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Publikationsart: Buchkapitel / Aufsatz in einem Sammelband
Autor(en): Olaf L. Müller
Titel: Ich sehe was, was Du nicht siehst – Moritz Schlick, die Erkenntnis und ihr Fundament
Erschienen in: Moritz Schlick. Leben, Werk und Wirkung. Schlickiana, Band 1
S. 247-276
Herausgeber: Fynn Ole Engler; Mathias Iven
Verlag: Parerga
http://www.parerga.de/
Erscheinungsort: Berlin
ISBN: 978-3-937262-82-6
Erstveröffentlichung: 2008
Einreichung: 07.03.2008
Veröffentlichung auf edoc: 17.09.2012
Anmerkung: Dieser elektronische Text wird hier nicht in der Form wiedergeben, in der er auf Papier erschienen ist. Obwohl er sich in Layout und Rechtschreibung von der Druckfassung unterscheidet, hat sich am Gedankengang des Aufsatzes nichts geändert.
Status: published
not_reviewed
Volltext: pdf (urn:nbn:de:kobv:11-100204089)
Fachgebiet(e): Philosophie ; Psychologie
Schlagwörter (ger): Erkenntnistheorie, Fundamentalismus, Empirismus, Phänomenalismus, Reduktionismus, Holismus, Beobachtung, Konstatierung, Fundamentalsatz, Beobachtungssatz, Protokollsatz, Gesichtsfeld, Moritz SCHLICK, Willard Van Orman QUINE
Schlagwörter (eng): Epistemology, Foundationalism, Empirism, Phenomenalism, Reductionism, Holism, Observation, Ascertainment ("Konstatierung"), Fundamental Sentence, Observation Sentence, Protocol Sentence, Field of Vision, Moritz SCHLICK, Willard Van Orman QUINE
Einrichtung: Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät I
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Abstract (ger):
Moritz Schlicks Plädoyer für ein empirisches Fundament unserer Erkenntnis enthält weder reduktionistische noch phänomenalistische Extrempositionen. Seine Beispiele für Fundamentalsätze haben allesamt die Form: "Hier jetzt so und so"; aber nicht alle diese Sätze sind Fundamentalsätze. Was muss man für die letzten drei Wörter dieses Schemas einsetzen, um wirklich beim Fundament anzukommen? Ich schlage vor, die Frage durch Rückgriff auf das interpretationstheoretische Prinzip des Wohlwollens zu beantworten. Demzufolge sind diejenigen Sätze (der Form "Hier jetzt so und so") Fundamentalsätze, über die kein inhaltlicher Streit aufkommen kann; wer bei solchen Sätzen – unter denselben Umständen – zu einem anderen Urteil kommt als wir, der bezeugt dadurch keine Meinungsverschiedenheit in der Sache, sondern nur einen anderen Gebrauch sprachlicher Ausdrücke. Bei welchen Ausdrücken funktioniert dieses Kriterium besonders gut? Einerseits bei Ausdrücken, die mit Gesichtsfeldern zu tun haben; noch besser bei Ausdrücken aus dem eindeutig phänomenalistischen Bereich unserer Sprache.
Abstract (eng):
Without adopting the extreme positions of either reductionism or phenomenalism, Moritz Schlick argues for an empirical foundation of our knowledge. All his examples for fundamental sentences share the following form: "here now so-and-so"; but not all sentences of this form are fundamental. What has to be substituted for "so-and-so" in order to arrive at the fundament? In my answer to that question I propose to appeal to the celebrated Principle of Charity. According to that principle, a sentence of the form "Here now so-and-so" is fundamental if, and only if, it does not admit any dispute as to its truth: Anyone expressing divergent judgments about the sentence (in identical circumstances) does not disagree with respect to its matter, but with respect to its meaning; he simply exhibits different usage of language. Which expressions (to be substituted for "so-and-so") deliver sentences that pass our charitable criterion? For one thing, expressions that are related to visual fields; but also, to even better effect, expressions that are rooted in the unequivocally phenomenalistic area of our language.
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Generiert am 02.08.2014, 06:40:23