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Dissertation

Autor(en): Ronald Düker
Titel: Als ob sich die Welt in Amerika gerundet hätte – zur historischen Genese des US-Imperialismus aus dem Geist der Frontier
Gutachter: Thomas Macho; Gerburg Treusch-Dieter
Erscheinungsdatum: 10.01.2008
Volltext: html (urn:nbn:de:kobv:11-10084859)
pdf (urn:nbn:de:kobv:11-10084518)
Fachgebiet(e): Philosophie
Schlagwörter (ger): Frontier, Buffalo Bill, Herman Melville, Deleuze/Guattari
Schlagwörter (eng): Frontier, Buffalo Bill, Herman Melville, Deleuze/Guattari
Einrichtung: Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät III
Zitationshinweis: Düker, Ronald: Als ob sich die Welt in Amerika gerundet hätte – zur historischen Genese des US-Imperialismus aus dem Geist der Frontier; Dissertation, Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät III , publiziert am 10.01.2008, urn:nbn:de:kobv:11-10084518
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Abstract (ger):
Die Arbeit folgt dem Frontier-Mythos, einer Narration, die für die US-amerikanische Kultur von grundlegender Bedeutung ist. Der Gang von Ost nach West, den die Erschließung und Kultivierung des Kontinents beinhaltete, formierte auf verschiedenen Feldern eine mythologische Erzählung: in der Literatur- und Politikgeschichte und in einer Unterhaltungskultur, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Form von Groschenromanen oder Wild-West-Shows entstand. Die thematischen Hauptaspekte der Arbeit richten sich auf Geographie, Technologie und Verkehr. Buffalo Bill''s Wild-West-Show, die die Geschichte der frontier als Kampf zwischen Zivilisation und Natur, also modernen Amerikanern und indianischen Ureinwohnern, erzählt, stellt dazu den Cowboy, personifiziert durch den Show-Impresario William F. Cody, in den Mittelpunkt. Der selbst in Bewegung befindliche Showbetrieb korrespondiert dabei der Geschichte, die er erzählt. Mehrere Tourneen nach Europa leisten zudem einen Mythentransport zwischen Alter und Neuer Welt. Dabei geht es insbesondere um die Betonung einer Differenz zwischen zeitlicher Vertikale und räumlicher Horizontale: also zwischen der statisch organisierten Ordnung des europäischen Königshofes (Ahnentafel) und der dynamisch verfassten sowie auf Brüderlichkeit gegründeten amerikanischen Demokratie (moving frontier). Dieses Muster diskutiert die Arbeit anhand von Mark Twains Roman "A Yankee from Connecticut on King Arthur''s Court" und Herman Melvilles "Moby Dick". Letzterer belegt, wie die phantasmatische Energie des Frontier-Mythos auch dann noch insistiert, als der Kontinent erschlossen und der Pazifik erreicht ist: als Kreiselbewegung um den Globus selbst. Hier scheint bereits ein imperialistisches Muster auf, das die USA im Zentrum einer neuen Weltordnung sieht. "Als ob sich die Welt gerade in Amerika gerundet hätte", dieses titelgebende Diktum entstammt Deleuze/Guattaris "Mille Plateaux", das im Hinblick auf seine psychogeographischen Implikationen eine Rahmentheorie der Arbeit bildet. Wie sehr die grundlegende mythische Narration vom Wilden Westen weltpolitische Konsequenzen zeitigt, belegt exemplarisch der letzte Teil der Arbeit, der den Einsatz des Hollywoodregisseurs und Westernspezialisten John Ford in Diensten des Auslandsgeheimdienstes OSS während des Zweiten Weltkriegs zum Thema hat.
Abstract (eng):
The study examines the frontier myth, a narration that is of fundamental importance for the culture of the United States. The path from East to West, which includes the conquering and cultivation of the continent, forms on various levels a mythological narration: in literary and political history as well as in the entertainment culture that arose in the middle of the nineteenth century through penny novels and Wild West shows. The study’s main thematic areas focus on geography, technology, and transportation. In Buffalo Bill’s Wild West show, which narrates the history of the frontier as the battle between civilization and nature (i.e., between modern Americans and Native Americans), the cowboy as personified by the show’s impresario William F. Cody takes center stage. American show business, which was literally underway, thus corresponded with the story/history it told. Several tours to Europe additionally succeeded in transporting the myth from the new to the old world. In particular, this myth-transportation emphasizes a difference between temporally vertical and spatially horizontal planes, i.e., between the static order of the European royal court (family tree) and the dynamically conceptualized American democracy founded on fraternity (moving frontier). The study discusses this model through Mark Twain’s novel A Yankee from Connecticut on King Arthur’s Court and Herman Melville’s Moby Dick. The latter novel evinces how the phantasmagoric energy of the frontier myth even persists when the continent has been conquered and the Pacific Ocean reached – persists as the circular movement around the globe itself. An imperial model thus comes to light that sees the USA at the center of a new world order. The title of this study – “As if the world first became round in America” – comes from Deleuze and Guattari’s Mille Plateaux and its psycho-global implications offers a guiding theory for the work. The extent to which the foundational, mythical narration of the Wild West bears world-political consequences is demonstrated in the last part of the study, which investigates the deployment of the Hollywood director and Western specialist John Ford in the foreign secret service (OSS) during the Second World War.
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Generiert am 30.07.2014, 09:09:15