<XML-Portal>

Ein Projekt an der Humboldt-Universität zu Berlin
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Arbeitsbericht Juni 2003
 

Auf dieser Seite wird eine gekürzte Fassung des zweiten Berichts wiedergegeben, der der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Juni 2003 vorgelegt wurde. Wie bereits der vorhergehende orientiert sich auch dieser Bericht and den im Antragstext formulierten Arbeitspaketen.
 

Arbeitspaket 1: Untersuchung und Darstellung von XML-Standards als Dokumentenformate für Multimediainhalte
Arbeitspaket 2: Entwurf eines Dokumentenmodells zur Beschreibung komplexer digitaler Dokumente mit Multimediainhalten
Arbeitspaket 3: Erarbeitung von Vorgaben, Empfehlungen und Richtlinien für Autoren
Arbeitspaket 4: Exemplarischer Aufbau eines Bibliotheksportals mit fachspezifischen Sichten
Arbeitspaket 5: Schaffung eines Zugangs und einer Rechercheschnittstelle zur Suche in unterschiedlich strukturierten XML-Objekten
Arbeitspaket 6: Schaffung einer neuen Qualität der Sicherung von digitalen Dokumenten
Anhang: Beschreibung des neuen Metadatenmodells zur Verwaltung von digitalen Publikationen

 

Arbeitspaket 1: 

Untersuchung und Darstellung von XML-Standards als Dokumentenformate für Multimediainhalte

Das in der ersten Projektphase gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik festgestellte Problem der Notwendigkeit, eine Lösung für digitalisierte Bilder und Objekte zu finden, wurde eruiert. Standard im Bereich der Digitalisierung ist das TIFF-Format1. Eine XML- Einbettung kann entweder auf der Basis von Metadatenformaten geschehen (METS, LOM, etc.)2 oder mittels semantischer Ansätze wie RDF mit XML-Kodierung. Letzterer Ansatz ist noch genauer auf seine Praktikabilität hin zu überprüfen, wird aus ersten Überlegungen jedoch als zu komplex für das Anliegen des Projektes XML-Portal betrachtet, da RDF vorrangig zur Abbildung semantischer Netzwerke genutzt wird, die im Rahmen der einfachen Erfassung von digitalisierten Bildern für deren Bearbeitung nicht erforderlich ist. RDF kommt dann zur Anwendung, wenn z.B. komplexe Buch- und Seitenstrukturen mit weiteren Informationen zu Autoren etc. verknüpft werden.

Für die Darstellung verschiedener Publikationstypen und deren bessere Integration in das in Arbeitspaket 4 zu konfigurierende XML-Dokumentenmanagementsystem sowie das System zum Medienmanagement (Arbeitspaket 5) und das Bibliotheksportal (Arbeitspaket 5) wurde die bereits existierende und auf einem einfachen Dublin-Core -Modell aufbauende Metadatenbank des Dokumenten- und Publikationsservers auf ein komplexeres, modulares Metadatenmodell umgestellt. Die Details der Arbeiten dazu sind im Anhang detailliert erläutert.

Fußnoten

1Siehe Anne R. Kenney and Oya Y. Rieger: Moving Theory Into Practice, ISBN: 0-9700225-0-6, http://www.rlg.org/preserv/mtip2000.html bzw. Margaret Hedstrom and Sheon Montgomery : Digital Preservation Needs and Requirements in RLG Member Institutions, December 10998, http://www.rlg.org/preserv/digpres.html

2Die Untersuchungen dazu wurden im Rahmen des Aufbaus des Medienservers in Arbeitspaket 5 getätigt.

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Arbeitspaket 2: 

Entwurf eines Dokumentenmodells zur Beschreibung komplexer digitaler Dokumente mit Multimediainhalten

Seit dem 30. Mai 2003 liegt eine erste vollständige Version dieser DiML-DTD zur Nachnutzung auf den Webseiten des Dokumenten- und Publikationsservers bereit. Die DTD ermöglicht es, über den Dokumenttyp der Dissertation hinaus komplexe Dokumente zu erstellen. Für die Erprobung der DTD haben wir in der ersten Testphase auf echte Dokumente in Form von Dissertationen zurückgegriffen, da sie viele mögliche Fälle multimedialer Erweiterungen beinhalten können.

