Bechmann, Ingo: Mechanismen des Immunprivilegs im Zentralen Nervensystem nach axonaler Läsion

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Lebenslauf

28.10.1968

Geburt in Coburg / Oberfranken

23.12.1995

Heirat mit der Zahnärztin Dr. med. dent. Zahra Shishechiha aus Quaszvin / Iran.

17.12.1996

Geburt des Kindes, Omid-Julian.

 

Fremdsprachen: Englisch, Französisch, Farsi, Latein

Ausbildung

 

Mai 1989

Abitur am Gymnasium Casimirianum Coburg in den Fächern Deutsch, Latein, Ethik und Physik

Mai - Oktober 1989

Regie- und Dramaturgieassistent am Stadttheater Würzburg (Intendant: Dr. Tebbe Harms Kleen).

Oktober 1989 - Dezember 1990

Zivildienst am Landkrankenhaus Coburg als Pflegehelfer auf einer internistisch-geriatrischen Station.

Januar - März 1991

Pflegehelfer in der Chirurgischen Abteilung des St. Katharinen-Krankenhauses in Frankfurt am Main.

April 1991

Beginn des Studiums der Philosophie und der evangelischen Theologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Oktober 1991

Beginn des Studiums der Humanmedizin an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Tätigkeit als Pflegehelfer im Zentrum für Psychiatrie der Universitätsklinik Frankfurt am Main, geschlossenen Abteilung für Männer, und in der kardiologischen Abteilung des Rot-Kreuz-Krankenhauses in Frankfurt am Main (bis August 1994).

September 1993

Physikum.

Beginn wissenschaftlicher Arbeiten bei PD Dr. med. Thomas G. Ohm im Institut für Anatomie Frankfurt/Main.

August 1994

1. Staatsexamen.

Oktober 1994

Wechsel an die Charité zur Fortsetzung wissenschaftlicher Arbeiten bei Professor Dr. med. Robert Nitsch im Institut für Anatomie: Beginn der Dissertation.

Oktober 1994

Aufnahme in die Studienstiftung des Deutschen Volkes.

Februar bis April 1996

Forschungsaufenthalt im Labor von Professor Dr. Dr. Csaba Leranth, Professor of Neurobiology, Yale Medical School, New Haven: Kolokalisation von NPY- und GAD- positiven Neuronen in Nucleus arcuatus der Ratte. Beschäftigung mit Östrogen-induzierter Mikrogliaaktivierung im Nucleus arcuatus der Ratte.

März 1997

2. Staatsexamen.

April 1997- April 1998

Praktisches Jahr.

April 1998

3. Staatsexamen.

 

Ärztliches Zeugnis; Teilapprobation als Arzt.


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Mai 1998- Oktober 1999

Arzt im Praktikum in der Neurologischen Universitätsklinik Charité (Direktor: Prof. Dr. med. K. Einhäupl) und im Institut für Anatomie der Charité, AG Zell- und Neurobiologie (Leiter: Prof. Dr. med. R. Nitsch).

April 1999

Promotion zum Doctor medicinae an der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Arbeit „Identifikation phagozytierender Gliazellen“ mit dem Prädikat summa cum laude.

Oktober 1999

Vollapprobation als Arzt.

Oktober 1999 - August 2000

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Anatomie der Charité, AG Zell- und Neurobiologie.

seit September 2000

Habilitationsstipendiat der Charité.


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Famulaturen

Dr. Senckenbergisches Institut für Pathologie der Universitätsklinik Frankfurt am Main

(Direktor: Professor Dr. med. K. Hübner).

Chirurgische Abteilung des Kreiskrankenhauses Eichstätt

(Chefarzt: Dr. med. Sänger).

Praxis für Kernspintomographie, Coburg

(Dr. J. Romahn).

Gynäkologie und Geburtshilfe, Yale University Hospital, New Haven

(Chairman Professor Dr. Dr. F. Naftolin).

Abteilung für Geriatrie, Landkrankenhaus Coburg

(Leitender Arzt: Dr. med. J. Kraft).

Praktisches Jahr

1. Tertial:

Innere Medizin am Kreiskrankenhaus Gelnhausen

(Chefarzt: Professor Dr. med. H. von Lilienfeld-Toal).

2. Tertial

Gynäkologie und Geburtshilfe im Dept. of Gynecolgy and Obstetrics, Yale University Hospital, New Haven (Chairman: Professor Dr. Dr. Frederick Naftolin).

3. Tertial

Chirurgie am Kreiskrankenhaus Gelnhausen

[Chefärzte: Dr. med. T. Zoedler (Allgemeinchirurgie), Dr. Dr. med. J. Block (Traumatologie)].

Stipendien und Preise

Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes (von 1994 bis 1998).

Dr. Stöcker-Preis der Studienstiftung des Deutschen Volkes (1996).


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Humboldt-Forschungsförderung, Stipendium der Humboldt-Universität (1996).

