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Anlagen

Anlage 1: Begleitschreiben zum Fragebogen

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HUMBOLDT-UNIVERSITÄT ZU BERLIN

Geographisches Institut

Abt. Didaktik der Geographie

An

den/die Schulleiter/in

der Beispielschule

Schulstraße

Postleitzahl Ort

Sehr geehrte Schulleiterin/sehr geehrter Schulleiter!

Im Rahmen unserer Forschungen zum Erdkundeunterricht führen wir eine Befragung zum Erdkundeunterricht durch. Die Durchführung dieser Befragung wurde im März 1999 vom dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg unter dem Gz.: 3.1-173 genehmigt. Wir bitten Sie den Fragebogen von der Kollegin oder dem Kollegen ihrer Schule beantworten zu lassen, welche den Erdkundeunterricht in der Sekundarstufe I erteilen, und baldmöglichst an uns zurückzusenden.

Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung.

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege!

Uns interessiert Ihre Vorstellung von einem optimalen Unterricht im Fach ERDKUNDE im derzeit möglichen Rahmen (Fachunterricht, Rahmenplan...). Im Folgenden finden Sie eine Reihe von Aussagen zum Unterricht. Bitte kreuzen Sie in der linken Spalte an, wie wichtig diese Aussage, nach Ihrer Meinung, für den optimalen Unterricht ist.

Wie nahe kommt der von Ihnen täglich praktizierte Erdkundeunterricht Ihren Vorstellungen vom optimalen Unterricht? Kreuzen Sie dazu bitte in der rechten Spalte des Fragebogens an, wie Sie selbst die tatsächliche Umsetzung einschätzen.

Sollten Sie bei den Fragen auf Vorgaben stoßen, die Sie persönlich strikt ablehnen, schreiben Sie dazu bitte eine kurze Begründung aus persönlicher Sicht.

Lassen Sie bitte keine Antworten aus. Der Datenschutz ist gewährleistet, da wir Sie nur um allgemeine Angaben zu Ihrer Person bitten.

Hinweis: Der Bereich des außerschulischen Lernens wurde hier aufgrund der wissenschaftlichen Themenstellung nicht berücksichtigt.

Wir danken Ihnen für Ihre Mitarbeit!

Rücksendeadresse: Bitte wenden!


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Anlage 2: Erinnerungsschreiben zum Fragebogen

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HUMBOLDT-UNIVERSITÄT ZU BERLIN

Geographisches Institut

Abt. Didaktik der Geographie

An

den/die Schulleiter/in

der Beispielschule

Schulstraße

Postleitzahl Ort

Sehr geehrte Schulleiterin/sehr geehrter Schulleiter!

Anfang November baten wir Sie um Ihre Mitarbeit bei einer Befragung zum Erdkundeunterricht. Die Durchführung der Befragung wurde im März 1999 vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg unter dem Gz.: 1.3-173 genehmigt. Um im Rahmen unserer Forschungen eine realistische Aussage von der Praxis treffen zu können, möchten wir uns auf eine möglichst umfangreiche Datenbasis beziehen. Hiermit bitten wir Sie freundlichst, den zugesandten Fragebogen von der Kollegin oder dem Kollegen beantworten zu lassen, welche den Erdkundeunterricht in der Sekundarstufe I erteilen, und baldmöglichst an uns zurück zusenden. Sollte dies bereits geschehen sein, dann bedanken wir uns hiermit für Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege!

Uns interessiert Ihre Vorstellung von einem optimalen Unterricht im Fach ERDKUNDE im derzeit möglichen Rahmen (Fachunterricht, Rahmenplan...). Im Folgenden finden Sie eine Reihe von Aussagen zum Unterricht. Bitte kreuzen Sie in der linken Spalte an, wie wichtig diese Aussage, nach Ihrer Meinung, für den optimalen Unterricht ist.

Wie nahe kommt der von Ihnen täglich praktizierte Erdkundeunterricht Ihren Vorstellungen vom optimalen Unterricht? Kreuzen Sie dazu bitte in der rechten Spalte des Fragebogens an, wie Sie selbst die tatsächliche Umsetzung einschätzen.

