Borges, Adrian Constantin: „Die Echokardiographie in der Diagnostik der Herzinsuffizienz - Ischämie, Vitalität und Hämodynamik“

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Kapitel 4. Kontrast-Echokardiographie

4.1 Sicherheit der Kontrast-Echokardiographie

Der Einsatz von Ultraschall-Kontrastmitteln gilt für Verstärkung von Doppler-Signalen und die verbesserte Erkennung der Endokardgrenzen als etablierte Indikation. Zur Untersuchung der Anwendung im Rahmen der Perfusionsmessungen sind bereits einige klinische Studien durchgeführt worden. Bei Tierexperimenten hat sich gezeigt, dass es prinzipiell bei Verwendung hoher mechanischer Indices unter Kontrastmittelapplikation zu Myokardnekrosen und zur Ruptur von Mikrogefäßen kommt. Dieses Phänomen scheint aber sehr spezies- und organspezifisch unterschiedlich zu sein. International ergaben sich derzeit anhand großer Patientenanwendungen keine Hinweise für das Auftreten von myokardialen Nekrosen mit klinischer Relevanz. Systematische Untersuchungen zum Auftreten von Mikronekrosen beim Menschen unter klinischer Kontrast-Echokardiographie fehlten aktuell.

Dies war Anlass für eine systematische Untersuchung anhand konsekutiver Patienten, die aus unterschiedlicher Indikation einer Kontrast-Echokardiographie unterzogen wurden. Mit Hilfe der derzeit empfindlichsten zur Verfügung stehenden Labormethoden wurde der Frage nachgegangen, inwieweit innerhalb von 24 Stunden nach Kontrastmittel-Applikation sich Hinweise für Mikronekrosen ergeben.

Borges AC, Walde T, Reibis RK, Grohmann A, Ziebig R, Rutsch W, Schimke I, Baumann G. Does Contrast echocardiography induce myocardial necrosis in humans? J Am Soc Echocardiogr 2002; 16 ( in press).


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4.2 Nachweis vitalen Myokards nach akutem Infarkt

Die Kontrast-Echokardiographie erlaubt über den Nachweis einer intakten Mikroperfusion eine Diagnostik myokardialer Vitalität. Durch die weitere Entwicklung sowohl der Echokardiographie-Technik als auch der Ultraschall-Kontrastmittel mit möglicher intakter Lungenpassage ist die intravenöse Kontrast-Echokardiographie technisch prinzipiell möglich und wird derzeit klinisch validiert. In der Untersuchung von Patienten nach akutem Myokardinfarkt spielt möglicherweise die Kontrast-Echokardiographie in der Zukunft eine wichtige Rolle, da es potentiell möglich ist, Stunning-Myokard und low-reflow-Phänomene auch nichtinvasiv zu diagnostizieren.

In einer klinischen Pilotstudie wurde anhand von Patienten nach akutem Myokardinfarkt und Akut-PTCA mit Stentimplantation die diagnostische Genauigkeit der intravenösen Kontrast-Echokardiographie im Vorhersagen der Erholung der kontraktilen regionalen Funktion im Vergleich zur pharmakologischen Stress-Echokardiographie und zur Myokardszintigraphie untersucht.

Borges AC; Richter WS, Witzel C, Witzel A, Grohmann A, Reibis RK, Rutsch W, Baumann G. Myocardial viability assessment short after acute myocardial infarction with combined low dose dipyridamole-dobutamine stress echocardiography and intravenous myocardial contrast echocardiography in comparison with myocardial perfusion scintigraphy. Int J Cardiovasc Imag 2002 (in press).

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Mon Dec 2 12:51:14 2002