Beyer, Jörg : Hochdosischemotherapie bei Patienten mit rezidivierten und refraktären Keimzelltumoren Etablierung und Optimierung eines neuen Therapieverfahrens

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Kapitel 5. Abschliessende Zusammenfassung

Nachdem Ende der 80er Jahre erstmals in klinischen Studien die Durchführbarkeit einer HDCT in Verbindung mit der Reinfusion autologer hämatopoetischer Progenitorzellen und ein klinischer Nutzen der dadurch möglich gewordenen massiven Dosiseskalation der zytostatischen Therapie bei Patienten mit rezdivierten und/oder refraktären Keimzelltumoren erkennbar wurde, konnte in eigenen konsekutiven Therapiestudien das Verfahren der HDCT optimiert und dessen klinischer Stellenwert eingegrenzt werden. Zunächst wurden in einer eigenen Phase I/II Studie die initiale hochdosierte Therapiekombination mit den Medikamenten Carboplatin und Etoposid um das Medikament Ifosfamid erweitert, und die Dosierungen des Medikamentes Etoposid verdoppelt. Die hochdosierte Therapie mit Carboplatin, Etoposid und Ifosfamid bildete daraufhin die Grundlage der nachfolgenden Therapiestudien bei Patienten mit rezidivierten und/oder refraktären Keimzelltumoren. Diese mit einem einheitlichen HDCT Schema behandelte Gruppe von 150 Patienten stellte ein ideales Kollektiv dar, um Fragestellungen bezüglich des optimalen Einsatzes einer HDCT zu untersuchen. Zunächst konnte der klinische Nutzen des Einsatzes von PBPC anstelle von KMSC als ASCR etabliert und die Faktoren eingegrenzt werden, die mit einer raschen hämatopoetischen Regeneration verbunden waren. Eine weitere Analyse half, Patientengruppen zu definieren, welche von einer HDCT in einem solchen Ausmass profitieren würden, dass dies den Einsatz des aufwendigen und nebenwirkungsreichen Therapieverfahrens rechtfertigte. Schliesslich konnte durch eine „matched-pair“ Analyse der potentielle Nutzen einer HDCT im Vergleich zu einer CDCT im ersten Salvagetherapieversuch erstmalig zuverlässig abgeschätzt werden. Diese in einem Zeitraum von fast 10 Jahren durchgeführten konsekutiven Therapiestudien halfen, das Verfahren der HDCT klinisch zu etablieren, die Akzeptanz dieser Therapie durch eine beträchtliche Vereinfachung in deren Durchführung zu erhöhen, und den klinischen Stellenwert des neuen Therapieverfahrens im Vergleich zu einer CDCT im ersten Salvagetherapieversuch besser zu beschreiben.

Weitere Verbesserungen der Salvagetherapie von Patienten mit rezidivierten und/oder refraktären Keimzelltumoren erscheinen möglich und könnten durch den Einsatz neuer Medikamente mit Wirksamkeit auch bei cisplatinrefaktären Tumoren oder durch die Applikation sequentieller HDCT Zyklen erreicht werden. Endgültig kann jedoch über den Stellenwert einer HDCT im Vergleich zu CDCT erst nach Vorliegen randomisierter Studienergebnisse entschieden werden.

Neben der klinischen Etablierung und Optimierung der HDCT bei Patienten mit rezdivierten und/oder refraktären Keimzelltumoren unterstreicht die vorliegende Arbeit die Bedeutung klinischer Studien bei der Umsetzung neuer Therapieverfahren in der Onkologie.


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Tue Sep 24 16:09:07 2002