| Autor(en): |
Gloria Meynen |
Titel: |
Büro |
| Gutachter: |
Friedrich Kittler; Thomas Macho |
| Erscheinungsdatum: |
29.02.2012 |
| Volltext: |
pdf
(urn:nbn:de:kobv:11-100199856)
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| Fachgebiet(e): |
Allgemeines, Wissenschaft |
| Schlagwörter (ger): |
Kulturtechniken, Wissensgeschichte, Mediengeschichte der Euklidischen Fläche, Gnomon, Implizites Wissen, Deduktives Beweisen |
| Schlagwörter (eng): |
Gnomon, Media History, Euclidean plane, Implicit Knowing, Diagrammatic reasoning |
| Einrichtung: |
Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät I |
| Lizenz: |

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| Zitationshinweis: |
Meynen, Gloria:
Büro;
Dissertation,
Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät I , publiziert am 29.02.2012, urn:nbn:de:kobv:11-100199856
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| Abstract (ger): |
| Den Namen »Büro« leitet die vorliegende Arbeit von den Überresten der Sumpfpflanze »eriophorum angustifolium« her, die auch Burra genannt wird. Im Mittelalter wurden aus den verwesten Fasern dieser Pflanze Rechentücher gewebt. Ausgehend von den Techniken und Praktiken der Buchhaltung und des Rechnens liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit auf einer Geschichte der Routinen. Im ersten Teil leitet die Autorin die Techniken des deduktiven Beweisens von der Erfindung der ebenen Fläche ab. Mit den Techniken des Zeigens und Verweisens beschreibt sie die Anfänge der Abstraktion. Ein zweiter Teil wendet sich den Operationen der euklidischen Fläche zu. Ausgehend von der Etymologie der römischen Zahl X werden die Anfänge der Büroroutinen in den Operationen des Dezimierens, Abschlagens und in der Durchkreuzung gesucht. Mit ihnen konzentriert sich die Autorin auf die Techniken des Löschens und der Frage, wie man Zeichen in und auf der Fläche bewegen kann. Routinen werden als kleine Routen auf der Fläche aufgefasst, ihre Anfänge in den frühen Multiplikationsverfahren, einer Wissensgeschichte des Multiplikationszeichen X, in dem Zeilenvorschub und der doppelten Anschreibung der Posten in der doppelten Buchhaltung gesucht, die Luca Pacioli mit zwei gekreuzten Linien testiert.
Das vorliegende Buch legt den Schwerpunkt auf die Kulturtechniken von Bild, Schrift und Zahl und kommt zu dem Schluss, dass das Büro im frühen 13. Jahrhundert ein neues operationales Wissen einführt. Es ist ein Ort, der der Gedächtniskultur der Erinnerung und Wiederholung ein Wissen der konstanten Zirkulation und Veränderung entgegensetzt.
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| Abstract (eng): |
| The author traces the words »bureau« and »bureaucracy« back to the relics of eriophorum angustifolium, i.e. a marsh plant, that is also known under the colloquial name of »burra«. In the Middle Ages this plant was used as raw material for a portable abacus made of chunk wool. Starting from practices of counting and calculating this dissertation explores routines of office work. In the first part (A) the author argues that the practices and technics of diagrammatic reasoning depend on the invention of the plane surface. By exploring the routines of pointing and referring this part deals with the beginnings of abstraction. The second part (B), a media history of routines, takes a closer look at those operations that were performed on the plane surface. Starting from the etymology of the numeral X that the Romans used for operations of foiling and decimating, the author finds the origins of bureaucratic routines in techniques of erasure. Based on the thesis that routines are small routes on plane surfaces the author identifies the beginnings of bureaucratic operations in early multiplication algorithms, the operation sign x, and finally in the cancelling of posts in early double-entry bookkeeping. Thus, the second part of the dissertation closely relates the history of writing, spelling and accounting to the technics of erasing.
By analysing the operations of writing, drawing and counting the author comes to the conclusion, that at the beginning of the 13th century the office is a place of new operational knowledge – it confronts a static memory culture of repetition and remembering with a mobile culture of circulation and constant change.
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