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2.  ZIELE DER STUDIE

Die bikuspide Aortenklappe gilt als Risikofaktor für das frühzeitige und häufige Auftreten von Aortenklappenvitien, Aneurysmen, Dissektionen und Endokarditiden. Die Studie soll zum einen die Häufigkeit des Auftretens dieser Komplikationen an einem grossen Patientenkollektiv mit bikuspider Aortenklappe ermitteln, zum anderen einen Vergleich zu Patienten mit trikuspider Aortenklappe führen.

Mittels Angiographie soll die spezielle Morphologie der Aortenwurzel und der Aorta ascendens analysiert werden. Dabei wird ein Vergleich der im Bereich der Aortenwurzel erhobenen Messdaten zwischen Patienten mit bikuspider bzw,trikuspider Aortenklappe herbeigeführt.

Die Arbeit soll dazu beitragen, die seit langem kontrovers diskutierte Frage zu beantworten, ob die im Bereich der Aorta ascendens auftretenden Komplikationen durch die abnormale Hämodynamik bikuspider Aortenklappen oder durch einen ebenfalls angeborenen Wanddefekt der Aorta in diesem Bereich verursacht sind.

Durch die prospektive systematische histologische, histomorphometrische und immunhistochemische Analyse der Aortenwand von Patienten mit bikuspider Aortenklappe mit und ohne Dilatation der Aorta ascendens und Vergleich der Daten mit geeigneten Vergleichsgruppen, soll ein möglicherweise vorhandener Strukturdefekt, der bei einem Teil der Patienten mit bikuspider Aortenklappe zu einer Dilatation der Aorta ascendens führt, erkannt werden.

Weiterhin soll die Frage geklärt werden, ob es innerhalb der Patientengruppe mit bikuspider Aortenklappe Unterschiede in der Aortenwandstruktur gibt, die es erklären, dass es nur bei einem Teil dieser Patientengruppe zur Dilatation der Aorta ascendens kommt.

Durch Adaptation neuer echokardiographischer Techniken wie der Tissue Doppler-Echokardiographie, auf die Analyse der Aortenwandbewegungen, soll untersucht werden, ob zwischen Patienten mit bikuspider bzw. trikuspider Aortenklappe Unterschiede in der hämodynamischen Belastung der Aortenwand bestehen.


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Ausgehend von der unterschiedlichen Einschätzung der Ätiologie und Morphologie der Veränderungen im Bereich der Aorta ascendens werden bislang verschiedene Operationsmethoden angewendet.

Das Ziel dieser Studie ist es, ein einheitliches chirurgisches Therapiekonzept für Patienten mit bikuspider Aortenklappe und Dilatation der Aorta ascendens zu entwickeln. Insbesondere soll die Frage beantwortet werden, ob und bei welchen Patienten mit bikuspider Aortenklappe und Dilatation der Aorta ascendens eine Ascendensreduktionsplastik gerechtfertigt ist und bei welchen Patienten der prothetische Ersatz des Gefässes erforderlich ist.


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20.05.2005