| Wiegemann, Thomas: Analyse der Morphologie des Myokards, der Koronararterien und der großen Gefäße von Spenderherzen für Klappenhomografts (eine retrospekive Studie) |
13
Von den 178 Empfängerherzen stammen 54 aus dem Jahr 1996 (38 von Männern, 16 von Frauen), 61 aus dem Jahr 1997 (49 von Männern, 12 von Frauen) und 63 aus dem Jahr 1998 (50 von Männern, 13 von Frauen).
Abbildung 2. Anzahl und Geschlechtsverteilung bei 178 Empfängerherzen 1996 - 1998

Die 178 Herzen verteilen sich nach sieben Altersgruppen wie folgt:
Abbildung 3. Altersverteilung bei 178 Empfängerherzen 1996 - 1998

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Der Anteil der Herzen männlicher Empfänger (N=137) betrug 77%. Der Altersmedian aller Empfänger lag bei 53 Jahren (Range 1-66). Die männlichen Empfänger hatten einen Altersmedian von 54 Jahren (Range 1-66), die weiblichen von 52 Jahren (Range 1-62).
Jedem der Herzen wurde eine histopathologisch gestützte Diagnose zugeordnet. Sie ergab sich aus den wesentlichen pathologischen Veränderungen in den Ventrikeln unter Berücksichtigung des Koronararterienstatus und der klinischen Angaben. Die mikroskopisch aufgedeckte Morphologie des Myokards war sehr häufig mit der klinischen Vorgabe des Verdachts auf eine dilatative Kardiomyopathie vereinbar. In anderen Fällen waren die morphologischen Kriterien nicht erfüllt, um eine solche Diagnose zu bestätigen, so daß die Beschreibung etwa einer ausgeprägten Hypertrophie mit Folgeschäden oder reiner Folgeschäden genügen mußte. Manche Fälle einer klinisch verdächtigten dilatativen Kardiomyopathie sind nach der histologischen Untersuchung von Myokard und Koronararterien letztlich als ischämische Kardiomyopathie erkannt worden. Die Problematik der letztgenannten Diagnose besteht darin, daß sie wesentlich auf der klinischen Tatsache einer terminalen Herzinsuffizienz bei koronarer Herzkrankheit basiert und weniger eine histologische Diagnose ist.
Tabelle 1. Art und absolute Häufigkeit der Diagnosen bei den Empfängerherzen (N=178)
|
Diagnose |
Anzahl der Fälle |
|
Dilatative Kardiomyopathie |
78 |
|
Ischämische Kardiomyopathie |
45 |
|
Wesentliche Hypertrophie mit wesentlichen Folgeschäden |
33 |
|
Reine Hypertrophie |
6 |
|
Reine Folgeschäden |
5 |
|
Restriktive Kardiomyopathie |
3 |
|
Myokarditis |
2 |
|
Abgelaufene Myokarditis mit Über- gang in dilatative Kardiomyopathie |
2 |
|
Endokardfibroelastose |
1 |
|
Atrophisches Myokard |
1 |
|
Ohne Diagnose |
2 |
Die prozentualen Anteile der einzelnen Diagnosen zeigt Abbildung 4. Weniger als dreimal vorkommende Diagnosen gehören zu sonstige.
Abbildung 4. Prozentuale Verteilung der Diagnosen bei den Empfängerherzen 1996 - 1998, DCMP - dilatative Kardiomyopathie, Ischämische CMP - ischämische Kardiomyopathie,RCMP - restriktive Kardiomyopathie, HT - Hypertrophie, FS - Folgeschäden

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44% (N=78) der Empfängerherzen wiesen im linken Ventrikel Veränderungen auf, die mit der Diagnose einer dilatativen Kardiomyopathie vereinbar waren. 14 (18%) dieser Herzen boten auch im rechten Ventrikel ein morphologisches Bild im Sinne einer solchen Diagnose. 45mal (58%) war das rechtsventrikuläre Myokard mittel- oder schwergradig mit und ohne Folgeschäden als Ausdruck einer Anpassungsreaktion hypertrophiert. 11 Pulmonalarterien trugen Zeichen der Druckbelastung (16% der 69 untersuchten). In der überwiegenden Zahl der Fälle war das linksventrikuläre Endokard deutlich verdickt. Sofern eine Koronararteriensklerose (41mal, was 62% der untersuchten Koronararterien entsprach) vorlag, war sie meistens leicht- bis mittelgradig ausgeprägt, selten schwer. Sechs (acht Prozent) der untersuchten Aorten waren arteriosklerotisch verändert, zwei (drei Prozent) trugen Zeichen der Druckbelastung. In fast allen Fällen war die Diagnose dilatative Kardiomyopathie bereits im Vorfeld der Untersuchung gestellt worden. In einem Fall mußte die zuvor angenommene Diagnose einer ischämischen Kardiomyopathie revidiert werden.
25% (N=45) der Empfängerherzen wurden die Diagnose ischämische Kardiomyopathie zugeordnet. Der linke Ventrikel wies in allen Fällen, der rechte Ventrikel in einem Drittel der Fälle entsprechende Veränderungen auf. Der rechte Ventrikel war in einem weiteren Drittel der Fälle als Ausdruck einer Anpassung mittel- bis schwergradig hypertrophiert. Zwei der 43 untersuchten Pulmonalarterien waren druckbelastet (fünf Prozent). Bei der Koronararteriensklerose, die in jedem untersuchten Fall vorlag, überwogen mittel- bis schwergradige, oft mit Verkalkungen einhergehende Ausprägungen. An elf (26%) der untersuchten Aorten konnte eine Arteriosklerose nachgewiesen werden. Bei sieben Herzen war zuvor eine dilatative Kardiomyopathie angenommen worden, und die Diagnose mußte revidiert werden. In den übrigen Fällen bestand Übereinstimmung zwischen klinischer und histologischer Diagnose.
Unter den 19% (N=33) der Empfängerherzen mit Hypertrophie und Folgeschäden als wesentlichem histologischen Befund waren ganz unterschiedliche klinische Diagnosen: elf Fälle mit Verdacht auf dilatative Kardiomyopathie, neun Fälle mit primärer pulmonaler Hypertonie, wo die hauptsächlichen Veränderungen den rechten Ventrikel betrafen, fünf Fälle mit Ventrikelseptumdefekt und pulmonaler Hypertonie, vier Fälle mit weiteren angeborenen Anomalien wie M. Ebstein, double outlet right ventricle und double inlet left ventricle, zwei Fälle mit sekundärer pulmonaler Hypertonie und je ein Fall mit Verdacht auf restriktive Kardiomyopathie und mit hypertropher nicht obstruktiver Kardiomyopathie. Acht der neun Pulmonalarterien
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von Patienten mit primärer pulmonaler Hypertonie wiesen Zeichen der Druckbelastung auf, ebenfalls zwei der vier untersuchten Pulmonalarterien von den fünf Patienten mit Ventrikelseptumdefekt, die Pulmonalarterien bei double outlet right ventricle und bei vier der Herzen mit Verdacht auf dilatative Kardiomyopathie.Bei fünf Empfängerherzen dominierten reine Folgeschäden, wobei in drei Fällen im rechten Ventrikel zugleich eine mittelgradige Hypertrophie bestand. Die klinischen Diagnosen waren bei drei Patienten dilatative Kardiomyopathie, bei einem Patienten koronare Herzkrankheit und bei einem weiteren Unentschiedenheit zwischen restriktiver Kardiomyopathie und Pericarditis constrictiva gewesen.
Die sechs Fälle mit reiner Hypertrophie als wesentlichem histologischen Befund betrafen zwei Herzen von Patienten mit primärer pulmonaler Hypertonie, wo der rechte Ventrikel isoliert hypertrophiert war, drei Herzen mit dilatativer Kardiomyopathie als klinischer Diagnose, wo die Veränderungen zweimal nur den linken und einmal nur den rechten Ventrikel beherrschten, und ein Herz mit double outlet right ventricle, wo beide Ventrikel pathologisch verändert waren.
Alle weiteren Diagnosen waren selten und sind der Tabelle 1 oder der Basistabelle 1 im Anhang zu entnehmen. Von zwei Herzen lag nicht ausreichend Material für die Untersuchung vor, so daß die klinischen Diagnosen dilatative Kardiomyopathie und ischämische Kardiomyopathie histopathologisch nicht verifiziert werden konnten.
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Die Gruppe besteht aus fünf Herzen von männlichen Spendern mit einem Altersmedian von 49 Jahren (Range 38-65) und dem Herzen einer 44jährigen Spenderin. Zur Todesursache eines 38jährigen Mannes wurden keine Angaben gemacht. Ein akuter Myokardinfarkt sei laut Protokoll jeweils die Todesursache eines 49 und eines 65 Jahre alten Mannes gewesen. Ein 41jähriger Spender starb an einer Lungenembolie, ein 60jähriger Spender an einem akuten Herzversagen im Rahmen einer respiratorischen Insuffizienz bei chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung. Todesursache der Frau war ein Schädel-Hirn-Trauma.
Die Koronararterien aller 6 Herzen wiesen eine Arteriosklerose auf. Eine hochgradig stenosierende Koronararteriensklerose lag bei dem 41jährigen Mann vor, der an einer Lungenembolie gestorben war. Die übrigen Bestandteile des Organs stellten im wesentlichen einen Normalbefund dar. Eine Koronararteriensklerose mit mittelgradiger Lumeneinengung konnte bei dem 65jährigen Mann mit Herzinfarkt nachgewiesen werden. Das Myokard beider Ventrikel war Folgezustand rezidivierender ischämischer Krisen. Außerdem bestand einzig hier eine Aortensklerose. Die Koronararterien des ebenfalls laut Protokoll an einem Herzinfarkt gestorbenen 49jährigen Mannes waren leicht verengt, und das Myokard des linken Ventrikels zeigte Folgeschäden, die offenbar ischämisch bedingt waren. Der rechte Ventrikel und die großen Gefäße waren unauffällig. Eine Koronararteriensklerose mit geringfügiger Lumeneinengung lag auch bei dem 38jährigen männlichen Spender ohne bekannte Todesursache vor. Der linke Ventrikel war mittelgradig hypertrophiert, beide Ventrikel wiesen Folgeschäden auf. Eine ähnliche Situation, ebenfalls mit beginnender Koronararteriensklerose, bestand bei dem Herzen der 44jährigen Frau.
19
Der Anteil männlicher Spender (N=74) betrug 56%. Der Altersmedian aller Spender lag bei 52 Jahren (Range 8-67). Die männlichen Spender hatten einen Altersmedian von 51 Jahren (Range 8-67), die weiblichen von 55 Jahren (Range 15-67).
Die Anzahl der Herzen von männlichen und weiblichen Spendern in den Jahren 1996 bis 1998 sowie die Verteilung auf sieben Altersgruppen veranschaulichen die Abbildungen 5 und 6.
Abbildung 5. Anzahl- und Geschlechtsverteilung bei 133 Spenderherzen 1996 - 1998

Abbildung 6. Altersverteilung der 133 Spenderherzen 1996 -1998

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Zum Teil wurden mehrere Gründe für die Ablehnung der Verwendung eines Organs zur Organspende genannt; dann wurde der bedeutendste Grund ausgewählt, so daß sich folgende Verteilung ergibt:
Tabelle 2. Art und Anzahl der Ablehnungsgründe in der Gesamtgruppe der 133 Spenderherzen
|
Ablehnungsgrund |
Zahl der Fälle |
|
Koronararteriensklerose |
36 |
|
Alter |
19 |
|
Keine Angaben |
17 |
|
Diastolische oder systolische Funktions- störungen, Hypotonie |
15 |
|
Logistische Probleme, Zeitübertretungen |
8 |
|
Zu hohe Katecholamindosis |
8 |
|
Infarktanamnese |
4 |
|
Herzhypertrophie |
4 |
|
Klappenfehler |
4 |
|
Rhythmusstörungen |
4 |
|
Herzkontusion |
2 |
|
Lungenembolie |
2 |
|
Reanimationsdauer |
2 |
|
Eiter im Perikard |
1 |
|
Verkalkter Mitralklappenring |
1 |
|
Mitralklappe mit verkalkten Chordae |
1 |
|
Autoimmunenzephalitis |
1 |
|
cardiac arrest |
1 |
|
Reaktivität für CMV-IgM |
1 |
|
Tumorverdacht (Leber) |
1 |
|
Perikardtamponade |
1 |
Abbildung 7 veranschaulicht die prozentuale Verteilung der Ablehnungsgründe. Alle nur zwei- oder einmal vorkommenden Fälle wurden als sonstige zusammengefaßt.
Abbildung 7. Prozentuale Verteilung der Ablehnungsgründe in der Gesamtgruppe der 133 Spenderherzen

Die vom Chirurgen im Zuge der Explantation des Herzens getastete Koronararteriensklerose war mit einem Anteil von 27% der mit Abstand häufigste Grund, ein Herz nicht für die Transplantation zu verwenden. Dieser Ablehnungsgrund wurde auch in den Protokollen von fünf der neunzehn Herzen, deren Spender älter als sechzig Jahre alt waren, gefunden. Bei diesen schien nicht in jedem Fall klar, daß ihre Verwendung für die Transplantation ausgeschlossen war. Unter Berücksichtigung
22
einer im Herzzentrum geltenden Altersgrenze von 60 Jahren ist jedoch allen älteren Herzen der Ablehnungsgrund Alter zugeordnet worden, selbst wenn es nicht in jedem Fall so dokumentiert worden war. Mit 14% war das Alter über 60 Jahre zweithäufigster Ablehnungsgrund.In 17 Fällen (13%) konnte aufgrund unzureichender Dokumentation kein Ablehnungsgrund ermittelt werden.
