

140,2

43,2

Sortenmittel (n=24)

151,3

31,6

GD(alphale5%)

10,8

3,2

GD(alphale5%)

11,5

1,4


39

Von den einjährig geprüften Sorten erzielten besonders die Sorten Carrera und Limabest des pyramidalen Wuchstyps überdurchschnittliche Erträge, gefolgt von Argument. Im Jahre 1998 lagen die Trockensubstanzgehalte mit 31,6 % im optimalen Bereich. Im Jahre 1997 lag der Trockensubstanzgehalt aufgrund der höheren Temperaturen und der geringeren Niederschläge von August bis Anfang September im Vergleich zum Jahre 1998 mit durchschnittlich 43,2 % deutlich zu hoch. Die Sorte Kerkenna wies in beiden Jahren ausgesprochen hohe Trockensubstanzgehalte auf.

4.1.2 Trockenmasseertrag und Trockensubstanzgehalt in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte

Die Höhe des Gesamtertrages, des Kolbenertrages und des Restmaises ist in Tab. 14 für die im Parzellenversuch geprüften Reifegruppen (Versuche I und II) in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte dargestellt. Bei den beiden Reifegruppen sind der Trockenmasse- und Kolbenertrag der Sorten Arsenal bzw. Banguy dem der Sorte Agadir bzw. Attribut überlegen. Die Unterschiede im Kolbenertrag zwischen den Wuchstypen waren in beiden Reifegruppen signifikant. Die Sorten Arsenal bzw. Banguy gehörten aufgrund des ca. 50 %igen Kolbenanteils zu den mehr kolbenbetonten Silomaisssorten.

Tab.14: Trockenmasseerträge (dt ha-1) in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte im Jahre 1998

Versuch/

Reifegruppe-

Sorte

Bestan-

desdichte

Pflanzen m-2

Gesamt-

ertrag

dt ha-1

Teilertrag

Kolben

Lieschblätter

Stängel und Blätter

dt ha-1

rel.%

dt ha-1

rel.%

oberhalb des Kolbens

unterhalb des Kolbens

dt ha-1

rel.%

dt ha-1

rel.%

I

früh

Arsenal

8

163,8

78,9

48

10,6

6

29,6

18

44,7

27

10

152,3

75,3

49

8,9

6

31,7

21

36,4

24

Agadir

8

144,5

66,8

46

8,4

6

31,1

22

38,2

26

10

145,9

65,1

45

8,6

6

32,1

22

40,1

27

GD (alphale5%, n=4)

12,7

14,2

 

2,8

 

7,7

 

11,6

 

II

mittel-früh

Banguy

8

176,0

90,1

51

11,2

6

35,9

20

38,8

22

10

179,6

90,7

51

10,2

6

37,1

21

41,6

23

Attribut

8

170,0

67,7

40

14,9

9

39,7

23

47,7

28

10

170,7

60,9

36

13,2

8

41,8

24

54,8

32

GD (alphale5%, n=4)

6,0

6,3

 

1,5

 

6,9

 

2,1

 

Die Sorten Agadir bzw. Attribut sind durch den höheren Teilertrag bei Stängeln und Blättern gekennzeichnet. Im Jahre 1998 führte die höhere Bestandesdichte von 10 im Vergleich zu 8 Pflanzen m-2 bei den Sorten Arsenal, Agadir und Attribut zu niedrigeren Kolbenerträgen, wobei der Unterschied zwischen 8 und 10 Pflanzen m-2 bei der Sorte Attribut signifikant war.


40

Im Gesamtertrag waren keine gesicherten Unterschiede zwischen den Varianten mit 8 und 10 Pflanzen m-2 nachweisbar.

Tendenziell stieg der Restmaisertrag in beiden Reifegruppen mit der Bestandesdichte an.

Die Trockensubstanzgehalte in den Versuchen schwankten zwischen 31,8 % (Banguy und Attribut) und 35,8 % (Arsenal mit 8 Pflanzen m-2). Die Trockensubstanzgehalte haben sich in Abhängigkeit vom Wuchstyp in den Reifegruppen nicht signifikant unterschieden, mit Ausnahme des Vergleichs der Sorten Arsenal und Agadir bei einer Bestandesdichte von 8 Pflanzen m-2(Tab. 15).

Gegenüber den Sorten des normalen Wuchstyps (Arsenal und Banguy) traten beim pyramidalen Wuchstyp (Agadir und Attribut) ein geringerer Trockensubstanzgehalt des Kolbens und ein höherer Trockensubstanzgehalt des Restmaises auf.

In den Reifegruppen führte die Verringerung der Bestandesdichte von 10 auf 8 Pflanzen m-2 zu höheren Trockensubstanzgehalten bei den Sorten Arsenal und Agadir. Der Trockensubstanzgehalt des Kolbens ging mit zunehmender Bestandesdichte zurück.

Tab. 15: Trockensubstanzgehalt (%) in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte im Jahre 1998

Versuch/

Reifegruppe-

Sorte

Bestan-

desdichte

Pflanzen m-2

Gesamt-

pflanze

Pflanzenteile

Kolben

Liesch-

blätter

Stängel und Blätter

oberhalb des Kolbens

unterhalb des Kolbens

I

früh

Arsenal

8

35,8

51,8

30,1

26,8

22,0

10

33,4

48,8

28,7

28,3

22,5

Agadir

8

32,6

49,6

27,2

28,6

23,6

10

32,3

47,8

25,6

29,0

24,9

GD (alphale5 %, n=4)

3,0

3,3

2,6

2,4

2,9

II

mittel-früh

Banguy

8

31,8

50,2

24,8

26,0

19,6

10

31,8

48,5

24,5

26,7

20,3

Attribut

8

31,8

48,6

28,0

27,7

22,8

10

31,8

44,7

25,1

27,1

24,8

GD (alphale5 %, n=4)

0,9

2,8

2,9

2,7

1,4

4.1.3 Zwischenernten während des Maiswachstums (Zuwachsverlauf)

4.1.3.1 Trockenmasseertrag und Trockensubstanzgehalt der Gesamtpflanze

Der Verlauf der Trockenmassebildung und die Veränderungen im Trockensubstanzgehalt sind für die vier Sorten in der Abb. 8 dargestellt. Von Mitte Mai bis Ende Juli war ein statistisch


41

gesicherter Unterschied in der Trockenmassebildung zwischen den Sorten Arsenal und Agadir nicht nachweisbar. Erst nach dem 3. August (BBCH-Stadium 72) stieg die Trockenmasse von Arsenal deutlich an. Bei den Sorten Attribut und Banguy setzte die Differenzierung in der Trockenmassebildung erst nach Anfang August ein.

Der Trockensubstanzgehalt stieg ab Mitte Juli (BBCH-Stadium 60) mit einsetzender Kolbenausbildung schnell an. Signifikante Unterschiede wurden erst ab Mitte Juli festgestellt, wobei nur geringfügige Unterschiede im Trockensubstanzgehalt zwischen den Sortentypen während der Pflanzenentwicklung bestanden.

Abb. 8: Trockenmassebildung und Trockensubstanzgehalt in Abhängigkeit von der Sorte bei einer Bestandesdichte von 8 Pflanzen m-2 während des Maiswachstums im Jahre 1998

Die Zuwachsraten der Trockenmasse (Anstieg in dt TM ha-1 Tag-1) zwischen den Sorten Arsenal und Agadir unterschieden sich wenig voneinander (Abb. 9). Die Zuwachsraten der Sor


42

te Arsenal lagen etwas höher als bei der Sorte Agadir. Beide Sorten erreichten bis zum 20. Juli (BBCH-Stadium 68) die höchsten täglichen Zuwachsraten mit 4,94 bei Arsenal bzw. 3,82 dt TM ha-1 Tag-1 bei Agadir. Die mittelfrühen Sorten erreichten Anfang August (BBCH-Stadium 72) die höchsten Zuwachsraten mit 4,66 (Attribut) und 4,54 dt TM ha-1 Tag-1 (Banguy), wobei die Unterschiede zwischen den Sorten während der Vegetationszeit gering blieben. Ab Mitte August nahmen die Zuwachsraten aller Sorten deutlich ab.

Abb. 9: Tägliche Zuwachsraten der Trockenmasse in Abhängigkeit von der Sorte bei einer Bestandesdichte von 8 Pflanzen m² im Jahre 1998

Mit der Kolbenausbildung nahm die Trockenmassebildung von Blättern und Stängeln relativ zum Gesamtertrag der Maispflanze ab, die des Kolbens dagegen zu (Abb. 10). Mit zunehmender Höhe über dem Erdboden nahm anteilig die Trockenmasse der untersuchten Wuchsabschnitte an der Gesamttrockenmasse der Maispflanze ab. Die Verteilung der Trockenmasse innerhalb der Maispflanze variierte in Abhängigkeit von der Sorte. In den Reifegruppen zeichnete sich jeweils der normale Wuchstyp im Vergleich zum pyramidalen Wuchstyp durch einen höheren Kolbenanteil aus (Tab. 14, 26 und Abb. 13). Im Zeitraum vom 6. Juli (BBCH-Stadium 50) bis 24. August (BBCH-Stadium 83) wiesen alle Sorten im Wuchsabschnitt „Bodenoberfläche - 100 cm Wuchshöhe“ die stärkste Abnahme der Trockenmasse innerhalb der Maispflanze auf. Dabei ließen sich die Sorten Arsenal bzw. Banguy gegenüber den Sorten Agadir bzw. Attribut des pyramidalen Wuchstyps durch die höhere Abnahme erkennen. Ein Einfluss der Maissorte zeichnete sich erst mit einsetzender Kolbenbildung ab.


