4 Ergebnisse

Das erstellte Finite-Elemente-Modell der Lendenwirbelsäule zeigte hinsichtlich seiner mechanischen Eigenschaften eine gute Übereinstimmung mit Präparaten aus In-vitro-Versuchen. Es wurde eine Methode zur Simulation einer physiologischen Belastung erstellt und die muskulären Kräfte abgeschätzt. Dabei zeigte sich, dass die Art der Belastung einen großen Einfluss auf die erzielten Ergebnisse hat.

Ebenso ergab sich eine starke Abhängigkeit der Beweglichkeit und der übertragenen Kräfte in den Bändern je nach Wahl ihrer in der Literatur angegebenen Material­eigenschaften. Die für die Abmessungen des vorliegenden Modells wahrschein­lichsten Eigenschaften und die für die unterschiedlichen Bewegungen maßgeb­lichen Bänder wurden ermittelt.

Im Rahmen der Untersuchung verschiedener Resektionsgrade im Facetten- und Laminabereich wurde eine gute Übereinstimmung mit In-vitro-Versuchen festgestellt. Die vergrößerte intersegmentale Beweglichkeit wird teilweise durch die verminderte Elastizität einer degenerierten Bandscheibe abgefangen. Während die Spannungsverteilung in den Bandscheiben kaum durch eine Resektion beeinflusst wird, ist quantitativ eine deutliche Erhöhung der Spannungen in den Bandscheiben der betroffenen Etage, nicht jedoch in den angrenzenden Etagen zu beobachten. Weiterhin können Resektionen eine drastische Erhöhung der Dehnungen in der korrespondierenden Bandscheibe verursachen. Eine Resektion hat diesbezüglich nur einen geringen Einfluss auf die Nachbarsegmente.

Die Untersuchung der Durchtrennung einzelner Bänder unter Berücksichtigung der möglichen Streubreite ihrer Steifigkeiten ergab eine teilweise starke Abhängigkeit der Bänder untereinander. Die Durchtrennung des vorderen Längsbandes führt beispielsweise bei der Lateralflexion zu einer gekoppelten Mitbewegung in Richtung Extension und zu einer drastischen Erhöhung der Kapselbandbelastung bei der Extension.

Der Vergleich des Einflusses einer Operation zur monosegmentalen bzw. bisegmentalen Fusion mittels Knochenspan auf die mechanischen Größen im Kontaktbereich zwischen den Spänen und den Endplatten ergab keinen eindeutigen Hinweis auf mechanische Ursachen der höheren Pseudarthrosenrate bei bisegmentaler Fusion.

Die Untersuchung verschiedener Knochenspanparameter zur monosegmentalen Fusion verdeutlichte die starke Erhöhung der Spannungen in den Endplatten im Bereich des Spankontakts. Eine ausgeprägte Reduzierung der Spannungen kann durch die Wahl eines elastischen Knochenspans beispielsweise aus dem Bereich des Darmbeinkamms herbeigeführt werden. Die Abmessungen des Spans haben einen geringeren Einfluss auf die Größe der Spannungen als die Position und Ausrichtung in Verbindung mit der Bewegungsrichtung. Ungeachtet der Rigidität des überbrückten Bereichs infolge der dorsalen Fixateure hat die Lage des Spans einen wesentlichen Einfluss auf die Beweg­lichkeit des fusionierten Segments.


© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
DiML DTD Version 3.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
04.08.2004