Sollten Sie bei den Fragen auf Vorgaben stoßen, die Sie persönlich strikt ablehnen, schreiben Sie dazu bitte eine kurze Begründung aus persönlicher Sicht.

Lassen Sie bitte keine Antworten aus. Der Datenschutz ist gewährleistet, da wir Sie nur um allgemeine Angaben zu Ihrer Person bitten.

Hinweis: Der Bereich des außerschulischen Lernens wurde hier aufgrund der wissenschaftlichen Themenstellung nicht berücksichtigt.

Wir danken Ihnen für Ihre Mitarbeit!

Rücksendeadresse: Bitte wenden!


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Anlage 3: Fragebogen


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Anlage 4: Itemübersicht


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Item-Nummer in der Pilotstudie

Item

Item-Nummer in der Hauptstudie

Item 1

Schülerinteressen werden bei den Unterrichtsinhalten berücksichtigt.

Item 1

Item 2

Der Unterricht berücksichtigt fächerübergreifende Aspekte.

Item 2

Item 3

Die Schüler können unter verschiedenen Lernangeboten auswählen.

Item 3

Item 4

Die Schüler können eigene projektartige Vorhaben im Unterricht planen und umsetzen.

Item 4

Item 5

Die Schüler können sich die Zeit frei einteilen.

Item 5

Item 6

Die Schüler können unter verschiedenen Pflichtaufgaben auswählen.

Item 6

Item 7

Der Unterricht bietet die Möglichkeit, Arbeitsweisen selbständig anzuwenden.

Item 7

Item 8

Die verschiedenen individuellen Lerntypen werden im Unterricht berücksichtigt

Item 8

Item 9

Die Heranwachsenden werden bewußt als individuelle Persönlichkeiten mit verschiedenen Vorerfahrungen, Bedürfnissen und Interessen wahrgenommen

Item 9

Item 10

Die Schüler können den Rhythmus von konzentrierter Arbeit und kurzen Pausen selbst wählen.

Item 10

Item 11

Das Arbeitstempo bestimmen die Schüler selbst.

Item 11

Item 13

Handlungselemente unterstützen den Wissensaufbau im Unterricht.

Item 12

Item 14

Die Erarbeitung von Wissen durch Spiele und Bastelarbeiten gehört zum Unterricht.

Item 13

Item 15

Im Unterricht werden bewußt die verschiedenen Sinne, z.B. Geschmackssinn, Geruchssinn u.a. angesprochen.

Item 14

Item 16

Die sozialen und emotionalen Bedürfnisse der Schüler werden im Unterricht berücksichtigt.

Item 15

Item 17

Die Schüler werden an der Unterrichtsplanung beteiligt.

Item 16

Item 18

Die Schüler bestimmen ihre Arbeitspartner oder -gruppe selbst.

Item 17

Item 19

Die Schüler haben Zeit, um Gedankengänge und Arbeiten zu Ende zu führen.

Item 18

Item 20

Die Schüler lernen im Unterricht sich selbst Wissen anzueignen.

Item 19

Item 22

Neben den fachlichen Inhalten werden Schlüsselqualifikationen wie Selbständigkeit im Erdkundeunterricht vermittelt.

Item 20

Item 23

Neben den fachlichen Inhalten werden Schlüsselqualifikationen wie Entscheidungskompetenz im Erdkundeunterricht vermittelt.

Item 21

Item 24

Neben den fachlichen Inhalten werden Schlüsselqualifikationen wie das Lernen des Lernens/Lernstrategien im Erdkundeunterricht vermittelt.

Item 22

Item 25

Neben den fachlichen Inhalten werden Schlüsselqualifikationen wie Kommunikationsfähigkeit im Erdkundeunterricht vermittelt.

Item 23

Item 26

Neben den fachlichen Inhalten werden Schlüsselqualifikationen wie Sozialkompetenz im Erdkundeunterricht vermittelt.

Item 24

Item 27

Die Schüler können eigene Ideen und Vorstellungen einbringen.

Item 25

Item 28

Die Schüler bestimmen die Reihenfolge von Arbeiten selbst.

Item 26

Item 30

Der Unterricht bietet die Möglichkeit individuell und differenziert zu lernen.

