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Beitrag im NORDEUROPAforum

Aufsatz

Autor(en): Helge Dauchert
Titel: Deutschlands Baltikumpolitik – Zwischen europäischer Integration und Annäherung an Russland
Erschienen in: Heft   2
S.   53 - 73
Herausgeber: Bernd Henningsen; Thorsten Nybom; Stephan Michael Schröder; Reinhold Wulff
Erscheinungsdatum: 15.12.2008
Volltext: pdf (urn:nbn:de:kobv:11-10094119)
xml (urn:nbn:de:kobv:11-10094127)
Schlagwörter (ger): Russland, Außen- und Sicherheitspolitik, Beziehungen zu Deutschland, Baltische Länder, Europa, Estland, Lettland, Litauen, Ostseeregion
Keywords (eng): Russia, Lithuania, Foreign & Security Policy, Relations with Germany, Baltic States, Europe, Estonia, Latvia, Baltic Sea Region
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Abstract (ger):
Die Zurückhaltung gegenüber Estland, Lettland und Litauen trug der Bundesregierung den Vorwurf ein, sie vernachlässige die baltischen Staaten zu Gunsten einer auf nationale Interessenmaximierung fixierten und an Russland orientierten Großmachtpolitik. Diese Interpretation wird hier zurückgewiesen. Grund für die deutsche Zurückhaltung gegen-über den Balten waren die umfassenden Pläne zur Schaffung eines friedlichen und integrierten Europas, welche die Bundesregierung bereits in den frühen 1990er Jahren in eine Zwickmühle brachten: Zum einen erwies es sich als schwierig, sowohl die in Maastricht auf den Weg gebrachte institutionelle Vertiefung der EU als auch deren Erweiterung zeitgleich voranzutreiben. Zum anderen stießen die deutschen Bemühungen, Russland an die westlichen Strukturen heranzuführen, auf den Widerstand der übrigen MOE-Staaten. Dies hatte zur Folge, dass die Erweiterung von EU und NATO zurückgestellt und auf einen kleinen Kreis von Bewerberstaaten beschränkt werden musste.
Abstract (eng):
Germany’s low-key approach towards Estonia, Latvia and Lithuania gave way to the suspicion that unified Germany had chosen to prioritise a Russia-oriented realpolitik over its traditional policy based on ethical norms. The following article rejects this interpretation. The underlying reason for Germany’s constant aloofness towards the Baltic states was its plan to create a peaceful and integrated post-Cold War Europe that led the German government into a predicament: Its role as an EU-integration deepener proofed to be incompatible with its role as an advocate of the eastern-enlargement of the EU. Further-more, its commitment towards a broad and functioning co-operation with Russia was opposed by the CEE-states. As a result, German politicians decided to adjourn EU- and NATO-enlargement and to reduce the number of applicants. For that reason Germany abstained from advocating the Baltic states’ integration into the Euro-Atlantic organisations.
 
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