| edoc-Server der Humboldt-Universität zu Berlin |
| Publikationsart: | Buchkapitel / Aufsatz in einem Sammelband |
| Autor(en): | Peter Brockmeier |
| Titel: | Vernunft und Leidenschaft, individuelles Glück und soziale Norm – Bemerkungen zu einer thematischen Struktur der Novellistik seit Boccaccio |
| Erschienen in: |
Erzählforschung : ein Symposion S. 367-383 |
| Herausgeber: | Eberhard Lämmert |
| Verlag: |
J.B.Metzler |
| Erscheinungsort: | Stuttgart |
| ISBN: | 3-476-00472-4 |
| Erstveröffentlichung: | 1982 |
| Veröffentlichung auf edoc: | 10.12.2006 |
| Status: |
published peer_reviewed |
| Volltext: | pdf (urn:nbn:de:kobv:11-10071618) |
| Fachgebiet(e): | Französische Literatur ; Italienische, rumänische, rätoromanische Literatur ; Literatur, Rhetorik, Literaturwissenschaft |
| Schlagwörter (ger): | Giovanni Boccaccio, Franco Sacchetti, Margarete von Navarra, Miguel de Cervantes, Matteo Bandello, Mme de Lafayette, Voltaire, Guy de Maupassant |
| Einrichtung: | Humboldt-Universität zu Berlin |
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Endnote Bibtex |
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| Abstract (ger): | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Einige bekannte Novellensammlungen der Romania werden mit der folgenden Fragestellung untersucht: In welchem Umfang wird den Erzählfiguren die Fähigkeit verliehen, im Rahmen vorgegebener sozialer Normen selbständig ihr Glück und ihre individuellen Interessen zu vertreten und durchzusetzen? In der Novellistik werden die Vernunft sowie die von ihr vertretenen sozialen Normen oder individuelle Leidenschaften jeweils als Faktoren eingesetzt, die die Handlungsfähigkeit des Einzelnen einschränken oder befördern, die seinem Interesse, seinem Glück im Wege stehen oder es begründen. Giovanni Boccaccio und Margarete von Navarra haben ihren Figuren die Klugheit verliehen, damit sie ihr individuelles Glück gegen starre konventionelle Normen erringen können; rationale Verhaltensweisen schaffen einen gewissen Freiraum, um individuelle Bedürfnisse oder Leidenschaften zu befriedigen. Matteo Bandello glaubt die unbedingte Einhaltung der sittlichen Normen zu befördern, indem er die schreckliche Destruktivität der Leidenschaften in den Mittelpunkt seiner Novellen rückt. Miguel de Cervantes hat seine Vorgänger überboten, insofern seine Figuren glauben, ihre Leidenschaft wäre ihre Vernunft; erst am Ende ihres Lebens erkennen sie, dass diese Idee ein Trug ist. Guy de Maupassant hat seinen Erzählfiguren und Lesern auch diesen allerletzten Trost versagt, weil ihre Denk- und Verhaltensweisen von sozialen Umständen, von individuellen Anlagen oder von äußeren Situationen bestimmt werden, ohne dass sie diese bestimmenden Faktoren selbst ahnten oder durchschauten. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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