Item 27

Item 31

Vielfältiges Material wird experimentierend und kreativ genutzt.

Item 28

Item 32

Der Unterricht weckt Neugier und Interesse für erdkundliche Fragestellungen.

Item 29

Item 34

Der Unterricht wird lebenspraktisch gestaltet.

Item 30

Item 35

Die Schüler werden aktiv in die Unterrichtsgestaltung einbezogen.

Item 31

Item 37

Der Unterricht weckt Freude am Lernen.

Item 33

Item 38

Die Schüler bearbeiten alle die gleichen Aufgaben im vorgegebenen Zeitrahmen.

Item 34

Item 39

Die Arbeit im Unterricht macht den Schülern Spaß.

Item 35

Item 40

Die Schüler nutzen selbst erstellte oder mitgebrachte Arbeitsmaterialien.

Item 36

Item 41

Die Schüler entdecken und forschen selbständig im Erdkundeunterricht.

Item 37

Item 42

Der Lehrende nimmt die Rolle des Organisators, Moderators und Beraters ein.

Item 38

Item 43

Der Unterricht wirft Fragen und Probleme auf, für die er keine fertigen Lösungen bereitstellt.

Item 39

Item 45

Die Schüler haben zu verschiedenen Materialien, Spielen und Arbeitsmitteln freien Zugang.

Item 40

Item 46

Ungeplante Unterrichtszeit dient der Entwicklung eigener Schülerinitiativen.

Item 41

Item 47

Die Schüler arbeiten im Unterricht mit dem Computer.

Item 42


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Anlage 5: Normalverteilungshistogramme


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Anlage 6


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Anlage 7: Rangkorrelation nach Spearman für die 1. Skala Differenz
O-Items minus P-Items


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Anlage 8: Produkt-Moment-Korrelation nach Pearson

Produkt-Moment-Korrelation nach Pearson


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Anlage 9: Häufigkeitsverteilung der Geschlechter

Kreuztabellen


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Anlage 10: Schüler-Lexikon: Indien


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Hinduismus und Kastenwesen in Indien

Die wichtigsten religiösen Gruppen in Indien und ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung

Hindus

83 %

Muslime

11 %

Christen

2.4 %

Sikhs

1,1 %

Hinduismus

Alle in Indien entstandenen Religionen werden nach der indischen Verfassung unter dem Begriff des Hinduismus zusammengefasst. Der Hinduismus hat keine einheitlich gültige Lehre. Der Kreislauf der Wiedergeburten ist eine der Gemeinsamkeiten aller hinduistischen Glaubensrichtungen. Nach dem Tod wandert die Seele auf der Straße der Wiedergeburten. Ihr Karma, die Summe der bösen und guten Taten im vorhergehenden Leben, entscheidet über den Rang des zukünftigen Lebens: die Seele kann in einem göttlichen, menschlichen oder tierischen Körper zur Welt zurückkehren. Da auch Tiere Stationen der Seelen-Wanderung sind, essen viele Hindus keine Fleisch. Manche Tiere, z.B. Kühe gelten als heilig. Sie laufen überall, auch in vielen Städten, frei herum.

Festumzug zur Ehrung einer indischen Gottheit.

Kastenwesen

Aus dem Glauben der Hindus leiten sich Vorstellungen über das Zusammenleben der Menschen ab. Danach wird die Gesellschaft in Kasten gegliedert, denen gesellschaftliche Funktionen zugeordnet werden.


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Diese Vorstellungen von der Rangfolge der Menschen entsprechen aber nicht dem wirklichen Zustand der indischen Gesellschaft. Heute unterscheidet man in Indien 3000 bis 4000 Kasten. Obwohl die Regierung das Kastensystem längst abgeschafft hat, gilt noch immer, dass man als Mitglied einer bestimmten Kaste geboren wird und ihr bis zu seinem Tod angehört. Heirat ist nur innerhalb der eigenen Gruppe erlaubt. Kasten sind auch Berufsgruppen. Das heißt, der Beruf ist nicht frei wählbar, sondern wird vererbt.

