Externer Zugang zu VINES Mail

Auch die virtuellen Hallen mit den VINES-Postschließfächern sind für unsere Kunden rund um die Uhr geöffnet, aber der Service läßt an einigen Stellen doch sehr zu wünschen übrig (was nicht unser Verschulden ist).

Leider ist die Implementation der VINES-Software für unsere UNIX-Server so schlecht, daß wir diese Zugangsmöglichkeit nicht ruhigen Gewissens zur Verfügung stellen können. Auch sonst bieten die kostenlos nutzbaren VINES-Mailprogramme gerade für den externen Zugriff im Vergleich zu ihren UNIX-Konkurrenten so wenig Komfort, daß man schon gute Gründe haben muß, sich trotzdem darauf einzulassen.

Dieser Beitrag beschreibt für alle, die sich für eine VINES-Mailbox entschieden haben, wie man von außerhalb des Uni-Netzes darauf zugreifen kann.

Zunächst wichtige Einschränkungen:

  1. Wenn Sie sich weit weg von Berlin (z.B. auf Dienstreise in den USA) befinden, besteht nur dann eine Chance, auf Ihre VINES-Mailbox zuzugreifen, wenn Sie ein Notebook (IBM-kompatibel, keinen Mac) mit der entsprechenden VINES-Software (siehe unter IP-Client) bei sich haben (oder die Software auf den entfernten Rechner kopieren). Die Möglichkeit der Einwahl ins HUB-Netz per Modem oder ISDN dürfte wegen zu hoher Telefonkosten entfallen.
  2. Alle im Beitrag von I. Neumann besprochenen VINES-Mailprogramme funktionieren nur, wenn die (Modem-/ISDN-/Ethernet-)Verbindung zum VINES-Netz aktiv ist. Es gibt keine Möglichkeiten zum Mailtransfer zwischen Mailbox und lokaler Platte wie beim POP- oder IMAP-Protokoll.

VINES Mail kann man trotzdem offline lesen oder verfassen - die Methode jedoch ist umständlich:

Empfangene Nachrichten müssen einzeln (!) in lokalen Dateien gespeichert, zu verschickende vorher in eine Datei geschrieben werden.

Andererseits führt der Online-Betrieb zu erhöhten Telefonkosten. In beiden Fällen kann man nur bei geringem Mailaufkommen darüber hinwegsehen.

Es gibt kommerzielle VINES-Mailprogramme (Mobile Mail, Shark!mail Remote, BeyondMail Remote u.a.), die Funktionen für den Fernzugriff auf VINES-Mailboxen enthalten - wir haben sie allerdings nicht getestet, und sie müßten in eigener Verantwortung beschafft werden (Ob sich der Aufwand lohnt? ...).

Für den entfernten Zugang zu VINES-Mail existieren die folgenden Möglichkeiten:

  1. PC Dial-in,
  2. IP-Client (in voller Pracht: Banyan Enterprise Client for TCP/IP),
  3. die Umlenkung der VINES Mail in eine UNIX-Mailbox.

Die beiden ersten Varianten unterscheiden sich in einigen Punkten wesentlich, haben aber auch einiges gemeinsam.

Die Gemeinsamkeiten:

Die Unterschiede:

PC Dial-in

Die Verbindung wird zwischen dem Modem am PC und einem Modem am VINES-Server hergestellt. Ein Server des RZ (z.Z. HUB-RZ1-6) ist speziell für diesen Dienst konfiguriert.

Gleichzeitig mit der Bekanntgabe einer Allianz mit der Fa. Attachmate gab Banyan bekannt, daß die Option PC Dial-in nicht mehr weiterentwickelt wird. Bis bessere Lösungen ausgetestet sind, wird das RZ weiterhin diese Zugangsmöglichkeit anbieten.

IP-Client

Das Grundprinzip bei dieser Variante besteht darin, daß die VINES-Pakete, die zwischen PC und Server ausgetauscht werden, hier in IP-Pakete eingekapselt werden (Packet Encapsulation), damit Sie über eine TCP/IP-Verbindung übertragen werden können. Wenn Sie sich per Analog-Modem oder über ISDN einwählen wollen, muß der PC deshalb für eine SLIP- oder PPP-Verbindung zum HUB-Netz (d.h. zum Terminalserver) konfiguriert werden, bei direktem Zugang übers Internet wie bei einer normalen (Ethernet-) TCP/IP-Verbindung. Der VINES-IP-Client für MS-DOS und Windows 3.x kann nur auf der Software aus dem Paket "Banyan TCP/IP Kernel" aufsetzen, der IP-Client für Windows 95 nur auf dem Microsoft TCP/IP-Stack, der im Betriebssystem enthalten ist. Am Terminalserver müssen Sie Ihr UNIX-Nutzerkennzeichen zur Identifikation eingeben (das läßt sich in den SLIP- bzw. PPP-Einwahlscripten automatisieren). Erst dann wird die Verbindung zum VINES-Server aufgebaut, und auf Ihrem Bildschirm erscheint die Aufforderung zum Login ins VINES-Netz.

VINES-Verbindung von jwd

Für den anfangs erwähnten Fall der Fernverbindung via Internet zum HUB-VINES-Netz müssen Sie auf dem entfernten PC (d.h. in der Regel auf Ihrem Notebook) die komplette Software für die TCP/IP-Verbindung - je nach Betriebssystem -, die VINES-Client-Software und die benötigten VINES-Programme von Laufwerk Z: installiert haben. Die IP-Konfiguration der Software ist an die lokalen Bedingungen (IP-Adresse, Subnetzmaske, Gateway, DNS-Server) anzupassen. Die Sache funktioniert im Prinzip - allein uns fehlte bisher die Testmöglichkeit für eine solche Weitverbindung.

VINES-Mail-"Umlenkung"

Wenn Sie Ihre VINES-Mail automatisch in Ihre UNIX-Mailbox umlenken möchten, dann ändern Sie die Zeile "setmail..." in Ihrem Nutzer-Profile, bzw. ergänzen Sie die Zeile wie folgt:

setmail maildienst [ismtp@HUB-RZ1-1@Servers[internet-mail-adresse]]
maildienst: der VINES-Maildienst, von dem Sie mit Post versorgt werden,
internet-mail-adresse: die Adresse Ihrer UNIX-Mailbox (Account erforderlich).

Sofern Sie die Mailumlenkung nicht nur kurzfristig benutzen möchten, empfiehlt es sich, die zu Ihrem UNIX-Account gehörige Internet-Adresse anstatt der zu Ihrem VINES-Account gehörenden Internet-Mailadresse zu verbreiten. Ansonsten wird das Gateway zweimal durchlaufen, wodurch unnötige Last erzeugt wird. Außerdem gibt es z.Z. in einigen Fällen Probleme bei der Umsetzung. Genauere Hinweise werden Sie zukünftig im mehrmals erwähnten Filedienst unter \BEISPIEL\VINES\ISMTP finden.

Ausblick

Wir hoffen noch immer darauf, daß die Firmen Banyan oder HP einige Verbesserungen an der VINES-Software für den UNIX-Server vornehmen, damit wir den Benutzern einen einfachen Telnet-Zugang zu VINES Mail offerieren können (für den Zugang von jwd). In Aussicht steht die Beschaffung des Produkts Attachmate Remote LAN Node, das Banyan seit kurzem als Ersatz für PC Dial-in in sein Programm aufgenommen hat.

Winfried Naumann
E-Mail: Winfried Naumann@a4@HUB-RZ
w.naumann@rz.hu-berline.de