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Magisterarbeit

Autor(en): Björn Hoffmann
Titel: Die Tagespresse und der Rundfunk im Nationalsozialismus und im italienischen Faschismus im Vergleich
Gutachter: Bernd Sösemann; Hartmut Kaelble
Erscheinungsdatum: 30.08.2000
Volltext: html (urn:nbn:de:kobv:11-1005823)
pdf (urn:nbn:de:kobv:11-1005832)
Fachgebiet(e): Geschichte Europas
Schlagwörter (ger): Nationalsozialismus, Faschismus, Pressegeschichte, Rundfunkgeschichte, Deutsche Geschichte, Italienische Geschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Massenmedien, Propaganda, Zensur
Schlagwörter (eng): National Socialism, Fascism, Press, Radio, German History, Italian History, 20th Century, Propaganda, Mass Media, Censorship
Einrichtung: Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät I
Zitationshinweis: Hoffmann, Björn: Die Tagespresse und der Rundfunk im Nationalsozialismus und im italienischen Faschismus im Vergleich; Magisterarbeit, Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät I , publiziert am 30.08.2000, urn:nbn:de:kobv:11-1005846
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Abstract (ger):
Wie konnte der Nationalsozialismus die Zustimmung der Massen zu seiner Politik gewinnen und langfristig sichern, welche Mittel und Maßnahmen musste er nach seiner "Machtergreifung" einsetzen, um seine ideologischen Vorstellungen und Paradigmen gegenüber der Gesellschaft durchzusetzen? Inwieweit war er auf systematische Manipulationen der öffentlichen Meinung angewiesen? Oder auf welche Selbstanpassungsmechanismen und Selbstzensurmaßnahmen der Bevölkerung konnte er bauen, um seine politische Linie durchzusetzen? Die vorliegende Magisterarbeit versucht diese Frage anhand eines historischen Vergleiches zu beantworten, indem sie die institutionellen, ökonomischen und inhaltlichen Lenkungsversuche des deutschen Nationalsozialismus und des italienischen Faschismus gegenüber der Tagespresse und gegenüber dem Radio vergleicht und entsprechend historisch einordnet. Dem methodischen Ansatz des Vergleiches folgend, der darüber hinaus auch theoretisch eingehend beleuchtet wird, geht die Arbeit dabei über einen rein parallel beschreibenden Ansatz hinaus, indem sie wechselseitige Impulse, ideologische Transformationen und technisch-materielle Transferleistungen der beiden diktatorischen Systeme aufzeigt. Die Arbeit gelangt dabei zu dem Ergebnis, dass die tiefgreifenden inhaltlichen und institutionellen Zensurmaßnahmen des italienischen Faschismus gegenüber der Tagespresse die Politik des deutschen Nationalsozialismus im Prinzip vorwegnahmen und in weiten Teilen in seiner Entstehung sogar beeinflussten, aber selbst erst durch die zeitlich spätere "Machtergreifung" des Nationalsozialismus erheblich radikalisiert wurden. Der Versuch, einen möglichst effizienten staatlichen Zensur- und Überwachungsapparat aufzubauen, geriet schließlich sogar zu einem innerfaschistischen Wettlauf, aus dem der Nationalsozialismus freilich als zweifelhafter Sieger hervorging. Am Ende der nationalsozialistischen Herrschaft hatte das Regime die traditionell liberale Zeitungslandschaft in Deutschland so grundlegend zerschlagen, dass die Auswirkungen bis heute zu erkennen sind. Auch in den Maßnahmen zur Rundfunkpolitik ist dieses grundlegende Strukturmuster gegenseitiger Beeinflussung und Radikalisierung zwischen italienischem Faschismus und deutschem Nationalsozialismus zu erkennen, auch wenn der italienische Faschismus die Bedeutung des Radios als hoch emotionalisierendes Propagandamittel zunächst unterschätzte. Erst nach den erfolgreichen radiopolitischen Maßnahmen des unter Goebbels in Deutschland neu geschaffenen Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda setzte der italienische Faschismus zu einer ähnlich gearteten Radiopolitik an, die es sich zum erklärten Ziel gesetzt hatte, das ganze Volk in einen ideologischen "Klangkörper" zu verwandeln. Die Arbeit wurde als Forschungsüberblick angelegt und trägt alle einschlägigen Forschungsergebnisse der italienischen und deutschen historischen Forschung aus 50 Jahren zusammen, wobei sie insbesondere auch die Ergebnisse aus den einschlägigen Nachbardisziplinen wie der Publizistik und der Kulturwissenschaften miteinbezieht.
Abstract (eng):
How could the German National Socialism and the Italian Fascism win the consent of the masses to their politics, how did they carry their ideological ideas and paradigms into the society? How far were the systematically manipulations of the public opinion? Or where could we draw the line between conformity and censorship to understand this part of history? This work tries to answer this questions with a historical comparison of two dictatorial systems - Nazi Germany and Mussolini's Italy - and their propaganda politics in the field of daily press and early radio. The work comes to the conclusion, that the far-reaching institutional and economic censorship in Italy was a direct model for the German National Socialism. But after establishing the dictatorship in Germany the radicalization of the politics against the daily press and the radio increased, not only in Germany but also in Italy as a direct result of the "seizure of power" of Adolf Hitler. So that the model "Italian Fascism" turned into an imitation of Nazi Germany. In the end there was a fully controlled daily press and radio in both countries, radicalized by the war and with little spaces for opposing opinions. We can see some of this structural results even today.
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Generiert am 21.09.2014, 10:13:58