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Dissertation

Autor(en): Dirk Alexander Wetzel
Titel: Die Konstruktion von Lesekultur – im westdeutschen Buchhandel und Öffentlichen Bibliothekswesen der Nachkriegszeit 1950 - 1989
Gutachter: Engelbert Plassmann; Frank Heidtmann
Erscheinungsdatum: 10.01.2002
Volltext: html (urn:nbn:de:kobv:11-10016549)
pdf (urn:nbn:de:kobv:11-10016555)
Fachgebiet(e): Bibliotheks- und Informationswissenschaft
Schlagwörter (ger): Lesekultur, Leseforschung, Leserforschung, Lesen, Buchkultur, Buchhandel, Öffentliches Bibliothekswesen, Bundesrepublik Deutschland 1950-1989, Systemtheorie (Bielefelder Schule), Medienkonkurrenz, Medientheorie, Soziologie, Bibliothekswissenschaft, Buchwissenschaft
Schlagwörter (eng): reading culture, reading research, reading, book culture, book trade, public libraries, Federal Republic of Germany 1950-1989, system theory (Bielefeld school), media competition, media theory, sociology, librarianship
Einrichtung: Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät I
Zitationshinweis: Wetzel, Dirk Alexander: Die Konstruktion von Lesekultur – im westdeutschen Buchhandel und Öffentlichen Bibliothekswesen der Nachkriegszeit 1950 - 1989; Dissertation, Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät I , publiziert am 10.01.2002, urn:nbn:de:kobv:11-10016560
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Abstract (ger):
Ausgehend von der Unzulänglichkeit, die Lesen als Forschungsgegenstand für jene gesellschaftlichen Fragestellungen hat, die über die Didaktik des Lesenlernens hinausreichen, versucht die vorliegende Arbeit einen anderen Zugang zu der Thematik. Nicht die Frage, was, wie, warum und wieviel Menschen lesen, ist hier Forschungsinteresse, vielmehr wird invertiert gefragt, wie Gesellschaftssysteme 'Lesen' definieren, welchen Personen dabei die Rolle des Lesers zugeschrieben wird und welche Motivationen eine solche Differenzierung auslösen und unterstützen. Theoretische Grundlage hierfür ist die Systemtheorie der Bielefelder Schule nach Niklas Luhmann. Anhand der redaktionellen Beiträge der Fachzeitschriften 'Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel' sowie 'Buch und Bibliothek [Bücherei und Bildung]' wird die Theorie explizit am Beispiel des Buchhandels und des öffentlichen Bibliothekswesen dargestellt. Bei der Analyse zeigt sich, daß Lesekultur als Produkt eines Traditionssystems wesentlich vom Buchhandel instrumentalisiert wird. Nach innen zur Identitäts- und Marktsicherung sowie nach außen zur Einwerbung staatlicher Sonderkonzessionen, besonders im Kartellrecht. Das Öffentliche Bibliothekswesen indes thematisiert trotz seiner Nähe zum Buchhandel Lesekultur in den 1960er und 1970er Jahren so gut wie gar nicht und nutzt andere Persuasionsmedien zur Systemstabilisierung. Erst provoziert durch empfindliche Etatkürzungen während der Rezession zu Beginn der 1980er Jahre koppelt sich auch das Öffentliche Bibliothekswesen wieder an die Lesekultur als Persuasionmedium zur Einwerbung staatlicher Leistungen.
Abstract (eng):
Taking as its starting point the short-comings of reading as a topic of research for social questions that reach beyond the didactic of learning to read, the present dissertation attempts to approach this subject from another vantage point. The focus of interest is not how many people read what subject matter, in what fashion, and why, but rather its opposite: How do social systems define 'reading', what persons are assigned the role of 'reader' and what are the motivations that this social distinction engenders or promotes. The theoretical foundation for the study is based on the Bielefeld school of systems theory as expounded by Niklas Luhmann. Through an analysis of editorial articles appearing over a period of forty years in the journals 'Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel' and 'Buch und Bibliothek [Bücherei und Bildung]', the theoretical model is demonstrated by examples drawn from book-trade and the public library system. In the process it becomes apparent that the culture of reading as a product of a traditional system is fundamentally instrumentalized by the book-trade: inwards for the purpose of identity and market protection, outwards for the purpose of soliciting special national concessions, in particular in the area of antitrust law. In spite of its proximity to book-trade, the public library system all but failed to address reading culture in the decades of 1960s and 1970s and made use of other persuasive media as a means of system stabilization. Only after considerable budgetary cuts during the recession at the start of the 1980s did the public library system couple itself to the culture of reading as a medium of persuasion for soliciting state benefits.
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Generiert am 26.05.2013, 04:55:17