edoc-Server der Humboldt-Universität zu Berlin

Magisterarbeit

Autor(en): Raiko Hannemann
Titel: Antisemitischer Antizionismus von links? – Nahost-Berichterstattung im "Neuen Deutschland" in den 1980er Jahren
Erscheinungsdatum: 27.03.2008
Volltext: pdf (urn:nbn:de:kobv:11-100194433)
Schlagwörter (ger): Pressegeschichte, DDR, Israel, Antisemitismus, Antizionismus, Libanonkrieg, Intifada, Nahost-Geschichte
Schlagwörter (eng): East Germany (GDR), Israel, anti-Semitism, anti-Zionism, Press History, Lebanon War, Intifada, Middle East History
Einrichtung: Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät I
Lizenz: Namensnennung - Keine kommerzielle Nutzung - Keine Bearbeitung (CC BY NC ND)
Zitationshinweis: Hannemann, Raiko: Antisemitischer Antizionismus von links? – Nahost-Berichterstattung im "Neuen Deutschland" in den 1980er Jahren; Magisterarbeit, Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät I , publiziert am 27.03.2008, urn:nbn:de:kobv:11-100194433
Metadatenexport: Um den gesamten Metadatensatz im Endnote- oder Bibtex-Format zu speichern, klicken Sie bitte auf den entsprechenden Link. Endnote   Bibtex  
print on demand: Wenn Sie auf dieses Icon klicken, können Sie ein Druckexemplar dieser Publikation bestellen.
Diese Seite taggen: Diese Icons führen auf so genannte Social-Bookmark-Systeme, auf denen Sie Lesezeichen anlegen, persönliche Tags vergeben und Lesezeichen anderer Nutzer ansehen können.
  • connotea
  • del.icio.us
  • Furl
  • RawSugar

Abstract (ger):
Seit längerem wird heftig darüber diskutiert, ob es in der DDR Antisemitismus gab. Einige VertreterInnen der Debatte weisen dies mit dem Hinweis darauf zurück, dass die DDR vor allem auf ihrem antifaschistischen Mythos fußte. Andere AutorInnen hingegen gehen davon aus, dass Antisemitismus bereits im spezifischen DDR-Antifaschismus, der die Shoah marginalisiere, selbst deutlich werde. Es gebe außerdem eine lange Tradition des antijüdischen Vorbehalts in der Arbeiterbewegung. Beide Sichtweisen sind ahistorisch und vernachlässigen die „deutschen“ Kontinuitäten des ostdeutschen Staates. In der vorlegten überarbeiteten Magisterarbeit wird die Frage nach Antisemitismus auf die antizionistische AgitProp der DDR gerichtet; dies geschieht am Beispiel der Nahostberichterstattung des Neuen Deutschland (ND) während des Libanonkrieges 1982 und der „Intifada“ 1987/88. Die Ergebnisse der Analyse werden in eine ideengeschichtliche Beziehung mit Lenins und Stalins Positionen hinsichtlich des Zionismus sowie mit den stalinistischen Verfolgungen der 1950er Jahre gesetzt. Die AgitProp wird ebenso vor dem Hintergrund betrachtet, dass die DDR eine der Nachfolgegesellschaften des „Dritten Reiches“ war. 1982 erreichte die Radikalität der antizionistischen AgitProp ihren Höhepunkt. Im Rahmen der Leninschen Imperialismustheorie wurde Israel seit 1967 als tendenziell „faschistisch“ charakterisiert. Dieses Motiv verradikalisierte sich 1982 zu einer Empörung, in der es zu einer regelrechten Gleichsetzung der israelischen Politik mit dem NS kam. Man warf Israel etwa vor, „einen Vernichtungskrieg“ zu führen, der die „Endlösung des Palästinenserproblems“ herbeiführen solle. Im Jahre 1988 kam es dagegen, trotz neuerlicher Eskalationen im Nahostkonflikt während der „Intifada“, zu einem Wandel in der Berichterstattung. Zeitgleich mit einer ungewohnt positiven Darstellung jüdischer Organisationen entschärfte sich im ND der Ton bezüglich Nahost. Die Analyse, der eine notwendige theoretische Bestimmung des Antisemitismus-Phänomens vorausgeht, zeigt, dass die antizionistische AgitProp im ND vor allem auf die geschichtsrelativierenden Befindlichkeiten der ostdeutschen Nachkriegsgesellschaft eingeht und sich z.T. aus dem Stichwortkatalog der Staatslehre des Marxismus-Leninismus bedient.
Abstract (eng):
In the last two decades there has been an intensive debate concerning the question whether anti-Semitism existed in the German Democratic Republic. Referring to the fact that the GDR was primarily based on their anti-fascist myth, some participants of the debate deny the existence of this phenomenon in East Germany. In opposite to them, there are others who claim that anti-Semitism indeed existed not despite, but because of the East German anti-fascism, which marginalized the Holocaust. This anti-fascism, they say, is a result of a long tradition of anti-Jewish prejudices in the labour movement. Both approaches have proven to be ahistorical because they both ignore the influence of German continuities in the GDR. My research focuses on the anti-Zionism in the newspaper “Neues Deutschland” with its media coverage of the Middle East Conflict during the Lebanon war in 1982 and the “Intifada” in 1987/88. In order to classify the media coverage according to the scientific method of "history of ideas", my research compares it to Leninist and Stalinist approaches towards the idea of a Jewish state. Furthermore I analyse the press content in comparison to the Stalinist cleansings in the 1950s and examine the GDR as one of the successor societies of the “Third Reich“. In 1982 the anti-Zionistic propaganda in the GDR reached its highest peak. Following the Leninist Imperialism-Theory, Israel was categorized as a tendencially “fascist” state since 1967. In 1982 this motive led to the identification of Israel with the NS-regime. The press pretended that Israel would fight a “war of extermination” against Palestinians in order to accomplish a so-called “Final Solution of the Palestinian Question”. In 1988 - while the Middle East Conflict escalated again as a result of the “Intifada”- the media coverage had gone through a remarkable change. Coinciding with an unusual positive representation of Jewish organizations, the attitude towards the Middle East Conflict was then reduced to a more diplomatic ton. This analysis which is primarily based on a theoretical classification of the term "anti-Semitism" shows in the end that the anti-Zionistic propaganda in “Neues Deutschland” - which used partly the tags and vocabularies of the state official Marxism-Leninism - tried to satisfy the (East) German needs to suppress history.
Zugriffsstatistik: Die Daten für die Zugriffsstatistik der einzelnen Dokumente wurden aus den durch AWStats aggregierten Webserver-Logs erstellt. Sie beziehen sich auf den monatlichen Zugriff auf den Volltext sowie auf die Startseite. Die Zugriffsstatistik wird nicht standardisiert erfasst und kann maschinelle Zugriffe enthalten.
 