Abbildung 1: Download der xDiml.dtd

Während der internationalen Konferenz ETD2003, die von Universitätsbibliothek und Computer- und Medienservice der Humboldt-Universität im Mai 2003 durchgeführt wurde, organisierten die Projektmitarbeiter einen Einführungskurs in das Schreiben mit XML für digitale Dokumente unter Nutzung der Software OpenOffice bzw. SUN StarOffice mit der xDiML.dtd. Weiterhin wurde von den Projektmitarbeitern ein Diskussionsworkshop zum Thema DTDs für elektronische Hochschulschriften angeboten, bei dem eben auch die Frage nach DTD oder Schema und nach der Einbindung multimedialer Komponenten diskutiert wurde. Ergebnis war, dass man auf die Nutzung von W3C und ISO/NISO Standards setzen sollte und diese als Komponenten in die DTD integrieren sollte. Es wurde beschlossen, gemeinsam mit der Universität Uppsala weiter an der DTD-Problematk zu arbeiten und eine Webseite mit Forum bereit zustellen, um wichtige Diskussionen orts- und zeitunabhängig diskutieren zu können und zu dokumentieren.

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Arbeitspaket 3: 

Erarbeitung von Vorgaben, Empfehlungen und Richtlinien für Autoren

Für die xDiML.dtd wurde das Autorensystem SUN Staroffice /Openoffice ausgesucht und dafür eine Dokumentvorlage entwickelt. Diese ermöglicht es, ein Staroffice-Dokument nicht nur in einer XML-basierten Form, wie etwa dem nativen Staroffice-Format abzuspeichern, sondern über ein entsprechend programmiertes Backend mit Hilfe der XSLT-Technologie als xDiml-Dokument abzuspeichern.

Mit der Erstellung einer Dokumentation und von Autorenhilfen wurde begonnen.

Abbildung 2: Darstellung eines Dokumentes, welches in Openoffice/Staroffice editiert wurde, um es dann in das xDiml-Format zu konvertieren. Ein eigenes xDiml-Menü wurde für das Programm programmiert

Abbildung 3: Allgemeines Schema der Konvertierung von Staroffice in das xDiML-Format mittels XSLT

Abbildung 4: Schema der Konvertierung von Staroffice in das xDiML-Format mittels verschiedener XSLT-Stylesheets

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Arbeitspaket 4: 

Exemplarischer Aufbau eines Bibliotheksportals mit fachspezifischen Sichten

Ziel der Einführung eines XML-Dokumentenmanagementsystem war es, eine zusätzliche über die Metadatensuche hinausgehende Recherchemöglichkeit in den in XML vorliegenden digitalen Dokumenten anzubieten. Daher wurden verschiedene XML- Datenbanken bzw. Dokumentenmanagementsysteme getestet. Folgende Kriterien spielten bei der Auswahl eine Rolle:

  1. die Eignung von Datenbanken für die Speicherung der zielgruppenorientierten Sichten und deren Einstellungen
  2. die Handhabbarkeit der Datenbanksoftware für die Wartung des Portals durch einen Bibliotheks- bzw. Rechenzentrumsmitarbeiter
Es wurde untersucht, welche Software serverseitig eingesetzt werden kann, um das Portal darzustellen. Produkte wie der Verity Information Server, Fulcrum Search Server, BRS Search, Tamino (Software AG), Sörmann CMS wurden auf ihre Verwendbarkeit hin überprüft. Durch die verschiedenen Tests stellte sich das Produkt Sörmann CMS (jetzt Life CMS) als dasjenige heraus, welches die Anforderungen an ein SGML/XML-Dokumentenmanagement am besten erfüllt. Es unterstützt verschiedene DTDs, Versionierung, getrennte Publikationsreihen durch unterschiedliche Rechtevergabe und die Anbindung an bestehende Workflowsysteme und Datenbanken. Dies war besonders wichtig, da im Bereich "Elektronisches Publizieren" an der Humboldt-Universität bereits ein selbst programmiertes Workflowsystem im Einsatz ist. Die Metadaten der bisherigen Dokumente werden in einer relationalen Datenbank (Sybase) gehalten. Auch die Tatsache, dass bereits eine WWW-Schnittstelle existiert, die es ermöglicht, Dokumente on-the-fly über XSLT- Stylesheets anzuzeigen, ist ein Vorteil von Sörmann CMS. Die dort integrierte Suchmaschine Verity ist ein qualitativ sehr hochwertiges Produkt.