Zu den 15 Fällen, die unter diastolische/systolische Funktionsstörungen/Hypotonie zusammengefaßt wurden, gehörten sechs, die offenbar wegen echokardiographisch festgestellter Kontraktilitätsprobleme und zwei, die wegen diastolischer Relaxationsstörungen abgelehnt worden waren. Bei den übrigen Herzen wurden längere hypotone Phasen, einmal beginnendes Linksherzversagen und eine schlechte rechtsventrikuläre Funktion angegeben. Oftmals waren mehrere Ablehnungsgründe (z.B. Hypotonie, Katecholamindosis, EKG-Veränderungen) verzeichnet. Nicht immer wurde klar, ob die zur Ablehnung führenden Störungen der Herzfunktion klinisch, echokardiographisch oder anderweitig festgestellt worden waren.
Die acht Herzen unter Logistik/Zeit waren solche, für die sich kein passender Empfänger hatte finden lassen oder die die Ischämiezeit überschritten hatten.
Unter Katecholamindosis sind acht Herzen zusammengefaßt worden, die einzig aus diesem Grund abgelehnt worden waren. Wenn daneben eine Koronararteriensklerose oder andere Gründe mit ausschlaggebend waren, erfolgte die Auflistung dort.
Drei Herzen hatten eine Infarktanamnese: zwei eine länger zurückliegende; ein Herz stammte von einem Spender, der an einem akuten Vorderwandinfarkt gestorben war.
Unter den vier Fällen mit Rhythmusstörungen waren neben einer Erwähnung von Kammerflimmern drei ungenaue Angaben wie Tachykardie bei zwei Herzen und bekannte Arrhythmie bei einem Herzen.
Die verbleibenden Ablehnungsgründe sind direkt der Tabelle 2 zu entnehmen.
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Tabelle 3. Art und absolute Häufigkeit der Todesursachen in der Gesamtgruppe der 133 Spenderherzen
|
Todesursache |
Anzahl der Fälle |
|
Subarachnoidalblutung |
47 |
|
Intrazerebrale Blutung |
32 |
|
Schädel - Hirn - Trauma |
21 |
|
Apoplex |
11 |
|
Lungenembolie |
2 |
|
Hirntumor |
2 |
|
Zerebrale Hypoxie |
2 |
|
Cardiac arrest |
2 |
|
Tablettenintoxikationen |
2 |
|
Keine Angabe |
2 |
|
Akuter Myokardinfarkt |
1 |
|
Nicht weiter spez. intrakranielle Blutung |
1 |
|
CO - Intoxikation |
1 |
|
Virusenzephalitis |
1 |
|
Autoimmunenzephalitis |
1 |
|
Status asthmaticus |
1 |
|
Hirntumor |
1 |
|
Hämorrhagischer Schock |
1 |
|
Nicht weiter spez. Suizid |
1 |
|
Kopfschuß |
1 |
24
Die wesentlichen Todesursachen in der Gesamtgruppe der 133 Spenderherzen waren die Subarachnoidalblutung mit 35%, die intrazerebrale Blutung mit 24% und das Schädel-Hirn-Trauma mit 16%.
Abbildung 8 veranschaulicht die prozentuale Verteilung der Todesursachen. Todesursachen mit einer Anzahl von weniger als zehn sind unter sonstige zusammengefaßt.
Abbildung 8. Prozentuale Verteilung der Todesursachen in der Gesamtgruppe der 133 Spenderherzen

Der Gruppe der 112 Spenderherzen mit gesicherten bzw. möglichen kardialen Vorerkrankungen gehört die Mehrzahl der Spenderherzen an. Sie ergab sich nach Abzug der bereinigten Gruppe von 21 Spenderherzen. Sie ist in ihrer Zusammensetzung äußerst heterogen. Ihr gehören im Unterschied zur bereinigten
25
Gruppe Herzen von Spendern an, die ganz gewiß bereits an einer Herzerkrankung litten und sicherlich primär als Klappenspender dienten, Herzen, deren Spender älter als sechzig Jahre alt waren, Herzen, die bereits makroskopisch einer kardialen Vorerkrankung stark verdächtig waren, Herzen, bei denen klinische Parameter nur schwache Hinweise auf eine kardiale Erkrankung boten und Herzen, die aufgrund einer mangelnden Dokumentation und der deshalb bestehenden Ungewißheit in dieser Gruppe bleiben mußten.
Der Anteil der Herzen männlicher Spender (N=63) betrug 56%. Der Altersmedian aller Spender lag bei 54 Jahren (Range 10-67). Die männlichen Spender hatten einen Altersmedian von 52 Jahren (Range 10 - 67), die weiblichen von 55 Jahren (Range 15 - 67).
Abbildung 9. Alters- und Geschlechtsverteilung in der Gruppe der 112 Spenderherzen mit gesicherten bzw. möglichen Vorerkrankungen

Die Altersgruppe der 51-60jährigen hat noch deutlicher ein Übergewicht als in der Gesamtgruppe. Es konnten in dieser Altersgruppe nur ein männliches Herz und vier weibliche Herzen aus der Gesamtgruppe in die bereinigte Gruppe übernommen
26
werden. In der Altersgruppe der 41-50jährigen beschränkte sich die Übernahme auf drei männliche und zwei weibliche Herzen. Immerhin waren sechs der acht männlichen Herzen, deren Spender unter 31 Jahre alt waren, frei vom Verdacht auf eine zuvor bestehende Erkrankung, wurden damit der Gruppe der bereinigten Herzen zugeordnet und erscheinen hier nicht mehr. Von den gleichfalls acht weiblichen Herzen, deren Spender jünger als 31 Jahre alt waren, konnte nur ein Herz übernommen werden. Bei vier weiblichen Herzen dieser Altersgruppe war in den Spenderinformationsprotokollen kein Ablehnungsgrund dokumentiert. Wegen der dadurch bestehenden Ungewißheit bezüglich etwaiger Vorerkrankungen mußten sie in der mit kardialen Vorurteilen behafteten Gruppe bleiben.
Das Spektrum der Ablehnungsgründe in dieser Gruppe beinhaltet alle, die ein Hinweis auf eine kardiale Erkrankung sein können. Die Fälle ohne Angabe eines Grundes gehören gleichfalls in diese Gruppe. Tabelle 4 zeigt absolute und relative Häufigkeiten der Ablehnungsgründe.
Tabelle 4. Absolute und relative Häufigkeiten der Ablehnungsgründe in der Gruppe der 112 Spenderherzen mit gesicherten/möglichen Vorerkrankungen
|
Grund der Ablehnung |
Zahl der Fälle (%) |
|
Koronararteriensklerose |
36 (32%) |
|
Alter |
19 (17%) |
|
Keine Angabe |
17 (15%) |
|
Diastolische und systolische Funktions- störungen/Hypotonie |
15 (13%) |
|
Infarktanamnese |
4 (4%) |
|
Herzhypertrophie |
4 (4%) |
|
Klappenfehler |
4 (4%) |
|
Rhythmusstörungen |
4 (4%) |
|
Lungenembolie |
2 (2%) |
|
Katecholamindosis |
1 (1%) |
|
Eiter im Perikard |
1 (1%) |
|
Mitralklappe mit verkalkten Chordae |
1 (1%) |
|
Verkalkter Mitralklappenring |
1 (1%) |
|
Autoimmunenzephalitis |
1 (1%) |
|
contusio cordis |
1 (1%) |
|
cardiac arrest |
1 (1%) |
Das Herz, das wegen einer zu hohen Katecholamindosis für die Verwendung zur Organspende abgelehnt worden war, ist deshalb nicht in die bereinigte Gruppe aufgenommen worden, weil bei dem Spender eine Anamnese für einen arteriellen Hypertonus bestanden hatte.
Im Spenderprotokoll des Herzens mit der Autoimmunenzephalitis als Ablehnungsgrund war ein Ablehnungsgrund nicht explizit verzeichnet. Es ist eine Annahme, daß die Todesursache des Spenders zugleich ein Ablehnungsgrund gewesen sein mochte. Da aber wegen der unzureichenden Dokumentation eine nicht ausreichende Gewißheit bestand, konnte das Herz nicht der bereinigten Gruppe zugeordnet werden.
Das wegen einer contusio cordis abgelehnte Herz wäre in die bereinigte Gruppe aufgenommen worden, da für die Frage nach zuvor bestehenden kardialen Erkrankungen durch die Quetschung im Rahmen eines Traumas akut entstandene Veränderungen, etwa Hämorrhagien, ausgeblendet hätten werden können. Bei diesem Herzen erfolgte jedoch die Explantation relativ spät, so daß es offenbar nicht primär für die Organspende vorgesehen war.
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Tabelle 5. Absolute und relative Häufigkeiten der Todesursachen in der Gruppe der 112 Spenderherzen mit gesicherten/möglichen Vorerkrankungen
|
Todesursache |
Zahl der Fälle (%) |
|
Subarachnoidalblutung |
40 (36%) |
|
Intrazerebrale Blutung |
29 (26%) |
|
Schädel - Hirn - Trauma |
15 (13%) |
|
Apoplex |
10 (9%) |
|
Lungenembolie |
2 (2%) |
|
Hirntumor |
2 (2%) |
|
cardiac arrest |
2 (2%) |
|
Keine Angabe |
2 (2%) |
|
Tablettenintoxikation |
1 (1%) |
|
Akuter Myokardinfarkt |
1 (1%) |
|
Nicht weiter spez. intrakranielle Blutung |
1 (1%) |
|
CO - Intoxikation |
1 (1%) |
|
Virusenzephalitis |
1 (1%) |
|
Autoimmunenzephalitis |
1 (1%) |
|
Status asthmaticus |
1 (1%) |
|
Hirntumor |
1 (1%) |
|
Hämorrhagischer Schock |
1 (1%) |
|
Kopfschuß |
1 (1%) |
Die Differenzen im prozentualen Anteil der drei häufigsten Todesursachen im Vergleich zur Gesamtgruppe der 133 Spenderherzen sind gering. Die Unterschiede betragen bei der Subarachnoidalblutung und bei der intrazerebralen Blutung +1 bzw. +2%. Beim Schädel-Hirn-Trauma, das in der Gruppe der mit Vorurteilen behafteten Herzen einen um drei Prozent geringeren Anteil hat, ist der Unterschied noch am deutlichsten.
29
Bei 90 Herzen (80%) wurden wesentliche pathologische Veränderungen gefunden. 20 Herzen (18%) stellten einen sogenannten Normalbefund dar. Von den 20 Normalbefunden waren allerdings fünf nicht vollständig untersucht, da in drei Fällen die Koronararterien und in zwei Fällen die Pulmonalarterien nicht zur Untersuchung vorgelegen hatten. Zwei weitere Herzen (2%) waren zwar mikroskopisch unauffällig, aber wegen ihrer makroskopischen Erscheinung (ein Herz mit anamnestischer Mitralinsuffizienz II° und einem Herzgewicht von 484 g bei ausgesprochen dilatierten Ventrikeln; das andere Herz mit Linkshypertrophie und einer Wandstärke von 18 mm sowie mit einem Restherzgewicht von 434g) wurden sie von den Normalbefunden ausgeschlossen.
74 der 104 Herzen (71%), die einschließlich der Koronararterien untersucht wurden, wiesen eine Koronararteriensklerose unterschiedlichen Ausmaßes auf. 21 dieser Fälle hatten ein unauffälliges Myokard. Hinsichtlich des Myokards kann also festgestellt werden, daß es bei insgesamt 41 Herzen (37%) ohne wesentliche pathologische Veränderungen war.
Bei allen Herzen mit Aortensklerose bestand auch eine unterschiedlich ausgeprägte Koronararteriensklerose.
Eine druckbelastete Arteria pulmonalis wurde nur in zwei Fällen gefunden.
Tabelle 6 stellt die absolute Häufigkeit der histopathologischen Diagnosen und Abbildung 10 den prozentualen Anteil der Herzen mit einer bestimmten Diagnose an der Gesamtzahl der Herzen dar. Für die Koronararterien, für die Arteria pulmonalis und für die Aorta mußten für die Prozentangabe wegen teilweise unvollständiger Befunde 8, 3 bzw. 2 Herzen von der Gesamtzahl 112 in Abzug gebracht werden. In die Auflistung gingen manche Herzen mehrmals ein, wenn unterschiedliche morphologische Veränderungen in seinen verschiedenen Anteilen vorkamen. Anschließend werden die morphologischen Veränderungen Diagnose um Diagnose aufgegriffen, indem zunächst eine Analysetabelle gezeigt wird, die die wesentlichen Charakteristika von Herzen mit einer gemeinsamen Diagnose darstellt. Im Anschluß an jede Tabelle wird in einem Text auf die wichtigsten Gesichtspunkte eingegangen.
