cms-journal
Nr. 25
Mai 2004
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Das Medienportal der Humboldt-Universität – Arbeitsplatz und Archiv für Forschung und Lehre

Andreas Vollmer, Olaf Kriseleit, Dr. Sabine Helmers
mlz@cms.hu-berlin.de

Keywords

Medienportal, Kooperation, verteiltes Arbeiten, digitale Bibliothek, digital library, self-archiving, open access, multimedia archive, content management, asset management

Abstract

Das Medienportal der Humboldt-Universität ist ein neuartiges, universitätsweit nutzbares Instrument, um multimediale Objekte per Web-Browser abzulegen und für die Zwecke von Forschung und Lehre zusammenzustellen. Das Medienportal bietet sowohl die Möglichkeit einer flexiblen temporären Speicherung für die tägliche Arbeit als auch die langfristig gesicherte Speicherung mit allen Ansprüchen einer digitalen Bibliothek. Ein differenziertes Rechtemanagement für Objekte wie Nutzer erlaubt die fallspezifische Freigabe in verschiedensten Anwendungsszenarien. Das Medienportal schlägt dabei eine Brücke zwischen herkömmlichen Archivierungs- und Lernmanagementsystemen.


Ablegen – wiederfinden – zusammenarbeiten

Wissenschaftliches Arbeiten produziert unablässig digitale Objekte: Texte, Bilder, Datenreihen, Videos, Animationen usw. Wohin damit? Wie wiederfinden? Ortsungebunden arbeiten? Gemeinsam arbeiten? Täglich werden in einer Universität Informationen und Materialien erfasst und aufbereitet, die zu einem großen Teil binnen kurzer Zeit wieder in unbekannten Tiefen von Festplatten, CD-ROMs oder Fileservern versinken. Sowohl die Flut von schwach organisierten Dateien als auch die elektronische Amnesie bilden ein zunehmendes Problem.

Mit dem Medienportal können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Humboldt-Universität jedoch das Potential digitaler Objekte in einer gesicherten Umgebung effektiv ausschöpfen.

Inhaltsverzeichnis

Ablegen – wiederfinden –...

Variable Möglichkeiten –...

Lokale Administration – v...

Arbeitsplatz und Archiv –...


Variable Möglichkeiten – wechselnde Kombinationen

Eine der innovativen Eigenschaften des Medienportals ist die lokale Administration von Objekt- und Nutzerrechten: Sie erlaubt die absolut flexible Handhabung von Nutzungsszenarien. Objekte der täglichen Arbeit können auf den Server geladen und für Vorträge oder in Lehrveranstaltungen individuell weiterverwendet werden; ebenso können die Objekte auch zur Vor- oder Nachbereitung zugänglich gemacht werden, zur Betrachtung »vor Ort« auf dem Server, zum Download oder auch zur Bearbeitung oder Ergänzung. Die meisten Objekte des Medienportals werden visuell über Voransichten wiedergegeben, was die Arbeit mit den Dateien sehr komfortabel macht.

Abb. 1: Darstellungsmöglichkeiten von Suchergebnissen, Objekten und deren Metadaten.

Eigene Bestände können im Rahmen von Forschung und Lehre zu Sammlungen heranreifen oder gezielt in Arbeitsgruppen ausgebaut werden. Institutssammlungen von Materialien können gemeinsam verwaltet und individuell in Lehrveranstaltungen eingebunden werden; dabei können problemlos verschiedene Medientypen (Text, Bild, Audio, Video) gemeinsam abgelegt und kommentiert werden. Kleine Sammlungen können ebenso wie große, archivarisch betreute Bestände ganz oder in Teilen, offen oder auf bestimmte Nutzergruppen eingeschränkt, freigegeben werden. Damit ergeben sich alle Möglichkeiten einer lokalen oder standortübergreifenden – auch internationalen – Zusammenarbeit: Das Metadatenformat ist multilingual, die Daten selbst werden in UTF-8 gespeichert, und die Benutzeroberfläche ist zweisprachig ausgelegt. Ein aktueller Webbrowser ist für die Arbeit ausreichend, wodurch das Medienportal prinzipiell von jedem Rechner mit Internetzugang aus einsetzbar ist.

Abb. 2: Übersicht über die der Ressortleitung zur Verfügung stehenden Funktionen, die bei Bedarf weitgehend an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter delegiert werden können.

