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cms-journal

Publikation des Computer- und Medienservice der Humboldt-Universität zu Berlin

cms-jornal Nr. 24, April 2003

Dr. Peter Schirmbacher
 

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Dienstleistungen des Computer- und Medienservice im Spagat zwischen Adlershof und Berlin-Mitte


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Der Computer- und Medienservice (CMS) hat seit der Inbetriebnahme des Erwin Schrödinger-Zentrums seinen Hauptsitz in Berlin-Adlershof. Durch den Bezug des neuen Hauses verfügen wir zwar über eine moderne technische Ausrüstung, die Gewährleistung des Dienstleistungsangebotes an allen Standorten der Universität gleichermaßen wird dadurch jedoch nicht leichter. Der Artikel gibt einen Überblick zur Strategie und zu bisherigen Festlegungen.

Der Hauptsitz des Computer- und Medienservice (CMS) befindet sich mit der Eröffnung des Erwin Schrödinger-Zentrums in Berlin-Adlershof. Wir haben uns für den Standort Adlershof als Hauptsitz des CMS entschieden, um – wie ich in einem anderen Artikel dieses Heftes schon formuliert habe – sowohl die Chance eines modern ausgestatteten Neubaus zu nutzen als auch die Herausforderung, ihn inhaltlich auf hohem Niveau auszukleiden, anzunehmen. Es wird jedoch für uns nicht einfacher, den Hauptsitz in Berlin-Adlershof zu haben und den größeren Teil der Nutzerschaft, der in Berlin-Mitte sitzt, entsprechend zu betreuen. In dem neuen Haus haben wir eine Reihe von Möglichkeiten, unser Dienstleistungsangebot auszudehnen und aufgrund der technischen Basis auf höherem Niveau anzubieten. In den vorangegangenen Beiträgen dieses Heftes ist darauf im Detail eingegangen worden. Von vielen mehr oder weniger besorgten Nutzerinnen und Nutzern bin ich im Vorfeld des Umzuges jedoch gefragt worden, wie das Rechenzentrum (CMS benutzen bisher die wenigsten) denn gedenkt, künftig seine Serviceleistungen auch in Berlin-Mitte anzubieten und sich nicht nur auf Adlershof zu konzentrieren. In der Regel habe ich darauf geantwortet, dass das Rechenzentrum seit jeher nicht nur einen Standort zu betreuen hatte, sondern dass wir schon immer den auf 180 Gebäude im gesamten Stadtgebiet Berlins verteilten Humboldtianern unsere Dienste angeboten haben. Natürlich sind wir uns aber bewusst, dass sich die neue Situation für die Nutzerschaft bemerkbar machen wird und sich für uns gravierend ändert.

Generell gilt: »Es gibt eine Zentraleinrichtung Computer- und Medienservice an der Universität, die ihren Hauptsitz in Berlin-Adlershof hat. Von dort aus werden sämtliche Dienste angeboten. Trotzdem werden wir jedoch im Sinne des Servicegedankens versuchen, es unserer Nutzerschaft in Berlin-Mitte unter Beachtung wirtschaftlicher und arbeitsökonomischer Aspekte so angenehm wie möglich zu machen.«

Hauptsitz des CMS in Adlershof heißt, dass mehr als 80 % der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren ersten Arbeitsplatz im Erwin Schrödinger-Zentrum haben. Ausgenommen von dieser Regelung sind sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung DV-Unterstützung für die Verwaltung, die künftig ihre Arbeitsplätze im Ostflügel des Hauptgebäudes haben werden, also in einem Teil der ehemals durch das gesamte Rechenzentrum genutzten Räumlichkeiten. Auch für diese Abteilung, für die es auf den ersten Blick so aussieht, als würde sich wenig ändern, hat dieser Umzug zusätzlich Probleme parat. Es gilt die bisher etablierten Formen des fachlichen Austausches und der gegenseitigen Unterstützung zwischen den Abteilungen des CMS neu zu organisieren und den »Zusammenhalt« zu sichern. Die Vielzahl der DV-Anwendungen innerhalb des Verwaltungsnetzes verlangt den vollen Einsatz und lässt zusätzliche Aufgaben in keiner Weise realistisch erscheinen. Trotzdem kommt auf diese Kolleginnen und Kollegen die Absicherung des Betriebes von DV-Anwendungen der Verwaltungseinrichtungen, die ihren Sitz ebenfalls in Adlershof haben werden, ergänzend hinzu. Sie sind also nicht der künftige Ansprechpartner für alle Nutzer in der Umgebung des Hauptgebäudes, sondern lediglich für die der zentralen Universitätsverwaltung.