30
Tabelle 6. Art und Häufigkeit der morphologischen Veränderungen in der Gruppe der 112 Spenderherzen mit gesicherten/möglichen Vorerkrankungen
|
Art der morphologischen Veränderung |
Häufigkeit |
|
Koronararteriensklerose |
74 |
|
Aortensklerose |
21 |
|
Reine Hypertrophie |
21 |
|
Reine Folgeschäden |
20 |
|
Hypertrophie mit Folgeschäden |
19 |
|
Ischämische Myokardschäden |
13 |
|
Druckbelastung der Arteria pulmonalis |
2 |
|
Toxischer Herzmuskelschaden |
2 |
|
Gemischtzellige Myokarditis |
1 |
|
Z.n. Myokarditis mit geringem Folgeschaden |
1 |
|
Mikronekrosen nach CO-Intoxikation |
1 |
|
Chronisch proliferierende Vaskulitis |
1 |
Abbildung 10. Prozentualer Anteil morphologischer Veränderungen in der Gruppe der 112 Spenderherzen mit gesicherten/möglichen Vorerkrankungen

31
Tabelle 7. 74 Fälle mit Koronararteriensklerose aus der Gruppe der 112 Spenderherzen mit gesicherten/möglichen Vorerkrankungen
|
Morphologie |
Koronararteriensklerose (N=74) |
|||
|
Charakteristik |
leicht |
mittel |
schwer |
undefiniert |
|
Gesamtzahl/Fälle mit Kalk |
21/1 |
36/13 |
16/4 |
1/1 |
|
männlich |
10 |
25/10 |
11/4 |
|
|
weiblich |
11/1 |
11/3 |
5 |
1/1 |
|
Alter |
|
|
|
63 |
|
Median |
54 |
55 |
51;5 |
|
|
Range |
35-63 |
39-67 |
40-63 |
|
|
männlich-Median |
54 |
55 |
50 |
|
|
männlich-Range |
35-63 |
39-67 |
40-63 |
|
|
weiblich-Median |
54 |
55 |
57 |
|
|
weiblich-Range |
42-61 |
44-63 |
45-62 |
|
|
Gründe für Nichtverwendung als Spenderorgan, Anzahl (%) |
|
|
|
|
|
Koronararteriensklerose |
5 (24%) |
16 (44%) |
7 (44%) |
|
|
Keine Angabe |
4 (19%) |
3 (8%) |
1 (6%) |
|
|
Alter |
3 (14%) |
9 (25%) |
2 (12%) |
1 |
|
Syst./diast. Fkt.-stör./Hypotonie |
2 (10%) |
4 (11%) |
2 (12%) |
|
|
Hypertrophie/Herzvergrößerung |
1 (5%) |
|
1 (6%) |
|
|
Hohe Katecholamindosis |
1 (5%) |
|
|
|
|
Rhythmusstörungen |
2 (10%) |
|
|
|
|
Klappenfehler |
1 (5%) |
1 (3%) |
|
|
|
KHK/Infarkt in der Anamnese |
|
1 (3%) |
3 (19%) |
|
|
Sonstiges |
2 (10%) |
2 (6%) |
|
|
|
Todesursachen, Anzahl (%) |
|
|
|
|
|
Subarachnoidalblutung |
9 (43%) |
13 (36%) |
4 (25%) |
1 |
|
Intrazerebrale Blutung |
7 (33%) |
11 (31%) |
6 (37%) |
|
|
Schädel-Hirn-Trauma |
|
3 (8%) |
1 (6%) |
|
|
Apoplex |
1 (5%) |
5 (14%) |
1(6%) |
|
|
Lungenembolie |
2 (10%) |
|
|
|
|
Keine Angabe |
1 (5%) |
|
|
|
|
Autoimmunenzephalitis |
1 (5%) |
|
|
|
|
cardiac arrest |
|
2 (6%) |
1 (6%) |
|
|
Kopfschuß |
|
1 (3%) |
|
|
|
Hämorrhagischer Schock |
|
1 (3%) |
|
|
|
Virusenzephalitis |
|
|
1 (6%) |
|
|
Amitriptylinintoxikation |
|
|
1 (6%) |
|
|
Herzinfarkt |
|
|
1 (6%) |
|
|
Myokardmorphologie linker Ventrikel Anzahl (%) |
|
|
|
|
|
Normal |
8 (38%) |
10 (28%) |
6 (37%) |
|
|
Reine Hypertrophie 2° |
4 (19%) |
4 (11%) |
|
|
|
Reine Hypertrophie 3° |
1 (5%) |
1 (3%) |
|
|
|
Hypertrophie 2° + Folgeschäden |
|
5 (14%) |
3 (19%) |
1 |
|
Hypertrophie 3° + Folgeschäden |
3 (14%) |
4 (11%) |
|
|
|
Reine Folgeschäden |
2 (10%) |
6 (17%) |
2 (12%) |
|
|
Ischämische Myokardschäden |
1 (5%) |
5 (14%) |
4 (25%) |
|
|
Sonstiges |
2 (10%) |
1 (3%) |
1 (6%) |
|
|
Morphologie |
Koronararteriensklerose (N=74) |
|||
|
Charakteristik |
leicht (N=21) |
mittel (N=36) |
schwer (N=16) |
undefiniert (N=1) |
|
Myokardmorphologie rechter Ventrikel Anzahl (%) |
|
|
|
|
|
Normal |
13 (65%) |
24 (67%) |
11 (69%) |
|
|
Reine Hypertrophie 2° |
2 (10%) |
2 (6%) |
|
|
|
Hypertrophie 2° + Folgeschäden |
|
1 (3%) |
1 (6%) |
|
|
Hypertrophie 3° + Folgeschäden |
|
|
1 (6%) |
|
|
Reine Folgeschäden |
4 (20%) |
7 (19%) |
1 (6%) |
1 |
|
Ischämische Myokardschäden |
|
2 (6%) |
1 (6%) |
|
|
Sonstiges |
1 (5%) |
|
1 (6%) |
|
|
Nicht untersucht |
1 |
|
|
|
|
Morphologie der großen Gefäße Anzahl (%) |
|
|
|
|
|
Aortensklerose |
3 (14%) |
10 (28%) |
6 (40%) |
1 |
|
nicht untersucht |
|
|
1 |
|
|
Druckbelastung der A. pulmonalis |
|
|
1 (6%) |
|
Von den 112 Spenderherzen mit gesicherten bzw. möglichen Vorerkrankungen wurden bei 104 Organen die Koronararterien untersucht. Eine Koronararteriensklerose wurde bei 74 Herzen (71%) nachgewiesen. Bei 28% dieser 74 Herzen wurde eine geringfügige, bei 49% eine mittlere, mit anderen Worten deutliche, und bei 22% eine hochgradige Stenosierung der Herzkranzgefäße festgestellt. In einem Fall war der Schweregrad nicht dokumentiert. In 19 Fällen (26%) ging die Arteriosklerose mit Kalk einher. Der Anteil der betroffenen Frauenherzen lag mit 38% etwas unter dem Anteil der Frauenherzen an der Gruppe aller 104 untersuchten Koronararteriensysteme (42%). Lediglich in der Gruppe mit leichter Stenosierung überwogen weibliche Herzen mit 55%. Der Altersmedian der Frauen nahm mit dem Grad der Stenosierung zu. Für die Männer mit hochgradigen Stenosen der Koronararterien errechnete sich ein Altersmedian von 50 Jahren (Range 40-63), der deutlich unter dem bei leicht- und mittelgradigen Stenosierungen lag.
Etwa ein Viertel der Herzen mit leichter Stenosierung war bereits primär wegen einer tastbaren Koronararteriensklerose nicht für die Herztransplantation in Frage gekommen. Dieser Ablehnungsgrund gewann mit dem Grad der Stenosierung, wenn zugleich häufiger eine Verkalkung vorlag, an Gewicht (jeweils 44% bei mittlerer und schwerer Stenosierung). Vergleichsweise häufige Ablehnungsgründe waren bei Herzen aller Stenosierungsgrade das Alter (über 60 Jahre alte Spender) sowie Beobachtungen systolischer oder diastolischer Funktionsstörungen und/oder des Auftretens hypotoner Phasen. Zu den Herzen mit schwer stenosierender
33
Koronararteriensklerose gehörten drei, bei denen anamnestisch eine koronare Herzkrankheit oder ein Herzinfarkt bekannt gewesen waren.Führende Todesursachen waren die Subarachnoidalblutung und die intrazerebrale Blutung. Jene überwog und hatte einen Anteil von 43% in der Gruppe mit geringer Stenosierung, während diese mit einem Anteil von 37% in der Gruppe mit hochgradiger Stenosierung überwog.
Der linke Ventrikel war in 62% der Fälle mit leichter Stenosierung pathologisch auffällig: in vier von 21 Fällen lagen eine mittelgradige Hypertrophie, in einem Fall eine schwere Hypertrophie, in drei Fällen neben einer schweren Hypertrophie erwähnenswerte Folgeschäden vor. Reine Folgeschäden wurden in zwei und deutliche ischämische Schäden in einem Herzen linksventrikulär beschrieben. Die seltenen Veränderungen waren ein Fall mit toxischem Herzmuskelschaden und ein Fall mit chronisch proliferierender Vaskulitis.
Linksventrikuläre morphologische Auffälligkeiten bestanden in 72% der 36 Herzen mit mittelgradig stenosierender Koronararterienstenose: am häufigsten reine Folgeschäden (sechsmal) und je fünfmal mittelgradige Hypertrophie mit Folgeschäden, deutliche Hypertrophie ohne wesentliche Folgeschäden sowie ischämische Myokardschäden.
Am höchsten war der Anteil deutlicher ischämischer Schäden linksventrikulär bei den Herzen mit schwerer Stenosierung: 25%. Hier traten außerdem mittelgradige Hypertrophie mit Folgeschäden (19%) und reine Folgeschäden (12%) vergleichsweise häufig auf. In einem Herzen wurde eine abgelaufene Myokarditis mit relativ geringen Folgeschäden gesehen.
Im rechten Ventrikel fanden sich seltener pathologische Auffälligkeiten (zu 65, 67 und 69% Normalbefund mit steigendem Grad der Stenosierung). Am häufigsten wurden reine Folgeschäden gesehen.
Der Anteil der Aortensklerose wuchs mit zunehmendem Stenosierungsgrad signifikant: 14, 28 und 40% der untersuchten Aorten.
Ein Fall mit Druckbelastung der Arteria pulmonalis wurde bei einem Herzen mit schwerer verkalkender Koronararteriensklerose und mit Nachweis einer abgelaufenen Myokarditis in beiden Ventrikeln dokumentiert.
34
Tabelle 8. 21 Fälle mit Aortensklerose aus der Gruppe der 112 Spenderherzen mit gesicherten/möglichen Vorerkrankungen
|
Morphologie |
Aortensklerose (N=21) |
|
Gesamtzahl |
21 |
|
männlich |
13 |
|
weiblich |
8 |
|
Alter |
|
|
Median |
57 |
|
Range |
44-67 |
|
männlich-Median |
52 |
|
männlich-Range |
44-67 |
|
weiblich-Median |
58,5 |
|
weiblich-Range |
45-63 |
|
Gründe für Nichtverwendung als Spenderorgan, Anzahl (%) |
|
|
Koronararteriensklerose |
8 (38%) |
|
Alter |
7 (33%) |
|
Syst./diast. Fkt.-stör./Hypotonie |
3 (14%) |
|
Hypertrophie/Herzvergrößerung |
1 (5%) |
|
Rhythmusstörungen |
1 (5%) |
|
KHK/Infarkt in der Anamnese |
1 (5%) |
|
Todesursachen, Anzahl (%) |
|
|
Subarachnoidalblutung |
5 (24%) |
|
Intrazerebrale Blutung |
7 (33%) |
|
Schädel-Hirn-Trauma |
1 (5%) |
|
Apoplex |
5 (24%) |
|
Virusenzephalitis |
1 (5%) |
|
Amitriptylinintoxikation |
1 (5%) |
|
Keine Angabe |
1 (5%) |
|
Myokardmorphologie linker Ventrikel Anzahl (%) |
|
|
Normal |
7 (33%) |
|
Reine Hypertrophie 2° |
1 (5%) |
|
Hypertrophie 2° + Folgeschäden |
2 (10%) |
|
Hypertrophie 3° + Folgeschäden |
3 (14%) |
|
Reine Folgeschäden |
5 (24%) |
|
Ischämische Myokardschäden |
2 (10%) |
|
Toxischer Herzmuskelschaden |
1 (5%) |
|
Myokardmorphologie rechter Ventrikel Anzahl (%) |
|
|
Normal |
13 (62%) |
|
Reine Hypertrophie 2° |
2 (10%) |
|
Hypertrophie 3° + Folgeschäden |
1 (5%) |
|
Reine Folgeschäden |
5 (24%) |
|
Koronararteriensklerose,Anzahl (%)/Anzahl der Fälle mit Kalk |
|
|
Normal |
0 |
|
Leicht |
3 (15%) |
|
Mittel |
10 (50%)/5 |
|
Schwer |
6 (30%)/1 |
|
Nicht definiert |
1 (5%)/1 |
|
Nicht untersucht |
1 |
35
Das Geschlechtsverhältnis männlich zu weiblich betrug bei den Herzen mit Aortensklerose 62 zu 38% im Vergleich zum Verhältnis 55 zu 45% in der Gruppe aller 110 Spenderherzen mit möglichen bzw. gesicherten Vorerkrankungen, deren Untersuchung die Aorta einschloß.
Der Altersmedian der Spender aller untersuchten 110 Organe entsprach dem der Ausgangsgruppe (N=112). Der Altersmedian der Spender von aortensklerotischen Herzen lag mit 57 Jahren darüber. Die weiblichen Spender mit Aortensklerose waren älter: 58,5 Jahre (Range 45-63). Für die männlichen Spender mit Aortensklerose errechnete sich wiederum ein Altersmedian von 52 Jahren (Range 44-67), obwohl fünf der sieben Individuen, älter als 60 Jahre, männlich waren.
