cms-journal
Nr. 25
Mai 2004
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Weitere Artikel aus dem cms-Journal Nr. 25 finden Sie auf dem edoc-Server der Humboldt-Universität zu Berlin unter http://edoc.hu-berlin.de/cmsj/25
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Editorial

Dr. Güther Kroß

Das vorliegende Journal des Computer- und Medienservice (CMS) erscheint zum 40. Jahrestag der Gründung des Rechenzentrums der Humboldt-Universität, das sich aus gutem Grund seit Anfang 2003 Computer- und Medienservice nennt. Die Entwicklung des CMS spiegelt sich sicher auch in den 25 bisherigen Ausgaben der RZ-Mitteilungen bzw. des CMS-Journals wider – das erste Heft erschien am 11.11.1991. An dieser Stelle soll sie aber nicht nachgezeichnet werden. Darauf und auf Entwicklungslinien des CMS geht ein Beitrag seines Direktors Dr. Peter Schirmbacher gesondert ein.

Schwerpunkt dieses Journals sind System- und Netzdienste des CMS für die Humboldt-Universität (HU). Diese Begriffe sind sicherlich unscharf – Systeme und Netze werden in allen IT-Bereichen benutzt. Gemeint sind vor allem Dienste, in denen lokale Netze, Speichernetze, Betriebssysteme und betriebssystemnahe Software der Hauptgegenstand sind. Naturgemäß sind viele dieser Dienste für die Nutzer von DV-Anwendungen, also auch für viele Leser, im Detail nicht so interessant. Sie müssen eben nur stabil funktionieren.

Warum nun ein solcher Schwerpunkt – und dann auch noch zu unserem 40. Jubiläum? Letzteres ist zufällig. Der nahende Jahrestag wurde später vorbereitet, als die Heftplanung begann. In einem Journal zu diesem Anlass wären auch weitere Themen aus anderen Servicebereichen, z. B. Multimedia-, Web- oder Publishing-Dienste, für viele Leser wünschenswert. System- und Netzdienste leisten wir schließlich mit weniger als der Hälfte unserer Personalkapazität. Andererseits sind sie eine Voraussetzung für viele anwendungsnahe Dienste. Blicke ins System geben ein Verständnis für viele Abläufe, und eine Reihe durch betriebssystemnahe Software realisierte Dienste, beispielsweise Electronic Mail, werden auch direkt von den Endnutzern verwendet.

Das Thema Electronic Mail steht deshalb mit fünf Beiträgen am Anfang dieses Heftes. Ein einführender Artikel erläutert grundlegende Funktionsprinzipien. Die Entwicklung des Mail-Dienstes ist durch die stetig anwachsende Nutzung und durch den sprunghaften Missbrauch durch Spam-Mails und Viren gekennzeichnet. Möglichkeiten und Grenzen der Abwehr von Spams und Viren sind Gegenstand eines gesonderten Beitrags. Es zeigt sich, dass trotz hohen Aufwandes nicht alle Probleme wie vom Nutzer gewünscht automatisch behebbar sind. Die weiteren Beiträge zum Thema Mail behandeln Aspekte zur Nutzung und Funktion von Mail-Clients und von Mailing-Listen.

Zur Verbesserung der Zusammenarbeit in Arbeitsgruppen sind Wikis einsetzbar. Das sind Systeme, in denen Nutzergruppen Informationen auf einfache Weise ablegen, ändern und verwalten können und die somit als Wissensbasis, Dokumentationswerkzeug und als Projekt-Management-Tool einsetzbar sind.

Bevor die Themen aus der Sicht des Heftschwerpunktes dann spezieller werden, behandeln Beiträge unserer Multimediaabteilung Systeme, die für die Information und Organisation in Lehre und Forschung eine besondere Bedeutung haben. Das Medienportal der Humboldt-Universität ist ein universitätsweit nutzbares Instrument, um multimediale Objekte per Web-Browser abzulegen, zu verwalten und für die Nutzung zusammenzustellen. Das Lernmanagementsystem Moodle, mit dem Lehrveranstaltungen mit freien Arbeitsphasen online begleitet werden können, wird durch das Multimedia Lehr- und Lernzentrum des CMS angeboten. Das Kursmanagementsystem Kumasy bietet ein Webinterface zur Online-Verwaltung und -Präsentation von Kursangeboten aller Art.

Zwei Artikel zum lokalen Netz und zum Wireless LAN der HU bieten Hintergrundinformationen zur Topologie, zum Aufwand und zur Funktion der Netze, ohne die Computernutzung und Zusammenarbeit nicht mehr denkbar sind. Wichtig für viele Nutzer ist ein im allgemeinen Netz der HU neuer Dienst, der unter dem Schlagwort Virtual Private Network gesondert behandelt wird. Dabei geht es insbesondere um die Frage, wie man über unsichere äußere Netzzugänge (Internet, DSL-Anschlüsse anderer Provider, Wireless LANs anderer Einrichtungen, GPRS von T-Mobile etc.) lokale Dienste des HU-Netzes einfach und sicher nutzen kann. Beispiele für Dienste sind in diesem Zusammenhang das Versenden von Mails mit dem gewohnten Mail-Client oder die Nutzung von Datenbanken, welche die Universitätsbibliothek ausschließlich Nutzern der HU anbietet. Ein anderer wichtiger Aspekt der Gewährleistung der Netzsicherheit, für den wir Verständnis bei Nutzern und Administratoren wecken wollen, ist die Gefahrenabwehr durch Paketfilter auf unserem zentralen Router zum Internet. Die Verbesserung der Sicherheit für alle Nutzer kann mit Einschränkungen im Einzelnen verbunden sein.

In der heißen Phase befinden wir uns gegenwärtig bei der Umstellung des Vines-Netzwerkes der HU auf Windows 2000/2003. Ein für unsere Universität spezifischer Artikel behandelt diese Entwicklung. Zwei weitere Beiträge geben Nutzern Hilfestellungen zur Erhöhung der Sicherheit ihrer Windows-PCs und Administratoren Hinweise zum Aufbau sicherer Windows-Server.

Mit Speichersystemen, Speichernetzen und Daten befassen sich die Artikel zum Storage Area Network, zu unseren Backupsystemen und zum Datenbankservice. Wie die Fileserver in Instituten unserer Universität »Speicher aus der Dose« erhalten und wie wir diese Dienstleistung mit hoher Priorität ausbauen, beschreibt der Beitrag zum SAN. Schwerpunkte sind dabei eine (fast) 100-prozentige Datensicherheit, eine hohe Flexibilität und ein möglichst geringer Administrationsaufwand. Über Nutzungs- und Funktionsprinzipien des Backups auf Dateiebene mit dem Tivoli Storage Manager informiert ein weiterer Artikel. Seit kurzem verstärken wir den insbesondere für viele Web-Anwendungen sehr wichtigen Datenbankservice durch neue Hardware. Die neuen technischen Möglichkeiten stehen unseren Instituten offen und werden in einem Beitrag vorgestellt.

Last but not least wird in zwei Beiträgen der stark erweiterte Computeservice des CMS beschrieben. Ein Linux-Cluster mit 32 Doppelprozessorknoten und leistungsfähigem Myrinet-Netzwerk für parallele Anwendungen wurde in Betrieb genommen. Die Compute-Ressourcen werden durch die Load Sharing Facility Software gesteuert. Man kann sagen, dass dieser heute durch eine einzige Mitarbeiterin betriebene Dienst früher fast ein ganzes Rechenzentrum charakterisiert hat, was den Kreis zur Anfangszeit unseres Rechenzentrums vor 40 Jahren schließt.