Vorwort

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Kulturfabriken gibt es seit über dreißig Jahren in allen großen Städten und den meisten Mittel- und Kleinstädten nicht nur in der Bundesrepublik, sondern in ganz Europa. Mehrere Generationen haben ihre Vorstellung von Kunst und Kultur mit ihnen und durch sie definiert, die Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat eigene oder mittelbare Erfahrungen mit Kulturfabriken gemacht und kann einige Einrichtungen benennen. Kulturfabriken sind zu einem festen und unverzichtbaren Bestandteil der Kulturlandschaft in Deutschland geworden. Ihre Existenz ist so selbstverständlich geworden, daß die Frage, warum ausgerechnet leerstehende Fabrikgebäude zu kulturellen Zwecken umgenutzt werden, nicht mehr gestellt wird. Doch warum verbinden die Initiatoren von Kulturfabriken ihre Vorstellung von Kultur beziehungsweise Soziokultur mit früheren Industriebauten? Warum haben Künstler und Kreative sich leerstehende Fabrikgebäude für ihre Tätigkeit gesucht? Worin liegt die Faszination, daß diese Entwicklung über 35 Jahre ungebrochen fortschreitet? Und worin unterscheiden sich die Kulturfabriken aus den frühen siebziger Jahren gegenüber Einrichtungen, die heute eröffnet werden?

Die vorliegende Untersuchung stellt keine Anleitung zur Umnutzung von Industriebauten dar, sondern versucht, eben jene Fragen beantworten. Es soll belegt werden, daß die Umnutzung zu kulturellen Zwecken ein semiologisches Phänomen darstellt und keinen praktischen Erwägungen folgt. Kulturfabriken sind Symbole und Projektionsflächen für bestimmte Kulturbegriffe.

Bedanken möchte ich mich bei Rebecca Ladewig für ihre wertvollen Hinweise und Korrekturen.

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Mein Dank für anregende Gespräche, Materialien, Hinweise und Geduld gelten Jennifer Allen, Volkmar Billig, Rainer Grönhagen, Katja Niggemeier, Gaby Schmücker, Marc Schweska, Prof. Christoph Türcke sowie den Teilnehmern des Oberseminars bei Prof. Dr. Hartmut Böhme und Professor Dr. Natascha Adamowski.

Insbesondere geht mein Dank an Herrn Professor Hartmut Böhme und Herrn Professor Gerhard Schweppenhäuser für ihre kritischen und konstruktiven Hinweise, die sie mir über viele Jahre hin gaben.


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12.06.2008