Häufigster Ablehnungsgrund waren Koronararteriensklerose (38%) und Alter über 60 Jahre (33%). Die übrigen Ablehnungsgründe (systolische oder diastolische Funktionsstörung, Hypotonie, Linksherzhypertrophie, Rhythmusstörungen und Infarktanamnese) legten bereits den Verdacht auf eine Herzerkrankung nahe bzw. bedeuteten Gewißheit über deren Vorliegen.
Häufigste Todesursachen waren intrazerebrale Blutung (33%), Subarachnoidalblutung und Apoplex (jeweils 24%).
Der linke Ventrikel wies bei zwei Dritteln der Herzen pathologische Veränderungen auf, worunter reine Folgeschäden und deutliche Hypertrophie (mittel- und schwergradig) mit Folgeschäden bei jeweils fünf Fällen am häufigsten waren.
Der rechte Ventrikel von acht Herzen (38%) zeigte sich morphologisch auffällig. Reine rechtsventrikuläre Folgeschäden waren auch hier häufig (fünf Organe).
Von keinem der Herzen, bei denen die Koronararterien untersucht wurden (20 Herzen), waren diese normal. Sie waren im Gegenteil in der Mehrzahl deutlich stenosiert: drei Fälle leichter, zehn mittelgradiger und sechs hochgradiger Stenosierungen. In einem Fall war der Grad der Stenosierung nicht dokumentiert, es zeigte sich aber bereits eine Verkalkung. Eine verkalkende Koronararteriensklerose lag auch in fünf der zehn Fälle mittlerer und in einem der sechs Fälle schwerer Stenosierungen vor.
36
Tabelle 9. 2 Fälle mit Druckbelastung der Arteria pulmonalis aus der Gruppe der 112 Spenderherzen mit gesicherten/möglichen Vorerkrankungen
|
Morphologie |
Druckbelastung der A. pulmonalis (N=2) |
|
Charakteristik |
|
|
Gesamtzahl (beide männlich) |
2 |
|
Alter |
55 und 63 |
|
Gründe für Nichtverwendung als Spenderorgan, Anzahl |
|
|
Alter |
1 |
|
Keine Angabe |
1 |
|
Todesursache, Anzahl |
|
|
Subarachnoidalblutung |
1 |
|
Status asthmaticus |
1 |
|
Myokardmorphologie linker Ventrikel Anzahl |
|
|
Reine Folgeschäden |
1 |
|
Z.n. Myokarditis |
1 |
|
Myokardmorphologie rechter Ventrikel Anzahl |
|
|
Reine Folgeschäden |
1 |
|
Z.n. Myokarditis |
1 |
|
Koronararteriensklerose Anzahl/Anzahl der Fälle mit Kalk |
|
|
Normal |
1 |
|
Schwer |
1/1 |
109 der 112 Spenderherzen mit möglichen bzw. gesicherten Vorerkrankungen wurden einschließlich der Pulmonalarterien untersucht. Es fanden sich zwei Herzen mit druckbelasteter Arteria pulmonalis. Die Spender waren männlich und 55 bzw. 63 Jahre alt. Der jüngere Mann starb an einem Status asthmaticus. Über die Anamnese war weiter nichts bekannt. Der rechte Ventrikel zeigte eine Hypertrophie mittleren Grades mit Folgeschäden, der linke Ventrikel Folgeschäden ohne Hypertrophie. Die Koronararterien waren frei.
Die Ventrikel des älteren Spenders wiesen auf eine abgelaufene Myokarditis mit relativ geringen Folgeschäden hin. Seine Koronararterien waren hochgradig stenosiert und verkalkt.
37
Tabelle 10. 21 Fälle mit reiner Hypertrophie aus der Gruppe der 112 Spenderherzen mit gesicherten/möglichen Vorerkrankungen
|
Morphologie |
Reine Hypertrophie (N=21) |
|||
|
Charakteristik |
LV mittel* |
LV schwer |
RV mittel |
LV+RV schwer+mittel |
|
Gesamtzahl |
14 |
3 |
3 |
1 |
|
männlich |
10 |
2 |
2 |
|
|
weiblich |
4 |
1 |
1 |
1 |
|
Alter |
|
|
|
|
|
Median |
54,5 |
62 |
56 |
|
|
Range |
31-63 |
30-65 |
54-65 |
|
|
männlich-Median |
52,5 |
|
|
|
|
männlich-Range** |
31-63 |
62 und 65 |
56 und 65 |
|
|
weiblich-Median |
55 |
|
|
|
|
weiblich-Range** |
49-57 |
30 |
54 |
51 |
|
Gründe für Nichtverwendung als Spenderorgan, Anzahl (%) |
|
|
|
|
|
Koronararteriensklerose |
7 (50%) |
1 (33%) |
1 (33%) |
|
|
Keine Angabe |
2 (14%) |
|
|
1 |
|
Alter |
1 (7%) |
2 (67%) |
1 (33%) |
|
|
Syst./diast. Fkt.-stör./Hypotonie |
2 (14%) |
|
1 (33%) |
|
|
Hohe Katecholamindosis |
1 (7%) |
|
|
|
|
Sonstiges |
1 (7%) |
|
|
|
|
Todesursachen, Anzahl (%) |
|
|
|
|
|
Subarachnoidalblutung |
3 (21%) |
2 (67%) |
|
|
|
Intrazerebrale Blutung |
3 (21%) |
1 (33%) |
2 (67%) |
1 |
|
Schädel-Hirn-Trauma |
2 (14%) |
|
|
|
|
Apoplex |
2 (14%) |
|
1 (33%) |
|
|
Keine Angabe |
1 (7%) |
|
|
|
|
Hämorrhagischer Schock |
1 (7%) |
|
|
|
|
Hirntumor |
1 (7%) |
|
|
|
|
Nicht spez. intrakran. Blutung |
1 (7%) |
|
|
|
|
Myokardmorphologie linker Ventrikel Anzahl (%) |
|
|
|
|
|
Reine Hypertrophie 2° |
x |
|
|
|
|
Reine Hypertrophie 3° |
|
x |
|
x |
|
Hypertrophie 3° + Folgeschäden |
|
|
2 (67%) |
|
|
Myokardmorphologie rechter Ventrikel Anzahl (%) |
|
|
|
|
|
Normal |
14 (100%) |
2 (67%) |
|
|
|
Reine Hypertrophie 2° |
|
|
x |
x |
|
Reine Folgeschäden |
|
1 (33%) |
|
x |
|
Koronararteriensklerose Anzahl (%)/Kalk |
|
|
|
|
|
Normal |
4 (33%) |
2 (67%) |
|
|
|
Leicht |
4 (33%) |
|
1 (33%)/1 |
1 |
|
Mittel |
4 (33%) |
1 (33%) |
2 (67%)/1 |
|
|
Schwer |
|
|
|
|
|
Nicht untersucht |
2 |
|
|
|
|
Aortensklerose, Anzahl (%) |
1 (8%) |
|
2 (67%) |
|
|
nicht untersucht |
1 |
|
|
|
**Sofern ein Median und ein Range aufgrund der kleinen Zahlen nicht angegeben werden können, ist das
Alter direkt aus den Feldern ablesbar.
Eine reine Hypertrophie allein im linken Ventrikel in mittlerer Ausprägung wurde bei 14 Spenderherzen, 71 % von männlich Spendern, festgestellt. Rechtsventrikulär bestanden keine Auffälligkeiten. Der geschlechtsbezogene Altersmedian wich jeweils nicht wesentlich von dem in der Gesamtgruppe ab. Die Hälfte der 14 Herzen war wegen einer tastbaren Koronararteriensklerose für die Organspende abgelehnt worden. Histopathologisch war ein Drittel der untersuchten Koronararteriensysteme unauffällig, und jeweils ein Drittel wies leichtgradige und mittelgradige Stenosierungen auf. Hochgradige und verkalkende Stenosen wurden nicht erwähnt. Zwei Herzen waren ohne untersuchte Koronararterien. Die Angabe einer Koronararteriensklerose als Ablehnungsgrund und die histologische Bestätigung einer solchen waren in drei Fällen nicht deckungsgleich. Ein Fall mit Aortensklerose trat gleichfalls auf.
Zwei Herzen von Spendern, die älter als 60 Jahre alt waren, und das Herz einer 30jährigen Frau, das wegen einer tastbaren Koronararteriensklerose abgelehnt worden war, wiesen linksventrikulär eine reine Hypertrophie stärkster Ausprägung auf. Die rechten Ventrikel der beiden männlichen Herzen waren frei von pathologischen Veränderungen. Eins dieser Herzen hatte eine mittelgradig stenosierende Koronararteriensklerose. Das rechtsventrikuläre Myokard des Organs der Frau bot Folgeschäden ohne Hypertrophie. Eine Koronararteriensklerose wurde histologisch nicht bestätigt, obgleich eine solche makroskopisch verdächtigt und das Herz darum abgelehnt worden war.
Von einer reinen Hypertrophie mittleren Grades rechtsventrikulär waren Herzen von einem 56- und einem 65jährigen männlichen Spender und das Herz einer 54jährigen Spenderin betroffen. Die linken Ventrikel der Frau und des älteren Mannes wiesen jedoch die schwereren Veränderungen auf: stärkste Hypertrophie mit Folgeschäden. Alle drei Herzen hatten Koronararteriensklerose: die beiden Herzen mit Veränderungen in beiden Ventrikeln hatten eine leicht stenosierende und verkalkende bzw. eine mittelgradig stenosierende Koronararteriensklerose; das linksventrikulär unauffällige Herz hatte eine mittelgradig stenosierende und verkalkende Koronararteriensklerose. An den Aorten der beiden Organe mit mittlerer Stenosierung wurde ebenfalls eine Arteriosklerose gefunden.
Das Herz einer 51jährigen Frau war links schwer-, rechts mittelgradig
39
hypertrophiert. Ein Ablehnungsgrund war nicht genannt worden. Es lag eine leichte Koronararteriensklerose vor.Todesursache in der Gruppe der 21 nach reiner Hypertrophie sortierten Herzen war zu 33% eine intrazerebrale und zu 24% eine Subarachnoidalblutung. Zu 43% war eine Koronararteriensklerose Ablehnungsgrund.
Tabelle 11. 20 Fälle mit reinen Folgeschäden aus der Gruppe der 112 Spenderherzen mit gesicherten/möglichen Vorerkrankungen
|
Morphologie |
Reine Folgeschäden (N=20) |
||
|
Charakteristik |
LV * |
RV |
LV+RV |
|
Gesamtzahl |
5 |
7 |
8 |
|
männlich |
3 |
2 |
7 |
|
weiblich |
2 |
5 |
1 |
|
Alter |
|
|
|
|
Median |
62 |
61 |
44,5 |
|
Range |
55-63 |
30-63 |
10-55 |
|
männlich-Median |
61 |
|
44 |
|
männlich-Range** |
55-63 |
61 und 63 |
10-55 |
|
weiblich-Median |
|
61 |
|
|
weiblich-Range** |
60 und 62 |
30-63 |
45 |
|
Gründe für Nichtverwendung als Spenderorgan, Anzahl (%) |
|
|
|
|
Koronararteriensklerose |
|
1 (14%) |
3 (38%) |
|
Keine Angabe |
1 (20%) |
|
3 (38%) |
|
Alter |
3 (60%) |
5 (71%) |
|
|
Syst./diast. Fkt.-stör./Hypotonie |
|
|
2 (25%) |
|
Rhythmusstörung |
1 (20%) |
|
|
|
Klappenfehler |
|
1 (14%) |
|
|
Todesursachen, Anzahl (%) |
|
|
|
|
Subarachnoidalblutung |
2 (40%) |
3 (43%) |
1 (12%) |
|
Intrazerebrale Blutung |
1 (20%) |
3 (43%) |
3 (38%) |
|
Schädel-Hirn-Trauma |
|
|
2 (25%) |
|
Kopfschuß |
|
|
1 (12%) |
|
Status asthmaticus |
1 (20%) |
|
|
|
cardiac arrest |
1 (20%) |
|
|
|
Lungenembolie |
|
1 (14%) |
|
|
Keine Angabe |
|
|
1 (12%) |
|
Myokardmorphologie linker Ventrikel Anzahl (%) |
|
|
|
|
Normal |
|
2 (29%) |
|
|
Reine Hypertrophie 3° |
|
1 (14%) |
|
|
Hypertrophie 2° + Folgeschäden |
|
2 (29%) |
|
|
Hypertrophie 3° + Folgeschäden |
|
1 (14%) |
|
|
Ischämische Myokardschäden |
|
1 (14%) |
|
|
Reine Folgeschäden |
x |
|
x |
|
Morphologie |
Reine Folgeschäden (N=20) |
||
|
Charakteristik |
LV* (N=5) |
RV (N=7) |
LV+RV (N=8) |
|
Myokardmorphologie rechter Ventrikel Anzahl (%) |
|
|
|
|
Normal |
4 (80%) |
|
|
|
Hypertrophie 2° + Folgeschäden |
1 (20%) |
|
|
|
Reine Folgeschäden |
|
x |
x |
|
Koronararteriensklerose Anzahl (%)/Kalk |
|
|
|
|
Normal |
1 (25%) |
1 (14%) |
|
|
Leicht |
1 (25%) |
3 (43%) |
1 (14%) |
|
Mittel |
1 (25%) |
2 (29%)/2 |
5 (71%)/1 |
|
Schwer |
1 (25%) |
|
1 (14%) |
|
Nicht definiert |
|
1 (14%)/1 |
|
|
Nicht untersucht |
1 |
|
1 |
|
Morphologie der großen Gefäße Anzahl (%) |
|
|
|
|
Aortensklerose |
2 (40%) |
2 (29%) |
3 (38%) |
|
Druckbelastung der A. pulmonalis |
1 (20%) |
|
|
*LV und RV bedeuten linker bzw. rechter Ventrikel
**Sofern ein Median und ein Range aufgrund der kleinen Zahlen nicht angegeben werden
können, ist das Alter direkt aus den Feldern ablesbar.
