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Dissertation

Autor(en): Augusto Idrissa Embaló
Titel: Kleinbäuerliche Ökonomie, Bodenrecht und Landkonflikte in Guinea-Bissau
Gutachter: Friedhelm Streiffler; Albert Wirtz
Erscheinungsdatum: 18.01.2010
Volltext: pdf (urn:nbn:de:kobv:11-100105929)
Fachgebiet(e): Landwirtschaft, Veterinärmedizin
Schlagwörter (ger): Kleinbauern, Guinea-Bissau, traditionelles und modernes Bodenrecht, Bodenkommerzialisierung
Schlagwörter (eng): Guinea-Bissau, small scale farmers, traditional and modern land tenure, commercialisation of land properties
Einrichtung: Humboldt-Universität zu Berlin, Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät
Zitationshinweis: Embaló, Augusto Idrissa: Kleinbäuerliche Ökonomie, Bodenrecht und Landkonflikte in Guinea-Bissau; Dissertation, Humboldt-Universität zu Berlin, Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät , publiziert am 18.01.2010, urn:nbn:de:kobv:11-100105929
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Abstract (ger):
In Guinea-Bissau stehen sich zwei unterschiedliche Bodenrechtssysteme gegenüber: das auf gemeinschaftliche Nutzung ausgerichtete, lokal verankerte "traditionelle" Bodenrecht (Gewohnheitsrecht) und das an Privateigentum orientierte "moderne" staatliche Bodenrecht. Privatbesitz an Grund und Boden war bis in jüngste Zeit kaum ein Konfliktfaktor. Das änderte sich aber recht bald nach der Unabhängigkeit, nachdem die Regierung auf internationalen Druck hin in den 1980er Jahren die Wirtschaft liberalisierte und Tausende von Hektar Land binnen kurzer Zeit in Privateigentum übergingen. Die Dissertation analysiert Vorgeschichte, Verlauf und Bedeutung der Bodenkommerzialisierung für die kleinbäuerliche Ökonomie und rurale Gesellschaft in Guinea-Bissau. Lokale Landrechtsvorstellungen und Landnutzungssysteme sowie die Agrarproduktion in den Untersuchungsregionen Biombo und Gabú werden dargestellt. Die in zwei längeren Forschungsaufenthalten 1997 / 1998 in Guinea-Bissau erhobenen Daten (hauptsächlich Interviews mit ländlicher Bevölkerung, teilnehmende Beobachtung) bestätigen, dass Kleinbauern das Rückgrat afrikanischer Gesellschaften bilden und sie durchaus flexibel und fähig zu Innovationen in bezug auf die Landnutzung und Lösung von Bodenkonflikten sind. In Guinea-Bissau hat die Bodenprivatisierung zu einem Cajuboom geführt. Heute ist das kleine Land weltweit fünfter Cajunussexporteur, doch extrem abhängig von dieser Monokultur. Die negativen Folgen der Bodenkommerzialisierung für die kleinbäuerliche Landwirtschaft und ihre Sozialstruktur überwiegen. Die komplizierte Landbetitelung und die Verteidigungsstrategien der Kleinbauern gegen die neuen Grundbesitzer, die Ponteiros, werden genauer untersucht. Schliesslich analysiert der Verfasser die im Zuge massiver Bodenprivatisierung entstandenen Landkonflikte und präsentiert einige Vorschläge für alternative Landbetitelungssysteme, die sowohl das „traditionelle“ wie auch das „moderne“ Bodenrecht berücksichtigen.
Abstract (eng):
Two different legal systems of land rights face each other in Guinea-Bissau: a) the locally based “traditional” land rights (customary law) which are orientated on common land use and b) the private property-oriented “modern” state land laws. Private ownership of land until recently was hardly a conflict factor. However, that changed soon after independence, when the government liberalized the economy due to international pressure and thousands of hectares of land passed over to private ownership within a short time frame. This thesis analyzes the historical background, the process and the importance of individual land tenure (private ownership) for the rural economy and society in Guinea-Bissau. The author presents local land tenure conceptions’, land use systems and the agricultural production in two regions, Biombo and Gabú. The data (mainly interviews with rural population, participant observation) of two extended research stays 1997 / 1998 confirm that small farmers are the backbone of African societies and that they are quite flexible and able to innovation with respect to land use and the resolution of land conflicts. The individualization of land tenure has led to a boom in cashew tree cultivation. Today Guinea-Bissau is the world’s fifth largest exporter of cashew nuts, but also extremely dependent on this monoculture. The negative consequences of private land tenure on the smallholder agriculture and social rural structures prevail, because often land is acquired for speculative interests, bank security etc. The complicated titling of individual land property and the defence strategies of small farmers against the new landowners, the Ponteiros, are discussed in depth. Finally the land conflicts that result from the massive land privatisation are analyzed and the author elaborates possible alternative arrangements to the current titling of land properties, considering both the “traditional” and the “modern” land tenure system alike.
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Generiert am 30.08.2014, 12:16:19