| Autor(en): |
Gisela Leisse |
Titel: |
Geometrie und Stadtgestalt – praktische Geometrie in der Stadt- und Landschaftsplanung der Frühen Neuzeit |
| Gutachter: |
Ulrich Reinisch; Eduard Führ |
| Erscheinungsdatum: |
11.03.2010 |
| Volltext: |
pdf
(urn:nbn:de:kobv:11-100111661)
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| Fachgebiet(e): |
Architektur ;
Künste, Bildende Kunst allgemein |
| Schlagwörter (ger): |
Städtebau, Stadtbaukunst, praktische Geometrie, Frühe Neuzeit |
| Schlagwörter (eng): |
Art of urban development, urban planning, practical geometry, Early Modern Times |
| Einrichtung: |
Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät III |
| Zitationshinweis: |
Leisse, Gisela:
Geometrie und Stadtgestalt – praktische Geometrie in der Stadt- und Landschaftsplanung der Frühen Neuzeit;
Dissertation,
Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät III , publiziert am 11.03.2010, urn:nbn:de:kobv:11-100111661
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| Abstract (ger): |
| In der Erforschung der Städtebaukunst stehen die bildenden Künste im Vordergrund. Die Frage nach den technischen Künsten wird kaum gestellt, obwohl der Entwurf des Architekten nicht nur von individueller Intuition, sondern im gleichen Maße auch vom technisch Machbaren geprägt ist. Um aber das der Planung frühneuzeitlicher Städte zugrunde liegende Konstruktionsschema und die Planungsintention erkennen zu können, ist es notwendig die Städtebau- mit der Technikgeschichte zu verbinden. Die in den Tratakten zur geometria practica und zur architectura militaris beschriebenen Konstruktions- und Vermessungsmethoden werden städtebaulichen Planungen der Frühen Neuzeit gegenübergestellt. An einzelnen Fallstudien, die vom Ende der mittelalterlichen Stadtplanung bis hin zu barocken Stadterweiterungen reichen, wird untersucht, wie das Planungswerkzeug die Entwurfssprache des Architekten beeinflusste und die Formensprache der Stadt- und Landschaftsplanung nachhaltig veränderte.
Der Paradigmenwechsel im Städtebau vollzog sich in Mitteleuropa um die Wende vom 15. zum 16. Jh. mit dem Bau der Erzgebirgsstädte Annaberg und Marienberg. Die in Annaberg noch praktizierte rhythmische und räumliche Grundrissgestaltung wurde in Marienberg zugunsten eines egalisierten Stadtgrundrisses aufgegeben. Überlegungen zur Stadtstruktur und Hygiene führten zu diesem Wandel, die Aufteilung des Grundrisses selber aber wurde durch das verwendete Instrumentarium bestimmt.
Im Barock stand den Planern Geometrie als allgemeine Kulturtechnik zur Verfügung, das Denken in geometrischen Formen und Proportionen bestimmte den Entwurfsprozess. Geometrie war nicht mehr nur Planungsmittel, sondern wurde - wie bei der Anlage der Berliner Torplätze zu Beginn des 18. Jh. zu sehen ist - Planungsziel. Die Rekonstruktion der Planungsmaße beweist, dass nicht nur die Namensgebung - Rondell, Oktogon und Quarré – auf die Quadratur des Kreises hinweist, sondern die Proportion der Plätze aus ihr heraus entwickelt wurde.
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| Abstract (eng): |
| In the research of the art of urban development, the fine arts are mainly taken into account. The question of the technical arts is seldom raised, even though the architect’s design is a work of personal intuition as well as of the technically possible. In order to recognize the construction scheme and the planning intention in the urban planning of Early Modern Times it is necessary to merge the history of urban development with the history of technology. The construction and surveying methods described in the essays of the geometria practica and the architectura militaris are compared to the urban planning of the Early Modern Times. In case studies reaching from urban planning at the close of the Middle Ages to Baroque city expansion it is shown how the planning tools influenced the design language of the architect and the form language of urban development.
The paradigm shift in Middle European urban planning took place at the end of the 15th century with the construction of Annaberg and Marienberg in the Ore Mountains. The rhythmic and spatial floor plan design still used in Annaberg was abandoned for a leveled out town plan in Marienberg. Deliberations of city structure and hygiene lead to this change. The design of the layout itself, however, was dictated by the implemented tool.
In the Baroque period, geometry was available to the planers as general cultural knowledge and technology: the use of geometrical forms and proportions determined the design process. Geometry was not only planning method, but became planning intention – as can be seen by the Berlin Gate Plazas built in the beginning of the 18th Century. Not only do the names given - Rondell, Oktogon and Quarré – refer to the squaring of the circle, but the reconstruction of the design measurements proves the connection. Only the development of practical geometry enabled the variable form language of Baroque city construction.
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