43

Abb. 10: Relative Verteilung der Trockenmasse innerhalb der Maispflanze in Abhängigkeit von der Sorte bei einer Bestandesdichte von 8 Pflanzen m-2 von Blühbeginn bis Ernte im Jahre 1998 (Gesamttrockenmasse der Sorten zum jeweiligen Messtermin = 100%)

Der Kolbenertrag bzw. der Trockensubstanzgehalt zwischen normalem und pyramidalem Wuchstyp unterschied sich bis Ende Juli (BBCH-Stadium 69) deutlich. Mit zunehmender Reife des Silomaises stieg der Trockensubstanzgehalt in allen Wuchsabschnitten bis zum 17. August (BBCH-Stadium 75) stetig an. Der Trockensubstanzgehalt des Kolbens nahm bei allen Sorten schneller als der des Restmaises zu (Abb. 11). Die Sorten unterschieden sich in den geprüften Abschnitten von Stängel und Blättern nur geringfügig voneinander. Nach dem 17. August nahm der Trockensubstanzgehalt des Restmaises in allen Wuchsabschnitten ab.

Die Trockensubstanzgehalte innerhalb der Maispflanze nahmen in folgender Reihenfolge zu:

Kolben > Stängel und Blätter (davon 150 cm-Rispenspitze > 100-150 cm > 50 - 100cm > Bodenoberfläche-50 cm)


44

Abb. 11: Trockensubstanzgehalt in unterschiedlicher Bestandeshöhe in Abhängigkeit von der Sorte bei einer Bestandesdichte von 8 Pflanzen m-2 während der Kolbenausbildung im Jahre 1998

4.1.3.2 Blattstellung (Blattwinkel) während des Maiswachstums

In der Abb. 12 ist die Veränderung der Blattwinkel während des Maiswachstums wiedergegeben (FFT-Simulationskurve). Zu Beginn des Maiswachstums waren die mittleren Blattwinkel bezogen auf den Maisstängel eher horizontal ausgerichtet, wobei zwischen den Maissorten keine Unterschiede bestanden. Während des Streckungswachstums und Rispenschiebens (Anfang Juli) traten erstmalig signifikante Unterschiede in den Blattwinkeln auf. Die Sorte Agadir wies im Vergleich zu der Sorte Arsenal die größeren mittleren Blattwinkel auf, d. h. die Blätter waren steiler aufgerichtet (Versuch 1). Vor der Ernte nahm Ende August bei allen Sorten der Blattwinkel zu, wobei die zuvor nachgewiesenen Unterschiede zwischen den Sorten verschiedenen Wuchstyps in den Reifegruppen nicht mehr so deutlich zu erkennen waren.


45

Abb. 12: Veränderung des mittleren Blattwinkels während des Maiswachstums in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte im Jahre 1998

(FFT-Simulationskurve, S(Arsenal(8))=Simulationskurve von Arsenal mit 8 Pflanzen m-2)

Tab. 16: Mittlerer Blattwinkel nach voller Blattentwicklung in unterschiedlichen Wuchsabschnitten in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte (27. Juli 1998, BBCH-Stadium 71)

Versuch/

Reife-gruppe

Sorte

Bestan-desdichte

Pflanzen m-2

Blattwinkel (Grad)

Alle

Blätter

Blätter in den Wuchsabschnitten von:

0-50 cm

50-100 cm

100-150 cm

>150 cm

I

früh

Arsenal

8

48

35

45

44

58

10

49

45

45

44

54

Agadir

8

53

41

51

45

63

10

53

34

46

53

64

GD (alphale5 %, n=4)

 

1

12

4

6

3

II

mittelfrüh

Banguy

8

53

52

54

48

59

10

50

48

51

51

49

Attribut

8

51

46

50

56

50

10

47

39

49

46

50

GD (alphale5 %, n=4)

 

2

7

4

5

3

Die schnelle Zunahme des mittleren Blattwinkels war auf das starke Verwelken der älteren Blätter durch die Trockenheit zurückzuführen. Bei der Sorte Agadir waren die Blätter im unteren Wuchsbereich mehr horizontal und im Bereich oberhalb 100 cm eher steiler ausgerichtet als bei der Sorte Arsenal. Ab einer Bestandeshöhe von 150 cm war dieser Unterschied bei den frühen Sorten statistisch gesichert (Tab. 16).

Zwischen den Sorten in der Reifegruppe „mittelfrüh“ war der Unterschied im mittleren Blattwinkel entgegen der Erwartung weniger stark ausgeprägt. Unerwartet wies die Sorte Attribut


46

mit 10 Pflanzen m-2 die etwas kleineren Blattwinkel im Vergleich zu Banguy auf. In der Tendenz hatte die Sorte Attribut im Bereich ,,Bodenoberfläche - 50 cm bzw. 50 - 100 cm’’ Wuchshöhe stärker horizontal ausgerichtete Blätter als die Sorte Banguy.

Der Unterschied im mittleren Blattwinkel zwischen den Bestandesdichten von 8 und 10 Pflazen m-2 war nicht statistisch gesichert. Einige Unterschiede zeichneten sich ab. Bei der höheren Bestandesdichte von 10 Pflanzen m-2 richteten sich die Blätter vom Stängelgrund bis 100 cm Höhe bei den Sorten Agadir, Attribut und Banguy horizontaler aus.

4.2 Futterqualität und Energieertrag

4.2.1 Futterqualität und Energieertrag (Landessortenversuche)

Die Silomaisbestände am Standort Berge erreichten in den Landessortenversuchen im Jahre 1997 gegenüber 1998 die deutlich bessere Futterqualität. Die Unterschiede zwischen beiden Jahren waren am stärksten im Stärke- und Rohfasergehalt sowie in der Energiedichte und im Energieertrag ausgeprägt (Tab. 17, 18, 19 und 20).

Bei den frühen Sorten lag die mittlere Energiedichte bei 5,56 MJ NEL kg-1 TM (1998) bzw. 6,19 MJ NEL kg-1TM (1997), wobei die Sorten Akim und Canberra des pyramidalen Wuchstyps in beiden Jahren überdurchschnittliche Werte erreichten (Tab. 17 und 18). An der Spitze lagen die Sorten Lincoln (1997) und Trento (1998). Die einjährig geprüften Sorten Aral, Jericho (1997) bzw. Byzance (1998) heben sich durch einen hohen Stärkegehalt und niedrigen Rohfasergehalt ab. Die Sorten Helix und Monitor haben im Jahre 1998 eine hohe Energiedichte erreicht.

Die Sorten der Reifegruppe „früh“ erreichten mittlere Energieerträge von 85,254 (1997) bzw. 82,144 GJ NEL ha-1 (1998). Von den zweijährig geprüften Sorten sind Akim, Achat und Santiago mit überdurchschnittlichen Energieerträgen hervorzuheben. Die Sorten Arsenal und Trento erreichten die höchsten Energieerträge mit 95,910 (1997) bzw. 94,493 GJ NEL ha-1 (1998). Die einjährig geprüften Sorten Byzance, Banquise und Monitor haben im Jahre 1998 hohe Trockenmasseerträge, niedrige Rohfasergehalte und hohe Energiedichten sowie Energieerträge erreicht. Die im Jahre 1997 geprüften Sorten Lincoln und Aral sind hinsichtlich der Futterqualität ebenfalls hervorzuheben.

Die Sorten der Reifegruppe „früh“ erreichten einen durchschnittlichen Stärkegehalt von


47

36,0% (1997) bzw. 22,1 % (1998). Die Sorten Lincoln (1997) und Achat (1998) erzielten mit 43,4 % bzw. 25,5 % den höchsten Stärkegehalt. Die Sorten Arsenal, Antares, Symphony und Noveta haben in beiden Jahren überdurchschnittliche Werte erreicht. Die Sorte Trento lag in beiden Jahren im mittleren Niveau. Der Stärkegehalt lag bei den einjährig geprüften Sorten Jericho (1997) und Banquise (1998) überdurchschnittlich hoch. Insgesamt haben die früh abreifenden Sorten aufgrund der guten Ausreife im Jahre 1997 einen höheren Stärkegehalt als die später reifenden Sorten erreicht.

Tab. 17: Qualitätsparameter von Silomaissorten der Reifegruppe ,,früh’’ nach NIRS-Analyse im Jahre 1997 (Landessortenversuche Brandenburg, Standort Berge)

Reifegruppe ,,früh’’

Energie-dichte

MJ NEL kg-1

Energie-ertrag

GJ NEL ha-1

Stärke-

gehalt

%

Rohfaser-gehalt

%

Rohprotein-gehalt

%

Antares

6,28

86,988

38,6

18,1

8,10

Arsenal

6,41

95,910

39,5

17,5

7,50

Marquis

6,01

76,669

31,2

20,5

8,00

Akim

6,37

90,239

38,9

17,3

8,30

Symphony

6,32

83,643

39,1

18,6

7,60

Agadir

6,24

84,627

36,4

19,0

7,70

Canberra

6,16

83,869

34,6

19,3

8,00

Noveta

6,28

82,758

39,2

18,3

7,60

Helix

5,80

79,501

29,7

22,4

7,10

Volvik

6,12

89,796

34,5

19,6

7,40

Achat

5,89

86,607

32,2

21,9

7,20

Santiago

6,05

87,363

33,8

20,5

7,60

Trento

6,11

84,027

35,0

20,4

7,30

Lincoln

6,66

90,403

43,4

16,1

7,80

Aral

6,36

87,263

38,7

18,3

7,40

Rasant

6,16

81,577

35,5

19,8

7,40

Jericho

6,35

79,930

39,2

17,7

8,40

Toledo

6,04

87,959

33,1

20,5

7,30

Bergamo

6,17

84,118

35,0

19,4

8,00

Lava

6,00

81,830

32,4

20,7

7,70

Sortenmittel(n=20)

6,19

85,254

36,0

19,3

7,70

GD(alphale5%)

0,23

8,390

3,4

1,79

0,42

Die Unterschiede zwischen beiden Jahren waren am stärksten im Stärkegehalt ausgeprägt. Bei den frühen Sorten lag der mittlere Stärkegehalt bei 36,0 % (1997) bzw. 22,1 % (1998).