Um weit über 30 000 User zu unterstützen, waren wir schon in der Vergangenheit gezwungen, möglichst viele dieser Tätigkeiten automatisiert abzuwickeln oder sie zumindest dv-technisch zu unterstützen. Das kommt uns heute zugute. Nicht die Benutzerberatung im Hauptgebäude war der am häufigsten von den Nutzern besuchte Ort, sondern der PC-Saal in der Dorotheenstraße 26. Dieser wird auch unverändert bleiben. Mit rund 60 Computerarbeitsplätzen wird ein Angebot zur Verfügung gestellt, das von den Studierenden unvermindert stark angenommen wird. Zusätzlich zu diesen Aufgaben werden wir hier eine erste Anlaufstelle der Benutzerberatung installieren. Gemeinsam mit den Kollegen in Adlershof werden wir vor Ort, per Telefon oder per Videokonferenz die anstehenden kleineren und größeren Computerprobleme zu lösen versuchen. Natürlich müssen wir Erfahrungen sammeln, wie sich die Last der Aufgaben verteilt und wie sich am besten darauf reagieren lässt.

Zur Verfügung stehen weiterhin die Ausbildungsräume 510 und 511 des Seminargebäudes. Die Nutzungszeiten werden durch die Mannschaft des PC-Saales vergeben und in gleicher Weise erfolgt die Softwarewartung für diese Räume.

Unverändert genutzt wird natürlich auch der bisherige Rechnerraum. Stellt er doch das Herzstück des gesamten Universitätsrechnernetzes dar. Er wird bestückt bleiben mit großen Teilen der Netztechnik, den Speicherroboter beherbergen, der uns eine Spiegelung der Backup-Daten zwischen Adlershof und Berlin-Mitte ermöglicht, und wir werden den Raum dazu benutzen, um die restliche in Berlin-Mitte verbleibende Technik zu konzentrieren.

Unverändert bleiben auch die Räumlichkeiten unserer Hardware-Servicestation im Hauptgebäude der Universität. Künftig gibt es sowohl in Berlin-Mitte als auch in Adlershof eine Werkstatt, die wir allerdings ohne zusätzliches Personal betreiben werden, so dass letztendlich standortbedingt veränderte Wartezeiten entstehen. Wenn also jemand ein Hardwareproblem mit seinem Computer hat, so wird er sich über eine einheitliche Service-Nummer melden und dann entsprechend Unterstützung von unseren Kollegen entweder aus Berlin-Mitte oder Adlershof erhalten. In Abhängigkeit vom Sitz des jeweiligen Instituts kann es sein, dass dann der Anfahrtsweg für unsere Mitarbeiter bzw. unsere Nutzerschaft länger bzw. kürzer wird im Vergleich zu den Zeiten der Vergangenheit. Für die, die bisher den Vorteil der kurzen Wege hatten, weil sie in der Nähe des Hauptgebäudes und somit der Servicestation beheimatet sind, wird es künftig sicher etwas beschwerlicher, denn dann werden andere die kurzen Wege haben, die früher vielleicht über lange Wege geklagt haben.

