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Masterarbeit

Autor(en): Martina Klausner
Titel: Die Diagnose von Alzheimer-Demenz als klinische Wissenspraxis – ethnologische Einblicke in zwei Berliner Gedächtnissprechstunden
Gutachter: Stefan Beck
Erscheinungsdatum: 05.07.2006
Volltext: pdf (urn:nbn:de:kobv:11-100206175)
Fachgebiet(e): Psychologie
Schlagwörter (ger): Alzheimer-Demenz, Diagnoseklassifikation, klinische Standards, Medizinanthropologie, Praxistheorie, Ethnografie
Schlagwörter (eng): Alzheimer’s Disease, diagnostic classification, clinical standards, medical anthropology, practice theory, ethnography
Einrichtung: Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät I
Lizenz: Namensnennung - Keine kommerzielle Nutzung - Keine Bearbeitung (CC BY NC ND)
Zitationshinweis: Klausner, Martina: Die Diagnose von Alzheimer-Demenz als klinische Wissenspraxis – ethnologische Einblicke in zwei Berliner Gedächtnissprechstunden; Masterarbeit, Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät I , publiziert am 05.07.2006, urn:nbn:de:kobv:11-100206175
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Abstract (ger):
Alzheimer-Demenz (AD) ist eine neurodegenerative Erkrankung die seit den 1980er Jahren zunehmend an gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Aufmerksamkeit gewonnen hat. Gesellschaftliche Debatten über die zukünftige Finanzierbarkeit der Gesundheits- und Pflegesysteme, über Renten und die demografische Entwicklung in Deutschland scheinen in dieser Krankheit diskursives Mahnmal und Schreckensgespenst in einem gefunden zu haben. Zudem ist diese Erkrankung ein wichtiges Feld der gegenwärtigen Hirnforschung. Dabei wurde in den letzten Jahren massiv in die Grundlagenforschung sowie die Weiterentwicklung therapeutischer Maßnahmen investiert. AD wird im öffentlichen Diskurs als klar definierbare Entität dargestellt, in der medizinischen Forschung aber trotz aller Fortschritte als bisher nur in Ansätzen erklärbares Phänomen verstanden. Diese Magisterarbeit geht dieser Divergenz ethnografisch nach und bietet ethnologische Einblicke in die klinische Arbeit in zwei Berliner Gedächtnissprechstunden. In der Diagnosesituation in diesen Sprechstunden muss medizinisches Wissen für die Diagnose in eine feste Form, in eine Kategorie übersetzt werden. Gerade in der klinischen Routine dieser Übersetzung von alltäglichen Wahrnehmungen des Patienten und wissenschaftlichen „Unsicherheiten“ in eine medizinisch klassifizierte, stabile Diagnose lassen sich die komplexen Bedingungen und Faktoren klinischer Diagnosepraxen sichtbar machen und ethnografisch beschreiben. Mit Verweisen auf die historische Entwicklung des Krankheitsbildes und anhand praxistheoretisch orientierter dichter Beschreibungen zeigt die Autorin, wie medizinisches Wissen als Aushandlungsprozess zu verstehen ist, an dem nicht nur Arzt und Patient, sondern auch Diagnosestandards und -technologien beteiligt sind und dazu beitragen Alzheimer-Demenz auf spezifische Art und Weise sichtbar zu machen.
Abstract (eng):
Alzheimer’s Disease (AD) is a neurodegenerative disease, which has increasingly attracted societal and scientifc attention since the 1980ies. In debates on the future financing of health care, pensions funds and the demographic change in Germany Alzheimer’s Disease figures as a warning symbol as well as severe future threat. At the same time, the disease has become a major topic in current brain research. Recent years, have seen massive investments in basic research as well as in the further development of therapeutic interventions. While in public discourse AD is portrayed as a clearly definable entity, medical science – despite some important progress – presents AD as a phenomenon that is still barely understood. This magister thesis investigates this divergence in public and scientific understandig of AD in ethnographic terms and provides ethnological insights in the clinical work at two memory clinics in Berlin. In the process of diagnosing AD in these memory clinics, medical knowledge needs to be translated into a stable form and well defined disease category. It is this clinical routine of translating the mundane, subjective perceptions of the patient as well as medical uncertainties into a stable disease classification that allows to ethnographically elaborate on the complex conditions and factors of practicing the diagnosis of AD. With reference to the historic development of the disease classification and based on a practice-theoretical approach, the author demonstrates how medical knowledge should be understood as a process of negotiation. It is not only the doctor and patient that participate in this process of negotiation but also diagnostic standards and tools that contribute to the way in which AD becomes visible.
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Generiert am 29.11.2014, 10:48:50