| Autor(en): |
Benjamin Weiss |
Titel: |
Sprechtempoabhängige Aussprachevariationen |
| Gutachter: |
Bernd Pompino-Marschall; Hans Georg Piroth |
| Erscheinungsdatum: |
11.07.2008 |
| Volltext: |
pdf
(urn:nbn:de:kobv:11-10093995)
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| Fachgebiet(e): |
Sprachwissenschaft, Linguistik |
| Schlagwörter (ger): |
Sprechgeschwindigkeit, spektrale Reduktion, Aussprache, Koartikulation |
| Einrichtung: |
Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät II |
| Zitationshinweis: |
Weiss, Benjamin:
Sprechtempoabhängige Aussprachevariationen;
Dissertation,
Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät II , publiziert am 11.07.2008, urn:nbn:de:kobv:11-10093995
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| Abstract (ger): |
| In der vorliegenden Dissertation wurden Äußerungen des spontansprachlichen Teils des Kielkorpus auf Aussprachevariationen untersucht, die sich auf Änderungen der lokalen Sprechrate zurückführen lassen. Drei Arten von Aussprachevariationen wurden behandelt: Spektrale Charakteristika von Vokalen (1. und 2. Formant) und stimmlosen Frikativen (Center of Gravity), sowie die phonetische Annotation von häufigen Wortformen. In allen Bereichen wurden signifikante Reduktionen bei erhöhtem lokalen Tempo nachgewiesen, die sich über verstärkte Koartikulation erklären lassen. Es ist allerdings zu vermuten, dass diese Reduktionserscheinungen für die Frikative perzeptiv nicht relevant sind. Die beiden anderen Effekte liegen dagegen in einem Bereich, der in einer erschwerten Erkennung resultieren sollte. Die perzeptiven Auswirkungen wurden jedoch nicht überprüft. Bedeutsam sind die erfassten Reduktionen insofern, als dass es sich dabei um Effekte handelt, die sich nicht über Sprechstil, Wortart, Betonung oder Wortform erklären lassen, sondern innerhalb dieser Bedingungen auftreten. Gerade für unbetonte Silben und Funktionswörter ist dies überraschend, da in diesen Bedingungen generell reduzierte Varianten geäußert werden. Somit handelt es sich hier um einen Ökonomie-Effekt, der für Monophthonge relativ gesehen stärker auftritt als für stimmlose Frikative; vermutlich durch die genaueren Definitionen der artikulatorischen Gesten bei diesen Konsonanten. Unklar ist allerdings, in wie weit diese Aussprachevariationen eine direkte Folge der Sprechtemposchwankungen darstellen. Entweder sind sie durch das lokale Tempo induziert, oder weitere Faktoren müssen als ursächlich angenommen werden. Aufgrund des untersuchten Materials dürften diese Ergebnisse auch für weitere spontansprachliche Kommunikationssituationen gelten; eine Generalisierung auf weitere Sprecher ist aufgrund der Datenbehandlung möglich, nicht jedoch auf andere Sprechstile.
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| Abstract (eng): |
| This thesis presents analyses of utterances taken from the Kiel Corpus of Spontaneous Speech, concerning pronunciation variation and local speaking rate. Three kinds of variation have been taken into account: spectral characteristics of vowels (1. and 2. formant frequencies) and voiceless fricatives (center of gravity), as well as the annotation of frequent word forms. For all three kinds significant reduction in pronunciation was found. This can be explained by increasing coarticulation. However, reduction of fricatives does not seem to be strong enough to be perceptually relevant. The two other effects are within a range that would result in a decreased perception. However, no perception experiments have been conducted. The effects found are of note, as they do not stem from differences in stress, part of speech or style, but occur within such conditions. Especially for unstressed syllables and functions words, this is unexpected, as variants in such conditions are usually reduced already. Hence, the results display an effect of economics, which is stronger for monophthongs than for voiceless fricatives, which might be caused by more closely defined articulatory gestures of those consonants. It remains unclear, if these variants in pronunciation are truly a result of speaking rate. Either they are really caused by local speaking rate or further factors have to be taken into account. Because of the material examined the results might hold for other situations with spontaneous speech. They can be generalized over speaker, but not over other speaking styles.
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