Borges, Adrian Constantin: „Die Echokardiographie in der Diagnostik der Herzinsuffizienz - Ischämie, Vitalität und Hämodynamik“

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Kapitel 6. Bedeutung der 3D Echokardiographie

6.1 Technik und Validierung der 3 D Echokardiographie

Die dreidimensionale Echokardiographie wird den komplexen räumlichen und funktionellen Zusammenhängen aller Herzstrukturen wesentlich besser gerecht als die zweidimensionale Echokardiographie. Dieser Vorteil wird allerdings durch einen höheren technischen Aufwand und durch eine geringere räumliche und zeitliche Auflösung gemindert. Erste eigene Untersuchungen erfolgten mit transösophagealen Datenakquisitionstechniken und aufwendigen offline Datenanalysen. Dabei wurden Erfahrungen sowohl bei Normalpersonen als auch bei Patienten mit komplexen, angeborenen oder erworbenen Vitien und Herztumoren gesammelt, bei denen eine zweidimensionale Echokardiographie allein nicht ausreichend war - entweder für die genaue Diagnoseerhebung oder für die Vorbereitung auf eine kardiochirurgische Therapie.

Bei den Patienten mit Klappenvitien, Herzinsuffizienz und anderen kardialen Erkrankungen erfolgte eine konventionelle zweidimensionale und anschließend eine dreidimensionale Echokardiographie. Zur hämodynamischen Validierung erfolgte bei entsprechender klinischer Indikation eine invasive Untersuchung mittels Swan-Ganz-Katheter-Untersuchung und Thermodilution. Es ergab sich eine signifikante Korrelation zwischen den invasiven hämodynamischen Daten und der dreidimensionalen Echokardiographie. In mehr als 80% der untersuchten Patienten ergab die dreidimensionale Echokardiographie zusätzliche morphologische Informationen.

Borges AC, Bartel T, Müller S, Baumann G. Dynamic three-dimensional transesophageal echocardiography using a computed tomographic imaging probe-clinical potential and limitation. Intern J Cardiac Imaging 1995; 11: 247-254.


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6.2 Präoperative Anwendung der 3 D Echokardiographie

Herztumoren stellen eine besonders seltene Entität auf dem Gebiet der Kardiologie, aber auch in der Herzchirurgie dar. Neben der MRT ist die Echokardiographie weiterhin eine der wichtigsten präoperativen Diagnostikmethoden, die aufgrund ihrer universellen Verfügbarkeit sowohl im Operationssaal als auch auf der Intensivstation anwendbar ist.

In einer für die seltene Krankheitsgruppe der Herztumoren großen Patientengruppe erfolgte die systematische Untersuchung der diagnostischen Genauigkeit der zweidimensionalen und dreidimensionalen Echokardiographie im Vergleich zu den intraoperativen Befunden und histopathologischen Untersuchungsergebnissen.

Dabei erwies sich die dreidimensionale Echokardiographie als am besten geeignet, eine präoperative Planung der Therapie der Herztumoren zu ermöglichen.

Borges AC, Witt C, Bartel T, Müller S, Konertz W, Baumann G. Preoperative two- and three-dimensional transesophageal echocardiographic assessment of heart tumors. Ann Thorac Surg 1996; 61: 1163-1167.

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