Dennoch gibt es im modernen Indien, insbesondere in den Städten, viele Bereiche in denen Angehörige unterer Kasten auch in angesehenen Berufen arbeiten, z.B. als Wissenschaftler, Richter oder Politiker.

Die Sikhs

Die Sikh-Religion ist aus dem Hinduismus hervorgegangen. Von den männlichen Sikhs-Anhängern wird erwartet, dass sie dem Khalsa, einer religiösen und militärischen Bruderschaft, beitreten. Dazu werden sie getauft, indem sie gesüßtes Wasser trinken, und sie erhalten den Namen Singh (Löwe). Sie müssen die fünf k’s befolgen:

Haupthaar und Bart dürfen nicht geschnitten werden (kes), eine Soldatenkleidung muss getragen werden (kacch) sowie ein eiserner Armreif (kara), ein Stahldolch (khanda) und ein Kamm (khanga).Männliche Sikhs tragen einen Turban über ihrem Haarknoten, der ein typisches Erkennungsmerkmal dieser Glaubensgemeinschaft darstellt.

MONSUN


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In Indien gibt es vier Jahresabschnitte, die im wesentlichen durch den Monsun bestimmt werden.

Vormonsun ist von April bis Mai, es ist sehr heiß und trocken. In Mittelindien sind zu dieser Zeit Temperaturen von über 50 °C keine Seltenheit.

Der Sommermonsun von Juni bis September bringt Regen mit Wolkenbrüchen und Gewittern und ein wenig Abkühlung für das ganze Land.

Der Nachmonsun von Oktober bis Dezember bringt wieder Trockenheit für Indien.

Von Januar bis März ist die Zeit des Wintermonsun, die ebenfalls sehr trocken ist.

Der Name Monsun leitet sich aus dem arabischen Wort „mausim“ ab und bedeutet Jahreszeit. Der Monsun ist ein Wind, der im jahreszeitlichen Wechsel seine Richtung ändert. Im Sommer weht der Monsun-Wind aus Südwest und im Winter aus der Gegenrichtung, also aus Nordost.

Seit über 1000 Jahren wird der Monsun-Wind von der Segelschifffahrt zwischen Ostafrika, Südarabien und Indien genutzt. Die Dhaus, die typischen Segelschiffe des Indischen Ozeans, konnten nur schwer gegen den Wind kreuzen (segeln). Das war auch gar nicht nötig, denn der Wind sorgte für die Einhaltung des Kurses. Im Sommer segelte man von Ostafrika (liegt südwestlich von Indien) nach Indien. Im Winter, wenn der Wind seine Richtung geändert hatte, segelte man wieder zurück.

Wie entsteht der Monsun?

Im Sommerhalbjahr der Nordhalbkugel, wenn also bei uns auch Sommer ist, steht die Sonne fast senkrecht über dem indischen Festland. Man sagt dann, die Sonne steht im Zenit. Über dem Festland wird die Luft sehr stark erhitzt (40°C und mehr) und steigt auf. Am Boden entsteht ein kräftiges Tiefdruckgebiet.


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Über dem indischen Ozean ist die Luft kühler und sehr feucht (Wassertemperaturen bis 35°C). Dort befindet sich ein Hochdruckgebiet.

Der gewaltige Druckunterschied zwischen dem Hochdruckgebiet und dem Monsuntief führt zu einem kräftigen Wind, dem Monsun. Durch die Erddrehung wird er zum Südwestmonsun. Auf dem langen Weg über den Indischen Ozean kann die Luft eine große Menge des dort verdunstenden Wassers aufnehmen. Trifft diese sehr feuchte Meeresluft auf ein Hindernis, z.B. eine Steilküste oder ein Gebirge, entwickeln sich Steigungsregen. Mit wolkenbruchartigen Regenfällen entlädt sich der Sommermonsun über Indien. Nirgendwo sonst kommt in so kurzer Zeit soviel Wasser vom Himmel. Dies führt jedes Jahr zu großen Überschwemmungen in weiten Teilen Indiens.

Im Winterhalbjahr kühlt sich das Festland ab, der Luftdruck steigt, ein Hoch entwickelt sich. Nun läuft das ganze Geschehen in umgekehrter Richtung ab, da das Meereswasser noch relativ warm ist. Das ist die Zeit des Wintermonsun.
Aus nordöstlicher Richtung bringt er trockene und sehr warme Luft.