Im Rahmen dieses Arbeitspaketes wurde das zur Verwaltung der XML-Dokumente angeschaffte Dokumentenmanagementsystem Sörmann CMS bzw Life CMS installiert, konfiguriert und mit der Programmierung der WWW- und Retrieval -Schnittstellen begonnen. Das System verfügt auch über einen "Autoren- Client für Windows-Systeme, der es Bearbeitern von XML-Dokumenten ermöglicht, eine grafische Oberfläche für das Einspielen und Verwalten der XML-Dokumente, deren DTDs und Stylesheets auf dem Server zu nutzen.

Abbildung 5: Nutzerschnittstelle für das XML- Dokumentenmanagementsystem unter Windows

Ziel ist es, Dokumente, die in diesem System gehalten werden über eine WWW-Oberfläche navigierbar und über die enthaltene Verity Search Engine über eine WWW-Oberfläche recherchierbar zu machen. Der Vorteil ist der, dass es Benutzern ermöglicht wird, entsprechend den in der DTD festgelegten Elementen in Unterbäume des XML-Dokumentes zu navigieren und nach Informationen in bestimmten Elementen (also in speziellen Teil-DTDs, wie für Grafiken (SVG) u.ä.) gezielt nach Abbildungen etc. zu recherchieren.

Im Rahmen des Projektes wurde weiterhin die Notwendigkeit erkannt, für die Dokumente, die mit Hilfe der xDiml.dtd erstellt werden, eine Ausgabeformatierung zur Verfügung zu stellen. So wurde zunächst ein XSLT-Stylesheet entwickelt, welches in der Lage ist, on-the-fly ein in XML mit xDiML.dtd geschriebenes Dokument in eine HTML-Webansicht umzuwandeln, die ein ansprechendes Layout besitzt. Damit konnte gleichzeitig eine an der Humboldt-Universität genutzte veraltete Konvertierungstechnologie (mithilfe eines PHP Skriptes) durch eine aktuelle und skalierbare Lösung ersetzt werden. Skalierbar in dem Sinne, dass dieses modulare Stylesheet auch für die Generierung von Ansichten und Rechercheergebnissen genutzt werden kann, die über das XML-Dokumentenmanagementsystems (ehem. Sörmann, jetzt Life CMS) und die WWW-Schnittstelle dem Nutzer nach einer Recherche oder während eines Browsing auf dem Dokumentenserver vom System angeboten werden.

Abbildung 6: Dynamische HTML-Generierung aus XML-Quelle mittels XSLT-Stylesheet

Die Integration der Dokumente in ein einheitliches Bibliotheksportal wird über OAI-Schnittstellen vorgenommen. Daher wurde die Aktualisierung der Data Provider-Schnittstelle des Dokumenten- und Publikationsservers auf die Version 2.0 des OAI-Protokolls vorgenommen. Gleichzeitig wurde der existierende Ansatz für einen OAI Service Provider ausgebaut, in der Recherchemöglichkeit und Fehlerunanfälligkeit verfeinert, wie auch auf die Version 2.0 des OAI Protokolls umgestellt.

Abbildung 7: OAI Service Provider als Schnittstelle zur Integration in weitere Rechercheportale, wie z.B. Metalib oder den Medienserver

Dies dient dazu, zum einen weitere Dokumentenserver in die gemeinsame Rechercheoberfläche einzubinden und zum anderen den Service Provider als Interface für das benutzte Bibliotheksportal (Metalib-Software) zu nutzen. Dies ermöglicht es, OAI-basierte Dokumenten- und Publikationsserver nicht nur als Link in Metalib einzubinden, sondern auch die Recherchierbarkeit innerhalb der über den Service Provider aggregierten OAI-Archive zu gewährleisten. Der Medienserver aus Arbeitspaket 5 wird ebenso über eine eigene OAI Data Provider Schnittstelle verfügen und über den OAI Service Provider in das Bibliotheksportal integriert.

Abbildung 8: Das im Aufbau befindliche Bibliotheksportal der Humboldt-Universität zu Berlin

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Arbeitspaket 5: 

Schaffung eines Zugangs und einer Rechercheschnittstelle zur Suche in unterschiedlich strukturierten XML-Objekten

In enger Verbindung mit dem Projekt XML-Portal stehen weitere Bemühungen der Humboldt-Universität zur Erweiterung der Medienkompetenz von Lehrenden, Studierenden und Mitarbeitern der Universität. Die Bündelung der Aufgaben hat zu Anforderungen geführt, die am günstigsten über ein System zum Medienmanagement zu realisieren wären.

