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Dissertation

Autor(en): Joachim Milz
Titel: Einfluss von Anbau- und Pflegemaßnahmen auf die Hexenbesenkrankheit (Crinipellis perniciosa (Stahel) Singer) bei Kakaoklonen im Siedlungsgebiet Alto Beni - Bolivien
Gutachter: Manuela Zude; Andreas Bürkert; Reinhard Lieberei
Erscheinungsdatum: 12.02.2008
Volltext: pdf (urn:nbn:de:kobv:11-10087574)
Fachgebiet(e): Landwirtschaft, Veterinärmedizin
Schlagwörter (ger): Crinipellis perniciosa, Hexenbesenkrankheit, Kakao, Kakaoklone, Sukzessionale Agroforstsysteme, phytosanitäre Baumschnittmaßnahmen
Schlagwörter (eng): Crinipellis perniciosa, witches’ broom disease, cocoa, cocoa clones, successional agroforestry systems, phytosanitary pruning
Einrichtung: Humboldt-Universität zu Berlin, Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät
Zitationshinweis: Milz, Joachim: Einfluss von Anbau- und Pflegemaßnahmen auf die Hexenbesenkrankheit (Crinipellis perniciosa (Stahel) Singer) bei Kakaoklonen im Siedlungsgebiet Alto Beni - Bolivien; Dissertation, Humboldt-Universität zu Berlin, Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät , publiziert am 12.02.2008, urn:nbn:de:kobv:11-10087574
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Abstract (ger):
Die Hexenbesenkrankheit (Crinipellis perniciosa) ist eine Pilzkrankheit, die nur meristematisches Pflanzengewebe des Kakaobaumes befällt. Sie tritt bisher ausschließlich auf dem Lateinamerikanischen Kontinent auf. Für die Region des Alto Beni im feuchttropischen Tiefland Boliviens wurden die Interaktionen zwischen Witterung, Inokulum und Phänologie der Wirtspflanze untersucht, um effiziente und ökonomisch vertretbare Kontroll- und Bekämpfungsprogramme zu entwickeln. Von 1994 bis 97 wurden zudem die Kakaoklone ICS 1, ICS 6, ICS 8, ICS 95 und TSH 565 unter Feldbedingungen auf Hexenbesentoleranz und Ertrag untersucht. Zusätzlich wurden unterschiedliche Baumschnittfrequenzen auf ihre Effizienz hinsichtlich des Ertragsverhaltens der Klone und der Auswirkung auf Hexenbeseninfektionen überprüft. Die Ergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen Niederschlagsereignissen und der Ausbildung von Fruchtkörpern an Hexenbesen. Es konnte im gesamten Untersuchungszeitraum jedoch kein kausaler Zusammenhang zwischen der Intensität von Fruchtkörperbildungen an Hexenbesentrieben und der Anzahl an Hexenbeseninfektionen der untersuchten Bäume festgestellt werden. Die fünf Klone zeigten sowohl signifikante Unterschiede in Bezug auf ihre Anfälligkeit gegenüber Hexenbesen als auch in ihrem Ertragsverhalten. Die unterschiedliche Schnitthäufigkeit zeigte dagegen weder statistisch abgesicherte Differenzen hinsichtlich der Anzahl von Hexenbeseninfektionen noch hatte sie Einfluss auf den Ertrag. Die gängigen Bekämpfungsmethoden wie Baumschnitt und der Einsatz von tolerantem Pflanzenmaterial stellen keine grundsätzliche Lösung des Problems dar. Die bisher gewonnen Erfahrungen im Landbau unter Anwendung der Prinzipien sukzessionaler Agroforstsysteme zeigten, dass diese möglicherweise eine langfristige Perspektive für die Landnutzung in tropischen Regionen und zur Reduzierung phytosanitärer Probleme darstellen könnten.
Abstract (eng):
The witches’ broom disease (Crinipellis perniciosa) is a fungal infection which only affects the meristematic plant tissues of the cocoa tree. To date it has been restricted to the Latin American continent. The aim of this work was to examine scientifically the measures undertaken in the Alto Beni region in the humid tropical lowlands of Bolivia, to curb the witches’ broom disease (Crinipellis perniciosa) by phytosanitary pruning measures and by the use of various tolerant clones From 1994 to 97, the cocoa clones ICS 1, ICS 6, ICS 8, ICS 95 and TSH 565 were also studied under field conditions at the Sapecho location for witches’ broom tolerance and yield. In addition, various pruning frequencies were examined for their efficiency with regard to the yields of the clones and the effects on witches’ broom infection The results show a connection between rainfall levels and the formation of basidiocarps on the witches’ broom. However, over the whole of the investigation period, no causal connection was found between the intensity of basidiocarp production on the witches’ broom shoots and the number of witches’ broom infections on the trees under investigation. The five clones showed significant differences both in relation to their susceptibility to witches’ broom and in their yields. The different pruning frequencies, on the other hand, did not show any statistically provable differences in terms of the number of witches’ broom infections, nor did they influence the yields. It has become clear that neither the own studies nor the many research works undertaken at an international level were able to find a fundamental solution to the witches’ broom problem. Agriculture using the principles of successional agroforestry systems could represent a long-term perspective for land use in these areas, with the emphasis on more than short-term economic, social or structural objectives.
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