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Band 1 • 2004

ISBN 3-86004-176-2

Hans Rothfels und die Zeitgeschichte

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Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

vor über einem Jahr widmete H-Soz-u-Kult der Debatte um die Person des Historikers Hans Rothfels einen Themenschwerpunkt. Die Kontroverse um Rothfels hat sich seitdem etwas abgeschwächt, die wissenschaftshistorische Vor- und Nachgeschichte des Nationalsozialismus bleibt jedoch unabhängig davon ein wichtiges geschichtswissenschaftliches Arbeitsgebiet. Für den Einstieg in die Beschäftigung mit diesem Thema haben die Beiträge des H-Soz-u-Kult „Rothfels Forums“ auch ohne aktuelle Debatte eine bleibende praktische Bedeutung: Sie erlauben rückblickend einen Eindruck von einem Moment zeithistorischer Selbstreflexion - sie zeigen, wenn man so will, historiography in progress.

Um die in diesem Rahmen publizierten Texte langfristig zu sichern, wurde ein neues Publikationsformat benötigt. Denn die bisherige Veröffentlichungsform der Beiträge – per E-Mail und im Web – zeigt die redaktionellen und inhaltlichen Zusammenhänge nur unzureichend auf, in denen sie ursprünglich erschienen sind. Als Teil einer Rubrik der Website wird auf sie häufig „zusammenhanglos“ im Zuge von Suchabfragen zugegriffen, oder ein per E-Mail veröffentlichter Beitrag verliert seinen Kontext bei der Archivierung zusammen mit hunderten anderer Nachrichten in der eigenen Mailbox. So kann der inhaltliche „Mehrwert“ einer redaktionell betreuten Fachdiskussion mit Beiträgen aus unterschiedlichen Perspektiven zu einem Thema leicht verloren gehen. Zudem fehlt der Veröffentlichung per Mail und Web die Abgeschlossenheit, Integrität und Stabilität, die gedruckte Publikationen erst "zitierfähig" machen.

Mit dem Historischen Forum Nr. 1 "Hans Rothfels und die Zeitgeschichte" beginnt das Projekt Clio-online deshalb eine neue Publikationsreihe, die auch ein neues Publikationsformat etablieren soll. Ähnlich wie die H-Soz-u-Kult Rezensionen, die bereits in der Zeitschrift „Historische Literatur“ - herausgegeben in Kooperation mit dem Franz Steiner Verlag - veröffentlicht werden, bündeln die Hefte von „Historisches Forum“ ausgewählte und verstreut erschienene Beiträge zu abgeschlossenen Themenheften. Anders als bei der "Historischen Literatur" ist dabei nicht an die Produktion einer bestimmten Anzahl gedruckter Exemplare gedacht, sondern an eine ausschließlich elektronische Veröffentlichung. Archiviert auf dem Dokumentenserver der Humboldt-Universität kann diese dann bibliothekarisch nachgewiesen, als PDF Datei kostenlos heruntergeladen, ausgedruckt und fotokopiert werden. [http://edoc.hu-berlin.de/e_histfor/1]

Diese neue Publikationsreihe stellt mehr dar, als nur eine weitere Kopie existierender Netz-Inhalte. Alle vorliegenden Diskussionsbeiträge wurden für die Publikation redaktionell überarbeitet, allerdings nicht so redigiert, dass sie ihren Charakter als ursprünglich in einem elektronischen Medium geäußerte Diskussions-Statements verloren hätten. Ferner wurden die Texte um zwei ausführliche Tagungsberichte der beiden "Rothfels" Konferenzen in Berlin und München im Sommer 2003 ergänzt. Eine Liste zitierter und weiterführender Literatur zum "Rothfels Streit", die auch Verweise auf Beiträge der Tagespresse enthält, soll den Wert des Themenhefts als praktisches Arbeitsmittel steigern.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Verbundpartner des Projekts Clio-online hoffen sehr, dass dieses neue Format eine Lücke im bestehenden wissenschaftlichen Publikationswesen schließen hilft. Sicher muss nicht alles, was wissenschaftlich geäußert wird, auch „zwischen zwei Buchdeckel“ gepresst werden. Mit der Reihe Historisches Forum möchten wir jedoch einen neuen Weg zwischen der Publikation und Dokumentation wissenschaftlicher Fachkommunikation beschreiten. Daher wünschen wir Ihnen an dieser Stelle viel Spaß bei der Lektüre und der produktiven wissenschaftlichen Verwendung dieses und aller folgenden Hefte des Historischen Forums.

Berlin, im Mai 2004
Karsten Borgmann


 
 

Letzte Änderung: 13.09.2004, sh