Daher wird vom Computer- und Medienservice der Humboldt-Universität derzeit im Rahmen eines Multimedia- Lehr- und -Lernzentrums ein Portal zum Management digitaler Medien aufgebaut, in welchem finanzielle Mittel zum Erwerb eines kommerziellen Systems zum Medienmanagement zur Verfügung standen. Dieses System soll als Dach für die verschiedenen Server, auf denen Medien gehalten werden (Cumulus- Server, Video-Streamingserver, Dokumentenserver etc.), dienen. Die Humboldt-Universität hat sich entschieden, das System Jadis.net der Firma Nionex (ein Bertelsmann-Tochterunternehmen) zu diesem Zweck zu nutzen. Ähnliche Projekte werden an anderen Universitäten mit dem System MILESS (unter Zuhilfenahme des IBM Content Manager) durchgeführt.

Dies hat nicht nur zu einer günstigen Konstellation für die Aufgaben im Projekt XML-Portal geführt, sondern auch zusätzliche Synergieeffekte an der Humboldt-Universität erzeugt. Die Aufgaben des Projektes XML-Portal konzentrierten sich deshalb insbesondere darauf, ein komplexes Metadatenmodell für Multimediaobjekte zu entwerfen, welches zu den vernetzten Systemen, wie dem Dokumenten- und Publikationsserver, verschiedenen Mediendatenbanken der Institute und dem Metalib-Portal kompatibel ist. Die Metadaten werden über eine TCP/IP- basierte Protokollschnittstelle (die der OAI) ausgetauscht. Somit wird eine Interoperabilität der verschiedenen Systeme erzeugt.

Daher wurde im Rahmen dieses Arbeitspaketes eine Untersuchung von Metadatenstandards wie METS (für die Archivierung), LOM (Learning Objects Metadata), DLMETA2.0 für den Einsatz im Portal und die Integration unterschiedlicher virtueller Sammlungen im Medienportal der Humboldt-Universität vorgenommen und ein Metadatensatz zur Verwendung im Medienserver erarbeitet.

Abbildung 9: WWW-basierte Suchoberfläche des Medienservers

Die Umsetzung dieser konzeptuellen Arbeiten wurde von der Firma Zweitwerk übernommen. Zurzeit steht eine erste Nutzeroberfläche für die Aufnahme von Bildern, Videos, etc. bereit (s.o.). Der Medienserver bietet Nutzern die Möglichkeit, eigene Sammlungen zu erstellen und diese z.B. in Seminaren oder Vorlesungen als virtuelle Sammlung anzubieten. Es ist vorgesehen im Rahmen des Projektes XML-Portal, dieses Medienportal mit einer OAI-Data Provider -Schnittstelle auszustatten, die die Integration des Medienservers in das Bibliotheksportal ermöglicht. Hierüber kann der Nutzer dann über seine fachspezifischen Sichten auf ausgewählte Ressourcen zugreifen und in Ihnen recherchieren.

Über die Metadaten, die in einem XML- Format über die OAI-Schnittstelle nach außen transportiert werden, wird es so möglich sein, über den OAI Service Provider eine Suche in unterschiedlichen Metadatenstrukturen anzubieten.

Eine Suche in XML-Dokumenten, die entsprechend unterschiedlicher DTDs formuliert wurden, kann über die WWW-Rechercheschnittstelle des XML-Dokumentenmanagementsystems direkt geschehen. Dort ist es möglich, XML-basierte Publikationen so zu durchsuchen, dass die in der einen DTD als <abbildung> und in der anderen DTD als <figure> getaggten Elemente zum Beispiel unter einem Suchpunkt "Suche nach Abbildungen" subsumiert werden können. Da jedoch viele weitere Dokumente nicht in XML vorliegen, sondern in anderen, zum Teil proprietären Grafikformaten, erfasst sind, ist die Suche im Medienserver bzw. über den OAI Service Provider wesentlich mehr Objekte und ist so für den allgemeinen Bibliotheksnutzer attraktiver.