Die frühen Sorten erreichten einen durchschnittlichen Rohproteingehalt von 7,70 % (1997) bzw. 7,27 % (1998). Überduchschnittlich hohe Gehalte erreichte die Sorte Akim in beiden Jahren. Die zweijährig geprüften Sorten Antares, Marquis und Canberra haben einen hohen Rohproteingehalt erzielt. Die einjährig geprüften Sorten Jericho (1997) und Volens (1998)


48

wiesen einen überdurchschnittlichen Rohproteingehalt auf.

Tab. 18: Qualitätsparameter von Silomaissorten der Reifegruppe ,,früh’’ nach NIRS-Analyse im Jahre 1998 (Landessortenversuche Brandenburg, Standort Berge)

Reifegruppe ,,früh’’

Energie-dichte

MJ NEL kg-1

Energie-ertrag

GJ NEL ha-1

Stärke-

gehalt

%

Rohfaser-gehalt

%

Rohprotein-gehalt

%

Antares

5,43

76,815

22,1

24,2

7,61

Arsenal

5,48

80,586

22,7

23,9

6,94

Marquis

5,42

72,717

21,1

24,6

7,30

Akim

5,56

83,555

19,1

23,7

7,76

Symphony

5,37

75,419

23,2

25,2

7,13

Agadir

5,53

82,125

19,9

24,0

7,21

Canberra

5,67

80,682

21,4

22,8

7,47

Noveta

5,50

76,577

23,0

23,7

7,12

Helix

5,74

88,617

23,3

22,4

7,51

Volvik

5,57

80,700

22,3

24,1

7,06

Achat

5,70

89,320

25,5

23,0

7,07

Santiago

5,59

85,322

24,4

23,3

7,14

Trento

5,98

94,493

22,6

21,2

7,59

Banquise

5,60

82,751

24,7

23,2

7,32

Goldoli

5,53

80,840

19,6

24,1

7,21

Ulla

5,47

78,621

21,3

24,1

7,09

Byzance

5,61

89,311

23,6

23,1

7,31

Belfor

5,49

76,472

22,2

23,8

7,29

Monitor

5,63

87,643

20,7

23,5

7,08

Pedro

5,64

84,503

21,2

23,9

6,76

Volens

5,31

77,962

19,9

24,9

7,69

Sortenmittel(n=21)

5,56

82,144

22,1

23,6

7,27

GD(alphale5%)

0,28

9,401

3,1

1,9

0,46

Im Durchschnitt erreichten die mittelfrühen Sorten eine Energiedichte von 6,29 (1997) bzw. 5,56 MJ NEL kg-1 (1998). Hier erreichten die zweijährigen Sorten Attribut (1997) und Banguy (1998) die höchsten Gehalte. Im zweijährigen Vergleich überzeugten die Sorten Limatop, Banguy, Lenz und Magister mit überdurchschnittlichen Werten (Tab. 19 und 20). Die einjährig geprüften Sorten wie Latour, Frivol und Arnold im Jahre 1997 bzw. Florett, Irene und Carrera im Jahre 1998 heben sich durch einen hohen Stärke- und niedrigen Rohfasergehalt hervor.

Die Sorten der Reifegruppe „mittelfrüh“ erreichten mittlere Energieerträge von 88,146 (1997) bzw. 84,121 GJ NEL ha-1 (1998). An der Spitze lagen die Sorten Arnold (1997) und Ilias (1998).Von den zweijährig geprüften Sorten sind Limatop, Banguy, Lenz und Magister hervorzuheben. Die einjährig geprüften Sorten Latour, Oliven, Frivol und Arnold im Jahre 1997 bzw. Carrera (1998) wiesen hohe Trockenmasseerträge, Stärkegehalte und niedrige


49

Rohfasergehalte auf, ebenso die Sorten Caballero (1998) und Irene (1998).

Bei den mittelfrühen Sorten lagen die Stärkegehalte bei 36,9 % (1997) und 24,2 % (1998). Die Sorten Attribut (1997) und Ilias (1998) erreichten den höchsten Stärkegehalt. Die zweijährig geprüften Sorten Kerkenna, Limatop, Banguy, Lenz, Lorenzo und Magister haben überdurchschnittliche Gehalte erreicht. Von den einjährig geprüften Sorten haben Latour (1997), Arnold (1997), Caballero (1998) und Irene (1998) gute Werte erzielt. Der Unterschied im Stärkegehalt innerhalb der Reifegruppe „mittelfrüh“ war hier nicht so stark ausgeprägt wie in der Reifegruppe „früh“.

Tab. 19: Qualitätsparameter von Silomaissorten der Reifegruppe ,,mittelfrüh’’ nach NIRS-Analyse im Jahre 1997 (Landessortenversuche Brandenburg am Standort Berge)

Reifegruppe

,,mittelfrüh’’

Energie-dichte

MJ NEL kg-1

Energie-ertrag

GJ NEL ha-1

Stärke-

gehalt

%

Rohfaser-gehalt

%

Rohprotein-gehalt

%

Kerkenna

6,44

86,094

39,9

17,1

7,90

Limatop

6,35

89,711

37,4

18,1

7,70

List

6,20

89,119

35,3

19,0

7,70

Türkis

6,28

86,053

36,7

18,1

8,20

Banguy

6,40

95,360

37,9

17,4

7,40

Attribut

6,53

95,914

42,2

16,8

7,80

Harpun

5,88

74,769

29,1

20,4

8,40

Lenz

6,31

96,025

37,4

18,1

7,70

Lorenzo

6,43

87,425

39,4

17,4

7,80

Major

5,76

81,523

30,4

21,4

7,80

Ilias

5,99

81,622

33,7

21,0

7,00

Kampala

6,33

93,299

37,0

18,3

7,80

Magister

6,36

94,688

37,2

18,2

7,60

Tomasso

6,48

81,284

41,2

17,1

8,00

Kanzler

6,28

82,254

36,7

17,8

8,40

Latour

6,37

91,420

38,5

17,7

7,90

Olivin

6,31

89,667

36,8

17,7

8,20

Frivol

6,32

90,039

38,3

17,6

8,60

Arnold

6,50

97,425

39,7

17,0

7,50

Limastar

6,35

89,711

35,0

18,5

8,00

Bosco

6,22

85,207

36,2

18,6

7,60

Safrane

6,32

87,626

36,8

18,2

8,20

Sortenmittel(n=22)

6,29

88,146

36,9

18,3

7,90

GD(alphale5%)

0,30

8,227

4,4

2,3

0,46

Die mittelfrühen Sorten erreichten einen durchschnittlichen Rohfasergehalt von 18,3 % (1997) bzw. 22,8 % (1998). Die zweijährig geprüften Sorten Limatop, Banguy und Lenz wiesen einen unterdurchschnittlichen Rohfasergehalt auf. Die Sorte Attribut hat im Jahre 1997 und die Sorte Banguy im Jahre 1998 den niedrigsten Rohfasergehalt erreicht. Die einjährig


50

geprüften Sorten Tomasso (1997), Arnold (1997) und Florett (1998) sind ebenfalls durch einen niedrigen Rohfasergehalt gekennzeichnet.

Der Rohproteingehalt lag durchschnittlich bei 7,90 % (1997) bzw. 7,73 % (1998). Hier erreichten die einjährigen Sorten Frivol (1997) und Florett (1998) die höchsten Gehalte. Von den zweijährig geprüften Sorten lag Harpun über dem Durchschnitt. Die einjährig geprüften Sorten Kanzler (1997), Caballero (1998) und Fuego (1998) erwiesen sich ebenfalls als rohproteinreichere Sorten.

Tab. 20: Qualitätsparameter von Silomaissorten der Reifegruppe ,,mittelfrüh’’ nach NIRS-Analyse im Jahre 1998 (Landessortenversuche Brandenburg, Standort Berge)

Reifegruppe

,,mittelfrüh’’

Energie-dichte

MJ NEL kg-1

Energie-ertrag

GJ NEL ha-1

Stärke-

gehalt

%

Rohfaser-gehalt

%

Rohprotein-gehalt

%

Kerkenna

5,49

79,737

25,3

23,9

7,34

Limatop

5,66

85,372

24,3

22,6

7,56

List

5,53

80,993

22,7

23,5

7,49

Türkis

5,49

82,757

23,4

23,8

7,35

Banguy

5,90

89,409

28,6

20,9

7,78

Attribut

5,48

80,252

21,0

24,1

8,04

Harpun

5,56

86,218

22,5

22,6

8,41

Lenz

5,69

84,721

26,0

22,3

7,68

Lorenzo

5,46

81,551

24,8

24,4

7,62

Major

5,36

80,855

22,2

24,3

7,93

Ilias

5,76

94,110

30,0

21,5

7,34

Kampala

5,45

80,246

20,1

24,5

7,85

Magister

5,60

86,273

26,1

23,3

7,87

Atoll

5,47

76,371

21,2

23,9

7,45

Javotte

5,49

80,709

21,7

24,0

7,30

Lopez

5,35

80,709

22,3

24,5

7,48

Probat

5,54

81,507

25,4

23,6

7,80

Argument

5,67

89,264

24,1

22,6

7,64

Caballero

5,61

87,185

26,7

23,0

7,89

Florett

5,67

85,522

25,6

21,5

8,46

Irene

5,65

85,622

27,0

22,0

8,35

Limabest

5,45

86,039

20,9

24,2

7,31

Carrera

5,64

91,750

25,0

22,8

7,55

Fuego

5,51

82,171

24,1

22,9

8,42

Sortenmittel(n=24)

5,56

84,121

24,2

22,8

7,73

GD(alphale5%)

0,19

8,061

2,5

1,6

0,50


51

4.2.2 Futterqualität und Energieertrag in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte

In Tab. 21 ist eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale für Silomais, die Energiedichte sowie deren Verteilung in der Maispflanze in den Parzellenversuchen des Jahres 1998 dargestellt. Die Energiedichte der Sorte Banguy war der Sorte Attribut überlegen, während bei den frühen Sorten keine eindeutige Reaktion vorlag. Die Energiedichte in der Restpflanze war bei den Sorten des pyramidalen Wuchstyps deutlich höher als bei den Sorten des normalen Wuchstyps. Die Energiedichte nahm innerhalb der Maispflanze in folgender Reihenfolge ab:

Kolben > Lieschblätter > Stängel und Blätter oberhalb des Kolbens > Stängel und Blätter unterhalb des Kolbens.