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Lokale Administration – verteiltes Arbeiten

Zentrale Metapher des Medienportals ist ein Systematikbaum, der nach Fakultäten, Instituten, Einrichtungen usw. organisatorisch-hierarchisch aufgebaut ist. Wer das Medienportal nutzen und digitale Objekte einstellen möchte, erhält von der Zentraladministration einen eigenen Arbeitsbereich, der dann eigenverantwortlich lokal administriert werden kann: Die Ressortleiter/innen (oder von ihnen mit entsprechenden Rechten ausgestattete Mitarbeiter/innen) haben die Möglichkeit, die Systematik für den eigenen Arbeitsbereich fachbezogen fortzuschreiben. Die Standardfelder für die Erfassung von Metadaten können je nach Erfordernis flexibel um fachspezifische Felder ergänzt werden. Ansichts- und Zugriffsrechte lassen sich für jedes Objekt differenziert regeln – bei Bedarf lässt sich jedes einzelne Objekt vollständig sperren.

Abb. 3: Im Medienportal können von der lokalen Administration individuell Gruppenrechte und Objektrechte vergeben und jederzeit geändert werden.

Ressortleiter/innen können selbst Gruppen mit spezifischen Rechten einrichten und damit etwa Teilnehmer/innen einer lokalen Lehrveranstaltung oder Kolleginnen und Kollegen weltweit gezielt freischalten. Darüber hinaus lassen sich die Administrations- oder Schreibrechte ganz oder teilweise an Mitarbeiter/innen im eigenen Bereich weitergeben. Die Nutzer/innen wechseln problemlos zwischen beliebig vielen Arbeitsbereichen, in denen sie mit jeweils eigenen Rechten und Rollen aktiv sind.

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Abb. 4: Die Metadaten des Medienportals basieren auf den Metadatensystemen Dublin Core, International Press and Telecommunication Council und Learning Objects Metadata. Ressortleiter haben außerdem die Möglichkeit, ihrem Ressort fachspezifische Metadaten hinzuzufügen.

Die Objekte der täglichen »temporären« Arbeit lassen sich künftig in den »permanenten« Archivbereich des Medienportals verschieben, der alle Merkmale des Dokumenten- und Publikationsservers der HU umfasst (u. a. gesicherte Adresse, Versionierung, Zitierfähigkeit). Mit diesem Dienst eröffnet sich eine neuartige attraktive Publikationsmöglichkeit von einzelnen digitalen Objekten bis hin zu medialen Sammlungen. Von »open access« und »self-archiving« bis zu vollständig abgeschlossenen Bereichen lassen sich alle Abstufungen in Eigenregie realisieren.

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Arbeitsplatz und Archiv – auf dem Weg zur digitalen Bibliothek

Vom Arbeiten ad hoc bis zur gesicherten elektronischen Publikation bietet das Medienportal einen fließenden Übergang ohne Systembruch, denn über die Implementation zahlreicher international gültiger offener Standards und Schnittstellen (OAI, OpenURL, <?xml/XSLT, DC- und IPTC-orientierte Metadaten, LOM) ist es auf Netzwerkfähigkeit und Integration mit anderen Servern, mit Webseiten (der Institute oder Projekte etwa) oder Lernmanagementsystemen (z. B. dem vom MLZ angebotenen Moodle) ausgelegt.

Abb. 5: Über die Funktion »Varianten« können unterschiedlichste Medien über einen gemeinsamen Metadatensatz erfasst werden.

Damit können die freigegebenen Objekte künftig mit ihren Metadaten auf Anforderung ausgeliefert und in anderen Systemen nachgewiesen werden. Das Medienportal, der Dokumenten- und Publikationsserver und die digitalen Angebote der Universitätsbibliothek formieren so perspektivisch eine digitale Bibliothek, die wiederum mit anderen Systemen vernetzbar ist. Technisch betrachtet fungiert das Medienportal als Verteiler auf verschiedene spezialisierte Server wie auch das SAN (Storage Area Network), ohne dass sich die Nutzerinnen und Nutzer darum kümmern müssen.

Die Basistechnologie des Medienportals ist in der Medienbranche erprobt und wird von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Computer- und Medienservice und der Universitätsbibliothek der HU gemeinsam mit den Firmen Zweitwerk (Hamburg) und Nionex (Gütersloh) gemäß den spezifischen Bedürfnissen von Forschung und Lehre im Hochschulbereich modifiziert und in mehreren Schritten weiterentwickelt.

Wenn Sie sich für das Medienportal der Humboldt-Universität interessieren, steht Ihnen das Multimedia Lehr- und Lernzentrum gerne zur Verfügung. Willkommen im »medienportal.hu-berlin.de«!

Aktuelle Informationen: http://www.hu-berlin.de/cms/mlz/medienportal
Medienportal: https://medienportal.hu-berlin.de

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