Kunst im Gang - die Kleine Humboldt-Galerie
Die "Kleine Humboldt-Galerie" wurde 1978 von Mitarbeitern des Rechenzentrums und Berliner
Künstlern gegründet. Sie hat bisher 114 Ausstellungen im Flur des Rechenzentrums
veranstaltet.
Zunächst war beabsichtigt, eine kulturvolle Atmosphäre im Rechenzentrum zu schaffen und
gleichzeitig bildenden Künstlern, die in der DDR keine oder nur sehr wenig staatliche Förderung
erfuhren, eine Ausstellungsmöglichkeit zu geben. Mehr und mehr zeigten auch renommierte
Künstler Interesse an der Galerie und stellten ihre Werke aus, so neben Manfred Butzmann und Wolfgang
Leber als Mitbegründer der Galerie u.a. Horst Hussel, Konrad Knebel, Harald Metzkes, Arno Mohr, Otto
Niemeyer-Holstein, Nuria Quevedo, Hans Ticha, Max Uhlig und Werner Wittig.
Arbeiten von künstlerisch tätigen Mitarbeitern und Studenten der Humboldt-Universität
wurden in Personal- und Gruppenausstellungen vorgestellt. Ein weiterer Aspekt der Ausstellungstätigkeit
bestand darin, vergessene, in Archiven lagernde oder von Vernichtung bedrohte Zeichnungen und Fotoserien von
Forschungs- und Privatreisenden des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu zeigen.
Nach 1989 wurde die Palette der Themen und Handschriften noch vielfältiger. Werke
nichteuropäischer Künstler wurden ausgestellt, Einrichtungen und Künstler der Humboldt-
Universität präsentiert und thematische, auf Berlin und auf zeithistorische Situationen bezogene
Ausstellungen gezeigt.
Dazu gehörten:
- "Paper Pockets - Stoff Spalten" Uta Riccius (Kanada)
- "Die Besteigung des Chimborazo" Ruth Tesmar, Humboldt-Universität
- "Gilliérons Minoisch-Mykenische Welt" Aus den Sammlungen des Winckelmann-Instituts, Humboldt-Universität
- "Mit Tusche auf den Spuren der Seele" Suiko Simon (Japan) und Arbeiten von
Studentinnen und Studenten, Humboldt-Universität
- "Licht und Farbe im Berliner Untergrund" Andrea Krausch, Förderverein
- "Im Irrgarten der Geschichte - Die Neue Wache 1818-1933" Daniela Büchten und Anja Frey, Förderverein.
Das Projekt "Licht und Farbe im Berliner Untergrund" stellte die Bahnhöfe der U-Bahnlinie
8 als kunst- und denkmalwürdige Objekte vor. Dabei waren die inhaltlichen Darlegungen so fundiert und
überzeugend, daß auf Beschluß des Berliner Abgeordnetenhauses vom 6. September 1994 die
U8 unter Denkmalschutz gestellt wurde.
Eine Gruppe von Studentinnen verschiedener Berliner Hochschulen hat sich im Förderverein
"Kleine Humboldt-Galerie e.V." zusammengefunden, die mit vielen Ideen und Elan an die
Konzeption und Gestaltung von Ausstellungen gehen und es mit ihren Kunstangeboten immer wieder schaffen,
nicht nur die Mitarbeiter des Rechenzentrums zu überraschen.
Seit zwei Jahren wird die Galerie durch einen Beirat geleitet. Er besteht aus sieben Personen: vier Mitarbeitern
des Rechenzentrums, der Kustodin der Universität und zwei Mitgliedern aus dem
Förderverein.
Der Galeriebeirat sieht seine Aufgabe darin, in Zusammenarbeit mit anderen kulturellen Einrichtungen
Ausstellungen von Künstlern sowie von Mitarbeitern der Humboldt-Universität zu organisieren.
Insbesondere sollen Studenten der Kunst- und Kulturwissenschaften die Möglichkeit erhalten, hier
Ausstellungen zu gestalten und so praxisorientierte Erfahrungen zu sammeln.
Beabsichtigt sind auch weiterhin Ausstellungen, deren Schwerpunkte im kultur-, sozial- und stadthistorischen
Bereich liegen und besonders die Umgebung und Lage der Galerie einbeziehen. Dadurch soll der Kontakt
zwischen Künstlern, Wissenschaftlern, Mitarbeitern des Rechenzentrums und einem kunstinteressierten
Publikum aus Universität und Öffentlichkeit gefördert werden.
Für das Jahr 1995 sind unter anderem folgende Ausstellungen geplant:
- "Bizarre Poesie" - Joachim Buchholz (März)
- "Stadtlandschaften am Meer" Michael Hegewald (April/Mai)
- "Amische Lebensmuster" - in Zusammenarbeit mit dem Institut für Ethnologie der Humboldt-Universität (Mai/Juni)
im zweiten Halbjahr:
- "Steinzeiten" - Heike Zappe, Humboldt-Universität
- "Textile Zeichen" - Textilwerkstatt e.V.
Mit der "Kleinen Humboldt-Galerie" beteiligt sich die Universität aktiv am kulturellen Dialog
in Berlin. Wir hoffen, daß die Galerie durch attraktive Ausstellungsangebote auch weiterhin eine
Stätte der kulturellen Begegnung bleibt.
Christiane Schöbel
Rudolf Richter
9.1.95 / cs
Last Update: 11.1.95, 11:00, cs