Die Energiedichte von den Sorten Agadir, Banguy (NIRS-Analyse) und Attribut nahm mit der höheren Bestandesdichte von 10 Pflanzen m-2 ab.

Tab. 21: Energiedichte (MJ NEL kg-1TM) in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte im Jahre 1998

Versuch/

Reife-

gruppe

Sorte

Bestan-desdichte

Pflanzen m-2

Gesamtpflanze

Pflanzenteil 1)

Analyse

Kolben

Liesch-

blätter

Stängel und Blätter

nassche-misch 2)

NIRS

oberhalb des Kolbens

unterhalb des Kolbens

I

früh

Arsenal

8

6,16

6,14

7,90

5,34

4,67

3,92

10

6,28

6,24

7,94

5,37

4,95

3,90

Agadir

8

6,27

6,20

7,95

5,60

4,91

4,26

10

6,14

6,10

7,96

5,62

4,76

4,09

GD (alphale5%, n=4)

0,21

0,20

0,11

0,29

0,27

0,42

II

mittel-früh

Banguy

8

6,36

6,42

7,96

5,22

4,76

4,09

10

6,37

6,36

7,98

5,28

4,86

4,12

Attribut

8

6,12

6,16

7,85

5,79

4,94

4,51

 

10

5,89

5,95

7,78

5,11

4,86

4,56

GD (alphale5%, n=4)

0,21

0,19

0,13

1,30

0,23

0,26

1) nasschemische Bestimmung im Labor 2) Energiedichte wurde nach nasschemischer Analyse von Rohasche-, Rohfaser und Rohproteingehalt geschätzt.

Im Kolben wurden die höheren Stärke- und Rohproteingehalte sowie geringere Rohfasergehalte und folglich die höchste Energiedichte festgestellt. Die höhere Energiedichte der Lieschblätter in Relation zur grünen Restpflanze war auf die niedrigeren Rohfaser- und Rohaschegehalte zurückzuführen.

Aus Tab. 22 sind die Energieerträge und deren Verteilung innerhalb der Maispflanze zu entnehmen. Im Vergleich zu den Sorten Agadir bzw. Attribut wiesen die Sorten Arsenal bzw. Banguy die höheren Energieerträge sowohl nach der NIRS-Analyse als auch nach der nass


52

chemischen Bestimmung im Labor auf. Aber die mehr restmaisbetonten Sorten des pyramidalen Wuchstyps erzielten die höheren Energieerträge sowie -dichten im Restmais. Die Energieerträge nahmen innerhalb der Maispflanze in folgender Reihenfolge ab:

Kolben > Lieschblätter > Stängel und Blätter unterhalb des Kolbens > Stängel und Blätter oberhalb des Kolbens

Bemerkenswert waren die Energieerträge im Wuchsabschnitt ,,Restmais unterhalb des Kolbens“ von den Sorten Arsenal, Agadir und Attribut, die über den Erträgen ,,Restmais oberhalb des Kolbens“ lagen. Die höheren Energieerträge im unteren Bereich sind auf die höheren Energiedichten und Trockenmasseerträge zurückzuführen.

Die Sorten reagierten unterschiedlich auf die höheren Bestandesdichten. Bei den Sorten Arsenal, Agadir und Attribut nahm der Energieertrag mit einer höheren Bestandesdichte ab, bei der Sorte Banguy dagegen zu.

Tab. 22: Energieertrag (GJ NEL ha-1) in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte im Jahre 1998

Versuch/

Reife-

gruppe

Sorte

Bestan-desdichte

Pflanzen

m-2

Gesamtpflanze

Pflanzenteil 1)

Analyse

Kolben

Liesch-

blätter

Stängel und Blätter

nassche-misch

NIRS-

oberhalb des Kolbens

unterhalb des Kolbens

I

früh

Arsenal

8

100,9

100,5

62,50

5,69

13,87

17,53

10

95,6

94,9

59,80

4,86

15,68

14,05

Agadir

8

90,6

89,6

53,08

4,72

15,28

16,34

10

89,5

89,0

51,80

4,83

15,25

16,33

GD (alphale5% n=4)

9,2

8,4

11,77

1,68

4,00

4,88

II

mittel-früh

Banguy

8

112,0

112,9

71,80

5,86

17,11

15,85

10

114,4

114,2

72,44

5,40

18,00

17,18

Attribut

8

104,1

104,6

53,09

8,63

19,64

21,60

10

100,6

101,6

47,42

6,84

20,32

24,98

GD (alphale5% n=4)

5,4

5,4

5,23

1,90

3,56

1,60

1) nasschemische Bestimmung im Labor

Tab. 23: Stärkegehalt (%) des Kolbens in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte im Jahre 1998

Reifegruppe

früh

Bestandesdichte

Pflanzen m-2

Stärke-gehalt

%

Reifegruppe

mittelfrüh

Bestandesdichte

Pflanzen m-2

Stärke-gehalt

%

Arsenal

8

27,2

Banguy

8

29,9

10

28,7

10

29,1

Agadir

8

25,8

Attribut

8

22,8

10

26,0

10

19,2

GD (alphale5%, n=4)

3,6

GD (alphale5%, n=4)

2,5


53

Der Stärkegehalt der Gesamtpflanze resultierte fast ausschließlich aus dem Stärkegehalt im Kolben. Der Unterschied im Stärkegehalt war zwischen den Wuchstypen in der Reifegruppe ,,mittelfrüh’’ signifikant. Die kolbenbetonten Sorten Arsenal bzw. Banguy haben im Vergleich zu den Sorten des pyramidalen Wuchstyps höhere Stärkegehalte erreicht (Tab. 23).

Die Bestandesdichte wirkte sich nicht signifikant auf den Stärkegehalt aus. Tendenziell führte die zunehmende Bestandesdichte von 8 bis 10 Pflanzen m-2 bei den Sorten Attribut und Banguy zu etwas niedrigeren bzw. bei Arsenal und Agadir zu höheren Stärkegehalten.

In der Reifegruppe ,,früh’’ bestand in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte nur ein geringer Unterschied im Rohfasergehalt. Bei der Reifegruppe ,,mittelfrüh’’ wies Attribut im Vergleich zu Banguy analog zu den Landessortenversuchen im Jahre 1998 den höheren Rohfasergehalt sowohl nach der NIRS-Analyse als auch nach der nasschemischen Bestimmung im Labor auf (Tab. 24). Der Rohfasergehalt nahm innerhalb der Maispflanze in folgender Reihenfolge ab:

Stängel und Blätter unterhalb des Kolbens > Stängel und Blätter oberhalb des Kolbens > Lieschblätter > Kolben

Ein höherer Rohfasergehalt in der Pflanze wurde bei 10 Pflanzen m-2 für die Sorten Agadir, Banguy und Attribut festgestellt.

Tab. 24: Rohfasergehalt (%) in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte im Jahre 1998

Versuch/

Reife-gruppe

Sorte

Bestan-desdichte

Pflanzen m-2

Gesamtpflanze

Analyse

Pflanzenteil 1)

Kolben

Liesch-

blätter

Stängel und Blätter

nassche-misch2)

NIRS

oberhalb des Kolbens

unterhalb des Kolbens

I

früh

Arsenal

8

21,2

19,8

8,2

29,7

30,1

36,2

10

20,4

19,1

7,9

29,2

28,7

36,7

Agadir

8

20,4

19,3

7,7

27,4

28,8

34,5

10

21,3

20,0

7,4

26,8

30,0

35,8

GD (alphale5%, n=4)

1,5

1,5

0,8

2,3

2,1

2,7

II

mittel-früh

Banguy

8

19,1

17,5

7,5

29,6

28,8

34,2

10

19,1

18,0

7,3

29,0

28,4

34,1

Attribut

8

20,8

19,5

8,1

25,5

27,5

32,2

10

22,7

21,2

8,7

30,6

28,9

31,7

GD (alphale5%, n=4)

1,5

1,4

1,3

9,3

2,0

1,8

1) Pflanzenteile wurden nasschemisch im Labor analysiert. 2) gewogenes arithmetisches Mittel

Die Rohprotein- und Rohfasergehalte aus der nasschemischen Analyse waren bei allen vier Sorten höher als die der NIRS-Analyse. Die pyramidalen Wuchstypen erreichten in den Versuchen die etwas höheren Rohproteingehalte (Tab. 25), was durch die Ergebnisse der Landes


54

sortenversuche Brandenburg aus den Jahren 1997 und 1998 bestätigt wurde. Innerhalb der Pflanze nahm der Rohproteingehalt in folgender Reihenfolge ab:

Kolben > Stängel und Blätter oberhalb des Kolbens > Stängel und Blätter unterhalb des Kolbens > Lieschblätter.

In den Reifegruppen reagierten die Sorten unterschiedlich auf die höheren Bestandesdichten. Bei den frühen Sorten nahm der Rohproteingehalt mit einer höheren Bestandesdichte zu, bei den mittelfrühen Sorten dagegen ab.