Das Problem ist, das der Monsun nicht jedes Jahr zur gleichen Zeit eintrifft. Bleibt er aus oder kommt er zu spät, gibt es eine schlimme Dürre, welche die Saat auf den Feldern verdorren lässt und zu Hungersnot führt.


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Landwirtschaft in Indien

Mehr als zwei Drittel der indischen Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Mehr als die Hälfte der Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt, über 90 Prozent davon als Ackerland. Die meisten Höfe sind sehr klein.

Gemessen an der Anbaufläche ist Reis, das Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung, das wichtigste Produkt. Neben Reis wird vor allem Weizen angebaut. Indien gehört außerdem zu den weltgrößten Produzenten von Zuckerrohr, Tee, Baumwolle und Jute. Weitere wichtige Anbauprodukte sind Kaffee, Gemüse, Melonen, Sorghum, Hirse, Mais, Gerste, Kichererbsen, Bananen, Mangos, Kautschuk, Leinsamen, Erdnüsse und verschiedene Gewürze.

Reisanbau

Reis, eines der Hauptnahrungsmittel, wird bei den Indern als Quelle des Lebens und Speise der Götter angesehen.

In der Viehzucht sind insbesondere Büffel, Pferde, Esel und Kamele wichtig, die als Last- und Zugtiere eingesetzt werden. Rinderzucht ist trotz des hohen Bestands von 200 Millionen Tieren für die Ernährung von untergeordneter Bedeutung, weil Rinder von Hindus nicht geschlachtet werden dürfen.

Grüne Revolution

Der Panjab im Nordwesten Indiens, das Hauptsiedlungsgebiet der Sikhs (Sikhs siehe auch Thema II), wurde bei der Einführung einer modernen Landwirtschaft von der Regierung in Delhi wegen seiner günstigen ökologischen Voraussetzung bevorzugt berücksichtigt. Die Bauern erhielten neues und preiswertes Saatgut für den Anbau von Weizen und Reis. Das Saatgut war eine Neuzüchtung und brachte wesentlich mehr Ernteerträge auf der gleichen Fläche. Doch „Wunderweizen“ und „Wunderreis“ [Seite 210↓]brauchen viel Wasser. Aus diesem Grund wurden neue Brunnen gebohrt und die Kanalbewässerung erweitert. Die neuen Weizen- und Reissorten erfordern viele Nährstoffe und sind anfällig für Krankheiten. Dazu müssen große Mengen an Kunstdünger und Schädlingsbekämpfungsmitteln eingesetzt werden.

Alle diese Maßnahmen der Grünen Revolution, die Anfang der 60er Jahre in Indien durchgeführt wurden, kosten viel Geld. Vor allem die reichen Bauern konnten sich das leisten und ihre Ernten anschließend gewinnbringend verkaufen. Für einen großen Teil der indischen Bevölkerung konnte damit, durch die Grüne Revolution, die Versorgung gesichert werden, da bei gleicher Fläche mehr Erträge produziert wurden.

Die zahlreichen Kleinbauern, die für sich und ihre Familien anbauen, konnten sich die Neuerungen nicht leisten und hatten keinen Vorteil von der Grünen Revolution.

Zudem ließen sich die Ziele der „Grünen Revolution“ nur in Gebieten mit fruchtbaren Böden erfolgreich durchführen. Aus dem Panjab machte die Grüne Revolution die Kornkammer Indiens, einen der reichsten Bundesstaaten der Indischen Union.

Ausgewählte Anbauprodukte

Der aus Indien stammende Schwarze
Pfeffer ist seit mehr als 3 000 Jahren
ein beliebtes Gewürz.

Pfeffer, das wichtigste Gewürz der Welt, wird aus dem Pfefferkorn, der Frucht des Pfefferstrauches, einer Kletterpflanze, hergestellt. Ursprünglich stammt Pfeffer aus Indien, er wird heute in vielen tropischen, feuchtheißen Gebieten Asiens kultiviert. Pfefferkörner werden unreif und grün geerntet, getrocknet liefern sie schwarzen Pfeffer. Um weißen Pfeffer zu produzieren, werden rote, reife Pfefferkörner in Wasser eingeweicht und von ihrer äußeren Hülle befreit.