Vier der fünf Herzen mit linksventrikulären Folgeschäden ohne Hypertrophie boten rechtsventrikulär ein unauffälliges Bild. Die Koronararterien von vier Organen wurden untersucht, und sie wiesen alle Grade der Koronararteriensklerose auf (von einem unauffälligen Befund bis hin zu hochgradiger Stenose), ohne daß Kalzifikationen erwähnt wurden. Aortensklerose und Druckbelastung der Arteria pulmonalis wurden zwei- bzw. einmal registriert.
Der linke Ventrikel war in fünf der sieben Fälle rechtsventrikulärer reiner Folgeschäden pathologisch verändert. Das Spektrum der Veränderungen war breit: Hypertrophie mittleren und schweren Grades mit Folgeschäden, reine Hypertrophie und deutliche ischämische Schäden. In sechs Fällen lag eine Koronararteriensklerose unterschiedlichen Ausmaßes vor, davon dreimal mit Kalknachweis. Die Aorten zweier Organe waren sklerotisch.
Der Altersmedian der Spender in diesen beiden ersten Untergruppen war mit 62 bzw. 61 Jahren vergleichsweise hoch. Das Alter war bei 67% der Herzen Ablehnungsgrund gewesen.
Im Unterschied dazu waren die Spender der acht Herzen mit biventrikulären Folgeschäden ohne wesentliche Hypertrophie relativ jung (44,5 Jahre im Median, Range 10-55). Ganz überwiegend handelte es sich um männliche Spender. Drei
41
Herzen waren wegen einer tastbaren Koronararteriensklerose abgelehnt worden. Tatsächlich stellte keines der untersuchten Koronarsysteme einen Normalbefund dar. In fünf Fällen waren die Herzkranzgefäße mittelgradig stenosiert, in je einem Fall leicht- bzw. hochgradig. Die Aorten dreier Herzen boten eine Arteriosklerose.
Tabelle 12. 19 Fälle mit Hypertrophie und Folgeschäden aus der Gruppe der 112 Spenderherzen mit gesicherten/möglichen Vorerkrankungen
|
Morphologie |
Hypertrophie und Folgeschäden (N=19) |
|||
|
Charakteristik |
LV mittel* |
LV schwer |
RV mittel oder schwer |
LV+RV mittel od. schwer |
|
Gesamtzahl |
8 |
6 |
2 |
3 |
|
männlich |
5 |
5 |
2 |
3 |
|
weiblich |
3 |
1 |
|
|
|
Alter |
|
|
|
|
|
Median |
54,5 |
63 |
|
|
|
Range |
49-63 |
54-67 |
|
|
|
männlich-Median |
54 |
63 |
|
43 |
|
männlich-Range** |
50-61 |
57-67 |
50 und 55 |
41-54 |
|
weiblich-Median |
55 |
|
|
|
|
weiblich-Range** |
49-63 |
54 |
|
|
|
Gründe für Nichtverwendung als Spenderorgan, Anzahl (%) |
|
|
|
|
|
Koronararteriensklerose |
4 (50%) |
1 (17%) |
|
2 (67%) |
|
Keine Angabe |
1 (12%) |
|
1 (50%) |
|
|
Alter |
2 (25%) |
4 (67%) |
|
|
|
Hypertrophie/Herzvergrößerung |
|
1 (17%) |
|
|
|
cardiac arrest |
|
|
1 (50%) |
1 (33%) |
|
Klappenfehler |
1 (12%) |
|
|
|
|
Todesursachen, Anzahl (%) |
|
|
|
|
|
Subarachnoidalblutung |
5 (62%) |
1 (17%) |
|
2 (67%) |
|
Intrazerebrale Blutung |
1 (12%) |
3 (50%) |
|
|
|
Schädel-Hirn-Trauma |
1 (12%) |
|
|
|
|
Apoplex |
|
2 (33%) |
|
|
|
Status asthmaticus |
|
|
1 (50%) |
|
|
cardiac arrest |
1 (12%) |
|
1 (50%) |
1 (33%) |
|
Myokardmorphologie linker Ventrikel Anzahl (%) |
|
|
|
|
|
Hypertrophie 2° + Folgeschäden |
x |
|
|
2 |
|
Hypertrophie 3° + Folgeschäden |
|
x |
|
1 |
|
Reine Folgeschäden |
|
|
1 (50%) |
|
|
Ischämische Myokardschäden |
|
|
1 (50%) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Morphologie |
Hypertrophie und Folgeschäden (N=19) |
|||
|
Charakteristik |
LV mittel* (N=8) |
LV schwer (N=6) |
RV mittel oder schwer (N=2) |
LV+RV mittel od. schwer (N=3) |
|
Myokardmorphologie rechter Ventrikel Anzahl (%) |
|
|
|
|
|
Normal |
6 (75%) |
2 (40%) |
|
|
|
Reine Hypertrophie 2° |
|
2 (40%) |
|
|
|
Hypertrophie 2° + Folgeschäden |
|
|
x |
3 |
|
Hypertrophie 3° + Folgeschäden |
|
|
x |
|
|
Reine Folgeschäden |
2 (25%) |
1 (10%) |
|
|
|
Ischämische Myokardschäden |
|
|
|
|
|
Nicht untersucht |
|
1 |
|
|
|
Koronararteriensklerose, Anzahl (%)/Fälle mit Kalk |
|
|
|
|
|
Normal |
|
|
1 (50%) |
1 (33%) |
|
Leicht |
|
3 (50%)/1 |
|
|
|
Mittel |
5 (62%)/3 |
3 (50%)/1 |
|
1 (33%)/1 |
|
Schwer |
2 (25%) |
|
1 (50%) |
1 (33%)/1 |
|
Nicht definiert |
1 (12%)/1 |
|
|
|
|
Morphologie der großen Gefäße Anzahl (%) |
|
|
|
|
|
Aortensklerose |
2 (25%) |
3 (50%) |
1 (50%) |
|
|
Druckbelastung der A. pulmonalis |
|
|
1 (50%) |
|
**Sofern ein Median und ein Range aufgrund der kleinen Zahlen nicht angegeben werden
können, ist das Alter direkt aus den Feldern ablesbar.
Während der Altersmedian der Spender von Herzen mit mittelgradiger linksventrikulärer Hypertrophie und Folgeschäden den Altersmedian in der Gesamtgruppe nicht wesentlich überschritt, lag er bei den fünf männlichen Spendern von Herzen mit schwerer linksventrikulärer Hypertrophie und Folgeschäden deutlich höher. Die erwähnten fünf Herzen stammten von den ältesten Spender. Die übrigen Herzen mit der hier untersuchten Diagnose im rechten bzw. sowohl im rechten als auch im linken Ventrikel stammten von jüngeren Spendern. Das Alter war dementsprechend der häufigste Ablehnungsgrund der Herzen mit schwerer linksventrikulärer Hypertrophie und Folgeschäden. In der gesamten Gruppe (N=19) stellte die Koronararteriensklerose mit sieben Fällen den häufigsten Ablehnungsgrund dar, gefolgt vom Alter mit sechs Fällen. Bei den älteren Spendern mit stark ausgeprägter Hypertrophie war die intrazerebrale Blutung Haupttodesursache, dagegen war es die Subarachnoidalblutung bei den Spendern von Herzen mit mittlerer Hypertrophie.
43
In der Gruppe der acht Herzen mit mittelgradiger linksventrikulärer Hypertrophie einschließlich Folgeschaden konnten bei sechs Organen (75%) im rechten Ventrikel keine wesentlichen pathologischen Auffälligkeiten nachgewiesen werden. In den übrigen beiden Fällen lagen dort reine Folgeschäden vor. Die Koronararterien von fünf Herzen wiesen mittlere, von zwei Herzen schwere und von einem Herzen nicht definierte Stenosierungen auf. Letztere und drei Koronararteriensysteme mit mittelgradigen Stenosen waren außerdem verkalkt. Die Aorten von zwei (25%) der acht Herzen zeigten eine Arteriosklerose.
In der Gruppe der sechs Herzen mit schwerer linksventrikulärer Hypertrophie einschließlich Folgeschäden wurden rechtsventrikulär zweimal ein unauffälliger Ventrikel, zweimal reine mittelgradige Hypertrophie und einmal reine Folgeschäden festgestellt. In einem Fall lag zum rechten Ventrikel kein Befund vor. Die Koronararterien dieser Herzen wiesen in jeweils drei Fällen leichte und mittelgradige Stenosen auf, davon wiederum in jeweils einem Fall mit Kalzifizierungen einhergehend. Die Aorten der Hälfte der Herzen hatten eine Arteriosklerose.
In den linken Ventrikeln der beiden Herzen mit rechtsventrikulärer Hypertrophie einschließlich Folgeschäden wurden in einem Fall reine Folgeschäden, im anderen Fall deutliche ischämische Myokardschäden nachgewiesen. Die Koronararterien dieses Herzens zeigten eine hochgradig stenosierende und kalzifizierende Atherosklerose, die Koronararterien jenes Herzens waren unauffällig. Eine Aortensklerose wurde an dem Herzen mit schwerer koronarer Herzkrankheit, eine Druckbelastung der Arteria pulmonalis an dem anderen Herzen nachgewiesen.
In der Gruppe der drei Herzen mit Hypertrophie und Folgeschäden in beiden Ventrikeln trat die Koronararteriensklerose in einem Fall mittelgradig und in einem weiteren Fall hochgradig stenosierend auf, dabei jeweils mit kalzifizierendem Verlauf. Im dritten Fall wurde eine Koronararteriensklerose histologisch nicht bestätigt, obwohl eine entsprechende Vermutung beim Abtasten zur Ablehnung des Herzens als Transplantat geführt hatte.
44
Tabelle 13. 13 Fälle mit ischämischen Myokardschäden aus der Gruppe der 112 Spenderherzen mit gesicherten/möglichen Vorerkrankungen
**Sofern ein Median und ein Range aufgrund der kleinen Zahlen nicht angegeben werden
können, ist das Alter direkt aus den Feldern ablesbar.
Die größere Untergruppe von neun Herzen wies isolierte linksventrikuläre ischämische Myokardschäden auf. Der Altersmedian der männlichen Spender lag mit 56 Jahren (Range 50-59) über dem geschlechtsbezogenen Altersmedian in der Gesamtgruppe. Der Altersmedian der Frauen lag mit 51,5 Jahren (44-63) darunter. Das Spektrum der Ablehnungsgründe war breitgefächert. Neben zwei Fällen mit makroskopisch vermuteter Koronararteriensklerose hatten in jeweils einem Fall Rhythmusstörungen, Hypertrophie und Kontraktilitätsprobleme zur Ablehnung geführt. Drei Herzen mit einer bekannten koronaren Herzkrankheit bzw. mit einer Infarktanamnese waren sicherlich primär für die Klappenspende vorgesehen gewesen. Führende Todesursache war mit 44% die intrazerebrale Blutung. Der rechte Ventrikel stellte sich in der Mehrzahl (78%) unauffällig dar. In zwei Fällen wurden Folgeschäden gesehen, dabei einmal mit zusätzlich schwerer Hypertrophie. Dem Befund im Myokard entsprechend waren alle untersuchten Koronararteriensysteme arteriosklerotisch - in einem Fall mit leichtem, in vier Fällen mit mittlerem, in drei Fällen mit höchstem und in einem Fall mit unbekanntem Grad der Stenosierung. In den Koronararterien von drei Organen wurde Kalk nachgewiesen. Aortensklerose trat zweimal auf.
Bei den übrigen vier Fällen mit ischämischen Schäden nur im rechten bzw. sowohl im rechten als auch im linken Ventrikel fällt auf, daß in einem Fall trotz biventrikulärer ischämischer Schäden freie Koronararterien beschrieben wurden.
Tabelle 14. 20 Normalbefunde aus der Gruppe der 112 Spenderherzen mit gesicherten/möglichen Erkrankungen
In der Gruppe der 112 Spenderherzen mit möglichen bzw. gesicherten Vorerkrankungen wurden 20 sogenannte Normalbefunde (ohne wesentliche pathologische Auffälligkeiten) erhoben. Fünf von diesen 20 Herzen wurden allerdings nicht vollständig untersucht, bei dreien fehlte der Koronararterienbefund, bei zwei Organen der Befund der Pulmonalarterie.