Tab. 25: Rohproteingehalt (%) in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte im Jahre 1998

Versuch/

Reife-

gruppe

Sorte

Bestan-desdichte

Pflanzen m-2

Gesamtpflanze

Analyse

Pflanzenteil 1)

Kolben

Liesch-

blätter

Stängel und Blätter

nass-chemisch

NIRS

oberhalb des Kolbens

unterhalb des Kolbens

I

früh

Arsenal

8

7,1

6,80

8,9

3,0

5,6

5,8

10

7,5

7,05

9,4

3,5

7,0

5,4

Agadir

8

8,0

7,28

10,1

3,7

8,5

4,9

10

8,6

7,40

10,8

4,5

8,6

6,1

GD (alphale5%, n=4)

1,2

0,54

1,4

1,1

2,5

2,1

II

mittel-früh

Banguy

8

8,5

7,60

9,8

3,6

8,6

6,9

10

8,2

7,25

9,5

3,4

8,5

6,3

Attribut

8

9,2

7,82

11,8

4,7

9,6

6,5

10

8,5

7,43

11,3

5,1

8,3

6,5

GD (alphale5%, n=4)

0,5

0,22

1,2

0,9

1,4

0,9

1) Pflanzenteile wurden nasschemisch im Labor analysiert.

Abb. 13: Entwicklung von Kolbenerträgen und Kolbenanteilen in Abhängigkeit von der Sorte bei einer Bestandesdichte von 8 Pflanzen m-2 im Jahre 1998


55

Ab dem 20 Juli (BBCH-Stadium 65) wurden Kolbenanteil und Kolbenerträge gesondert erfasst. In den folgenden 40 Tagen (bis eine Woche vor der Ernte) nahmen sowohl der Kolbenanteil als auch der Kolbenertrag der Sorten nahezu linear zu, wobei in beiden Reifegruppen der normale Wuchstyp dem pyramidalen Wuchstyp überlegen war (Abb. 13). Aus Tab. 26 wird der Einfluss von Sorte und Bestandesdichte auf den Kolbenanteil ersichtlich. Die Trockenmasse des Kolbens erreichte einen Anteil von ca. 50 % der Gesamttrockenmasse bei den Sorten Arsenal und Banguy. Der normale Wuchstyp war dem pyramidalen Wuchstyp jeweils in der Reifegruppe im Kolbenanteil überlegen, wodurch günstigere Voraussetzungen für die Einlagerung der futterwertbestimmenden Inhaltsstoffe bestanden. Der Kolbenanteil am Trocckenmasseertrag von den Sorten Agadir, Banguy und Attribut nahm mit zunehmender Bestandesdichte ab.

Tab. 26: Kolbenanteil am Trockenmasseertrag, Kolbenansatzhöhe und Pflanzenhöhe in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte zur Ernte im Jahre 1998

Versuch/

Reifegruppe

Sorte

Bestandesdichte

Pflanzen m-2

Kolbenanteil

%

Kolbenansatzhöhe

cm

Pflanzenhöhe

cm

I

früh

Arsenal

8

48,2

80

244

10

49,2

81

245

Agadir

8

46,2

80

245

10

44,6

77

243

GD (alphale5 %, n=4)

6,5

3

5

II

mittelfrüh

Banguy

8

51,3

83

246

10

50,5

78

247

Attribut

8

39,8

79

258

10

35,7

73

260

GD (alphale5 %, n=4)

3,4

7

8

Die Sorten des pyramidalen Wuchstyps wiesen im Vergleich zum normalen Wuchstyp die etwas niedrigeren Kolbenansatzhöhen auf. Die Sorte Attribut erreichte gegenüber Banguy eine signifikant größere Pflanzenhöhe. Die Bestandesdichte wirkte sich in beiden Reifegruppen nicht auf die Kolbenansatz- bzw. Pflanzenhöhe aus.

4.3 Lichtaufnahme in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte

4.3.1 Lichtinterzeption

Die in den Landessortenversuchen geprüften Sorten der Reifegruppe „früh“ erreichten vom Rispenschieben bis zum BBCH-Stadium 68 eine mittlere Lichtinterzeption von 90,6 % (1997) bzw. 92,9 % (1998) (Tab. 27). An der Spitze lag im Jahre 1997 die zweijährig geprüfte Sorte Antares (1997), gefolgt von Arsenal, Achat und Marquis. Im Jahre 1998 hat die Sorte Akim


56

die höchste Lichtinterzeption erreicht, gefolgt von Symphony und Volvik. Die einjährig geprüften Sorten Rasant (1997) bzw. Byzance, Belfor und Pedro (1998) haben ebenso gute Werte erzielt.

Die Lichtinterzeption unterschied sich in der Reifegruppe „früh“ wenig in Abhängigkeit vom Wuchstyp der Sorten. Die Sorten des pyramidalen Wuchstyps (Canberra und Santiago) lagen unter dem Sortenmittel und die Sorte Volvik des normalen Wuchstyps und Achat des pyramidalen Wuchstyps in beiden Jahren über dem Sortenmittel.

Tab. 27: Lichtinterzeption (%) in Abhängigkeit von der Sorte (Reifegruppe ,,früh’’, Landessortenversuche Brandenburg) am 20.07.1997 bzw. 27.07.1998 (BBCH-Stadium 68)

Versuchsjahr 1997

 

Versuchsjahr 1998

Sorte

LI %

Sorte

LI %

Sorte

LI %

Sorte

LI %

Antares

93,2

Santiago

90,3

Antares

91,2

Santiago

92,8

Arsenal

92,9

Trento

92,3

Arsenal

91,1

Trento

89,9

Marquis

92,2

Lincoln

90,3

Marquis

93,4

Banquise

92,3

Akim

86,5

Aral

89,5

Akim

96,2

Goldoli

92,3

Symphony

88,7

Rasant

93,0

Symphony

95,1

Ulla

91,5

Agadir

88,7

Jericho

87,8

Agadir

92,9

Byzance

93,3

Canberra

89,6

Toledo

90,5

Canberra

91,0

Belfor

94,6

Noveta

89,4

Bergamo

89,7

Noveta

92,7

Monitor

92,3

Helix

89,4

Lava

89,5

Helix

93,5

Pedro

93,4

Volvik

91,7

 

 

Volvik

94,1

Volens

92,3

Achat

92,6

Achat

93,6

 

 

Sortenmittel (n=20)

90,6

Sortenmittel (n=21)

92,9

GD (alphale5%)

2,9

GD (alphale5%)

0,6

Tab. 28: Lichtinterzeption (%) in Abhängigkeit von der Sorte (Reifegruppe ,,mittelfrüh’’, Landessortenversuche Brandenburg) am 27.07. 1997 bzw. 01.08. 1998 (BBCH-Stadium 68)

Versuchsjahr 1997

 

Versuchsjahr 1998

Sorte

LI %

Sorte

LI %

Sorte

LI %

Sorte

LI %

Kerkenna

89,2

Magister

91,9

Kerkenna

91,5

Magister

94,6

Limatop

89,1

Tomasso

85,5

Limatop

93,1

Atoll

88,0

List

88,9

Kanzler

92,9

List

92,4

Javotte

92,1

Türkis

89,2

Latour

88,0

Türkis

91,7

Lopez

90,7

Banguy

90,1

Olivin

89,4

Banguy

92,9

Probat

92,0

Attribut

90,4

Frivol

92,1

Attribut

91,1

Argument

93,7

Harpun

88,9

Arnold

87,3

Harpun

95,1

Caballero

94,9

Lenz

91,1

Limastar

87,7

Lenz

92,7

Florett

92,5

Lorenzo

91,1

Bosco

89,0

Lorenzo

95,0

Irene

94,9

Major

91,5

Safrane

89,8

Major

93,1

Limabest

93,2

Ilias

91,6

 

 

Ilias

94,2

Carrera

92,2

Kampala

92,1

Kampala

93,6

Fuego

94,2

Sortenmittel (n=22)

90,4

Sortenmittel (n=24)

93,2

GD (alphale5%)

2,9

GD (alphale5%)

1,1


57

Im Jahre 1998 erreichten die Sorten der Reifegruppe ,,mittelfrüh’’ im Vergleich zum Jahre 1997 in den Landessortenversuchen eine um 2,8 % höhere Lichtinterzeption (Tab. 28). Die einjährig geprüfte Sorte Kanzler (1997) und die zweijährig geprüfte Sorte Harpun mit pyramidaler Blattstellung haben die höchste Lichtinterzeption erreicht.

Die zweijährig geprüften Sorten Lorenzo, Ilias, Kampala und Magister haben überdurchschnittliche Werte erreicht, ebenso die einjährig geprüften Sorten Frivol (1997), Caballero und Irene (1998). Die Sorten Attribut, Ilias und Kampala mit pyramidalem Wuchstyp erzielten in beiden Jahren überdurchschnittlich hohe Werte.

Weiterhin wurde der Einfluss der Sorten und der Bestandesdichte auf die Lichtaufnahme und die Verteilung der Lichtinterzeption im Bestand untersucht. In Abb. 14 wurden die Lichtinterzeptionsverläufe der vier aus den Landessortenversuchen geprüften Sorten mit unterschiedlicher Bestandesdichte während des Hauptwachstums dargestellt. Am 20. Juli (BBCH-Stadium 68) erreichten in der Reifegruppe „früh“ die Sorten Arsenal mit 98,1 % und Agadir mit 96,9 % die maximale Lichtinterzeption (Tab. 29). Die mittelfrühen Sorten Attribut und Banguy haben am 3. August ihre maximale Lichtinterzeption mit 96,8 % bzw. 97,7 % erreicht, wobei dieser Unterschied statistisch zu sichern war.

Abb. 14: Zwischen den Maisreihen gemessene Lichtinterzeption in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte im Jahre 1998 (Ceptometer-Messungen)

(Arsenal (8) = Arsenal mit 8 Pflanzen m-2)

Die Lichtinterzeption in unterschiedlicher Bestandeshöhe war sowohl von der Sorte als auch von der Bestandesdichte abhängig. Bei maximaler Lichtinterzeption des Gesamtbestands be


58

trug die in einer Höhe von 100 cm gemessene Lichtinterzeption mehr als 80 % (Tab. 29). Die pyramidalen Wuchstypen ließen die größere Lichtmenge tiefer in den Bestand eindringen, so dass im unteren Bereich (Bodenoberfläche bis 100 cm Bestandshöhe) eine höhere Lichtinterzeption gemessen wurde.

