cms-journal
Nr. 25
Mai 2004
Service
Metadaten
Hinweise
Weitere Artikel aus dem cms-Journal Nr. 25 finden Sie auf dem edoc-Server der Humboldt-Universität zu Berlin unter http://edoc.hu-berlin.de/cmsj/25
Copyright
Dieser Artikel ist ein Open Access Artikel und steht unter der Creative Commons Lizenz BY (siehe...).

(K)eine Bemerkung(en) zu Mailclients

Günter Lau
glau@cms.hu-berlin.de

Abstract

Was sie können sollten (und fast alle auch können). Was tun, wenn es der eine (Outlook Express) nicht kann?

Mailtools gibt's, wenn schon nicht wie Sand am Meer, so doch in großer Auswahl. Welches ist das beste? Das ist eine Frage, die man zwar stellen, aber die man so allgemein nicht beantworten kann. Das ist wie bei Autotypen, da sind schon, abgestimmt auf den geplanten Einsatzzweck, einige unterschiedliche Grundtypen sinnvoll, aber das Angebot ist weitaus breiter. Oder ist dann auch wieder nicht so breit, denn bestimmte gewünschte Eigenschaften führen zu ähnlichen technischen Lösungen; beim Auto ist das die »normative Kraft des Windkanals«. Andere Gestaltungselemente wiederum sind der Mode und dem Zeitgeschmack unterworfen, und führen so zu einer Ähnlichkeit der Produkte, selbst bei unterschiedlichen Herstellern. Anspruch und Erwartung des Anwenders fallen ebenfalls unterschiedlich aus, so dass es »das« Produkt nicht gibt; so ist einer erst zufrieden, wenn er immer das Neueste besitzt, ein anderer wieder bleibt lieber möglichst lange beim Alten und damit Vertrauten. Mailtools bilden da keine Ausnahme. Wenn wir auch niemandem ein bestimmtes Mailtool vorschreiben wollen, so sollte doch ein gewisser »Standard« eingehalten werden. Hierzu gehören:

  • Unterstützung von mehreren Konten
  • Nutzung der Protokolle POP3 und IMAP (einschließlich der sicheren verschlüsselten Form)
  • Nachrichten-Filter, die beliebige Headerzeilen auswerten können
  • Anschlussmöglichkeiten für LDAP-Server

Die meisten der gängigen Mailtools, wie Netscape, Mozilla, Opera, Eudora, Pine, Outlook und Outlook Express erlauben die hier genannten Möglichkeiten. Netscape, Mozilla und Eudora (in der kommerziellen Version) bieten darüber hinaus selbstlernende Filter zur Spam-Abwehr. Von eingeschränkter Funktionalität sind die Mailtools Mailman und SquirrelMail. Mailman bietet auf Grund seiner Einfachheit (nur POP-Protokoll) keine Möglichkeit der Mailfilterung. Outlook Express bietet keine Filterung in Abhängigkeit beliebiger Headerzeilen. Da dieses Mailtool aber von vielen Nutzern verwandt wird, wird im Abschnitt »SpamPal« für diesen Fall eine Ersatzlösung angeboten.


Mozilla Thunderbird 0.5

Seit Februar 2004 gibt es eine Version, die den Ansprüchen an ein modernes Mailtool gerecht wird, Mozilla Thunderbird oder auch Thunderbird Mozilla genannt (der Hersteller selbst ist sich da in der Namensgebung nicht ganz einig). Als ein Vorteil dieses Mailtools kann die ausführliche Dokumentation (einschließlich Installationsbeschreibung) genannt werden, die (auch) in deutscher Sprache auf eigenen Web-Seiten zu Verfügung gestellt wird. Auf Hinweise zur Installation kann deshalb an dieser Stelle verzichtet werden. Installationsanweisungen zu anderen Mailclients finden sich auch auf den WWW-Seiten des CMS. Falls Sie ein neues Mailtool suchen (oder sich anhand eines Beispiels allgemein über die Installation von Mailtools informieren möchten) hier die Einstiegsseite zu Thunderbird Mozilla 0.5: thunderbird.diepause.de

Inhaltsverzeichnis

Mozilla Thunderbird 0.5 ...

SpamPal ...