Im Unterschied zur Geschlechtsverteilung in der Gesamtgruppe überwogen hier weibliche Herzen mit einem Anteil von 65%. Der Altersmedian lag bei Spendern
47
morphologisch unauffälliger Herzen deutlich unter dem von Spendern pathologisch auffälliger Organe (40,5 Jahre, Range 15-67). Der Ablehnungsgrund lag zu 30% im dunkeln. Zwei Spender waren älter als 60 Jahre. Ein relativ häufiger Ablehnungsgrund waren Probleme mit der Herzfunktion (in den Protokollen angegeben als schlechte Pumpfunktion, echokardiographisch Dyskinesien nach Thoraxtrauma, längere hypotone Phasen u.ä.). Das Spektrum der übrigen Ablehnungsgründe war breit. Daß ein Herz wegen sklerosierter Sehnenfäden oder wegen eines Klappenfehlers (in diesem Fall Aortenstenose) abgelehnt worden war, bedeutet per se, daß es sich nicht um ein vollkommen normales Organ gehandelt haben konnte. Unter einem Befund, der im wesentlichen normal war, wurde aber ein hinsichtlich Myokard, Endokard, Koronararterien und großen Gefäßen unauffälliges Herz verstanden, sofern keine groben makroskopischen Abweichungen vorlagen.Die führenden Todesursachen waren bei Spendern von morphologisch unauffälligen Herzen Schädel-Hirn-Trauma (45%) und Subarachnoidalblutung (35%). Die intrazerebrale Blutung lag mit 10% deutlich unter ihrem Anteil an den Todesursachen in der Gesamtgruppe der 112 Spenderherzen mit gesicherten bzw. möglichen Vorerkrankungen (26%).
Abschließend seien die Charakteristika von sechs Herzen mit seltenen Myokardveränderungen dargestellt:
Tabelle 15. 6 Fälle mit seltenen histopathologischen myokardialen Diagnosen aus der Gruppe der 112 Spenderherzen mit gesicherten/möglichen Vorerkrankungen
|
age |
sex |
Ablehnungsgrund |
Todes- ursache |
Morphe rechter Ventrikel |
Morphe linker Ventrikel |
Koronar-arterien-sklerose |
Pulmonalisdruckbelast |
Aorten- sklerose |
|
63 |
m |
Alter |
SAB |
Zustand nach Myokarditis mit geringen Folgeschäden |
schwer mit Kalk |
ja |
nein |
|
|
16 |
w |
Keine Angabe |
CO -Intox. |
unauffällig |
Mikronekrosen nach CO - Intox. |
nein |
nein |
nein |
|
42 |
w |
Hypotonie, Katecholamine |
SAB |
chronisch proliferierende Vasku-litis mit Folgeschäden |
leicht |
nein |
nein |
|
|
44 |
w |
Koronararterien-sklerose |
ICB |
ichämischer Schaden |
toxischer Herz-muskelschaden |
mittel |
nein |
nein |
|
57 |
w |
Koronararterien-sklerose |
SAB |
unauffällig |
toxischer Herz-muskelschaden |
leicht |
nein |
ja |
|
59 |
w |
Koronararterien-sklerose |
SAB |
gemischtzellige Myokarditis |
nein |
nein |
nein |
|
48
Die vergleichsweise seltenen Diagnosen waren größtenteils Befunde, die nach Anamnese und bei Berücksichtigung des Ablehnungsgrundes nicht hätten vermutet werden können. Zwei wegen tastbarer Koronararteriensklerose abgelehnte Herzen, die histologisch auch entsprechende Veränderungen der Koronararterien aufwiesen, hatten linksventrikulär Zeichen für einen toxischen Herzmuskelschaden (herdförmige lipomatöse Transformationen). Eine gemischtzellige Myokarditis mit Befall beider Ventrikel (multiple Myozytolysen, angefüllt durch gemischtzellige Infiltration) stellte dagegen einen bedeutsameren Befund dar. Das betreffende Herz war wegen einer leichten Koronararteriensklerose und einer erheblichen Aortenklappenverkalkung abgewiesen worden. Der Hauptbefund des für eine Transplantation ohnehin aus Altersgründen ungeeigneten Herzens des männlichen Spenders war eine hochgradig stenosierende Koronararteriensklerose; das Myokard wies aber keine Zeichen einer ischämischen Herzkrankheit auf, sondern Zeichen, die für einen Zustand nach Myokarditis sprachen.
Eine chronisch proliferierende Vaskulitis war die wesentliche Diagnose am Herzen einer 42jährigen, an einer Subarachnoidalblutung gestorbenen Patientin, das wegen Hypotonie und des Verbrauchs einer zu hohen Katecholamindosis abgelehnt worden war.
Das Herz der jüngsten Spenderin in dieser Gruppe wies großflächige subendokardial gelegene mit Leukozyten angefüllte Myozytolyseherde auf. Ohne daß es nachweisbar war, mußte geschlußfolgert werden, daß diese frischen Nekrosen Folge der Kohlenmonoxidintoxikation, die hier zum Tode geführt hatte, war.
Die Tabellen 16 bis 20 stellen Diagnosen und Todesursachen in ihren absoluten und relativen Häufigkeiten für die einzelnen Altersgruppen dar.
49
Tabelle 16. Koronararteriensklerose in den verschiedenen Altersgruppen (Gruppe der 112 Spenderherzen mit Vorerkrankungen)
|
Alter |
Koronararteriensklerose |
||||||
|
|
nein |
ja |
leicht |
mittel |
schwer |
mit Kalk |
nicht untersucht |
|
0 - 10 GesN=1 Y/N=1 |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
1 |
|
11 - 20 GesN=4 X/N=4 |
3 (100%) |
- |
- |
- |
- |
- |
1 |
|
21 - 30 GesN=4 Y/N=1 X/N=3 |
4 (100%) 1 (100%) 3 (100%) |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
|
31 - 40 GesN=9 Y/N=6 X/N=3 |
4 (57%) 2 (40%) 2 (100%) |
3 (43%) 3 (60%) - |
1 (14%) 1 (20%) - |
1 (14%) 1 (20%) - |
1 (14%) 1 (20%) - |
- - - |
2 1 1 |
|
41 - 50 GesN=26 Y/N=18 X/N=8 |
6 (23%) 6 (33%) - |
20 (77%) 12 (67%) 8 (100%) |
4 (15%) 1 (6%) 3 (38%) |
10 (38%) 5 (28%) 4 (50%) |
6 (23%) 5 (28%) 1 (12%) |
6 (23%) 5 (28%) 1 (12%) |
- - - |
|
51 -60 GesN=49 Y/N=26 X/N=23 |
10 (22%) 4 (16%) 6 (29%) |
36 (78%) 21 (84%) 15 (71%) |
13 (28%) 6 (24%) 7 (33%) |
16 (35%) 11 (44%) 5 (24%) |
7 (15%) 4 (16%) 3 (14%) |
8 (17%) 6 (24%) 2 (10%) |
3 1 2 |
|
61 - 67 GesN=19 Y/N=11 X/N=8 |
4 (21%) 1 (9%) 3 (38%) |
15 (79%) 10 (91%) 5 (62%) |
3 (16%) 2 (18%) 1 (12%) |
9 (47%) 7 (64%) 2 (25%) |
2 (11%) 1 (9%) 1 (12%) |
5 (26%) 3 (27%) 2 (25%)* |
- - - |
*1 Fall nicht definierten Grades der Lumeneinengung bei verkalkender Koronararteriensklerose
50
Tabelle 17. Aortensklerose in den verschiedenen Altersstufen (Gruppe der 112 Spenderherzen mit Vorerkrankungen)
|
Alter |
Aortensklerose |
|
|
|
nein |
ja |
|
0 - 10 GesN=1 Y/N=1 |
1 (100%) |
- |
|
11 - 20 GesN=4 X/N=4 |
4 (100%) |
- |
|
21 - 30 GesN=4 Y/N=1 X/N=3 |
3 (100%) |
- |
|
31 - 40 GesN=9 Y/N=6 X/N=3 |
8 (100%)* 5 (100%) 3 (100%) |
- - - |
|
41 - 50 GesN=26 Y/N=18 X/N=8 |
20 (77%) 13 (72%) 7 (88%) |
6 (23%) 5 (28%) 1 (12%) |
|
51 -60 GesN=49 Y/N=26 X/N=23 |
40 (83%)* 22 (88%) 18 (78%) |
8 (17%) 3 (12%) 5 (22%) |
|
61 - 67 GesN=19 Y/N=11 X/N=8 |
12 (63%) 6 (55%) 6 (75%) |
7 (37%) 5 (45%) 2 (25%) |
*Fall nicht untersuchter Aorta bei männlichem Herzen, Prozentangaben beziehen sich auf
untersuchte Aorten
51
Tabelle 18. Pathologische und Normalbefunde der Ventrikel in den verschiedenen Altersstufen (Gruppe der 112 Spenderherzen mit Vorerkrankungen)
|
Alter |
Normalbefund |
Reine Hypertrophie |
Hypertrophie und Folgeschäden |
|||
|
|
RV |
LV |
RV |
LV |
RV |
LV |
|
0 - 10 GesN=1 Y/N=1 |
- |
- |
- |
- |
- |
- |
|
11 - 20 GesN=4 X/N=4 |
4 (100%) |
3 (75%) |
- |
- |
- |
- |
|
21 - 30 GesN=4 Y/N=1 X/N=3 |
3 (75%) 1 (100%) 2 (67%) |
3 (75%) 1 (100%) 2 (67%) |
- - - |
1 (25%) - 1 (33%) |
- - - |
- - - |
|
31 - 40 GesN=9 Y/N=6 X/N=3 |
8 (89%) 5 (83%) 3 (100%) |
6 (67%) 3 (50%) 3 (100%) |
- - - |
2 (22%) 2 (33%) - |
- - - |
- - - |
|
41 - 50 GesN=26 Y/N=18 X/N=8 |
16 (62%) 11 (61%) 5 (62%) |
9 (35%) 8 (44%) 1 (12%) |
- - - |
3 (12%) 2 (11%) 1 (12%) |
3 (12%) 3 (17%) - |
4 (15%) 3 (17%) 1 (12%) |
|
51 - 60 GesN=49 Y/N=26 X/N=23 |
38 (79%) 19 (76%) 19 (83%) |
21 (43%) 8 (31%) 13 (57%) |
3 (6%) 1 (4%) 2 (9%) |
9 (18%) 5 (19%) 4 (17%) |
2 (4%) 2 (8%) - |
7 (14%) 5 (19%) 2 (9%) |
|
61 - 67 GesN=19 Y/N=11 X/N= 8 |
11 (58%) 7 (64%) 4 (50%) |
4 (21%) - 4 (50%) |
1 (5%) 1 (9%) - |
3 (16%) 3 (27%) - |
- - - |
6 (32%) 5 (45%) 1 (12%) |
52
Tabelle 19. Weitere pathologische Veränderungen der Ventrikel in den verschiedenen Altersstufen (Gruppe der 112 Spenderherzen mit Vorerkrankungen)
|
Alter |
Reine Folgeschäden |
Ischämische Myokardschäden |
Sonstiges |
|||
|
|
RV |
LV |
RV |
LV |
RV |
LV |
|
0 - 10 GesN=1 Y/N=1 |
1 (100%) |
1 (100%) |
- |
- |
- |
- |
|
11 - 20 GesN=4 X/N=4 |
- |
- |
- |
- |
|
1 (25%) |
|
21 - 30 GesN=4 Y/N=1 X/N=3 |
1 (25%) - 1 (33%) |
- - - |
- |
- |
- |
- |
|
31 - 40 GesN=9 Y/N=6 X/N=3 |
1 (11%) 1 (17%) - |
1 (11%) 1 (17%) - |
- - - |
- - - |
- - - |
- - - |
|
41 - 50 GesN=26 Y/N=18 X/N=8 |
4 (15%) 3 (17%) 1 (12%) |
4 (15%) 3 (17%) 1 (12%) |
2 (8%) 1 (6%) 1 (12%) |
4 (15%) 2 (11%) 2 (25%) |
1 (4%) - 1 (12%) |
2 (8%) - 2 (25%) |
|
51 - 60 GesN=49 Y/N=26 X/N=23 |
3 (6%) 2 (8%) 1 (4%) |
4 (8%) 3 (12%) 1 (4%) |
1 (2%) 1 (4%) - |
6 (12%) 5 (19%) 1 (4%) |
2 (4%) n.u.1 mal* 1 (4%) |
2 (4%) - 2 (9%) |
|
61 - 67 GesN=19 Y/N=11 X/N= 8 |
5 (26%) 2 (18%) 3 (38%) |
3 (16%) 2 (18%) 1 (12%) |
1 (5%) - 1 (12%) |
2 (10%) - 2 (25%) |
1 (5%) 1 (9%) - |
1 (5%) 1 (9%) - |
* n.u. bedeutet nicht untersucht. Prozentangaben beziehen sich auf die untersuchten Fälle.
53
Tabelle 20. Die Todesursachen in den verschiedenen Altersstufen (Gruppe der 112 Spenderherzen mit Vorerkrankungen)
|
Alter |
Subarach-noidalblutung |
Intrazerebrale Blutung |
Schädel-Hirn-Trauma |
Apoplex |
Anderes |
|
0 - 10 Jahre Gesamt-N=1 männlich/N=1 |
- |
- |
1 (100%) |
- |
- |
|
11 - 20 Jahre Gesamt-N=4 weiblich/N=4 |
- |
- |
3 (75%) |
- |
1 (25%) |
|
21 - 30 Jahre Gesamt-N=4 männlich/N=1 weiblich/N=3 |
1 (25%) - 1 (33%) |
1 (25%) - 1 (33%) |
2 (50%) 1 (100%) 1 (33%) |
- - - |
- - - |
|
31 - 40 Jahre Gesamt-N=9 männlich/N=6 weiblich/N=3 |
4 (44%) 2 (33%) 2 (67%) |
1 (11%) - 1 (33%) |
3 (33%) 3 (50%) - |
- - - |
1 |
|
41 -50 Jahre Gesamt-N=26 männl./N=18 weiblich/N=8 |
8 (31%) 4 (22%) 4 (50%) |
8 (31%) 4 (22%) 4 (50%) |
4 (15%) 4 (22%) - |
1 (4%) 1 (6%) - |
5 (19%) 5 (28%) - |
|
51 - 60 Jahre Gesamt-N=49 männl./N=26 weiblich/N=23 |
20 (41%) 6 (23%) 14 (61%) |
12 (24%) 9 (35%) 3 (13%) |
2 (4%) 2 (8%) - |
7 (14%) 5 (19%) 2 (9%) |
8 (16%) 4 (15%) 4 (17%) |
|
61 - 67 Jahre Gesamt-N=19 männl./N=11 weiblich/N=8 |
7 (37%) 4 (36%) 3 (38%) |
7 (37%) 5 (45%) 2 (25%) |
- - - |
2 (11%) 2 (18%) - |
3 (16%) - 3 (38%) |
54
Bei 21 (16%) aller Spenderherzen konnte davon ausgegangen werden, daß 1.) keine Anhaltspunkte für eine Vorerkrankung bestanden und 2.) eine Explantation mit der Absicht der Organspende erfolgt war.