Tab. 29: Lichtinterzeption (%) der Gesamtpflanze und der verschiedenen Abschnitte der Maispflanzen in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte am 20.07.1998 (Reifegruppe ,,früh“) bzw. 03.08.1998 (Reifegruppe ,,mittelfrüh“)

Versuch/

Reife-gruppe

Sorte

Bestandesdichte

LImax

Wuchsabschnitt (cm)

 

Pflanzen m-2

Gesamt-pflanze

0-50

50-75

75-100

100-125

125-150

150-175

175-200

> 200

I

früh

Arsenal

8

98,1

0,8

2,4

4,1

17,2

12,4

21,9

20,4

14,3

10

98,1

1,2

1,1

3,5

14,2

17,2

24,3

22,1

11,2

Agadir

8

96,6

0,8

2,8

5,8

14,9

12,7

19,0

17,7

16,5

10

97,2

2,5

1,8

5,5

13,6

13,3

17,9

15,8

22,3

GD (alphale5%, n=4)

0,8

1,0

2,0

1,0

2,9

5,5

12,6

6,1

5,2

II

mittelfrüh

Banguy

8

97,2

3,0

3,2

6,0

15,1

9,0

21,3

21,8

13,5

10

98,1

3,0

2,3

4,9

13,2

9,3

21,2

27,7

13,5

Attribut

8

96,2

3,9

4,9

6,7

14,1

8,0

14,8

22,4

16,7

10

97,3

2,7

3,1

5,7

11,3

8,0

15,4

26,6

20,8

GD (alphale5%, n=4)

0,5

1,1

2,4

1,1

3,8

4,8

8,9

4,0

3,1

Die normalen Wuchstypen Arsenal bzw. Banguy wiesen im Abschnitt von 150 - 200 cm Wuchshöhe die größte Lichtaufnahme auf und ab 200 cm Wuchshöhe bis Rispenspitze die vergleichsweise geringere Lichtaufnahme. Dagegen wurde bei den Sorten Agadir bzw. Attribut eine gleichmäßig verteilte Lichtaufnahme festgestellt.

Die Bestandesdichte von 10 Pflanzen m-2 führte im Vergleich zu 8 Pflanzen m-2 bei den mittelfrühen Sorten zu einer höheren Lichtinterzeption (Abb. 14). Im Messbereich von 50 - 125 cm verringerte sich bei der höheren Bestandesdichte die Lichtaufnahme deutlich.

4.3.2 Lichtextinktionskoeffizient

Für die Interpretation der Ergebnisse zur Lichtverteilung wurden in Tab. 30 die Licht-extinktionskoeffizienten k der Sorten vor und nach Erreichen des maximalen Blattflächenindexes dargestellt. Ein kleiner Wert für k deutet auf eine bessere Lichtverteilung hin. In der Reifegruppe ,,früh’’ wies die Sorte Agadir gegenüber der Sorte Arsenal die niedrigeren Werte für k auf. In der Reifegruppe ,,mittelfrüh’’ bestand kein Unterschied zwischen den geprüften Sorten. Bis zum Erreichen des maximalen Blattflächenindexes (BBCH-Stadium 55) wies die


59

Sorte Agadir im Vergleich zu Arsenal in den Bestandesschichten die niedrigeren Lichtextinktionskoeffizienten auf was auf eine bessere Lichtverteilung hindeutet. Die Sorten der Reifegruppe ,,mittelfrüh’’ haben sich nicht signifikant in diesem Parameter unterschieden. Mit dem fortschreitenden Verwelken der älteren Blätter bei allen Sorten nahmen der Blattflächenindex und die Lichtinterzeption ab. Der Lichtextinktionskoeffizient k ist nach Erreichen des maximalen Blattflächenindexes größer als vor Erreichen des maximalen Blattflächenindexes. Mit der Bestandesdichte nahm bei allen geprüften Sorten der Lichtextinktionskoeffizient zu.

Tab. 30: Lichtextinktionskoeffizient k vor bzw. nach Erreichen des maximalen Blattflächenindexes (BFImax) in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte im Jahre 1998

Versuch/

Reifegruppe

Sorte

Bestandes-dichte

Pflanzen m-2

Lichtextinktionskoeffizient k

insgesamt

vor BFImax

nach BFImax

I

früh

Arsenal

8

0,79

0,78

0,92

10

0,80

0,80

0,89

Agadir

8

0,76

0,74

0,89

10

0,78

0,77

0,93

GD (alphale5%, n=4)

0,01

0,02

0,06

II

mittelfrüh

Banguy

8

0,76

0,74

0,78

10

0,78

0.76

0,91

Attribut

8

0,76

0,76

0,82

10

0,77

0,76

0,75

GD (alphale5%, n=4)

0,03

0,03

0,11

4.3.3 Aufgenommene Lichtenergie und Lichtnutzungseffizienz

Die Lichtaufnahmerate (aufgenommene Lichtenergie pro Tag) ist in der Abb. 15 dargestellt. Gegen Ende Juli (BBCH-Stadium 71) wurde der größte Anteil an photosynthetisch aktiver Strahlung (PhAR) von den Pflanzen aufgenommen, wobei auch die höchste Lichtinterzeption bzw. der größte Blattflächenindex nachgewiesen wurde (Abb. 14, 17 und 18). Anschließend ging die Lichtaufnahmerate wegen des abnehmenden Blattflächenindexes deutlich zurück.

In den beiden Reifegruppen wiesen jeweils die Sorten des normalen Wuchstyps die höhere Lichtaufnahmerate auf. Die mittlere Lichtaufnahme lag in der Vegetationszeit bei den Sorten zwischen 630 MJ m-2 (Agadir) und 650 MJ m-2 (Banguy).

Die Lichtnutzungseffizienz (LUE) der Maisbestände nahm während des Maiswachstums bis


60

Anfang August zu (Abb. 16). Die Sorten des normalen Wuchstyps wiesen in beiden Reifegruppen eine höhere Lichtnutzungseffizienz als die Sorten des pyramidalen Wuchstyps auf (Tab. 31). Die Sorte Banguy erreichte im Vergleich zu der Sorte Attribut aufgrund der größeren Lichtaufnahme und der höheren Lichtnutzungseffizienz die größten Trockenmasseerträge. Entsprechend war in der Reifegruppe ,,früh’’ die Sorte Arsenal der Sorte Agadir aufgrund der besseren Lichtnutzungseffizienz im Ertrag überlegen.

Abb. 15: Tägliche Lichtaufnahmerate (MJ m-2 Tag-1) während des Maiswachstums

Tab. 31: Lichtinterzeption, aufgenommene Lichtenergie und Lichtnutzungseffizienz (LUE) in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte im Jahre 1998

Versuch

Reifegruppe

Sorte

Bestandesdichte

Pflanzen m-²

Lichtinter-zeption

aufgenommene

Lichtenergie

LUE

%

MJ m-²

g MJ-1

I

früh

Arsenal

8

98,1

637

3,18

10

98,1

648

nicht bestimmt

Agadir

8

96,6

617

3,03

10

97,2

643

nicht bestimmt

GD (alphale5%, n=4)

0,8

9

0,11

II

mittelfrüh

Banguy

8

97,1

641

3,80

10

98,1

659

nicht bestimmt

Attribut

8

96,2

632

3,43

10

97,3

653

nicht bestimmt

GD (alphale5%, n=4)

0,5

7

0,15


61

Abb. 16: Lichtnutzungseffizienz (LUE) während des Maiswachstums in Abhängigkeit von der Sorte bei einer Bestandesdichte von 8 Pflanzen m-2 im Jahre 1998

4.4 Blattflächenindex in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte

4.4.1 Blattflächenindex der Gesamtpflanze

Die manuelle Messung des Blattflächenindexes (BFIman) wurde vom 10. Mai (BBCH-Stadium 13) bis zum 24. August (BBCH-Stadium 83) durchgeführt. Der BFIman nahm zunächst sehr langsam zu und stieg Anfang Juni nach Erscheinen des neunten Maisblattes schnell an (Abb. 17). Die Sorten erreichten im Zeitraum Mitte Juli bis Anfang August den maximalen Blattflächenindex (BFIman), wobei sich diese Werte dann bis zum 10. August (BBCH-Stadium 73) nur geringfügig veränderten. Der Blattflächenindex (BFIman) der Sorte Arsenal übertraf deutlich den der Sorte Agadir bei den geprüften Bestandesdichten.

In der Reifegruppe ,,mittelfrüh“ zeichnete sich eine Überlegenheit der Sorte Banguy gegenüber Attribut nur bei einer Bestandesdichte von 10 Pflanzen m-² ab (Tab. 32). Aufgrund der Sommertrockenheit (20. Juli bis 3. August) trat vorübergehend eine Verminderung des Blattflächenindexes (BFIman) ein. Nach dem 10. August verringerte sich bei allen Sorten der Blattflächenindex irreversibel aufgrund der anhaltenden Trockenheit, die ein Verwelken und Absterben der älteren Blätter zur Folge hatte. Zum Erntetermin waren nur noch die oberhalb des Kolbens inserierten Blätter grün. Der Blattflächenindex (BFIman) nahm bei allen Sorten mit der Bestandesdichte zu.


62

Abb. 17: Blattflächenindex während des Maiswachstums (BFIman) in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte im Jahre 1998

(Arsenal (8)= Arsenal mit 8 Pflanzen m-2)

Ab dem 11. Juni (BBCH-Stadium 30) wurde parallel zu der manuellen Messung das Messgerät LAI-2000 zur Ermittlung des Blattflächenindexes (BFIlai) genutzt. Diese Ergebnisse waren eng mit denen der manuellen Messung korreliert, wobei die Werte kleiner waren als die der manuellen Messung. Der Kurvenverlauf des mit dem Messgerät erfassten Blattflächenindexes (BFIlai) war dem des manuell erfassten Blattflächenindex (BFIman) ähnlich (Abb. 18). Die Relationen, die zwischen den Sorten in den beiden Reifegruppen ermittelt wurden, waren nach beiden Methoden identisch.