Bei Formatversionen eines Dokuments, die aus mehreren Dateien bestehen (insbesondere HTML), wird jeweils der monatlich höchste Zugriffswert auf eine der Dateien (Kapitel) des Dokuments angezeigt.
 
Um die detaillierten Zugriffszahlen zu sehen, fahren Sie bitte mit dem Mauszeiger über die einzelnen Balken des Diagramms.
Startseite: 1 Zugriffe PDF: 35 Zugriffe Startseite: 8 Zugriffe PDF: 32 Zugriffe Startseite: 10 Zugriffe PDF: 40 Zugriffe Startseite: 4 Zugriffe PDF: 50 Zugriffe Startseite: 5 Zugriffe PDF: 18 Zugriffe Startseite: 4 Zugriffe PDF: 17 Zugriffe Startseite: 4 Zugriffe PDF: 28 Zugriffe Startseite: 10 Zugriffe PDF: 36 Zugriffe Startseite: 9 Zugriffe PDF: 61 Zugriffe Startseite: 5 Zugriffe PDF: 104 Zugriffe Startseite: 11 Zugriffe PDF: 124 Zugriffe Startseite: 4 Zugriffe PDF: 127 Zugriffe Startseite: 10 Zugriffe PDF: 86 Zugriffe Startseite: 8 Zugriffe PDF: 57 Zugriffe Startseite: 10 Zugriffe PDF: 64 Zugriffe Startseite: 3 Zugriffe PDF: 58 Zugriffe Startseite: 4 Zugriffe PDF: 81 Zugriffe Startseite: 6 Zugriffe PDF: 71 Zugriffe Startseite: 4 Zugriffe PDF: 72 Zugriffe Startseite: 7 Zugriffe PDF: 41 Zugriffe Startseite: 10 Zugriffe PDF: 40 Zugriffe Startseite: 8 Zugriffe PDF: 38 Zugriffe Startseite: 8 Zugriffe PDF: 64 Zugriffe Startseite: 5 Zugriffe PDF: 87 Zugriffe Startseite: 7 Zugriffe PDF: 70 Zugriffe Startseite: 5 Zugriffe PDF: 64 Zugriffe Startseite: 3 Zugriffe PDF: 85 Zugriffe Startseite: 8 Zugriffe PDF: 69 Zugriffe Startseite: 6 Zugriffe PDF: 57 Zugriffe Startseite: 16 Zugriffe PDF: 61 Zugriffe Startseite: 7 Zugriffe PDF: 59 Zugriffe
Nov
11
Dec
11
Jan
12
Feb
12
Apr
12
May
12
Jun
12
Aug
12
Sep
12
Oct
12
Nov
12
Jan
13
Feb
13
Mar
13
Apr
13
May
13
Jun
13
Jul
13
Aug
13
Sep
13
Oct
13
Nov
13
Dec
13
Jan
14
Feb
14
Mar
14
Apr
14
May
14
Jun
14
Jul
14
Aug
14
Monat Nov
11
Dec
11
Jan
12
Feb
12
Apr
12
May
12
Jun
12
Aug
12
Sep
12
Oct
12
Nov
12
Jan
13
Feb
13
Mar
13
Apr
13
May
13
Jun
13
Jul
13
Aug
13
Sep
13
Oct
13
Nov
13
Dec
13
Jan
14
Feb
14
Mar
14
Apr
14
May
14
Jun
14
Jul
14
Aug
14
Startseite 1 8 10 4 5 4 4 10 9 5 11 4 10 8 10 3 4 6 4 7 10 8 8 5 7 5 3 8 6 16 7
PDF 35 32 40 50 18 17 28 36 61 104 124 127 86 57 64 58 81 71 72 41 40 38 64 87 70 64 85 69 57 61 59

Gesamtzahl der Zugriffe seit Nov 2011:

  • Startseite – 210 (6.77 pro Monat)
  • PDF – 1896 (61.16 pro Monat)
 
 
Generiert am 22.09.2014, 00:10:56