Der Anteil männlicher Spender (N=11) betrug 52%. Der Altersmedian aller Spender lag bei 40 Jahren (Range 8-60). Die männlichen Spender hatten einen Altersmedian von 19 Jahren (Range 8-53), die weiblichen von 47,5 Jahren (Range18-60). Abbildung 11 stellt die Anzahl männlicher und weiblicher Individuen in den verschiedenen Altersstufen dar.
Abbildung 11. Alters- und Geschlechtsverteilung in der Gruppe der 21 bereinigten Spenderherzen

Im Vergleich zur Gesamtgruppe der 133 Spenderherzen liegt der Altersmedian für alle Spender mit 40 vs. 52 Jahren deutlich niedriger. Eine Absenkung des Altersmedians war zwangsläufig, da die Herzen von mehr als 60 Jahre alten Spendern nicht berücksichtigt wurden. Der Unterschied fällt bei den weiblichen Herzen mit 47,5 vs. 55 Jahren zwar deutlich, jedoch nicht so extrem wie bei den männlichen Spenderherzen mit einem Altersmedian von 19 in der bereinigten vs. 51 Jahren in der Gesamtgruppe aus. Einer der Gründe für die Ungleichheit im Absinken des Altersmedians liegt darin, daß sechs von acht Herzen männlicher Spender mit einem Alter unter 31 Jahren aus der Gesamtgruppe der 133 Spenderherzen übernommen werden konnten,
55
wohingegen von den acht Herzen weiblicher Spender dieser Altersgruppe sieben in der mit Vorurteilen behafteten Gruppe belassen wurden. Bei vier von diesen sieben Herzen war der Ablehnungsgrund nicht dokumentiert, zwei hatten eine Störung der Pumpfunktion bzw. wiesen Dyskinesien auf. In einem Fall lag tatsächlich eine tastbare Koronararteriensklerose vor.Außerdem war die Auslese in der höchsten akzeptablen Altersstufe (51-60 Jahre) bei den männlichen Individuen sehr groß. Nur eines der 27 Organe von Männern (vier Prozent), jedoch vier der 27 Organe von Frauen (15%) konnten übernommen werden. Bei den 41-50 Jahre alten Spendern wurden drei der 21 Organe von Männern (14%) und zwei der zehn Organe von Frauen (20%) ausgewählt. Nur eins der sieben männlichen Herzen der 31-40jährigen, doch immerhin drei der sechs weiblichen Herzen dieser Altersgruppe konnten der bereinigten Gruppe zugeordnet werden.
Herzen aus der Altersgruppe der 21-30jährigen fehlen in der bereinigten Gruppe vollständig.
Tabelle 21. Absolute und relative Häufigkeiten der Ablehnungsgründe in der Gruppe bereinigter Spenderherzen
|
Grund der Ablehnung |
Zahl der Fälle (%) |
|
Logistische Probleme |
8 (38%) |
|
Hohe Katecholamindosis |
7 (33%) |
|
Kontusionsmarken |
1 (5%) |
|
Perikardtamponade |
1 (5%) |
|
Tumorverdacht (Leber) |
1 (5%) |
|
Reaktivität für CMV-IgM |
1 (5%) |
Zu den logistischen Problemen, die in dieser Gruppe am häufigsten zur Ablehnung geführt hatten, zählten das Überschreiten der Ischämiezeit und die Unmöglichkeit einen passenden Empfänger zu finden.
56
Bei einem Drittel der Herzen war eine zu hohe Katecholamindosis der Ablehnungsgrund gewesen.
Die Herzen mit Zustand nach Reanimation gehörten einem 40jährigen Mann, der an einer Carbamazepinintoxikation starb, und einer 18jährigen Frau, die einen nicht näher bezeichneten Suizid beging.
Die Perikardtamponade trat durch eine akute Blutung aus einer Herzvene während der Entnahme auf. Das Herz mit Kontusionsmarken gehörte einem Spender, der an einem Schädel-Hirn-Trauma im Rahmen eines Polytraumas starb.
Bei einem Spender fiel während der Entnahme mehrerer Organe ein Tumor in der Leber auf, dessen Dignität in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht mehr geklärt werden konnte.
Ein Herz war wegen des Nachweises von IgM-Antikörpern gegen Cytomegalievirus beim Spender abgelehnt worden.
Tabelle 22. Absolute und relative Häufigkeiten der Todesursachen in der Gruppe bereinigter Spenderherzen
|
Todesursache |
Zahl der Fälle (%) |
|
Subarachnoidalblutung |
7 (33%) |
|
Schädel-Hirn-Trauma |
6 (29%) |
|
Intrazerebrale Blutung |
3 (14%) |
|
Zerebrale Hypoxie |
2 (10%) |
|
Tablettenintoxikation |
1 (5%) |
|
Nicht weiter spezifizierter Suizid |
1 (5%) |
|
Apoplex |
1 (5%) |
Im Vergleich zur Gruppe der 112 Herzen mit gesicherten bzw. möglichen Vorerkrankungen bleibt die Subarachnoidalblutung führende Todesursache (33%). Die intrazerebrale Blutung ist jedoch an die dritte Stelle (14%) nach dem Schädel-Hirn-Trauma (29%) gerückt.
57
In zehn Herzen waren wesentliche pathologische Veränderungen nachweisbar (48%). Elf Herzen waren im wesentlichen morphologisch unauffällig (Normalbefund). Bei zwei der elf Herzen mit Normalbefund fehlten im pathologisch-anatomischem Befundbericht Angaben zu den Koronararterien und bei einem Herzen zur Aorta. 12 Organe hatten ein unauffälliges Myokard (57%). Das sind die 11 Herzen ohne nachweisbare pathologische Veränderungen und ein weiteres Herz mit gering stenosierender Koronararteriensklerose.
Zwei der drei Herzen mit Koronararteriensklerose hatten pathologisch veränderte linke Ventrikel: mittelgradige Hypertrophie mit Folgeschäden in einem Fall, deutliche ischämische Schäden im anderen Fall.
Bei vier Organen mit reiner Hypertrophie des linken Ventrikels wurden in allen weiteren untersuchten Anteilen bis auf eine Aortensklerose in einem Fall keine weiteren pathologischen Auffälligkeiten gefunden.
Eine Aortensklerose trat außerdem bei dem Herzen mit der schwersten Koronararteriensklerose auf.
Neben der reinen Hypertrophie als wesentliche myokardiale Diagnose traten reine Folgeschäden relativ häufig auf: bei zwei Herzen in beiden Ventrikeln, bei einem im linken Ventrikel, wobei der rechte Ventrikel zwar auch in diesem Sinne verändert, jedoch zusätzlich hypertrophiert war. Im Myokard des zuletzt erwähnten Organs fanden sich linksventrikulär außerdem relativ frische ischämisch bedingte Myozytolysen. Die Koronararterien wurden als unauffällig beschrieben.
Eine Druckbelastung der Arteria pulmonalis wurde in keinem Fall festgestellt.
Tabelle 23 veranschaulicht die absoluten Häufigkeiten der gefundenen pathologischen Veränderungen.
58
Tabelle 23. Art und absolute Häufigkeit der histopathologischen Diagnosen in der Gruppe der 21 bereinigten Spenderherzen
|
Art der Veränderung |
Häufigkeit |
|
Myokardiale Auffälligkeiten |
|
|
Reine Hypertrophie isoliert im linken Ventrikel |
4 |
|
Reine Folgeschäden in beiden Ventrikeln |
2 |
|
Hypertrophie mit Folgeschäden isoliert im linken Ventrikel |
1 |
|
Hypertrophie mit Folgeschäden im rechten Ventrikel und reine Folgeschäden sowie frische ischämisch bedingte Myozytolysen im linken Ventrikel |
1 |
|
Ischämischer Myokardschaden und toxischer Herzmuskelschaden isoliert im linken Ventrikel |
1 |
|
Gefäßveränderungen |
|
|
Koronararteriensklerose |
3 |
|
Aortensklerose |
2 |
Die pathologischen Veränderungen und die sogenannten Normalbefunde werden im folgenden in Analysetabellen Diagnose um Diagnose aufgegriffen, um den Zusammenhang mit Charakteristika wie Geschlecht, Alter und Todesursachen der Spender sowie mit den Ablehnungsgründen darzustellen.
Dabei werden Herzen mit der gleichen myokardialen Diagnose in einem der Ventrikel unabhängig von möglicherweise weiteren, parallel im anderen Ventrikel bestehenden pathologischen Auffälligkeiten zusammengefaßt.
59
Tabelle 24. 4 Fälle mit reiner Hypertrophie aus der Gruppe der 21 bereinigten Spenderherzen
|
Morphologie |
Reine Hypertrophie (N=4) |
|
|
Charakteristik |
LV mittel* |
LV schwer |
|
Gesamtzahl |
3 |
1 |
|
männlich |
1 |
|
|
weiblich |
2 |
1 |
|
Alter |
40, 46 und 53 |
|
|
männlich |
53 |
|
|
weiblich |
40 und 46 |
36 |
|
Gründe für Nichtverwendung als Spenderorgan, Anzahl |
|
|
|
Logistische Probleme |
1 |
1 |
|
Tumorverdacht (Leber) |
1 |
|
|
Reaktivität für CMV-IgM |
1 |
|
|
Todesursachen, Anzahl |
|
|
|
Subarachnoidalblutung |
2 |
1 |
|
Intrazerebrale Blutung |
1 |
|
|
Myokardmorphologie linker Ventrikel Anzahl |
|
|
|
Reine Hypertrophie 2° |
x |
|
|
Reine Hypertrophie 3° |
|
x |
|
Myokardmorphologie rechter Ventrikel Anzahl |
|
|
|
Normal |
3 |
1 |
|
Koronararteriensklerose Anzahl |
|
|
|
Normal |
3 |
1 |
|
Morphologie der großen Gefäße Anzahl |
|
|
|
Aortensklerose |
1 |
|
|
Druckbelastung der A. pulmonalis |
- |
- |
*LV bedeutet linker Ventrikel, mittel und schwer bedeuten das Ausmaß der Hypertrophie, hier
ohne wesentliche Folgeschäden
Hypertrophie ohne wesentliche Folgeschäden war bei diesen vier Herzen, abgesehen von der Aortensklerose beim männlichen und ältesten Herzen, der einzige pathologische Befund. Es war jeweils allein der linke Ventrikel, in drei Fällen in mittlerer und in einem Fall in schwerer Ausprägung, betroffen. Drei Herzen stammten von Frauen in einem Alter von 36 bis 46 Jahren.
60
Tabelle 25. 3 Fälle mit reinen Folgeschäden aus der Gruppe der 21 bereinigten Spenderherzen
|
Morphologie |
Reine Folgeschäden (N=3) |
|
|
Charakteristik |
LV * |
LV+RV |
|
Gesamtzahl |
1 |
2 |
|
männlich |
1 |
1 |
|
weiblich |
|
1 |
|
Alter |
|
|
|
männlich |
40 |
10 |
|
weiblich |
|
59 |
|
Gründe für Nichtverwendung als Spenderorgan, Anzahl |
|
|
|
Logistische Probleme |
|
2 |
|
Reanimationsdauer |
1 |
|
|
Todesursachen, Anzahl |
|
|
|
Subarachnoidalblutung |
|
1 |
|
Carbamazepinintoxikation |
1 |
|
|
Zerebrale Hypoxie |
|
1 |
|
Myokardmorphologie linker Ventrikel Anzahl |
|
|
|
Reine Folgeschäden |
x |
x |
|
zusätzlich frische ischämisch bedingte Myozytolysen |
1 |
|
|
Myokardmorphologie rechter Ventrikel Anzahl |
|
|
|
Hypertrophie 2.° + Folgeschäden |
1 |
|
|
Reine Folgeschäden |
|
x |
|
Koronararteriensklerose Anzahl |
|
|
|
Normal |
1 |
2 |
|
Morphologie der großen Gefäße Anzahl |
|
|
|
Aortensklerose |
- |
- |
|
Druckbelastung der A. pulmonalis |
- |
- |
*LV und RV bedeuten linker und rechter Ventrikel, hier mit wesentlichen Folgeschäden ohne
Hypertrophie
Unter diesen drei Organen ist das Herz eines 10 Jahre alt gewordenen, an einer Subarachnoidalblutung gestorbenen Spenders, das in beiden Ventrikeln für das Alter bemerkenswerte Folgeschäden aufwies. Am schwersten war das Herz des 40jährigen an einer Carbamazepinintoxikation gestorbenen Spenders verändert, das wegen einer zu langen Reanimationsdauer abgewiesen worden war. Hier zeigten sich im linken
Ventrikel zusätzlich relativ frische ischämisch bedingte Myozytolysen. Der rechte Ventrikel war mittelgradig hypertrophiert und wies gleichfalls Folgeschäden auf.