SpamPal

Im Mailtool Outlook Express können durch die Filterregeln nur vorgegebene, nicht beliebige Headerzeilen abgefragt werden. Outlook Express kann nach bestimmten Zeichenketten nur in den Adressfeldern, der Betreff-Zeile und im Brieftext suchen. Durch das Programm SpamPal kann erreicht werden, dass in Abhängigkeit von den X-Spam-Zeilen die Betreff-Zeile modifiziert wird. Diese kann dann ihrerseits durch Outlook Express ausgewertet werden und bietet so eine indirekte Prüfung. Das Programm SpamPal ist ein kostenlos erhältlicher Spamfilter. Es ist für den Einsatz unmittelbar beim Nutzer konzipiert. SpamPal wird zwischen POP/IMAP-Server und Mailclient geschaltet, erledigt also den E-Mail-Transport vom Server zum Nutzer. Dabei kann die transportierte E-Mail nach verschiedenen Methoden daraufhin geprüft werden, ob sie als Spam zu betrachten ist oder nicht. Das Ergebnis dieser Prüfung kann zu einer Modifikation der Betreff(Subject)-Zeile genutzt werden. Diese wiederum kann dann durch Outlook Express getestet werden, somit erhält Outlook Express die Information darüber, ob Spam vorliegt oder nicht, an einer für dieses Programm zugänglichen Stelle. Dadurch muss nicht am zentralen Server die Betreff(Subject)-Zeile modifiziert werden, was auch aus Gründen des Datenschutzes bedenklich wäre, sondern der Nutzer selbst nimmt diese Manipulation vor, die damit für ihn als solche erkennbar ist.

image

Abb. 1: Zwischen Pop/Imap-Server und dem Mailclient Outlook Express wird das Programm SpamPal geschaltet

Um SpamPal einzusetzen, sind folgende Schritte nötig:

  • Installation von SpamPal sowie der Plugins BadWords und GoodWords Download und Installation von spampal.spxs.net/download.html. Von den angebotenen Plugins spampal.spxs.net/ plugins.html sind die Plugins BadWords und GoodsWords zu laden und zu installieren (../SpamPal und ../SpamPal/plugins). Badwords hat ein ausführbares Installationsprogramm; Goodwords ist eine Zip-Datei, deren Inhalt in ein zu erstellendes Verzeichnis »goodwords« im SpamPal-Programmverzeichnis im Unterverzeichnis plugins entpackt werden muss.
  • Erweitern der BadWords-Liste um die Zeichenketten, die den Spam-Status beschreiben Über einen rechten Mausklick auf das Icon von SpamPal (violetter Regenschirm) gelangt man in das Menü Optionen. Die Kette Plugins > Bad Words plug-in > Einstellungen bietet die Möglichkeit, die Zeichenketten, die der Mailserver zur Kennzeichnung von Spam verwendet, in die Liste der BadWords aufzunehmen, z. B. X-Spam-Status: Yes oder auch X-Spam-Level: ***. Über die Anzahl der *-Zeichen lässt sich steuern, von welcher Gewichtung an SpamPal auf den Spamverdacht reagieren soll. Unter Mailmarkierung wird die Zeichenkette bestimmt, mit der die Betreff(Subject)-Zeile modifiziert wird und an der Outlook Express die Einstufung als Spam erkennt. Ein Eintrag in GoodsWords ist nicht zwingend erforderlich, möglich wäre hier X-Spam-Status: No
  • Änderungen am Mailclient (Outlook Express) Posteingang: localhost, Posteingangsserver Kontoname: Kennzeichen@Posteingangsserver z. B. dau0815@popserv.rz.hu-berlin.de oder dau0815@imapserv.rz.hu-berlin.de
Abb. 2: Der direkte Zugriff (hier auf den Popserver) wird durch die Einträge bei Posteingang und Kontoname durch den indirekten Zugriff über SpamPal ersetzt.
Abb. 3: Nachrichtenregel legt fest, dass beim Auftreten der Zeichenkette **Spam** in der Betreff-Zeile die E-Mail in den Ordner SPAMSenke verschoben wird.

Über Extras > Nachrichtenregeln kann bestimmt werden, wie Outlook Express auf die ergänzte Zeichenkette in der Betreff(Subject)-Zeile reagieren soll.

Auf diese Weise ist es möglich, dass Outlook Express auf Header-Zeilen reagiert, die diesem Programm eigentlich nicht zugänglich sind.

Für den Hinweis auf das Programm SpamPal danken wir Herrn Stefan Daske von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.

Inhaltsverzeichnis

Mozilla Thunderbird 0.5 ...

SpamPal ...