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Dissertation

Autor(en): Inga Jürgensen
Titel: Patrice Chéreaus Inszenierungen von Koltés' Dans la solitude des champs de coton und ihre Filmfassungen als intermedialer Transfer
Gutachter: Dieter Ingenschay; Patrice Pavis
Erscheinungsdatum: 31.10.2001
Volltext: html (urn:nbn:de:kobv:11-10097693)
pdf (urn:nbn:de:kobv:11-10020602)
Fachgebiet(e): Französisch, romanische Sprachen allgemein
Schlagwörter (ger): Intermedialität, Koltès, Chéreau, Theaterfilm, Jacquot, Theater, Film, Medien
Schlagwörter (eng): intermediality, Koltès, Chéreau, theatre-film, Jacquot, theatre, film, medias
Einrichtung: Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät II
Zitationshinweis: Jürgensen, Inga: Patrice Chéreaus Inszenierungen von Koltés' Dans la solitude des champs de coton und ihre Filmfassungen als intermedialer Transfer; Dissertation, Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät II , publiziert am 31.10.2001, urn:nbn:de:kobv:11-10020602
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Abstract (ger):
Die Dissertation behandelt die Frage, wie sich mit dem von der Intertextualität abgeleiteten Theoriefeld der Intermedialität ein Text untersuchen lässt, wenn er als Theaterstück inszeniert und diese Inszenierung wiederum gefilmt wird. Wie verändert sich das Substrat des Texts bei dessen Übertragung auf die Bühne und auf den Bildschirm? Wie funktionieren diese Medien und Kunstformen zusammen im Theaterfilm? Diese grundsätzlichen Fragen stehen vor dem exemplarischen Vergleich von Bernard-Marie Koltès' Theaterstück "Dans la solitude des champs de coton" in Patrice Chéreaus Inszenierungen von 1987 und 1995, sowie deren Verfilmungen in der Regie von Benoît Jacquot bzw. Stéphane Metge. Aus dem derzeitigen Stand der Intermedialitätsforschung wird zu Theater und Film eine Analysemethode hergeleitet: Zunächst wird auf die "Framework"-Theorie E. Goffmans rückgegriffen, nach der jedwedes Handeln erst sinnvoll innerhalb vom Vorwissen strukturierter und dadurch erkennbarer Situationen vollzogen wird. So lässt sich die Aktion im Text, auf der Bühne oder dem Bildschirm mit jeweils anderen frames oder, wie C. Grivel diese Erscheinung nennt, créances in Verbindung bringen. Dabei dominieren in der Begegnung zwischen dem Dealer und dem Client, von der Koltès' Stück handelt, je nach formaler und medialer Vermittlung, die créance des Handels, des Kampfes oder der Verführung. Ihr Zusammenspiel wirkt irritierend auf den Leser oder Zuschauer. Mit vier Arten von Bedeutungsrelationen, nämlich Synchronisierung, Gegenläufigkeit, Überlagerung und Ausfächerung, lassen sich die intermedialen, semiotischen Prozesse beschreiben, die bei der Theaterinszenierung und deren Verfilmung auftreten. Wie der Transfer auf die Bühne und den Bildschirm das Textsubstrat bestätigt bzw. verändert, zeigt die Arbeit am Beispiel von Chéreaus beiden "Dans la solitude des champs de coton"-Inszenierungen, und zwar unter vier Aspekten: Zeitmuster, Schauplatz und Bühne, Licht und Atmosphäre, Gesten und Mimik. Die Untersuchung zeigt unter anderem, dass die Inszenierung von 1987 sowie Jacquots Verfilmung die im Text angelegte schematische Opposition zwischen Dealer und Client unterstreicht. Die Inszenierung von 1995 löst den Gegensatz zwischen ihnen auf und beschreibt den Dealer und den Client als Spieler im Spiel, deren Rollen austauschbar sind. Metges Aufzeichnung verweist schließlich auf die Lebendigkeit der Aufführung als einer Begegnung nicht nur zwischen Dealer und Client, sondern auch zwischen Darstellern und Publikum.
Abstract (eng):
The thesis deals with the question of knowing, how 'intermediality', a theoretical field deduced from intertextuality, can aid in analysing a text being produced on stage and this staging having been filmed. In which way the substratum of the text will be transformed on its transfer to the scene and to the screen? How these media and art forms do function together in a theatre film? These basic questions follows a exemplary comparison of Bernard-Marie Koltès' theatre play "Dans la solitude des champs de coton" produced for the stage by Patrice Chéreau in 1987 and 1995 and the films of these stagings realised by Benoît Jacquot and Stéphane Metge. A method to analyse the relation between theatre and film in the case of a theatre film is deduced from the actual status of intermediality theory: The "framework"-theory of E. Goffman is recalled, according to which each action only becomes significant in situations that are distinguishable after having been structured by a previous knowledge. Any action in the text, on the scene or on the screen can then be associated with a frame or a "créance", as C. Grivel calls the same phenomenon. In the encounter of the Dealer with the Client, descibed in Koltès' play, dominate the créance of the deal, the fight or the seduction, depending on the form and the medium, by which the action is transmitted. Their interplay causes irritation. The intermedial, semiotic processes occurring in a theatre production and it's filmed version can be described by using four types of 'relations of significance' (Bedeutungsrelationen): synchronization (Synchronisierung), desynchronization (Gegenläufigkeit), superimposition (Überlagerung) and fanning-out (Ausfächerung). Taking the example of Chéreaus two theatre productions of "Dans la solitude des champs de coton", the thesis indicates how the transfer to the scene and to the screen confirms or modifies the substratum of the text. The demonstration follows four aspects: time structures, scene of action and theatre scene, light and atmosphere, gestures and mimicry. The analysis shows for instance, that the 1987 production and Jacquot's film version underline the schematic opposition between the Dealer and the Client that is established in the text. The 1995 production dissolves this antagonism between them and presents them as two actors in within the play, whose roles are interchangeable. Finally, Metge's video is a reference to the vivacity of the performance as a meeting not only between the Dealer and the Client, but also between the actors and the audience.
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Generiert am 17.09.2014, 17:50:59