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Arbeitspaket 6: 

Schaffung einer neuen Qualität der Sicherung von digitalen Dokumenten

Begonnen wurde mit der Untersuchung der Nutzung der "Digimark"-Technologie als Lösung für die Unterbringung digitaler Wasserzeichen in Bildern. Hier wird in Kooperation mit dem Referat Historische Buchbestände der Universitätsbibliothek auf eine für die Universitätsbibliothek und den Computer- und Medienservice insgesamt nutzbare Lösung hingearbeitet. Da Digimark ein kommerzielles System ist, ist eine organisatorische und finanzielle Abschätzung von Aufwand und Nutzen derzeit in Arbeit.

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Anhang: 

Beschreibung des neuen Metadatenmodells zur Verwaltung von digitalen Publikationen

Im Berichtszeitraum wurden unter anderem ein modulares Metadatenmodell entworfen und Mechanismen entwickelt und implementiert, die die generische Erzeugung von Datenbankabfragen sowie Eingabe-, Such- und Browsingmasken für die Metadaten unterschiedlicher Dokumente und Objekte ermöglichen. Die Konfiguration des Datenmodells und der Masken wurde auf der Basis von XML realisiert.

Abbildung 10 zeigt das bisher verwendete Metadatenmodell, das ursprünglich allein für die Beschreibung von Hochschulschriften - Dissertationen und Habilitationen - verwendet wurde. Es ist als flache Struktur realisiert und erwies sich für die Beschreibung anderer Dokumente und Objekte als unzureichend. Insbesondere erlaubt das Modell keine Mehrfachwerte (z.B. mehrere Autoren), keine Beschreibung von Beziehungen zwischen einzelnen Einträgen (z.B. Artikel als Teil einer Zeitschrift oder eines Konferenzbandes) und keine Erweiterungen auf neue Publikationstypen mit anderen Metadaten (z.B. multimediale Objekte).

Abbildung 10: Bisher verwendetes Metadatenmodell

In Abbildung 11 ist die grundsätzliche Struktur des im Projekt entwickelten Metadatenmodells dargestellt. Neben einigen Basisdaten, die für jeden Metadatensatz erfasst werden und die sich im Wesentlichen auf technische Aspekte beschränken (z.B. Erstellungsdatum des Datensatzes) gibt es so genannte erweiterte und spezifische Daten. Innerhalb der erweiterten Daten können u. a. Mehrfachwerte erfasst werden (z.B. Autoren, Titel). Die Tabellen für die spezifischen Daten beziehen sich auf Module, die nicht für alle Publikationstypen verwendet werden. Durch diese Struktur ist es beispielsweise ohne weiteres möglich, das Datenmodell für neue Publikationstypen zu erweitern. Hiermit lassen sich beispielsweise auch Beziehungen zwischen Datensätzen herstellen. Damit erfüllt die Datenstruktur die wesentlichen Anforderungen an das Metadatenmodell: Ermöglichung von Mehrfachwerten, die Modularisier- und Erweiterbarkeit sowie die Darstellung von Beziehungen und Hierarchien zwischen Datensätzen.

Abbildung 11: Prinzipielle Struktur des Metadatenmodells

Abbildung 12 zeigt ein Datenmodell für heterogen strukturierte Metadaten, das für das XML-Portal definiert wurde. Innerhalb der Tabelle Resource sind die Basisdaten (siehe Abbildung 11) abgebildet. Die eingekreisten Tabellen sind als Module für spezielle Metadatensätze zu verstehen. Mit der Tabelle Referee werden beispielsweise Gutachterdaten erfasst, die Teil der Metadatenstruktur für Dissertationen und Habilitationen sind, für andere Publikationstypen jedoch nicht von Belang sind. Über einen Eintrag in der Tabelle IsPartOf wird die hierarchische Beziehung zweiter Datensätze beschrieben, beispielsweise kann ein Artikel Teil der Nummer einer Zeitschrift sein, diese wiederum gehört zu einer Zeitschriftenreihe. Der Publikationstyp, für den ein Metadatensatz erstellt wurde und aus dem sich unter anderem die Auswahl der Module aus dem gesamten Datenmodell ergibt, wird in dem Feld Type_ID der Tabelle Resource gespeichert, das auf die Tabelle Type der Publikationstypen verweist. Die übrigen Tabellen dienen der Beschreibung einzelner Pakete von Metadaten - zum Beispiel werden in der Tabelle Author die Informationen gemäß dem Dublin-Core-Element DC.Creator abgelegt, die sich je nach Publikationstyp auf den Künstler, den Autor oder den Entdecker beziehen können.

