| Vorwort.
Das biologische Arbeitsprogramm für die Ausreise S. M. S. „Planet" ist im Zoologischen Institut Kiel mit Herrn Professor Dr. Brandt aufgestellt worden unter Berücksichtigung zweier massgebender Faktoren. Einmal mussten alle längere Zeit beanspruchenden Arbeiten unterbleiben mit Rücksicht auf das schon vorher festgestellte gesamte Arbeitsprogramm — Ozeanographie und Aerologie — und den immerhin begrenzten Aktionsradius des Schiffes, zweitens verbot sich wegen Platzmangels umfangreicheres Fanggerät mitzunehmen. Auch trat nach dem Gesamtplan, der vorzugsweise Arbeiten auf hoher See umfasste, die Gewinnung zoologischen und botanischen Materials, wozu sich doch ohne Tiefseefanggeräte hauptsächlich nur während des Aufenthalts an der Küste Gelegenheit geboten hätte und welches auch nicht hätte konserviert und aufbewahrt werden können, in den Hintergrund.
Mit Rücksicht darauf kamen zunächst Stickstoffanalysen nach der von Dr. Raben-Kiel ausgearbeiteten Methode in Betracht; ferner bakteriologische Arbeiten, und zwar sollte das Vorhandensein stickstoffzerstörender Bakterienarten an recht zahlreichen Stellen auch auf hoher See in den Tropen festgestellt werden. Daneben konnten Untersuchungen stattfinden, den Keimgehalt des Meerwassers durch das Plattenverfahren zu ermitteln. Als wesentlichste Aufgabe sollten an möglichst vielen Stellen, besonders auf offenem Tropenmeer, systematische Planktonstufenfänge gemacht werden.
Dieses Arbeitsprogramm konnte im Wesentlichen durchgeführt werden, und die Resultate werden in diesem Band veröffentlicht.
Das zoologische bezw. botanische Material, welches während der Reise S. M. S. „Planet" gesammelt worden ist, wurde dem Königlichen Zoologischen Museum Berlin resp. dem Königlichen Botanischen Museum in Dahlem bei Berlin überwiesen; dem ersteren auch das Planktonmaterial.
Neben den biologischen Arbeiten wurden von mir an Bord zur schnelleren Orientierung über die auf allen Lotungsstationen gewonnenen Grundproben mikroskopische Präparate angefertigt und untersucht. Über die Untersuchungsmethode hatte mich Professor Dr. Lohmann-Kiel in dankenswerter Weise belehrt.
Missglückt ist die Aufbewahrung von Kieselsäurewasserproben, welche an einzelnen »Stellen der Meeresoberfläche — die im voraus bestimmt waren — entnommen, mittels Schleicher-Schüllscher Filter vom Plankton befreit und in starken Zinkflaschen, die zugelötet wurden, aufbewahrt werden sollten. Die Oxydation des Zinkbleches ging so rasch vor sich, (kss sämtliche Flaschen (20) ausgelaufen waren, als die Kisten etwa 12—18 Monate später geöffnet wurden.
Nach Dr. Raben empfehlen sich zu diesem Zweck in erster Linie starkwandige Bleiflaschen.
Herrn Professor Dr. K. Brandt, Direktor des Zoologischen Universitäts-Instituts in Kiel, sowie den Herren der biologischen Abteilung des Laboratoriums für internationale Meeresforschung in Kiel, vor allem Herrn Dr. phil. Raben, bin ich zu tiefem Dank verpflichtet für die Unterstützung, welche mir von diesem Institut zuteil geworden ist.
Die Zoologische Station in Neapel, Direktor Herr Geheimrat Professor Dr. Dohrn, hat das gewonnene zoologische und Planktonmaterial aufs neue konserviert und auf bewahrt.
Am Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten, Direktor Herr Medizinalrat Professor Dr. Nocht, wurden die Bakterienkulturen weitergezüchtet, bis nach meiner Rückkehr (Februar 1908) ihre Bearbeitung am hygienischen Institut der Universität Kiel, Direktor Herr Geheimrat Professor Dr. Fischer, erfolgen konnte.
Das Planktonmaterial wurde am Zoologischen Museum in Berlin, Direktor Herr Professor Dr. Brauer — November 1908 bis März 1909 —, soweit wie hier veröffentlicht, bearbeitet. Herr Professor Dr. Vanhöffen, Kustos an diesem Museum, hat meine Arbeit wesentlich gefördert.
Herr Professor Dr. Kuckuck erwirkte mir die Mitgabe der „Wissenschaftlichen Meeresuntersuchungen", herausgegeben von der Kommission zur Untersuchung der deutschen Meere n Kiel und der biologischen Anstalt auf Helgoland, an Bord.
Allen diesen Herren spreche ich auch an dieser Stelle meinen Dank aus.
Berlin. März 1909).
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