Mailversorgung an der Humboldt-Universität

An der Humboldt-Universität erfolgt die Mailversorgung für viele Bereiche über das Rechenzentrum. Informatik, Mathematik, Physik, Wirtschaftswissenschaften und die medizinischen Kliniken organisieren die Mailverteilung selbständig, teilweise nach ähnlichen Prinzipien. Das schließt aber nicht aus, daß Mitarbeiter und Studierende aus diesen Bereichen auch Mailboxen im Rechenzentrum benutzen.

Im Universitätsnetz werden Internet-Mail und VINES Mail unterstützt. Dazu gehört auch ein Gateway, das den Mailaustausch zwischen diesen beiden Mailwelten realisiert.

Internet-Mail

Im Beitrag "Mailadressierung" wurde der Account an einem Rechner als Voraussetzung für eine Mailbox genannt. Diese Mailbox ist letztendlich ein File, das bei eingehender Mail einfach erweitert wird. Der Nutzer kann mit entsprechenden Mailtools die vorhandenen Mails lesen und bearbeiten.

Die Mailboxen sind mit Hilfe eines Filedienstes im Netz (NFS genannt) an allen öffentlichen Rechnern des Rechenzentrums verfügbar, so daß es eigentlich egal ist, auf welchem Rechner sich ein Nutzer einloggt (geregelt im Nutzungsvertrag), um seine Mail zu lesen. Ebenso ist beim Abschicken einer Mail der Rechnername, der in den Absender normalerweise eingeht, unwichtig oder sogar falsch. Darum werden Rechnernamen aus den Absendern herausgefiltert, so daß domainbezogene Absender entstehen, z.B.: postmaster@rz.hu-berlin.de statt postmaster@joker.rz.hu-berlin.de. Das ist insbesondere bei der Konfiguration des Absenders in Mailtools zu beachten!

Die eindeutige (primäre) Mailadresse eines Nutzers am Rechenzentrum wird wie bereits erwähnt durch das Nutzerkennzeichen gewährleistet (nutzerkennzeichen@rz.hu-berlin.de). Die optional verwendbare "schöne" Mailadresse (vorname.nachname@rz.hu-berlin.de) kann zusätzlich benutzt werden. Da Standesämter bisher nicht auf die Eindeutigkeit der persönlichen Namen achten, stellvertretend seien nur mal Lehmann und Schmidt erwähnt, sind Abweichungen schon mit einkalkuliert. Die Adreßgenerierung erfolgt standardmäßig bei Einrichtung eines Accounts und wird dem Nutzer dann auch per E-Mail mitgeteilt. Dieser Alias wird für den Empfänger einer Mail nur sichtbar, wenn der Nutzer in seinem Mailtool den eigene Absender bzw. das Reply-To:-Feld selbst konfigurieren kann. Ansonsten hat eine solche Adresse nur auf Briefbögen oder Visitenkarten einen Sinn. Sie kann allerdings auch das Erraten einer Mailadresse erleichtern, denn dann bleibt nur noch die Schreibweise eines Namens das eigentliche Problem (z.B.: burckhard.schmidt@rz...). Andere Varianten bedürfen stets der Abstimmung mit dem Postmaster, denn um die Zuordnung der "schönen" Mailadresse zum Nutzerkennzeichen zu gewährleisten (nur dieses identifiziert die Mailbox!), bedarf es einer zentralen Adreßtabelle mit entsprechenden Einträgen (Alias-File). Gibt es diesen Eintrag nicht, dann geht eine Mail mit dem Vermerk "user unknown" zurück an den Absender. Zwischen Groß- und Kleinschreibung von Mailadressen wird übrigens nicht unterschieden.

VINES Mail

Das im Bereich der Humboldt-Universität verwendete Netzwerk-Betriebssystem Banyan VINES gewährleistet eine eigenständige Mailversorgung. Es ist aber über das VINES-SMTP-Gateway in den Mailaustausch mit dem Internet integriert. Über die Internet-Adressen der VINES-Nutzer (Struktur: vorname=nachname@rz.hu-berlin.de) wurde im Beitrag "Mailadressen" schon berichtet. Wichtig ist dabei, daß diese Adressen ebenfalls in die zentrale Adreßtabelle aufgenommen werden, um die Zuordnung zum VINES-Account des Nutzers zu gewährleisten. Ansonsten ist der VINES-Nutzer für das Internet unbekannt (user unknown).

Zugriffsmöglichkeiten auf Mailboxen

Nutzer mit einem UNIX-Account am Rechenzentrum können sich auf einem für sie zugelassenem Rechner einloggen (telnet), um mit den lokal vorhandenen Mailtools die Mailbox zu bearbeiten. Übliche Mailtools sind mail, mailx, elm oder pine.

Eine andere Variante ist der Zugriff auf die Mailbox mit Hilfe des POP- oder IMAP-Protokolls. Das Prinzip besteht darin, daß man den Inhalt seiner zentral gelagerten Mailbox auf den eigenen PC oder die Workstation holt, um dann lokal die Mail zu bearbeiten. Dazu nutzen solche Produkte wie eudora, pegasus oder pine das POP- oder IMAP-Protokoll. Es muß lediglich auf einem zentralen Rechner, der Zugriff auf die Mailboxen hat, ein POP-Server oder IMAP-Server verfügbar sein. Diese Rechner sind am Rechenzentrum über die symbolischen Namen popserv.rz.hu-berlin und imapserv.rz.hu-berlin.de verfügbar. Diese Namen sind dann in die lokale Konfiguration einzutragen. An dieser Stelle fehlt dann in der Regel nur noch der Name des Rechners, der die Mail in Richtung Internet zur Weiterleitung übernimmt. Er wird in den Konfigurationsdateien oft als SMTP-Server bezeichnet und hat den Namen smtphost.rz.hu-berlin.de.

Zu erwähnen ist noch, daß mitunter nicht alle Funktionen dieser Mailtools von der vorhandenen Server-Software unterstützt werden. Die Softwareentwicklung läuft nicht synchron.

Der Zugriff mit derartigen Mailtools ist in der Regel auch über eine Telefonverbindung möglich, die jedoch als sogenannte SLIP- oder PPP-Verbindug zu konfigurieren ist. Die "einfache" Telefoneinwahl mit einer Terminalemulation auf dem PC ist natürlich auch weiterhin möglich, die Mailbearbeitung erfolgt dann im direkten Dialog.

Nutzer mit einem VINES-Account haben beim Zugriff auf ihre Mailbox nicht so viele Möglichkeiten. Die einzige zu empfehlende Variante ist das Einloggen an einem PC, der mit dem HUB-Netz verbunden ist. Für den Zugang per Telefon gibt es zwar Zusatzsoftware, mit der man in einem sehr langsamen Dialog mit seiner Mailbox arbeiten kann. Eine wünschenswerte POP- oder IMAP-Unterstützung gibt es derzeit nicht.

Burckhard Schmidt