Das in Abbildung 12 dargestellte Metadatenmodell lässt sich ohne weiteres auch auf Dokumente und Objekte mit multimedialen Inhalten erweitern. Dies ist u. a. in der verbleibenden Projektzeit zu tun.

Abbildung 12: Metadatenmodell für das XML-Portal (Auszüge)

Um das beschriebene modulare Metadatenmodell tatsächlich auch generisch nutzen zu können, wurde ein XML-basierter Mechanismus entwickelt, der es erlaubt, den jeweiligen Metadatensatz für einen speziellen Publikationstyp zu konfigurieren und daraus Datenbankabfragen und eine XSD-Beschreibung (XML Schema) für diesen Metadatensatz zu erzeugen. Daneben werden auch die Masken für die Eingabe und die Recherche generisch aus einer XML-Datei erzeugt. Abbildung 13 zeigt die Funktionsweise der Generierung von Datenmodell, Anfragen und Frontends aus der XML-Beschreibung eines Metadatenformates. Das aus der Konfigurationsdatei erzeugte Datenmodell entspricht einer entsprechend der verwendeten Module definierten Teilmenge des in Abbildung 12 gezeigten Modells. Neben den Eingabe- und Recherche-Frontends werden auch die entsprechend benötigten Anfragen zum Auslesen und Beschreiben der Datenbank automatisch aus der XML-Konfiguration erzeugt. Daneben lässt sich - beispielsweise für den Export von Metadaten in dem jeweiligen Format und die Möglichkeit der Validierung der Daten durch den Empfänger - eine XSD-Datei erzeugen, die der formalen Datenstruktur des Metadatenformats entspricht.

Abbildung 13: Funktionsweise der Konfiguration von Metadatenformaten

Abbildung 14 zeigt das auszugsweise Beispiel einer Konfigurationsdatei für einen Metadatensatz. Zu erkennen sind innerhalb der einzelnen Tabellen (Person, Title, Ressource) die Spalten und deren Typbezeichnungen (z.B. PersonalName_F als Textfeld) sowie die Beziehungen einzelner Tabellen zueinander (beispielsweise verweist die hier nicht dargestellte Tabelle Author auf die Tabelle Person).

Abbildung 14: XML-Konfigurationsdatei für zur Beschreibung eines speziellen Metadatenformates

Abbildung 15 und Abbildung 16 zeigen zwei aus einer XML-Konfigurationsdatei generisch erzeugte Web-Eingabemasken für Metadaten. Zu sehen ist eine Navigationsleiste, die den Bearbeiter systematisch und intuitiv durch die komplexe Datenstruktur führt. Abbildung 15 zeigt die Eingabe von Schlüsselwörtern und Klassifikationskennungen für eine Ausgabe einer Zeitschrift, die in der Tabelle Keyword (siehe Abbildung 12) gespeichert werden. Dabei wird die Eingabe in unterschiedlichen Schemata ermöglicht. Neben deutschen und englischen Schlagwörtern wurde in dem abgebildeten Beispiel eine erste DNB-Klassifikation vergeben, die zweite wird gerade ausgewählt. In Abbildung 16 ist eine Eingabemaske für Titel von Artikeln zu sehen. Durch die hier verwendete Konfiguration lassen sich neben dem Haupttitel auch Untertitel und Alternativtitel sowie Übersetzungen in beliebige Sprachen erfassen.

Abbildung 15: Generische Eingabemaske für Metadaten der Ausgabe einer Zeitschrift

Abbildung 16: Generisch erzeugte Metadatenerfassung für einen Zeitschriftenartikel

In Abbildung 17 ist ein Teil der Beispielkonfiguration für das in Abbildung 15 gezeigte Eingabe-Frontend dargestellt. Innerhalb der page-Elemente werden die einzelnen Masken, die während des Eingabeprozesses abzuarbeiten sind, definiert. Die Eingabefelder des HTML-Formulars werden aus dem Datenmodell (siehe Abbildung 14) generiert. In der hier gezeigten Datei werden vor allem die Verknüpfung der einzelnen Masken untereinander und die Navigationspfade konfiguriert.

Abbildung 17: XML-Konfiguration für ein Eingabe-Frontend für Metadaten
 

 

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