Wentrup, Robert: DIE POSTOPERATIVEN KOMPLIKATIONEN DER SCHILDDRÜSENCHIRURGIE IN DEN JAHREN 1985 - 1996 IM UNIVERSITÄTSKLINIKUM CHARITE, STANDORT RUDOLF VIRCHOW-KLINIKUM, BERLIN

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Kapitel 5. Zusammenfassung

Anhand von 2019 Schilddrüsenoperationen, die in den Jahren 1985-1996 im Universitätsklinikum Charité, Standort Rudolf-Virchow-Klinikum in Berlin durchgeführt wurden, wird die Bedeutung der Operationstechnik und der Operationsindikation für die chirurgische Komplikationsrate untersucht. Insgesamt wurden 3471 Schilddrüsenlappen operiert. Anhand einer Nachuntersuchung und der direkten postoperativen Dokumentation ließen sich die postoperativen Komplikationen dokumentieren.

Die Rate an transienten Rekurrensparesen betrug 4,5%, bei 0,7 der Operierten fanden sich permanente Paresen. Bezogen auf die „nerves at risk“ fanden sich in 2,8% transiente und in 0,5% permanente Paresen.

Die Darstellung des Nervus laryngeus rekurrens erwies sich in dieser Untersuchung als signifikant komplikationsärmer im Bezug auf permanente Paresen. Hier waren bei der Darstellung des Nervens 0,5% permanente Läsionen aufgetreten, im Gegensatz zu 0,9% permanenter Läsionen ohne Darstellung des Nerven.

Der direkte Vergleich von Komplikationen der Hemithyreoidektomien und der kontralateralen subtotalen Resektion ergab keinen signifikanten Unterschied betreffs der Paresen. Die Hemithyreoidektomie mit kontralateraler subtotaler Resektion war im Vergleich zu der Thyreoidektomie oder der subtotalen Resektion beidseits die komplikationsärmste Operationsmöglichkeit.

Eine postoperative Erniedrigung des Serumkalziumspiegels wurde bei 18,9% der Patienten festgestellt, aber nur 0,9% waren persistent. Die schilddrüsennahe Ligatur der Arteria thyroidea inferior ergab eine niedrigere Rate an postoperativen Hypokalzämien, die jedoch statistisch nicht signifikant war. Da aber weder eine erhöhte Rate an Rekurrensparesen, noch eine vermehrte Rezidivneigung zu befürchten ist, scheint die schilddrüsennahe Ligatur vorteilhafter zu sein.

Unter 149 Rezidivoperationen fanden sich 126 „echte“ Rezidive, die Rate an permanenten Rekurrensparesen betrug hier 1,6%, bezogen auf „nerves at risk“. Die Rate an Hypokalzämien lag bei 23,8%, wovon 0,8% permanenter Natur waren.

Patienten über 70 Jahre haben sowohl perioperativ, als auch postoperativ kein erhöhtes Risiko eine Komplikation zu erleiden, so daß Operationen an der Schilddrüse durchaus auch im hohen Alter gerechtfertigt werden können.


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Thu Oct 5 19:19:59 2000