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Teeernte in Assam

In den hügeligen Gebieten Assams bilden hohe Jahresniederschläge von bis zu 10 000 Millimetern im Jahr die ideale Voraussetzung für reiche Teeernten.

Teewird von etwa der Hälfte der Weltbevölkerung getrunken. Tee wird aus den getrockneten Blättern des Teestrauches zubereitet, der zur gleichen Gattung wie die als Ziersträucher beliebten Kamelien gehört. Zur Teebereitung werden die Blattknospen und jungen Blätter verwendet. Dabei bestimmt das Alter der Blätter den Geschmack und die jeweilige Handelsbezeichnung des Tees. Indien steht mit 810 Millionen Tonnen Tee (1998) an der Spitze der Weltproduktion

Reife Baumwollpflanze: Die Baumwollpflanze erzeugt eine Naturfaser, die zur Herstellung von Stoffen verwendet wird. Der süße Nektar der Baumwolle lockt etliche Schadinsekten an, die sich in Baumwollpflanzungen verheerend auswirken können.

Baumwolle ist eine pflanzliche Naturfaser, die als Ausgangsmaterial zur Herstellung von Stoffen genutzt wird und von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist. Ihre Fasern lassen sich leicht zu Garnen verspinnen. Dies ist der wichtigste Grund dafür, dass Baumwolle so häufig verwendet wird. Die Festigkeit, das Wasseraufnahmevermögen, die Pflegeleichtigkeit und Färbbarkeit der Baumwolle ermöglichen ihre Verarbeitung zu außerordentlich vielen verschiedenen Textilien.


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In Indien wird Baumwolle mit Sicherheit seit mindestens 5 000 Jahren angepflanzt und genutzt. Indien gehört zu den weltweit wichtigsten Produzenten von Baumwolle.


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Anlage 11: Spielmaterialien für das Spiel „Viel Glück in Bombay“

Viel Glück in Bombay

Ein Würfelspiel für 3-5 Mitspieler

Spielregeln

Materialien:Spielbrett, 5 Texte, 5 Spielfiguren, 1 Würfel, 16 Fragekarten weiß, 15 Fragekarten farbig

Spielvorbereitung

Alle Mitspieler lesen sich zuerst den Text durch und prägen sich den Inhaltmöglichst gut ein. Die Fragen im Spiel beziehen sich auf den Text. Während des Spiels sollte der Text nicht mehr verwendet werden.

Die Fragekarten werden mit der Schrift nach unten auf zwei Stapeln geordnet, ein weißer und ein farbiger Stapel.

Außerdem erhält jeder Spieler eine Spielfigur.

Spieldurchführung

Am Start beginnen alle Spieler mit dem Würfeln und setzen die gewürfelte Augenzahl. Kommt ein Spieler dabei im schwarzen Bereich auf ein Feld mit einem Fragezeichen, so nimmt der Spieler, der vor ihm gesetzt hat, eine weiße Fragekarte und liest sie vor. Achtung: Nicht die Antwort mit vorlesen! Kann der Spieler, der auf dem Fragezeichen steht, die Frage richtig beantworten, so darf er in der nächsten Runde würfeln und weitergehen. Kann er die Frage nicht beantworten oder die Antwort ist falsch, so muß er eine Runde aussetzen.

Kommt ein Spieler im farbigen (z.b. blauen) Bereich auf ein Feld mit einem Fragezeichen, so nimmt der Spieler, der vor ihm gesetzt hat, eine farbige Fragekarte und liest sie vor.Kann der Spieler, der auf dem Fragezeichen steht, die Frage sinngemäß richtig beantworten, so darf er in der nächsten Runde würfeln und weitergehen. Kann er die Frage nicht beantworten oder die Antwort ist falsch, so muß er sofort zurückgehen in den Bereich mit einer anderen Farbe (z.b. in den roten Bereich).

Sieger ist, wer zuerst am Ziel ist oder, wer am Stundenende am weitesten gekommen ist.