Tab. 32: Blattflächenindex nach manueller Messung (BFIman) sowie nach Messgerät LAI 2000 (BFIlai) in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte in den Jahren 1997 und 1998

Versuch/

Reifegruppe

Sorte

Bestandes-dichte

Pflanzen m-2

BFI 1)

BFIman

BFIlai

1997

1998

1998

I

früh

Arsenal

8

3,31

3,59

3,75

10

--

4,42

3,91

Agadir

8

2,93

3,16

3,19

10

--

4,24

3,54

GD (alphale5%, n=4)

0,33

0,32

0,13

II

mittelfrüh

Banguy

8

2,93

3,66

3,71

10

--

4,60

3,96

Attribut

8

3,06

3,85

3,39

10

--

4,42

3,74

GD (alphale5%, n=4)

0,76

0,26

0,19

BFI 1) wurde auf der Basis der Lichtextinktionskoeffizienten (k ) der zwei Parzellenversuche 1998 und der gemessenen Lichtinterzeption in den Landessortenversuchen im Jahre 1997 berechnet


63

Abb. 18: Blattflächenindex nach Messung mit Messgerät LAI-2000 (BFIlai) in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte im Jahre 1998 (Arsenal(8) = Arsenal mit 8 Pflanzen m-2)

Nach dem 10. August ist eine im Vergleich zu der manuellen Messung geringere Abnahme des Blattflächenindexes (BFIlai) bei allen Sorten festgestellt worden. Der Blattflächenindex der Sorten wurde mittels der Messwerte für die Lichtinterzeption aus dem Jahre 1997 (Tab. 32) und des Lichtextinktionskoeffizienten simuliert. Der Blattflächenindex war im Vergleich zum Jahr 1998 kleiner. Die Sorte Arsenal wies im Vergleich zur Sorte Agadir während der Vegetationszeit die größeren Werte für den Blattflächenindex auf.

Die Zunahme des Blattflächenindexes bei der Sorte Banguy vollzog sich schneller als bei der Sorte Attribut, wobei bezogen auf den maximalen Blattflächenindex ein signifikanter Unterschied zwischen den Sorten bestand. Die Bestandesdichte von 10 Pflanzen m-2 führte im Vergleich mit 8 Pflanzen m-2 im Jahre 1998 zu einer deutlichen Zunahme des Blattflächenindexes (BFIlai) während des Maiswachstums in beiden Reifegruppen.

4.4.2 Blattflächenindex in unterschiedlicher Pflanzenhöhe

In den Tab. 33 und 34 wird der Blattflächenindex (BFIlai) unterschiedlicher Wuchsabschnitte zu jedem Messtermin für die beiden Parzellenversuche dargestellt. Der größte Blattflächenindex (BFIlai) im Bereich von 100 cm über dem Erdboden bis zur Rispenspitze lag bei den Sorten mit 2,53 (Agadir), 2,73 (Arsenal), 2,57 (Attribut) und 2,76 (Banguy) (27.07.1998 BBCH-Stadium 69). Der Blattflächenindex im unteren Wuchsbereich war bei


64

den Sorten von der Bestandesdichte abhängig. Die Sorte Agadir wies in den Wuchsabschnitten "Bodenoberfläche-50 cm" einen höheren Blattflächenindex auf als die Sorte Arsenal, während die Sorte Attribut mit 8 Pflanzen m-2 im Abschnitt ,,Bodenoberfläche-100cm’’ Wuchshöhe den größeren Blattflächenindex als die Sorte Banguy erreichte.

Tab. 33: Blattflächenindex (BFIlai) in unterschiedlichen Wuchsabschnitten in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte (Versuch I, Reifegruppe ,,früh’’)

Termine

Sorte

Bestandes-dichte

Pflanzen m-2

Wuchsabschnitt (cm)

BFI

insgesamt

0-50

50-100

100-150

>150

27.07.1998

BBCH 71

Arsenal

8

0,24

0,97

1,24

1,30

3,75

10

0,18

0,82

1,46

1,45

3,91

Agadir

8

0,23

0,67

1,02

1,27

3,19

10

0,28

0,51

1,27

1,50

3,54

24.08.1998

BBCH 83

Arsenal

8

0,31

0,51

0,98

1,24

3,04

10

0,27

0,62

0,93

1,36

3,18

Agadir

8

0,34

0,49

0,61

1,09

2,53

10

0,47

0,52

0,67

1,37

3,03

Tab. 34: Blattflächenindex in unterschiedlichen Wuchsabschnitten in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte (Versuch II, Reifegruppe „mittelfrüh“)

Termine

Sorte

Bestandes-dichte

Pflanzen m-2

Abschnitt (cm)

BFI

insgesamt

0-50

50-100

100-150

>150

 

27.07.1998

BBCH 71

Banguy

8

0,34

0,82

1,08

1,47

3,71

10

0,21

0,78

1,28

1,69

3,96

Attribut

8

0,16

1,04

0,45

1,76

3,39

10

0,24

0,55

1,20

1,73

3,74

24.08.1998

BBCH 83

Banguy

8

0,37

0,30

1,08

1,24

2,99

10

0,14

0,54

1,23

1,59

3,50

Attribut

8

0,16

0,74

0,28

1,72

2,90

10

0,25

0,26

1,00

1,53

3,04

Der Blattflächenindex (BFIlai) nahm bei allen Sorten bis zum letzten Messtermin vor der Maisernte ab, wobei sich die Verteilung des Blattflächenindexes innerhalb der Maispflanze ebenfalls änderte. Bei den frühen Sorten nahm nach dem 27. Juli der Blattflächenindex im Abschnitt ,,Bodenoberfläche - 50 cm’’ Wuchshöhe zu sowie in Kolbennähe (,,50 - 150 cm’’ Wuchshöhe) ab. Der Blattflächenindex (BFIlai) war im Abschnitt ,,Bodenoberfläche - 100 cm’’ Wuchshöhe bei der Sorte Agadir unmittelbar vor der Maisernte im Mittel der Bestandesdichten höher als bei der Sorte Arsenal (Tab. 33). Im Abschnitt < 100 cm Wuchshöhe wies die Sorte Attribut mit 8 Pflanzen m-2 einen höheren Blattflächenindex auf als die Sorte Banguy (Tab. 34). Die Abnahme des Blattflächenindexes (BFIlai) im unteren Wuchsbereich war beim pyramidalen Wuchstyp weniger ausgeprägt als beim normalen


65

Wuchstyp. Das könnte darauf hindeuten, dass eine größere Anzahl grüner Blätter vorhanden war, die auch eine Zunahme der Lichtinterzeption im unteren Bereich zur Folge hatte.

Mit Zunahme der Bestandesdichte nahm der Blattflächenindex (BFIlai) im Abschnitt ,,Bodenoberfläche - 50 cm’’ Wuchshöhe bei den Sorten des normalen Wuchstyps ab und bei den Sorten des pyramidalen Wuchstyps dagegen zu (27. Juli). Nach dem 27. Juli war die Abnahme des Blattflächenindexes im Abschnitt ,,100 - 150 cm’’ Wuchshöhe bei einer Bestandesdichte von 10 Pflanzen m-² größer als bei 8 Pflanzen m-².

4.4.3 Blattfläche der einzelnen Blätter und Lebensdauer des Einzelblattes

Bis zur Ernte blieben bei den Sorten Arsenal und Agadir zwölf Blätter und bei den mittelfrühen Sorten Attribut bzw. Banguy elf Blätter grün und vital. Die Blattfläche je Einzelblatt nahm mit dem Erscheinen von neuen Blättern, d.h. mit der Zunahme der Blattzahl je Pflanze zu. Bei den Sorten Agadir und Attribut war das zehnte bzw. neunte Blatt als Kolbenblatt ausgebildet, bei den Sorten Arsenal und Banguy das elfte bzw. zehnte Blatt (Tab. 35). Als Kolbenblatt wird das unmittelbar unter dem Kolben angelegte Blatt verstanden.

Tab. 35: Blattfläche (cm2) der einzelnen Blätter in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte im Jahre 1998

Sorte

Bestandesdichte

Blattzahl 1)

Pflanzen m-²

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

Arsenal

8

96

177

306

443

555

635

6592)

601

521

409

274

95

10

96

173

259

440

548

630

6542)

599

529

412

289

108

Agadir

8

121

227

359

516

605

6292)

593

535

369

195

76

11

10

135

250

394

529

601

6222)

581

493

375

248

95

7

GD (alphale5%, n=4)

45

35

39

45

50

44

52

65

59

92

78

50

Banguy

8

122

216

331

470

561

6592)

679

647

525

370

147

 

10

112

203

309

452

565

6532)

676

644

527

359

145

 

Attribut

8

126

247

402

545

6452)

686

675

629

512

342

229

 

10

138

239

381

509

6042)

627

608

575

459

412

264

 

GD (alphale5%, n=4)

30

31

43

37

20

27

35

40

67

46

60

-

1) Die ersten bis vierten Blätter waren jeweils zu mehr als 50% verwelkt (BBCH Stadium 69) und wurden deshalb nicht dargestellt.

2) Kolbenblatt (erster Kolben)

Bei den mittelfrühen Sorten Attribut bzw. Banguy erreichten das elfte bzw. zwölfte Blatt die maximale Einzelblattfläche innerhalb der Pflanze. Der Unterschied in der Blattfläche zwischen den Sorten Arsenal und Agadir war bei jeder Blattzahl oder Blattgeneration signifikant. Die Blattfläche des fünften bis neunten Blattes war bei der Sorte Agadir immer größer als bei Arsenal. Die Blattfläche der älteren Blätter unterhalb des Kolbens (erstes bis fünftes bzw. neuntes Blatt) der Sorten Agadir bzw. Attribut waren größer als die der Sorten Arsenal bzw.


