Per Web-Browser ins Banyan VINES-Netz
Banyan Intranet Connect heißt das Produkt der Firma
Banyan,
das in Zukunft einige Nachteile unseres VINES-Netzes beseitigen wird.
Die wichtigsten Eigenschaften zunächst in Stichpunkten (alle
Angaben
in diesem Beitrag beziehen sich auf die z. Z. eingesetzte Version 1.1):
- Für den Zugang zum VINES-Netz reicht nun ein Rechner mit
konfiguriertem
TCP/IP-Stack ("Internet-Zugang") und einem Web-Browser, der
einigen
Bedingungen genügen muß.
- Damit werden nicht alle Möglichkeiten der bisher bekannten
VINES-Clients
geboten, aber die wichtigsten: Zugang zur VINES-Mailbox, zu Filediensten,
Netzdruckern und zum StreetTalk (dem VINES-Verzeichnisdienst).
- Für Unix- (also auch Linux-) Nutzer wird damit überhaupt
erstmalig ein benutzbarer VINES-Zugang möglich, für viele
Betriebssystem-Plattformen
(Mac, OS/2, Unix) erstmalig eine vertretbare Lösung für den
Zugang
über Wählleitungen (Modem, ISDN) oder von einem beliebigen Ort
im Internet.
- Die Kommunikation zwischen Web-Browser und Intranet
Connect-Server
erfolgt über eine verschlüsselte Verbindung (SSL-Protokoll).
- Da diese Lösung auf Komponenten aufsetzt, die meistens schon
vorhanden
sind (Internet-Zugang, Web-Browser), ist der noch verbleibende Aufwand
für die Konfiguration in diesen Fällen sehr gering, was sowohl
den Benutzern als auch den Netzverwaltern viel Zeit und Nerven spart.
Nach ausführlichen Tests stellt das Rechenzentrum jetzt diese
Zugangsmöglichkeit
zum PC-Netz als neuen Dienst zur Verfügung. Der folgende Beitrag
beschreibt
die Vor- und Nachteile dieser Software, ihren Funktionsumfang und ihre
Nutzung. Fragen der Installation oder Administration dieses Dienstes, die
nur für Systemverwalter interessant sind, werden hier nicht
behandelt.

Abb. 1: Das Hauptmenü zeigt die
Möglichkeiten von Intranet Connect
Wie funktioniert es?
Banyan Intranet Connect (im folgenden einfach kurz: BIC)
läuft
auf einem Windows NT-Server zusammen mit einem WWW-Server. Nimmt der
Client
die Verbindung zu diesem Server auf, tauschen Web-Browser und -Server
zuerst
die für den Aufbau der gesicherten (SSL-) Verbindung notwendigen
Daten
aus (zum SSL-Protokoll siehe den Artikel von Daniel Ohst in den
RZ-Mitteilungen
Nr. 15). Von da ab gehen alle Transaktionen zwischen Web-Browser und
Intranet
Connect-Server verschlüsselt über das Netz. Der Server
sendet
dem Browser eine Login-Maske und fordert damit zur Eingabe des
VINES-Benutzernamens
und -Paßwortes auf. Der Browser verschlüsselt Name und
Paßwort
und schickt sie zurück zum BIC-Server. Dieser entschlüsselt die
Daten, prüft die Berechtigung für die Benutzung des Dienstes
und schickt erst dann entsprechende Aufforderungen ins VINES-Netz
für
die übliche VINES-Login-Prozedur. Dabei wird das Benutzerprofil
abgearbeitet.
Nach dem Login sind die gleichen Zugriffsrechte wirksam wie bei bekannten
Clients.

Abb. 2: Login-Aufforderung von Intranet Connect
Der BIC-Server fungiert hier einerseits als Gateway, andererseits als
Proxy (=Beauftragter). Er versteht sowohl das HTTP-Protokoll des
Web-Browsers
als auch das Protokoll im VINES-Netz (Gateway-Funktion). Dem Browser
gegenüber
verhält er sich wie ein VINES-Server: Er bedient dessen
Anforderungen.
Im VINES-Netz tritt der BIC-Server als Client auf: Er formuliert die
Anforderungen
des eigentlichen Clients (Web-Browsers) und sendet sie ins Netz
(Proxy-Funktion).