Yale-Fellows-Stipendium zur Fortführung 1996 begonnener wissenschaftlicher Arbeiten im Rahmen eines Tertials des Praktischen Jahrs (1997).

AIP-Stipendium der Medizinischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin (1998/99).

Robert-Koch-Preis der medizinischen Fakultät Charité 1999:

Beste Promotionsarbeit der Fakultät.

Universitätspreis der Humboldt-Universität zu Berlin 1999:

Beste Promotionsarbeit der Universität.

Habilitationsstipendium der Charité (2000-2002).

Ernst-Bumm-Preis 2000:

Bester Nachwuchswissenschaftler der Charité;

Fünfter der Lehrevaluation an der Charité.

Forschungsaufenthalte

Februar - April 1997: Tamas Horvath, Csaba Leranth, Yale University.

August - Dezember 1998: Tamas Horvath, Gil Mor, Frederick Naftolin, Yale University.

März - April 2000: Tamas Horvath, Yale University.

Juli - August 2000: Tamas Horvath, Yale University.


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Anatomischer Unterricht

als studentische Hilfskraft

Präparierkurs:

Wintersemester 1993/94:

Prof. Dr. med. H. Braak, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Wintersemester 1994/95:

Prof. Dr. med. R. Nitsch, Humboldt-Universität zu Berlin.

Wintersemster 1995/96:

Prof. Dr. med. R. Nitsch, Humboldt-Universität zu Berlin.

Histologiekurs:

Sommerstemester 1995

Prof. Dr. med. R. Nitsch, Prof. Dr. med. W. Richter, Humboldt-Universität zu Berlin.

Sommersemester 1996

Prof. Dr. med. R. Nitsch, Prof. Dr. med. T. G. Ohm, Humboldt-Universität zu Berlin.

als AIP/wissenschaftlicher Assistent/Habilitationsstipendiat

Präparierkurs:

Wintersemster 1998/99

Humboldt-Universität zu Berlin (Leiter des Präparierkurses: Prof. Dr. rer. nat. G. Bogusch).

Wintersemster 1999/2000

Humboldt-Universität zu Berlin (Leiter des Präparierkurses: Prof. Dr. rer. nat. G. Bogusch).

Wintersemster 2000/2001

Humboldt-Universität zu Berlin (Leiter des Präparierkurses für Zahnmediziner: PD Dr. med. G. Große).

Hirnkurs:

Wintersemster 1998/99

Humboldt-Universität zu Berlin (Leiter des Hirnkurses: Prof. Dr. med. R. Nitsch).

Wintersemster 1999/2000

Humboldt-Universität zu Berlin (Leiter des Hirnkurses: Prof. Dr. med. R. Nitsch).

Histologiekurs:

Sommersemester 1998

Humboldt-Universität zu Berlin (Leiter des Histologiekurses: Prof. Dr. med. T. G. Ohm).

Sommersemester 1999


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Humboldt-Universität zu Berlin (Leiter des Histologiekurses: Prof. Dr. med. T. G. Ohm).

Sommersemester 2000

Humboldt-Universität zu Berlin (Leiter des Histologiekurses: Prof. Dr. med. T. G. Ohm).


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Drittmittel

1998/99 AIP-Stipendium; Stipendium der Forschungskommission der Charité:

eigenes Gehalt;

1999-2001 Mikrogliaschwerpunkt (DFG I.B. 2272/1-1):

46.000,- DM konsumptiv, 1 BAT-0 Vc;

1999-2002 Habilitationsstipendium; Stipendium der Forschungskommission der Charité:

112.000,- DM konsumptiv und investiv, eigenes Gehalt, zwei BAT-2a ½;


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Wissenschaftlicher Werdegang

Meinen ersten Kontakt zum wissenschaftlichen Arbeiten hatte ich nach dem Physikum 1993 im Dr. Senckenbergischen Institut für Anatomie in Frankfurt am Main im Labor von PD Dr. med. T. G. Ohm, bei dem ich auch meinen Präparierkurs absolviert hatte. Ich beschäftigte mich dort mit Einzelzell-Injektionen lipophiler Tracer in fxierte menschliche hippocampale Neurone. In dieser Zeit lernte ich Herrn Dr. med habil. Robert Nitsch kennen, der mich 1994 nach seiner Berufung zum Professor für Neuroanatomie an die Humboldt-Universität zu Berlin mitnahm. Unter seiner Betreuung erlernte ich die wesentlichen Techniken der stereotaktischen Tieroperation, des neuronalen Tracings und der Immunzytochemie für Licht-, Doppelfluoreszenz- und Elektronenmikroskopie und begann meine Dissertationsarbeit zur Identifikation phagozytierender Gliazellen nach entorhinaler Läsion, die im März 1999 mit dem prädikat summa cum laude abgeschlossen wurde.