66

Banguy. Die wesentliche Blättfläche für den Assimilattransport in Kolbennähe (z. B. Kolbenblatt plus vier Blätter neben dem Kolben) lag um 2230 cm2 (Agadir), 2413 cm2 (Arsenal), 2450 cm2 (Attribut) und 2542 cm2 (Banguy).

Die höhere Bestandesdichte führte bis zum zwölften Blatt bei den frühen Sorten bzw. dreizehnten Blatt bei den mittelfrühen Sorten zu einer Abnahme der Einzelblattfläche. Ein signifikanter Einfluss der Bestandesdichte auf die Position des Kolbenblattes bestand nicht.

Tab. 36: Lebensdauer (Tage) der einzelnen Blätter in Abhängigkeit von Sorte und Bestandesdichte im Jahre 1998

Sorte

Bestandesdichte

Blattzahl 1)

 

Pflanzen m-²

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

Arsenal

8

65

72

74

77

75

76

78 2)

76

72

70

67

56

10

59

68

72

76

76

77

79 2)

76

70

69

65

58

Agadir

8

72

76

77

77

78

81 2)

79

72

66

66

60

47

10

74

75

77

80

79

81 2)

80

72

69

60

57

47

GD (alphale5%, n=4)

9

10

4

4

2

2

2

1

4

4

4

6

Banguy

8

83

86

85

87

88

85 2)

84

78

72

65

62

 

10

75

83

83

85

89

85 2)

84

78

73

65

61

Attribut

8

75

83

80

85

84 2)

84

83

76

72

71

67

10

77

76

76

77

77 2)

80

80

77

74

70

66

GD (alphale5%, n=4)

4

4

3

4

3

2

3

2

3

2

6

 

1) Die ersten bis vierten Blätter waren jeweils zu mehr als 50% verwelkt und wurden deshalb nicht dargestellt. 2) Kolbenblatt (erster Kolben)

Die Lebensdauer oder das Blattalter der einzelnen Blätter (Tab. 36) umfasst den Zeitraum (in Tagen) vom Erscheinen des Blattes bis zum Absterben (Vergilben, Verwelken von mehr als 50 % der Blattfläche) bzw. im Fall der jüngeren Blätter bis zur Ernte.

Die Lebensdauer der Blätter schwankte zwischen 43 (die ersten bis vierten Blätter) und 81 (Reifegruppe ,,früh’’) bzw. 89 (Reifegruppe ,, mittelfrüh’’) Tagen und war sowohl von der Sorte als auch von der Bestandesdichte abhängig. Bei der Sorte Agadir erreichten das fünfte bis elfte Blatt eine längere Lebensdauer als bei der Sorte Arsenal, während die einzelnen Blätter der Sorte Banguy jeweils länger vital blieben als bei der Sorte Attribut (besonders bei höherer Bestandesdichte).

Die höhere Bestandesdichte wirkte sich in der Reifegruppe ,,früh’’ nicht auf die Lebensdauer der Einzelblätter aus (mit Ausnahme des vierzehnten). In der Reifegruppe ,,mittelfrüh’’ wirkte sich die Bestandesdichte auf die Lebensdauer des sechsten bis zehnten Blattes aus. Bei der Sorte Attribut war die höhere Bestandesdichte mit einer kürzeren Lebensdauer dieser Blätter verbunden. Eine negative Korrelation von Bestandesdichte und Lebensdauer trat dagegen bei Sorten der Reifegruppe „früh“ nur bei wenigen Blättern auf.


67

4.5 Methoden zur Bestimmung von Lichtinterzeption und Blattflächenindex

4.5.1 Lichtinterzeption

Die Lichtinterzeption wurde sowohl zwischen zwei Maisreihen als auch innerhalb der Reihen des Maisbestandes (LIzw bzw. LIin) mittels Ceptometer und Messgerät LAI-2000 (LIlai) gemessen. Die in der Reihe gemessene Lichtinterzeption war gegenüber der zwischen den Reihen gemessenen Lichtinterzeption im Zeitraum von 11. Juni bis 25. Juni etwas höher.

Abb. 19: Lichtinterzeption der Maissorten nach verschiedenen Messmethoden während der Blattentwicklung im Jahre 1998

LIzw

LIlai

LIin

Lichtinterzeption zwischen den Reihen (Ceptometer)

Lichtinterzeption zwischen den Reihen (Messgerät LAI-2000)

Lichtinterzeption in den Reihen (Ceptometer)


68

Tab. 37: Korrelationskoeffizient r zwischen verschiedenen Messwerten für die Lichtinterzeption (LIzw, LIin und LIlai) in Abhängigkeit von der Sorte während des Hauptwachstums vom 11. Juni - 24. August 1998

Versuch/

Reifegruppe

Sorte

r zwischen

LIzw und LIin

r zwischen

LIin und LIlai

r zwischen

LIzw und LIlai

I früh

Arsenal

0,99*

0,81*

0,76*

Agadir

0,99*

0,77*

0,73*

II mittelfrüh

Banguy

0,99*

0,85*

0,80*

Attribut

0,99*

0,81*

0,74*

* bei alphale5 signifikant, n=36

Der Unterschied zwischen den verschiedenen maximalen Messwerten für die Lichtinterzeption (LIlai, LIzw bzw. LIin) betrug bei der Sorte Arsenal 3,1 % (3,2 %), bei Agadir 4,4 % (5,2 %), bei Banguy 2,7 % (3,1 %) und bei Attribut 3,0 % (3,4 %) (Abb. 19).

Die Messwerte der verschiedenen Methoden zeigten einen parallelen Verlauf. Es bestand eine enge Korrelation zwischen den Messwerten LIzw (bzw. LIin) und LIlai unter Berücksichtigung der Sortenunterschiede (Tab. 37). Die Beziehung zwischen Trockenmassebildung und Lichtinterzeption wurde in Tab. 38 für den Zeitraum, in dem der maximale Blattflächenindex erreicht wurde, dargestellt. Die Zuverlässigkeit der Lichtinterzeptionsmessung war vom Messtermin abhängig. Mitte Mai war der Unterschied zwischen den Werten nach beiden Messmethoden am größten. Diese Differenz verringerte sich bei allen Sorten nach dem Schließen der Bestände.

Ab Mitte August, besonders unmittelbar vor der Ernte, lagen die Werte des Messgeräts LAI-2000 (LIlai) deutlich über denen des Ceptometers (LIzw und LIin).

Tab. 38: Korrelationskoeffizient r zwischen Trockenmasse (TM) und den Messwerten für die Lichtinterzeption (LIzw , LIin und LIlai) in Abhängigkeit von der Sorte im Jahre 1998

Versuch/

Reifegruppe

Sorte

r zwischen

TM und LIzw

r zwischen

TM und LIin

r zwischen

TM und LIlai

18. Mai-03. August

18. Mai-03. August

11.Juni-03. August

I früh

Arsenal

0,83*

0,80*

0,54*

Agadir

0,83*

0,80*

0,57*

II mittelfrüh

Banguy

0,83*

0,80*

0,61*

Attribut

0,84*

0,81*

0,55*

* bei alphale5 signifikant, n=27


69

4.5.2 Blattflächenindex

Der Blattflächenindex wurde im Vergleich zum Messgerät LAI-2000 (BFIlai) im Zeitraum Anfang Juni bis 10. Juli durch die manuelle Messung (BFIman) wesentlich höher eingeschätzt (Abb. 20). Diese Differenz zwischen den Messmethoden war vom Wuchstyp abhängig, verringerte sich aber kontinuierlich von Mitte Juli bis Mitte August. Bei den Sorten mit pyramidaler Blattstellung Agadir bzw. Attribut wurde der Blattflächenindex durch das Messgerät stets stärker unterschätzt als bei den Sorten mit normaler Blattstellung (Arsenal bzw. Banguy).

Abb. 20: Blattflächenindex nach Messgerät LAI-2000 (BFIlai) und manueller Messung (BFIman) in Abhängigkeit von der Sorte im Jahre 1998 (Bezugsbasis: BFIman = 100 %)


70

Tab. 39: Korrelationskoeffizient r zwischen Trockenmasse (TM), BFIman und BFIlai bei den Sorten während der Hauptwachstumsphase im Jahre 1998

Versuch/

Reifegruppe

Sorte

r zwischen

BFIman und BFIlai

r zwischen

TM und BFIlai

r zwischen

TM und BFIman

11. Juni-24. August

11. Juni-03. August.

11. Juni- 03. August

I früh

Arsenal

0,65*

0,85*

0,64*

Agadir

0,75*

0,87*

0,72*

II mittelfrüh

Banguy

0,84*

0,90*

0,79*

Attribut

0,73*

0,88*

0,74*

* bei alphale5 signifikant, n =36

Nach Erreichen des maximalen Blattflächenindexes (BFIlai), lag der Messwert des Messgerätes LAI-2000 bei der Sorte Arsenal um 2,6 %, bei Agadir um 5,7 %, bei Banguy um 7,8 % und bei Attribut um 13,8 % niedriger als bei der manuellen Bestimmung. Ab Mitte August, besonders unmittelbar vor der Ernte, wurde mit dem Messgerät LAI-2000 ein höherer Wert ausgewiesen als durch die manuelle Messung.

Die Beziehung zwischen Trockenmassebildung und Höhe des Blattflächenindexes wurde in Tab. 39 für den Zeitraum vom 11. Juni bis 03. August (Erreichen des maximalen Blattflächenindexes) dargestellt. Die Messwerte (BFIlai) korrelierten gegenüber den manuell bestimmten Werten enger mit der Trockenmasse. Nach der Korrelationsanalyse bestand eine enge Beziehung zwischen beiden Messmethoden. Die Korrelationskoeffizienten r schwankten zwischen 0,65 (Arsenal) und 0,84 (Banguy)


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