Zu keinem Zeitpunkt besitzt der Browser einen direkten Zugang zum
VINES-Netz.
Zusammenfassend kann man sagen: Banyan Intranet Connect stellt
eine Web-Schnittstelle zum VINES-Netz zur Verfügung.
Was wird unterstützt, was nicht?
Die Zugangsmöglichkeiten zum VINES-Netz, die Intranet
Connect
den Benutzern bietet (oder nicht bietet), sollen nun etwas genauer
genannt
und beleuchtet werden:
- Mail:
Es stehen alle Grundfunktionen zur Verfügung, die von einem
Mailprogramm
erwartet werden:
Mail lesen, weiterleiten, beantworten, löschen, speichern auf die
lokale Festplatte, Mail schreiben und versenden, Attachments
anhängen
oder anzeigen sowie Funktionen zur Verwaltung von Mailordnern - alle
Funktionen,
die auch das DOS-basierte Standard-VINES-Mailprogramm ("Blue
Mail")
bietet - nur einfacher und intuitiver bedienbar. Zusätzlich gibt es
die Möglichkeit, Mails im HTML-Format anzuzeigen.
- Filedienste ("Netzlaufwerke"):
Es werden alle Filedienste angeboten, die dem Benutzer während der
Login-Prozedur zugeordnet wurden (und nur diese! - nachträglich ist
daran nichts mehr zu ändern, da der Benutzer keinen Zugriff auf sein
Benutzerprofil hat). Dateien auf Netzlaufwerken können betrachtet
oder verändert werden. Man kann sie einzeln (!) auf einen lokalen
Datenträger kopieren, jedoch auf dem Netzlaufwerk leider nicht
löschen
(!). Außerdem können von lokalen Datenträgern Dateien
einzeln
in den Filedienst kopiert werden (Funktion "Hochladen"). Es ist
aber nicht möglich, mehrere Dateien oder sogar Verzeichnisse, evtl.
sogar mit Unterverzeichnissen, zu übertragen.
- Suche im StreetTalk-Verzeichnis:
Über Suchmasken kann nach Personen, Filediensten, Netzdruckern,
Listen
und nach Text gesucht werden.
- Drucken im Netz:
Die Verfahrensweise bei dieser Funktion ist etwas
gewöhnungsbedürftig:
Dateien können nicht aus einer Anwendung heraus (z. B. Microsoft
Word)
an den Drucker geschickt werden, sondern müssen vorher über die
Funktion "Drucken in eine Datei" (innerhalb der betreffenden
Anwendung!) in eine druckbereite Form (speziell in der Sprache des
ausgewählten
Netzdruckers) überführt und erst in dieser Form an den Drucker
gesendet werden. Zu beachten ist, daß dafür auf dem lokalen
Rechner der zu diesem Netzdrucker passende Druckertreiber installiert und
ausgewählt sein muß!
Die einzelnen Funktionen sind in der Online-Hilfe gut beschrieben.
Grundsätzlich
ist es empfehlenswert, vorher alles im lokalen Netz zu testen, bevor man
es später "fern vom HU-VINES-Netz" tatsächlich nutzen
will. Dabei offenbaren sich rechtzeitig bestimmte Probleme, die vom
entfernten
Standort nicht oder nur mühevoll lösbar sind (z.B. fehlende
Druckertreiber,
fehlende Laufwerkszuweisungen usw.).

Abb. 3: Anzeige von Verzeichnissen in einem Fildedienst
Wie bekommt man einen Zugang zu BIC ?
Banyan Intranet Connect läuft im RZ auf folgendem Rechner:
pegasus.rz.hu-berlin.de
Suchen Sie sich mit Ihrem Web-Browser die Homepage dieses Rechners:
http://pegasus.rz.hu-berlin.de/
Sie finden dort genaue Erklärungen zu den notwendigen Schritten
für Ihre konkreten Bedingungen (Betriebssystem, Browser-Typ und
-Version
usw.) auf dem jeweils aktuellen Stand.
Hier nur eine kurze Aufzählung der notwendigen Voraussetzungen:
- Ergründen Sie bitte, wie Ihr vollständiger(!)