Nicht so verhält es sich mit der Softwareberatung und -beschaffung. Während die kurze Beratung seit eh und je am häufigsten per Telefon realisiert wurde, wird man sich für die ausführliche Problemdiskussion in Adlershof verabreden müssen. Wir werden jedoch auch versuchen, zusätzliche technische Möglichkeiten zu erschließen, die eine ansprechende Betreuung von der Ferne gestatten. Es hat im Jahre 2002 eine Reihe von Erprobungen von Videokonferenzsystemen gegeben, die wir gedenken, künftig verstärkt auch für die Beratung einzusetzen. Wer es einmal ausprobiert hat, der wird mir bestätigen können, dass eine gut funktionierende Videokonferenz einem Telefongespräch bei weitem überlegen ist. Was die durch das Rechenzentrum wahrgenommene Aufgabe der Softwarebeschaffung für die gesamte Universität betrifft, so soll dies beibehalten werden. Wir denken, dass es auch hier möglich sein sollte, ein Regime zu entwickeln, das sowohl für uns als auch für die DV-Beauftragten in den Instituten, die ja vielfach für die Softwarebeschaffung zuständig sind, keine zusätzliche Belastung hervorruft. Die Details dazu werden sich einzuspielen haben.

Betrachtet man die Abteilung Systemsoftware und Kommunikation, so besteht ihre Aufgabe in der Gewährleistung der Stabilität des Netzes und der auf ihm ablaufenden Dienste. Schon in der Vergangenheit wurden diese Leistungen vielfach über das Netz selbst erbracht, was eine persönliche Anwesenheit nicht immer notwendig machte. Wenn diese Anwesenheit künftig erforderlich sein sollte, so werden wir den zusätzlichen Weg nicht scheuen. Um einen mehrfachen Wechsel zwischen Adlershof und Mitte aber zu vermeiden, haben wir im Hauptgebäude einen Raum eingerichtet, der wechselweise von den unterschiedlichen Kolleginnen und Kollegen genutzt wird.

Generell muss man aber sagen, dass durch den für die Universität zusätzlich gewählten neuen Standort Berlin-Adlershof auch für die gesamte Universität die eine oder andere Belastung entsteht. So wird die Mehrzahl unserer Lehrgänge künftig in Berlin-Adlershof stattfinden. Dort wird es die modernere Technik geben und günstigere Voraussetzungen, um diese Kurse entsprechend durchführen zu können.

Auch die Abteilung Multimediaservice und mit ihr das frisch ins Leben gerufene Multimedia-Lehr- und -Lernzentrum werden in Adlershof beheimatet sein. Gerade für diesen Bereich sind neue, höchst ansprechende technische Lösungen geschaffen worden wie das Video- und Audiostudio mit dem dazugehörigen Regieraum. Es wird im Erwin Schrödinger-Zentrum den einzigen in der Universität verfügbaren Raum geben, der eine 3D-Projektion gestattet. All dies sind Voraussetzungen günstigster Art, um einen Service für Multimedia-Applikationen anbieten zu können. Wir werden jedoch die Räumlichkeiten, die heute in der 6. Etage des Seminargebäudes genutzt werden, nicht aufgeben und dort ebenso z. B. digitale Schnittplätze anbieten. Mit wechselnder Besetzung werden diese Räumlichkeiten durch die Kolleginnen und Kollegen der Multimediaserviceabteilung vor Ort betreut werden. Auch hier wird es insgesamt darum gehen, ein Regime zu erproben, das ein gutes Serviceangebot für alle Institute der Universität darstellt und gleichzeitig ein effizientes Arbeiten der Abteilung Multimediaservice gestattet.

Wir sind uns bewusst, dass durch den Hauptsitz in Adlershof und den größten Teil der Nutzerschaft in Berlin-Mitte dieser Spagat nicht leicht wird. Wir bitten um Verständnis, sollte es am Anfang die eine oder andere Ungereimtheit geben und fordern Sie auf, uns mit vielen Hinweisen dabei behilflich zu sein, ein für möglichst alle Seiten akzeptables Betreuungskonzept zu realisieren.

Dr. Peter Schirmbacher