Nun viel Spaß beim Spielen!

Viel Glück in Bombay


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Gopal ist 13 Jahre alt. Seine Eltern können die sieben jüngeren Geschwister kaum ernähren, und in dem kleinen Dorf Sanskrit am Fuße des Himalaja gibt es für Gopal keine Arbeit. Deshalb muß er sich auf den Weg machen, um in einer großen Stadt Geld für sich und die Familie zu verdienen. Sein Ziel ist Bombay, die reichste indische Stadt am arabischen Meer. Die Reise ist lang und ohne Geld kommt Gopal nur mühsam voran. In der Stadt Agra, in der das berühmte Grabdenkmal "Taj Mahal" steht, hat er Glück. Er kann ein Stück auf einem Lastenschiff auf dem Ganges, dem bedeutendsten Fluß Indiens, mitreisen. So erreicht Gopal die Hafenstadt Calcutta, die größte Stadt Indiens am Golf von Bengalen. Doch wer in Calcutta leben will, sei es nur für ein paar Wochen, der muß arbeiten oder betteln. Jeder Schlafplatz kostet Geld, auch wenn er sich auf der Straße befindet. Gopal wird Schiffsjunge, d.h. er muß an einem Seil einen motorlosen Lastenkahn auf dem Ganges ziehen bis zu einem Ladeplatz.

Nach 9 Monaten verläßt er die Stadt und fährt mit dem Zug bis nach Bombay. Die Stadt liegt an der Westküste Indiens. Bombay ist eine Riesenstadt, die sich jeden Tag weiter ausdehnt, denn jeden Tag kommen arme Leute, wie Gopal, in die Stadt. Viele Notleidende errichten ohne Baugenehmigung Hütten aus Blech, Bambus und Lehm. Überall in der Stadt bilden sich auf unbebauten Flächen auf diese Weise Elendsquartiere, sogenannte Slums, ohne Wasser-, Abwasser- und Stromanschluß. Viele ganz arme Zuwanderer können sich nicht einmal diesen "Luxus" leisten. So findet auch Gopal nur ein "Zuhause" auf den Pflastersteinen der Straße. Dieser Wohnplatz im Freien ist bei regelmäßiger Mietzahlung praktisch unkündbar. Es gibt öffentliche Brunnen für die Trinkwasserversorgung. Für das Abwasser und die Toilettenverrichtungen wird der Straßenrand benutzt. Gopal ist jung und kann als Lastenträger arbeiten. Alte und Kranke müssen betteln, um zu überleben. Außerdem achtet er besonders darauf, daß seine Kleidung immer sauber und ordentlich ist. Und er hat Glück, denn eines Tages stellt ihn ein Händler aus dem Bazarviertel ein. Das Bazarviertel ist das Herz der Stadt. Hier hat jedes Handwerk sein eigenes Viertel, es gibt Stoffhändler, Schmuckverkäufer, Obst- und Gemüsestände. Tausende von Menschen arbeiten hier in den kleinen Straßen und Gassen. Gopal kann bald umziehen, in einen Wohnblock mit vielen Stockwerken und winzigen Zimmerchen. Dort wohnen die armen Leute, die eine feste Arbeit haben, jedoch nicht mehr im Slum leben müssen. Es gibt es einen Wasserhahn, der täglich 1 Stunde Wasser spendet und eine Toilette für etwa 25 Familien.

Einmal soll er zu einem reichen Geschäftsmann das Gemüse bringen. Dieser lebt nahe dem Stadtzentrum in einem modernen und sauberen Haus mit Garten an einer breiten Straße. Das Haus hat so viele Zimmer, daß die zahlreichen Diener auch Platz haben. Wie es der Zufall will, ist die Stelle eines Dieners gerade frei und Gopal kann dort anfangen. Die Arbeit ist nicht schwer, aber dafür ist Gopal immer im Dienst. Er kann dort wohnen und essen und sogar einmal im Jahr etwas Geld zu seiner Familie bringen. Jetzt ist er am Ziel, denn als Diener zu arbeiten, ist das Höchste, was ein Mensch seines Standes erreichen kann und nur ganz wenigen gelingt es auch.


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10.11.2004