StreetTalk-Benutzername
(d. h. Ihr VINES-Login in der Form: Name@Gruppe@Organisation) lautet. Sie
müssen Ihn später beim Login eingeben. Bevor Sie den Dienst
erstmalig
nutzen wollen,
beantragen Sie bitte die Nutzungsberechtigung für Intranet
Connect
im RZ. Schicken Sie dazu eine E-Mail entweder an
bic@rz.hu-berlin.de
oder
bic@a4@HUB-RZ (nur innerhalb des
VINES-Netzes).
Nennen Sie darin Ihren Namen, Ihre Einrichtung, E-Mail-Adresse und
Telefonnummer
(für evtl. Rückfragen) und als wichtigstes Ihren
StreetTalk-Benutzernamen,
für den die Nutzung des Dienstes freigegeben werden soll. Ein
entsprechendes
Formular finden Sie auch auf der obengenannten Web-Seite. Wenn nicht
wichtige
Gründe dagegen sprechen, wird der Zugang innerhalb kurzer Zeit
ermöglicht.
- Bei Einwahl (per Modem oder ISDN) am Terminalserver des
RZ
die
üblichen
Voraussetzungen: ein Account im RZ und eine lauffähige Konfiguration
auf dem heimatlichen Rechner
(siehe http://www.hu-berlin.de/rz/dialin/).
- Oder für einen Rechner irgendwo im Internet: eine für
diesen
Ort konfigurierte TCP/IP-Schnittstelle (IP-Adresse, Router, DNS).
- Ein Web-Browser, der
- Javascript
- Cookies
- Frames und
- Secure Sockets Layer (SSL)
unterstützt. Die einzigen Browser, die zum gegenwärtigen
Zeitpunkt
diese Bedingungen erfüllen, sind Netscape Navigator (ab Version
3.01)
und Microsoft Internet Explorer (ab Version 4.0).
- Sie müssen die für den Aufbau von SSL-Verbindungen
erforderlichen
Zertifikate der Certification Authority der HU (HU-CA) einlesen. Einen
Menüpunkt mit entsprechender Hilfestellung finden Sie dazu auf der
pegasus-Homepage.
- Erst nach dem erfolgreichen Einlesen der Zertifikate wählen Sie
den Menüpunkt für das erstmalige VINES-Login.
Die Seite mit der Login-Aufforderung sollten Sie sich für den
schnellen
Zugang als Lesezeichen (Bookmark) speichern.
Für welche Anforderungen könnte dieser Dienst eine
Lösung
bieten?
Für den einfachen Zugang zum VINES-Netz
- über das Internet (v. a. von fernen Standorten aus, z. B. bei
Dienstreisen - für alle Betriebssystemplattformen außer DOS);
- bei Einwahl am Terminalserver des RZ (für alle Betriebssysteme
außer DOS);
- für Benutzer an Standorten, zu denen kein VINES-Protokoll
geroutet
wird (z. B. HU-Einrichtungen in der Umgebung der FU Berlin oder in reinen
Unix- oder Windows NT-Netzen);
- für Benutzer auf Unix-Rechnern;
- für die Macintosh-Plattform, um die dort häufiger
auftretenden
VINES-Probleme zu umgehen.
Da z. Z. jedoch nur im RZ ein Server mit diesem Dienst betrieben
wird,
läuft v.a. in den letztgenannten Fällen die Kommunikation immer
auf dem Umweg über das RZ, obwohl die angesprochenen VINES-Server
möglicherweise "gleich nebenan" stehen. Beim Ausfall
dieser
Verbindung ist auch der Zugang zum VINES-Netz nicht mehr möglich.
Die Aufstellung weiterer Server wird z. Z. geplant.
Das RZ bietet diesen Dienst allen Nutzern des HU-Netzes an. Falls eine
Einrichtung trotzdem einen eigenen BIC-Server aufbauen möchte,
bitten
wir darum, sich von uns vor der Installation beraten zu lassen, um das
Enstehen von Sicherheitslücken im VINES-Netz zu vermeiden.
Winfried Naumann
E-Mail: w.naumann@rz.hu-berlin.de (Internet)
Winfried Naumann@a4@HUB-RZ (VINES)