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Publikationsart: Workshop- oder Konferenzbeitrag
Autor(en): Olaf L. Müller
Titel: Anders Zweifeln – Eine metaphysische Provokation
Veranstaltung: Rationalität, Realismus, Revisionen, GAP3
München
Erstveröffentlichung: 17.09.1997
Einreichung: 08.10.1996
Veröffentlichung auf edoc: 28.09.2012
Anmerkung: Dies bislang unveröffentlichte Arbeitspapier lag Vorträgen zugrunde, die ich bei verschiedenen Gelegenheiten ab 1997 frei gehalten habe. Das Papier erscheint hier unverändert in der Form aus dem Jahr 1997, allerdings mit neuem Layout.
Status: unpublished
peer_reviewed
Volltext: pdf (urn:nbn:de:kobv:11-100204450)
Fachgebiet(e): Informatik ; Philosophie
Schlagwörter (ger): Matrix, Skeptizismus, Gehirn im Tank, Externalismus, Referenz, Bezeichnen, semantische Stabilität, Erkenntnistheorie, Metaphysik, Hilary PUTNAM
Schlagwörter (eng): Matrix, Scepticism, Brain in a Vat, Externalism, Reference, Semantic Stability, Epistemology, Metaphysics, Hilary PUTNAM
Einrichtung: Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät I
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Abstract (ger):
Um Putnams Beweis gegen die Hypothese vom Gehirn im Tank zu stützen, verteidige ich ihn gegen folgenden starken Einwand: Das eingetankte Gehirn könnte den Beweis Wort für Wort wiederholen. Der Fehler dieses Einwandes liegt darin, dass der tanksprachliche Beweis (wenn richtig verstanden) aus der Tanksprache in unsere übersetzt werden muss und dann gar nicht von Gehirnen und Tanks handelt (sondern vom Speicherinhalt des Simulationscomputers). Meiner Ansicht nach sollten wir uns nicht darüber den Kopf zerbrechen, ob wir ein Gehirn im Tank sind, sondern darüber, ob wir in einer analogen Situation stecken, um eine Ebene nach oben verschoben. Das ist ein metaphysisches Problem, kein erkenntnistheoretisches. Doch auf welche Weise sollten wir die Metaphern in meiner Formulierung des Problems auspacken? Wie so oft laufen wir in der Metaphysik Gefahr, Unsinn zu produzieren, wenn wir nicht aufpassen. Um der Gefahr zu entrinnen, schlage ich vor, dem Problem folgende präzise Form zu geben: Was müsste ein eingetanktes Gehirn in seiner Sprache sagen, wenn es seine eigene Situation treffend beschreiben wollte? Es braucht dafür semantisch stabile Ausdrücke. (Ein Ausdruck ist semantisch stabil, wenn er bei Übersetzung aus der Tanksprache in unsere Sprache nicht verändert zu werden braucht; solche Ausdrücke sind vom Externalismus à la Putnam nicht betroffen). Zeitliche Ausdrücke sind semantisch stabil; ebenso die Ausdrücke "Entität", "Art", "andersartig". (Im Unterschied hierzu sind die Ausdrücke "materieller Gegenstand" und "natürliche Art" semantisch instabil). Diese sprachphilosophische Übung führt mich zu folgender Hypothese, gegen die Putnams wasserdichter Beweis nichts ausrichten kann: "Vielleicht gibt es zeitliche Entitäten, die von anderer Art sind als alle materiellen Gegenstände". Sollte diese Hypothese zutreffen, änderte dies nichts an der Zuverlässigkeit unserer alltäglichen und naturwissenschaftlichen Wissensansprüche.
Abstract (eng):
Suppose you are a "brain in a vat", that is, you do not have a complete human body but only a brain which is being kept in a vat of nutrients; your brain's nerve endings are connected to a gigantic computer which causes you to have the illusion that everything is perfectly normal. Putnam's externalist proof against this hypothesis is valid. In order to defend the proof, I reveal the error in the intuitive objection that Putnam's argument is not convincing because the brain in the vat can always repeat each step of the argument. The objection fails because in the vat, the terms "brain" and "vat" don't refer to brains and vats. Therefore, the question is not whether we are brains in a vat; it is whether we are caught in an analogous predicament, just one level up. That's not an epistemological problem, but a metaphysical one. How should we unpack the metaphors that I have used to formulate the problem? Indeed, notoriously, metaphysics is in danger of producing nonsensical questions and statements. Therefore I propose to turn our problem into the following precise form: Was does an envatted brain have to say, in her language, in order to describe her own situation correctly? She must employ vocabulary which is semantically stable. (A term is stable in this sense iff it does not have to be changed when translated from vat language to our language; the term in question is immune to externalism à la Putnam). Temporal expressions are semantically stable; so are expressions such as "entity", "kind", "different", and "different in kind". (By contrast, expressions such as "material object" and "natural kind" are semantically instable). This leads me to the following hypothesis which cannot be ruled out by Putnam's ingenious proof: "Perhaps there are temporal entities which are of a different kind than material entities". Even if this hypothesis was true, this would not undermine the reliability of our knowledge claims in science and everyday life.
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Generiert am 24.07.2014, 12:47:41