1996 durfte ich zwei Monate im Labor des Morphologen Prof. Dr. Dr. Csaba Leranth an der Yale University verbringen. Dort kolokalisierte ich mit Hilfe der Mirror-Methode und Doppelfluoreszenz-Immunzytochemie NPY- und GABA-erge Neurone in Nucleus arcuatus der Ratte (Horvath et al. 1997) und arbeitete an der Östrogen-abhängigen Veränderung der Expression von Glutamat-Rezeptoren in diesem Kern mit. Während dieses Aufenthaltes lernte ich Herrn Professor Dr. Dr. Frederick Naftolin, Chairman des Departments of Gynecology and Obstetrics am Yale University Hospital, kennen. Unter seiner Betreuung arbeitete ich am Einfluß von Östrogen auf mikrogliale Aktivierung im sexuell dimorphen Nucleus arcuatus der Ratte (Mor et al. 1999). Aus den vorläufigen Befunden haben wir 1997 einen Antrag für einen NIH-Grant gestellt, der 1998 bewilligt wurde. Zur Fortsetzung dieses Projektes bekam ich ein Stipendium, um 1997 das zweite Tertial meines Praktischen Jahres in der Gynäkologie am Yale University Hospital zu verbringen. Durch das Zusammentreffen mit Immunologen des Departments, die sich mit dem Immunprivileg der Plazenta beschäftigen, begann ich in dieser Zeit, meine jetzige Fragestellung nach Mechanismen des Immunprivilegs im ZNS zu entwickeln.

Vom 01.05.1998 bis zum 31.10.1999 arbeitete ich als Arzt im Praktikum im Rahmen eines AIP-Stipendiums der Forschungskommission der Charité im Institut für Anatomie bei Professor Dr. Robert Nitsch und in der Neurologischen Klinik der Charité bei Professor Dr. Karl Einhäupl. Nachdem uns während des letzten Aufenthalts in Yale der Nachweis des Apoptose-induzierenden Proteins FasL auf Astrozyten im ZNS gelang (Bechmann et al. 1999; 2000), definierten wir nun die funktionelle Relevanz in Kokultursystemen FasL-defizienter im Vergleich zu nicht-defizienten Zellen. Wir konnten zeigen, daß FasL-defiziente Astrozyten etwa 20% niedrigere Apoptoseraten bei aktivierten T Zellen erzielen als nicht-defiziente Kontrollen (Bechmann et al., eingereicht). Ähnliche Befunde erhielten wir durch den Vergleich von Überlebensraten aktivierter T-Zellen auf FasL-defizienten und nicht-defizienten organotypischen Schnittkulturen. Die Regulation der Expression von Fas und FasL durch Cytokine wird in einer Kollaboration mit Professor Tamas Horvath und Professor Gil Mor von der Yale University derzeit untersucht.

Da die intrinsische Kapazität zentralnervösen Gewebes, aktivierte Lymphozyten zu töten, ein entscheidender Mechanismus zum Aufrechterhalten des Immunprivileges im Gehirn darstellt, implizieren unsere bisherigen Befunde zweierlei: Zum einen nämlich, daß das Fas/FasL-System einen Beitrag zu dieser Kapazität leistet, andererseits aber auch, daß andere Todesrezeptor/Todesliganden-Systeme und/oder nicht-rezeptorvermittelte Apoptosewege wie der Perforinweg beteiligt sein müssen. Aus diesem Grund haben wir zunächst in Kollaboration mit Frau Privatdozentin Dr. Frauke Zipp aus der Neurologischen Klinik der Charité und Herrn Dr. Henning Walzcak und Herrn Prof. Dr. Peter Krammer vom Deutschen Krebsforschungsinstitut die Expression eines weiteren Todesreptor/ Todesligandensystems, nämlich von TRAIL und TRAIL-R1-4 im intakten ZNS untersucht. In dieser Arbeit konnten wir die Expression der TRAIL-Rezeptoren 3 und 4 auf verschiedenen Zellpopulationen des ZNS nachweisen (Dörr et al., eingereicht), aber auch daß TRAIL selbst intrinische Zellen des ZNS zu töten vermag (Nitsch et al. 2000).


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Eine weitere, von uns im Rahmen eines DFG-Projektes (Be 2272/1-1) untersuchte Möglichkeit der Induktion von Anergie/Apoptose aktivierter T Zellen besteht in der Präsentation von Antigenen über MHC-II Moleküle bei fehlender Kostimulation über den B7-CD28-Weg. Wir fanden, daß Myelin-phagozytierende Mikroglia Antigene über B7-2, nicht aber über B7-1 präsentiert; eine solcher Immunphänotyp wird mit neuroprotektiven Immunantworten in Zusammenhang gebracht (Bechmann et al. 2001). Inwieweit axonale Läsion in der Tat die Entwicklung autoimmuner Erkrankungen des ZNS zu verhindern vermag, wird derzeit von uns untersucht.


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Thu Aug 15 8:53:07 2002