[Seite 60↓]

3  Zielstellung

Die Ergebnisse der Literaturrecherche lassen sich thesenartig und themenbezogen in folgender Weise zusammenfassen:

  1. Mechanische Aufbereitung allein ist nicht in der Lage, Mikroorganismen aus dem Wurzelkanalsystem zu eliminieren.
  2. Natriumhypochlorit ist ein effektives Desinfektionsmittel, im Vergleich zur rein mechanischen Aufbereitung kann die zusätzliche Anwendung von Natriumhypochlorit zu einer verbesserten Keimelimination beitragen. Eine vollständige Desinfektion kann damit jedoch nicht erreicht werden.
  3. Chlorhexidin ist als Spüllösung ist ebenfalls effektiv, führt jedoch ähnlich wie Natriumhypochlorit nicht zu absoluter Keimfreiheit im Wurzelkanalsystem.
  4. Ca(OH)2 weist als medikamentöse Einlage ein hohes Potenzial zur effektiven Elimination von Mikroorganismen im Wurzelkanalsystem auf, manche Keime können jedoch trotzdem überleben.
  5. Wurzelkanalfüllungen allein können zumindst in vitro keinen Schutz vor bakterieller Invasion von koronal bieten.

Es lassen sich daher folgende Fragestellungen formulieren, denen in der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden soll:

  1. Kann auf die Applikation von Ca(OH)2 im Rahmen der Wurzelkanalbehandlung verzichtet werden, indem es vollständig weggelassen oder beispielsweise durch Chlorhexidin als medikamentöse Einlage ersetzt wird?
  2. Können neuartige Applikationsformen medikamentöser Einlagen eine ebenbürtige Desinfektion des Wurzelkanalsystems gewährleisten?
  3. Können provisorische Füllungsmaterialien eine protektive Funktion gegen eine bakterielle Penetration des Wurzelkanalsystems übernehmen?
  4. Hat die Medikation mit verschiedenen intermediären Wurzelkanaleinlagen einen Einfluss auf die Penetrierbarkeit von Wurzelkanalfüllungen?

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es daher, anhand von vier Studien die Notwendigkeit und Art medikamentöser Einlagen zur Reduktion von Mikroorganismen im [Seite 61↓]Wurzelkanal im Rahmen von Wurzelkanalbehandlungen zu prüfen und ein Konzept zu entwickeln, das das Risiko einer Re-Infektion des Wurzelkanalsystems nach Wurzelkanalfüllung möglichst gering hält.


© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
DiML DTD Version 4.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
23.06.2005