Internet Mail nach 18.30?

Haben Sie schon einmal versucht, die Schalterhalle eines Postamtes nach 18.30 Uhr zu betreten, um einen Brief oder ein Päckchen in Empfang zu nehmen bzw. ein Einschreiben oder Telegramm aufzugeben? Auch wenn Sie noch so fest an der Tür rütteln, es wird Ihnen niemand öffnen. Es bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, bis zur nächsten Öffnungszeit zu warten, um das Amt zu betreten. Anders sieht es da mit der elektronischen Post aus. Zum Glück brauchen sich die Server des RZ nicht an die Ladenöffnungszeiten zu halten und werden deshalb nicht um 18.30 Uhr abgeschaltet, sind also rund um die Uhr verfügbar. Was will der Autor dem Leser damit sagen? Sicherlich sitzen Sie nicht 24 Stunden im Büro, können aber trotzdem zu jeder Tages- und Nachtzeit Ihre Mails verschicken und empfangen. Wie das geht?! Nun, lesen Sie den Rest des Artikels!

Die Nutzung des Internet Dienstes Mail auch am Wochenende, abends und von zu Hause ist einer der am häufigsten geäußerten Wünsche von Mitarbeitern und Studenten. Die Voraussetzungen zur Realisierung dieses Anliegens sind ein Mail-Account im RZ, ein PC mit entsprechender Software, ein Modem und ein Anschluß an ein öffentliches Fernsprechnetz. Die Möglichkeiten, die sich anbieten, sollen in diesem Artikel dargestellt werden.

Eine relativ einfache Variante ist die Benutzung eines Terminalprogramms (z.B. Term90, MS-Terminal etc.). Hierbei wird mit dem Programm eine Verbindung zum Terminalserver des RZ hergestellt. Anschließend wird ein Rlogin oder Telnet zu einem Rechner im Internet ausgeführt, auf dem die Mailbox des Anwenders liegt. Dort wird dann ein Mailtool aufgerufen (z.B. pine, elm, mail), mit dem das Lesen und Verschicken der Mails abgewickelt wird.

Den Nachteil dieser einfachen Methode kann man schnell an der nächsten Telefonrechnung ablesen. Außerdem ist der Anwender genötigt, sich Grundkenntnisse für die entfernten Mailprogramme und Editoren anzueignen. Das Verschicken und Empfangen von Dokumenten kann auf diese Weise auch nur über Umwege, durch einen Transfer zum entfernten Rechner, erfolgen.

Die zweite, schwierigere Variante ist dann aber auch gleich die komfortablere und ggf. billigere. Verschiedene Programme (Eudora, Nupop, Pine für DOS/Windows u.a.) ermöglichen den Zugriff auf die entfernte Mailbox mit dem "Post Office Protocol" (POP) bzw. dem "Internet Message Access Protocol" (IMAP). Beide Protokolle setzen auf TCP/IP auf, so daß vor dem Auslesen der Mailbox eine IP-Verbindung (SLIP/PPP) aufgebaut werden muß.1

Die Schwierigkeit besteht für den Anwender in der Konfiguration der Programme. Den Komfort erhält der Benutzer durch die leichte Bedienbarkeit der Tools (meist konform zu Windows/SAA).

Der eigentliche und wesentliche Vorteil besteht jedoch darin, daß einige Programme das Offline-Lesen von Mails gestatten (z.B. Nupop, Eudora). Nach dem Verbindungsaufbau werden die Mails vom entfernten Server auf die Festplatte des lokalen PCs transferiert und dort abgelegt. Die Verbindung kann dann abgebaut werden, so daß keine weiteren Telefonkosten entstehen. Anschließend können die Mails gelesen und beantwortet werden. Sollen die Antworten dann abgeschickt werden, muß erneut eine Verbindung aufgebaut werden.

Der Dokumentenaustausch per Mail wird ebenso wesentlich erleichtert. Dokumente bzw. Files können auf einfache Weise als Attachment angefügt werden.

Fragen zur Konfiguration und zur Einwahl nimmt der Autor gerne entgegen. Weiterhin sei auf die weiteren Beiträge zu den Themen Mail und Einwahl in diesem Heft hingewiesen.

1) Nupop benötigt nicht unbedingt SLIP für den Zugriff auf die entfernte Mailbox.

Jens-Uwe Winks

E-Mail: Winks@rz.hu-berlin.de
WWW: http://www.rz.hu-berlin.de/~h0054syj/

Telefon: 20 93-27 89