61
Die Gefäße aller drei Herzen stellten sich unauffällig dar.
Tabelle 26. 2 Fälle mit Hypertrophie und Folgeschäden aus der Gruppe der 21 bereinigten Spenderherzen
|
Morphologie |
Hypertrophie und Folgeschäden (N=2) |
|
|
Charakteristik |
LV mittel* |
RV mittel |
|
Gesamtzahl |
1 |
1 |
|
männlich |
|
1 |
|
weiblich |
1 |
|
|
Alter |
|
|
|
männlich |
|
40 |
|
weiblich |
55 |
|
|
Gründe für Nichtverwendung als Spenderorgan, Anzahl |
|
|
|
Katecholamindosis |
1 |
|
|
Reanimationsdauer |
|
1 |
|
Todesursachen, Anzahl |
|
|
|
Apoplex |
1 |
|
|
Carbamazepinintoxikation |
|
1 |
|
Myokardmorphologie linker Ventrikel Anzahl |
|
|
|
Hypertrophie 2.° + Folgeschäden |
x |
|
|
Reine Folgeschäden und frische ischäm. bedingte Myozytolysen |
|
1 |
|
Myokardmorphologie rechter Ventrikel Anzahl |
|
|
|
Hypertrophie 2.° + Folgeschäden |
|
x |
|
Normal |
1 |
|
|
Koronararteriensklerose Anzahl |
|
|
|
Normal |
|
1 |
|
mittel |
1 |
|
|
Morphologie der großen Gefäße Anzahl |
|
|
|
Aortensklerose |
- |
- |
|
Druckbelastung der A. pulmonalis |
- |
- |
*LV und RV bedeuten linker und rechter Ventrikel, hier mit Hypertrophie und wesentlichen
Folgeschäden
Das Herz des 40jährigen Spenders wurde bereits weiter oben unter dem Aspekt des reinen Folgeschadens im linken Ventrikel erwähnt.
Das zweite Herz, an dem eine Hypertrophie mit Folgeschäden diagnostiziert wurde, stammte von einer 55jährigen an einem Apoplex gestorbenen Frau. Hier war der linke Ventrikel pathologisch auffällig, während der rechte im wesentlichen einen Normalbefund darstellte. Es lag außerdem eine mittelgradig stenosierende Koronararteriensklerose vor.
62
Tabelle 27. 3 Fälle mit Koronararteriensklerose aus der Gruppe der 21 bereinigten Spenderherzen
|
Morphologie |
Koronararteriensklerose (N=3) |
||
|
Charakteristik |
leicht |
mittel |
schwer |
|
Gesamtzahl |
1 |
1 |
1 |
|
männlich |
1 |
|
1 |
|
weiblich |
|
1 |
|
|
Alter |
|
|
|
|
männlich |
46 |
|
49 |
|
weiblich |
|
55 |
|
|
Gründe für Nichtverwendung als Spenderorgan, Anzahl |
|
|
|
|
Katecholamindosis |
1 |
1 |
1 |
|
Todesursachen, Anzahl |
|
|
|
|
Subarachnoidalblutung |
1 |
|
1 |
|
Apoplex |
|
1 |
|
|
Myokardmorphologie linker Ventrikel Anzahl |
|
|
|
|
Normal |
1 |
|
|
|
Hypertrophie 2° + Folgeschäden |
|
1 |
|
|
Ischämische Myokardschäden und toxischer Herzmuskelschaden |
|
|
1 |
|
Myokardmorphologie rechter Ventrikel Anzahl |
|
|
|
|
Normal |
1 |
1 |
1 |
|
Morphologie der großen Gefäße Anzahl |
|
|
|
|
Aortensklerose |
|
|
1 |
|
Druckbelastung der A. pulmonalis |
- |
- |
- |
In der Gruppe der 21 bereinigten Spenderherzen wurde bei drei Organen eine Koronararteriensklerose diagnostiziert, im Fall der beiden männlichen Spender (46 und 49 Jahre alt) jeweils mit leicht- und schwergradiger Stenosierung, im Fall der Spenderin (55 Jahre alt) mit mittelgradiger Stenosierung. Verkalkungen traten nicht auf. Die morphologischen Veränderungen des linken Ventrikels waren mit zunehmendem Ausmaß der Arteriosklerose schwerwiegender: eine im wesentlichen normale Morphologie bei leichtgradiger Stenosierung, Hypertrophie und Folgeschäden bei mittelgradiger Stenosierung und deutliche ischämische Schäden neben Zeichen eines toxischen Myokardschadens bei hochgradiger Stenosierung. Die rechten Ventrikel zeigten keine pathologischen Auffälligkeiten. Die Herzen hatten gemeinsam, daß sie wegen einer zu hohen Katecholamindosis für die Transplantation abgelehnt worden waren.
63
Die Aorta des Herzens mit der ausgeprägtesten Koronararteriensklerose war gleichfalls arteriosklerotisch.
Auf die separate tabellarische Darstellung der zwei Fälle mit Aortensklerose und des Falls mit ischämischem Myokardschaden wird verzichtet, da die Befunde bereits im Rahmen der Betrachtung der anderen Diagnosen in diesen Herzen erwähnt wurden.
Tabelle 28. 11 Normalbefunde aus der Gruppe der 21 bereinigten Spenderherzen
|
Morphologie |
Normalbefund (N=11) |
|
Charakteristik |
|
|
Gesamtzahl |
11 |
|
männlich |
6 |
|
weiblich |
5 |
|
Alter |
|
|
Median |
19 |
|
Range |
8-60 |
|
männlich-Median |
11 |
|
männlich-Range |
8-43 |
|
weiblich-Median |
49 |
|
weiblich-Range |
18-60 |
|
Gründe für Nichtverwendung als Spenderorgan, Anzahl |
|
|
Katecholamindosis |
4 |
|
Logistische Probleme |
4 |
|
Perikardtamponade |
1 |
|
Kontusionsmarken |
1 |
|
Todesursachen, Anzahl |
|
|
Subarachnoidalblutung |
1 |
|
Intrazerebrale Blutung |
2 |
|
Schädel-Hirn-Trauma |
6 |
|
zerebrale Hypoxie |
1 |
|
Nicht näher spez. Suizid |
1 |
|
Nicht untersuchte Bestandteile, Anzahl |
|
|
Koronararterien |
2 |
|
Aorta |
1 |
Der Altersmedian der männlichen Spender mit Normalbefund war außerordentlich niedrig (11 Jahre, Range 8-43). Fünf der sechs Herzen stammten von Spendern eines Alters unter 20 Jahren. Das sechste Herz stammte von einem 43jährigen Mann. Bis auf einen fehlenden Koronararterienbefund bei dem Herzen eines 8jährigen Spenders
64
war die Befundung der männlichen Organe vollständig.Das Alter der weiblichen Spender mit Herzen ohne wesentlichen pathologischen Befund war 18, 39, 49, 57 und 60 Jahre. Der Anteil von Herzen junger weiblicher Individuen (<20 Jahre) an der Gruppe der 21 bereinigten Spenderorgane war ohnehin sehr gering: ein Herz. Der Befundbericht über die beiden ältesten Herzen war nicht vollständig: bei dem Organ der 57jährigen Frau fehlten Angaben zu den Koronararterien, bei dem der 60jährigen Frau zur Aorta.
Zu den häufigsten Ablehnungsgründen gehörten mit je vier Fällen eine zu hohe Katecholamindosis und logistische Probleme. Die häufigste Todesursache war mit 6 Fällen das Schädel-Hirn-Trauma.
In den Tabellen 24 bis 28 erfolgte eine Annäherung an die verschiedenen Charakteristika wie Alter, Todesursache und Pathomorphologie in den anderen untersuchten Bestandteilen des Herzens über die Diagnosen. Es schließen sich die Tabellen 29 und 30 an, die sich den Diagnosen über das Alter nähern.
Tabelle 29. Pathologische und Normalbefunde der Ventrikel in den verschiedenen Altersstufen der Gruppe 21 bereinigter Spenderherzen
66
Tabelle 30. Weitere pathologische Veränderungen der Ventrikel und das Auftreten von Koronararterien- und Aortensklerose in den verschiedenen Altersstufen der Gruppe 21 bereinigter Spenderherzen
|
Alter |
Reine Folgeschäden |
Ischämische Myokardschäden |
Koronararterien-sklerose |
Aorten-sklerose |
||
|
|
RV |
LV |
RV |
LV |
|
|
|
0 - 10 GesN=4 Y/N=4 |
1 (25%) |
1 (25%) |
- |
- |
-‡ |
|
|
11 - 20 GesN=3 Y/N=2 X/N=1 |
- - - |
- - - |
- - - |
- - - |
- - - |
- - - |
|
31 - 40 GesN=4 Y/N=1 X/N=3 |
- - - |
1 (25%) 1 (100%)* - |
- - - |
- - - |
- - - |
- - - |
|
41 - 50 GesN=5 Y/N=3 X/N=2 |
- - - |
- - - |
- - - |
1 (20%) 1 (33%)** - |
2 (40%) 2 (67%) - |
1 (20%) 1 (33%) - |
|
51 - 60 GesN=5 Y/N=1 X/N=4 |
1 (20%) - 1 (25%) |
1 (20%) - 1 (25%) |
- - - |
- - - |
1 (25%) - 1 (33%)‡ |
1 (25%) 1 (100%) -‡‡ |
‡‡ein fehlender Befund der Aorta
67
Die zuletzt gezeigten Tabellen verdeutlichen, daß das Hauptgewicht der pathologischen Veränderungen auf den älteren Herzen lag. In neun der 14 Herzen (64%) von Spendern, die älter als 30 Jahre waren, wurden pathologische Veränderungen gefunden. Erwähnenswerte morphologische Auffälligkeiten fanden sich hingegen in einem von sieben Herzen (14%), deren Spender nicht älter als 20 Jahre waren. Organe aus der Altersgruppe der 21- bis 30jährigen fehlten in der Gruppe der bereinigten Spenderherzen.
Das Herz eines männlichen Individuums in der jüngsten Altersgruppe wies bereits biventrikulär Fibrosen vor, die über das in diesem Alter übliche Maß hinausgingen. Hierbei handelte es sich um die einzigen erwähnenswerten Abweichungen vom Normalen bei Herzen von Spendern bis zu einem Alter von 20 Jahren.
Eine Koronararteriensklerose unterschiedlichen Ausmaßes wurde erst bei Herzen von Spendern, älter als 40 Jahre, beobachtet.
Obgleich in der Altersgruppe der 31-40jährigen keine wesentlichen pathologischen Veränderungen der Koronararterien beschrieben wurden, lagen bei drei von vier Herzen deutliche myokardiale Auffälligkeiten vor: bei zwei weiblichen Herzen eine mittel- bzw. hochgradige Hypertrophie linksventrikulär, bei einem männlichen Herzen reine Folgeschäden und frische ischämisch bedingte Myozytolysen linksventrikulär und mittelgradige Hypertrophie mit Folgeschäden rechtsventrikulär.
In der Altersgruppe der 41-50jährigen fällt ein weibliches Herz mit linksventrikulärer Hypertrophie (mittelgradig) ohne sonstige pathologische Befunde auf.
Das älteste Herz stammte von einer 60jährigen Frau. Es war im wesentlichen ein Normalbefund, obgleich die Aorta nicht untersucht wurde. Reine Folgeschäden in beiden Ventrikeln ohne Hypertrophie und ohne erwähnenswerte Koronararterien- und Aortensklerose wies das Herz einer 59jährigen Spenderin auf. Das Organ einer 57jährigen Frau war wiederum ein Normalbefund, obgleich der Koronararterienbefund fehlte. Eine reine mittelgradige Hypertrophie linksventrikulär und Aortensklerose fielen am Herzen des männlichen Spenders in der ältesten Altersgruppe auf (53 Jahre). Das Herz mit deutlich stenosierender Koronararteriensklerose (weiblich, 55 Jahre) wurde bereits erwähnt.
Tabelle 31 stellt den Anteil der pathologischen Befunde in verschiedenen Altersstufen dar.
68
Tabelle 31. Anteil der Herzen mit pathologischem Befund in den verschiedenen Altersstufen der Gruppe 21 bereinigter Spenderherzen
|
Altersgruppe |
Gesamtzahl |
Zahl der Herzen mit Auffälligkeiten (%) |
|
0 - 10 Jahre |
4 |
1 (25%) |
|
11 - 20 Jahre |
3 |
- |
|
31 - 40 Jahre |
4 |
3 (75%) |
|
41 - 50 Jahre |
5 |
3 (60%) |
|
51 - 60 Jahre |
5 |
3 (60%) |
Bei deutlich jüngeren Spendern (jünger als 21 Jahre) war das Vorkommen histopathologischer Veränderungen seltener, als bei Herzen von Spendern über 30 Jahre. Die Anzahl morphologisch auffälliger Herzen nahm dann aber mit zunehmendem Alter nicht stetig zu. Sie war bei den 31- bis 40jährigen schon sehr hoch (75%), betrug dann aber in den beiden höchsten Altersstufen jeweils nicht mehr als 60%.
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HTML - Version erstellt am: Tue Oct 1 10:29:05 2002 |