Vernetzte Verwaltung

Sehr geehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser,

eine moderne Verwaltung wäre ohne eine Unterstützung durch die Datenverarbeitung nicht mehr denkbar, und zwar nicht wegen eines Modetrends, der eventuell zeitgemäße Verwaltung und EDV als untrennbar betrachtet, sondern wegen des Arbeitsumfanges, der Komplexität von Verwaltungsvorgängen und der Erwartungen der Nutzer von Verwaltung an die entsprechenden Dienstleistungen. Diese allgemeine Aussage gilt selbstverständlich auch für eine Universitätsverwaltung, und zwar sowohl für die zentrale als auch für die dezentrale Verwaltung einer Hochschule. Allen Mitgliedern unserer Universität begegnet die EDV-unterstützte Verwaltung, etwa im Bereich des Zulassungswesens, der Studierendenbetreuung, des Personalwesens, des Haushalts-, Kassen-, Rechnungswesens etc. Ohne die Unterstützung durch die Datenverwaltung wären die berechtigten Forderungen nach einer effizienten und schlanken Verwaltung pure Illusion. Es ist bezeichnend, daß viele Untersuchungen, auch von Landesrechnungshöfen, über die notwendige Personalausstattung von Verwaltungen davon ausgehen, daß etwaige Einsparungen von Personal erst vorgenommen werden können, wenn die Arbeitsabläufe durch eine entsprechende EDV-Unterstützung vom Umfang und von der Qualität her gesichert sind.

Die Humboldt-Universität hat sich unmittelbar nach der Wende nachhaltig diesen Problemen gestellt, von Erfahrungen anderer Einrichtungen und vor allem von den Angeboten der HIS GmbH Nutzen gezogen und ist mittlerweile in einigen Anwendungsbereichen auf vorderen Plätzen der “Bundesliga" der deutschen Universitäten angelangt. Darüber hinaus wurde ein gesondertes Rechnernetz installiert, um Arbeitserleichterungen und eine Kommunikationsebene zu schaffen, die bisher nicht typisch für eine universitäre Verwaltung waren. In den Mitteilungen des Rechenzentrums Nr. 8 vom Oktober 1994 wurde über die Anfänge und Planungen des Verwaltungsnetzes berichtet. Mit diesem Heft soll der erreichte Stand dokumentiert werden.

Die von mir als positiv bezeichnete Entwicklung soll nicht darüber hinwegtäuschen, daß es sowohl für einzelne Programme als auch für die generelle Datenverarbeitung der Universitätsverwaltung weiterhin erheblicher und regelmäßiger Anstrengungen bedarf, um einzelne Verbesserungen zu erreichen und vor allem der rasanten technischen Entwicklung nicht hinterherzuhinken:

Mein persönliches Fazit lautet: Wir können durchaus stolz sein auf den bisher erreichten Standard, wenn dieser Stolz durch weitere Bemühungen um Verbesserungen und Aktualisierungen getragen wird. Wir arbeiten in manchen Bereichen mit anderen Universitäten zusammen und sind an weiteren Erfahrungen sehr interessiert, wie wir auch für Hinweise von Ihnen dankbar wären.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine interessante Lektüre und uns positive bzw. kritische Reaktionen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Rainer Neumann
Kanzler