[Seite 58↓]

6  Terminologie

6.1 Gestationsdiabetes

Als Gestationsdiabetes mellitus (GDM) bezeichnet man einen Diabetes, der erstmalig während der Schwangerschaft erkannt wird. Ein „reiner” Gestationsdiabetes verschwindet danach zunächst. Patientinnen, die einen Gestationsdiabetes gehabt haben, haben ein deutlich erhöhtes Risiko für das spätere Auftreten eines Typ-2-Diabetes mellitus. Die Diagnose des Gestationsdiabetes wird über einen oralen Glukosetoleranztest gestellt, bei dem zwei von drei Werten (nüchtern/1 h/2 h nach Glukosebelastung) erhöht sein müssen.

6.2 Impaired Glucose Tolerance

Als Impaired Glucose Tolerance (IGT) bezeichnet man das Auftreten erhöhter Blutzuckerwerte, die aber noch nicht zur Diagnose „Diabetes“ bzw. „Gestationsdiabetes“ führen. In der Schwangerschaft spricht man von einer IGT, wenn nur ein Wert im oralen Glukosetoleranztest erhöht ist. Schwangere mit einer IGT haben ein erhöhtes Risiko, einen Gestationsdiabetes zu entwickeln. Der maternale und neonatale Schwangerschaftsausgang ist bei diesen Patientinnen ebenfalls mit einem erhöhten Risiko assoziiert.

6.3 Oraler Glukosetoleranztest (OGTT)

Der orale Glukosetoleranztest sollte nach mindestens achtstündiger Nahrungskarenz durchgeführt werden. Im Allgemeinen wird der Test mit 75 g Glukose durchgeführt, die die Patientin nach einer Nüchternblutzuckerbestimmung innerhalb von fünf Minuten trinken muss. Nach ein und zwei Stunden erfolgt eine erneute Blutzuckerbestimmung. Bei Überschreiten von zwei oder drei Grenzwerten ist die Diagnose „Gestationsdiabetes“ gesichert. Bei Überschreiten nur eines Grenzwertes spricht man von einer „Impaired Glucose Tolerance“.

6.4 Kontinuierliche Glukosemessung (CGMS®)

Die kontinuierliche Glukosemessung war bisher nur unter stationären Bedingungen mittels eines Biostators möglich. Mit Einführung des ersten in Serie produzierten Glukosesensors CGMS® (Continuous Glucose Monitoring System®) der Firma Minimed® (jetzt [Seite 59↓]MedtronicMinimed®) sind erstmals Studien möglich, die die eine Beurteilung der kontinuierlichen Glukosemessung unter ambulanten Bedingungen ermöglichen.


© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
DiML DTD Version 3.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
06.01.2005