Makroviren:
Der Makrovirus ist zweifellos der neue Star unter den Virenarten. Das
hat verschiedene Ursachen: Zum einen hat keiner mit solchen Viren gerechnet,
zum anderen ist er äußerst leicht herzustellen. Schon mit einfachen
Grundkenntnissen der Makrosprache ist jeder Anwender dazu in der Lage.
Es gibt sogar schon Makroviren-Baukästen, mit welchen das dialog-
und fensterorientiert und fast ohne Programmierkenntnisse möglich
ist.
Weiterhin stellt er sowohl weltweit als auch bei uns im Hause von der
Häufigkeit des Auftretens her die größte Gefahr dar. Man
spricht davon, daß 60% des Virenbefalls in den USA durch Makroviren
verursacht wird, Tendenz steigend. Zum Jahresbeginn wurden ca. 200 Word-Viren
gezählt, zum Jahreswechsel werden es weit über 1.000 Stück
sein. Keine Virenart hat eine so große Zuwachsrate zu verzeichnen.
Außerdem sind Makroviren plattformübergreifend: Bei Verfügbarkeit
der entsprechenden Anwendung können sie durchaus z. B. von einem Windows
95-Rechner auf einen Apple Macintosh übertragen werden. Schließlich
besteht die neue Qualität darin, daß der Virus nicht durch die
Ausführung von Programmen aktiv wird, sondern durch die bloße
Benutzung von Daten, von Resultaten der Anwendungsprogramme. Das erschwert
den Schutz vor Verbreitung dieser Viren.
Netzviren:
Netzviren sind keine eigene Virenart, sie zeichnen sich nur durch die
Besonderheit der Infektion aus: Während in der Vergangenheit nur durch
das Einlegen und Benutzen von verseuchten Datenträgern eine Übertragung
möglich war, bietet das Computernetz heute ganz neue Mechanismen für
ihre Verbreitung. In lokalen Netzen sorgen virenbefallene Daten auf Servern
für deren schnelle Fortpflanzung. Bei der Nutzung von Diensten des
Internets sollte man sich praktisch bei jedem Zugriff Gedanken über
eine mögliche Virenverseuchung des eigenen Rechners machen. Mehr dazu
folgt im nächsten Abschnitt.
Viren - Bedrohung aus dem Internet?
Glauben wir den Medien, so müßten wir diese Frage eindeutig
bejahen: Im Kino sind Filme zu sehen, in denen ganze Computersysteme über
das Internet nicht nur lahmgelegt, sondern sogar physisch zerstört
werden. Oder in entsprechenden Zukunftsvisionen können uns feindlich
gesinnte außerirdische Zivilisationen über das Einschleusen
von Computerviren besiegt werden. Auch die Printmedien werden nicht müde,
dieses Thema immer wieder aufzugreifen, häufig am Rande der Seriosität.
Letztlich stehen oftmals ökonomische Interessen von Dienstleistungsanbietern
auf dem Antiviren-Markt dahinter, die Bedrohung aus dem Internet etwas
zu dramatisieren.
Wie sind nun die Fakten? Natürlich erzeugen sowohl die neuen Dienste
als auch die neuen Kommunikationswege, die uns das Internet zur Verfügung
stellt, neue Gefahren für den eigenen Computer. An anderer Stelle
in diesem Heft wird auf Sicherheitslücken bei der Web-Programmierung
und auf Sicherheitsaspekte bei der Benutzung von E-Mail eingegangen.
Das Dienstangebot des Internet vereinfacht vor allem den globalen Datenaustausch,
sei es durch die Möglichkeit, Daten als Attachment bei Mails zu übertragen
oder durch den einfachen Zugriff auf Fremddateien via FTP. Das bedeutet,
daß viele Büro-Dokumente (Texte, Grafiken, Tabellen, Vorträge)
durch Internet-Dienste transportiert werden können. Waren in der Vergangenheit
nur einzelne Arbeitsplätze von einem Virenbefall betroffen, so ist
es heute möglich, ganze Bereiche mit einem einzelnen virenbehafteten
Dokument, das an alle verschickt wird, zu infizieren. Als wirksame Schutzmaßnahme
reicht es also nicht aus, die Attachments eingehender Mails nach Computerviren
zu verifizieren, es ist auch notwendig, Dokumente, die versandt werden
sollen, zu prüfen.
Die Vereinfachung der Nutzung von Internet-Diensten macht es leider
auch Computerviren leicht, sich auf dem Rechner des Benutzers festzusetzen.
Oftmals reicht schon ein Doppelklick an einer bestimmten Stelle auf einer
WWW-Seite aus, und neben der Übertragung der Daten wird gleich die
dazugehörige Applikation gestartet.
Erfreulicherweise ist ein verbessertes Abwehrverhalten gegenüber
Makroviren zu beobachten. So prüfen Dienstleister von sich aus die
transportierte Mail auf Makroviren, und Anwendungsprogramme checken die
Nutzerdaten eigenständig auf verbreitete Computerviren ab. Im nächsten
Abschnitt werden einige Schutzmechanismen aufgezählt.
| "Bereits jetzt gelangen rund 20 Prozent aller Viren per Internet in die Systeme. Und das ist eher untertrieben." (Th. Königshofen, Datenschutzbeauftragter der Deutschen Telekom AG, 1996). |
Eine abschließende Bemerkung: Es tauchen im Internet immer wieder Warnungen auf, daß Viren als Mail verschickt würden, die allein durch das Lesen der Mail aktiviert werden könnten ("Good Times", "Penpal Greetings" u. a.). Technisch ist dies allerdings unmöglich. Durch das alleinige Öffnen einer Mail mit einem Mailprogramm können weder Computer infiziert noch lokale Zerstörungen ausgelöst werden. Weitere Informationen dazu kann man unter http://ciac.llnl.gov/ciac/CIACHoaxes.html finden.
Gibt es einen Schutz vor Viren?
Den absolut sicheren Schutz vor Viren gibt es nicht. Dazu ist die Phantasie
der Viren-Autoren zu groß. Es ist nur möglich, die Gefahr des
Virenbefalls einzudämmen und die negativen Auswirkungen zu minimieren.
Bei aller Unterstützung durch Virenscanner, Prüfprogramme
und sonstigen soft- und hardwareseitigen Sicherungsmechanismen ist es vor
allem der Anwender, der über die Wirksamkeit der verfügbaren
Schutzmittel entscheidet. Ein bewußter Umgang mit den eigenen und
fremden Daten ist ein wesentlicher Bestandteil der Virenvorsorge.
Wie kann man sich vor einem Virenbefall oder wenigstens weitestgehend
vor dessen Auswirkungen schützen? Hier einige Empfehlungen:
Virenarten und -varianten
Dateiviren
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| Weiterführende Informationen:
http://www.Psnw.com/~joe/ HAVS
(Hartmann Anti-Virus Site) http://www.informatik.uni-hamburg.de/AGN/
The AGN Homepage http://www.noc.fhg.de/CERT/ws-1997.html
Erfahrungen mit Viren Scannern für Electronic Mail http://www.uni-siegen.de/security/viren/index.html
Uni-GH Siegen - Security-Server - Viren http://www.datarescue.com/avpbase/index.htm
DataRescue - Index for the AVP On-Line Virus Database
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