EINFÜHRUNG

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Hintergrund der vorliegenden Untersuchung ist die zunehmende Bedeutung von Humankapital als wettbewerbsentscheidendem Produktionsfaktor. Neben dem „Sekundärhumankapital“ der Facharbeiter, welches über den klassischen Arbeitsvertrag geregelt ist, stellt sich die Frage nach den Auswirkungen der Bedeutungszunahme und der Regelung des „Primärhumankapitals“, also des Managements innerhalb der Corporate-Governance-Systeme. Gegenstand der Untersuchung ist die so genannte moderne humankapitalintensive Unternehmung, die Hci-Corporate, in Abgrenzung zu der durch Finanz- beziehungsweise Sachkapital geprägten Unternehmung.

Den Ausgangspunkt stellt die zunehmend in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur vorzufindende These dar, dass die ausschließliche Modellannahme der klassischen Prinzipal-Agent-Beziehung unzureichend ist, zu Ineffizienzen führt und keine hinreichende Antwort auf das von Berle und Means beschriebene Problem der Trennung von Eigentum und Kontrolle gibt. Es kann zusätzlich die verstärkte „Prinzipalisierung“ des so genannten Agenten durch die Bedeutungszunahme von Humankapital mit Erhöhung der Autoimmunisierungsfähigkeit gezeigt werden. Der Agent kann als befähigt angesehen werden, sich durch Autoimmunisierung aktiv jeder ex ante geregelten Kontrolle zu entziehen. Jeder Ansatz der versucht, ex post Regelungen zur Kontrolle des Agenten zu entwerfen, würde damit systematisch von unzureichenden Annahmen ausgehen. Damit bestehen Kontrollineffizienzen, deren Ursachen in den Modellannahmen gelegt worden sind. Der beabsichtigte Ursache-Wirkungs-Mechanismus ist ineffizient, da mit dem Prinzipal-Agent-Ansatz aus der Shareholderperspektive von einseitigen Annahmen ausgegangen wird.

Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, diesem Phänomen vor dem Hintergrund der angestrebten Induzierung und Bindung von Humankapital analytisch nachzugehen. Nach einer Einführung in das Problem im Kontext der wissenschaftlichen Corporate-Governance-Diskussion wird Humankapital als wettbewerbsentscheidende Ressource untersucht: ihre Investition und Regelung in der Unternehmung der Informationsgesellschaft sowie die Beziehung der Akteure Shareholder und Manager im Kontext der Corporate-Governance-Systeme.


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04.09.2007