Die elektronische Post - ein Dienst in Rechnernetzen

Die Datenautobahn in das 21. Jahrhundert, das Internet mit Staugefahr, Web-Surfen und Electronic Mail sind Schlagworte in der heutigen Zeit, die in aller Munde geführt werden. Allein an der Humboldt-Universität gibt es gegenwärtig etwa 10.000 eingetragene Mailboxen, wobei die Zahl der Studierenden mit Mailbox pro Tag durchschnittlich zwischen 20 und 30 wächst. Es gibt z.Z. 32 Institutionen der Universität mit einer eigenen WWW-Homepage, und es wurden sowohl große Anstrengungen durch den DFN-Verein unternommen, um ein Hochgeschwindigkeitsdatennetz in Deutschland zu etablieren, als auch durch die Universität so ziemlich das letzte zur Verfügung stehende Geld zusammengekratzt, um den eigenen Anteil am Gemeinschaftsanschluß zu diesem Netz finanzieren zu können.

Wie es Schlagworte so an sich haben, werden sie zwar von vielen benutzt, ohne daß man im Detail darüber Bescheid weiß, was sich dahinter verbirgt, und in noch viel mehr Fällen, ohne tatsächlich Anwender dieser Techniken zu sein.

Gerade weil soviel darüber geschrieben und gesprochen und dabei sehr häufig der Eindruck vermittelt wird, als wären diese Techniken die problemloseste Sache der Welt sowohl für den Nutzenden als auch den Anbieter, soll mit diesem Heft der Versuch unternommen werden, dem Leser die Problematik, die mit dem elektronischen Kommunizieren verbunden ist, ein wenig näherzubringen.

Wir wollen mit diesem Heft der RZ-Mitteilungen den begonnenen Weg fortführen und jedes Heft unter ein bestimmendes Thema stellen. Es geht uns dabei nicht so sehr um die aktuelle Nutzerinformation, die - so glauben wir - weit besser und schneller über die entsprechenden Seiten in unserem WWW-Server realisiert werden kann, als vielmehr um die Beigabe von ergänzenden Arbeitsunterlagen für den Nutzer der DV-Technik. In unserer schnellebigen Zeit mit dem stetigen Wandel als die Regel und der Computerhard- und -software als dem besten Beispiel der rasanten Veränderungen kann ein solches Heft andererseits nur eine Momentaufnahme, eine Beschreibung der bestehenden Situation darstellen. Demzufolge werden einige Artikel sicherlich schneller überholt sein, wie z.B. die Beschreibung einzelner Mail-Oberflächen, und andere wiederum von hoffentlich längerem Bestand.

Wir wenden uns mit diesem Heft der elektronischen Post zu, einem besonders weit verbreiteten Dienst in Rechnernetzen, weil sich diese Art der Kommunikation immer größerer Beliebtheit erfreut, sie bei konsequenter Anwendung zur Einsparung von finanziellen Mitteln führen kann, und weil wir insbesondere zu der Auffassung gelangt sind, daß es an der Zeit ist, daß das Rechenzentrum der Universität Empfehlungen zur Nutzung von Mail-Programmen auf den unterschiedlichen Rechnerplattformen anbietet. In der Arbeitswelt des Wissenschaftlers, aber auch des Studierenden und Verwaltungsangestellten wird Electronic Mail zu einer festen Größe.

Dabei wird so ziemlich jeder festgestellt haben, daß vieles so selbstverständlich, problemlos und einfach nun auch wieder nicht ist:

Neben einer Einführung in die Grundlagen von Electronic Mail werden die Unterschiede zwischen einer Mail im Internet und einer Mail im Rechnernetz der Universität ebenso beschrieben wie einige der gängigsten Mail-Programme. Wir wollen Empfehlungen geben, welche Mailoberflächen Sie auf den unterschiedlichen Rechnerplattformen benutzen sollten und bei welchen Sie damit rechnen können, auch die entsprechende Unterstützung des RZ bei auftretenden Problemen zu erhalten. Es werden Lösungen aufgezeigt, wie der Zugang zur eigenen Mailbox von unterschiedlichen Orten (Uni-Arbeitsplatz, Heimarbeitsplatz, Konferenzort) gestaltet werden kann und was es bei der entsprechenden Einwahl, ob über analoges Modem oder ISDN, zu beachten gilt.

Electronic Mail hat anerkanntermaßen einen hohen Verbreitungsgrad. In vielen Fällen sind sich die Nutzer jedoch über die Sicherheitsrisiken von Datenschutz bis Adressenmißbrauch nicht bewußt. Wie schütze ich meine Mail-Box, wann und wie verschlüssele ich meine Mail, woran erkenne ich die Authentizität der eingehenden Mail? Diese und ähnliche Fragen versuchen wir mit diesem Heft der RZ-Mitteilungen zu beantworten.

Peter Schirmbacher