Eder, Claudia: Ionenkanäle in deaktivierter Mikroglia

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Kapitel 3. Schlußfolgerungen

Die Etablierung eines geeigneten Modells der ruhenden Mikroglia ermöglichte erstmalig, die elektrophysiologischen Eigenschaften dieser Zellen in ihrem deaktivierten Zustand sowie während des Deaktivierungsprozesses detailliert zu studieren. Die vorliegenden Untersuchungen zeigen, daß deaktivierte Mikrogliazellen in der Lage sind, eine Vielfalt von Ionenkanälen zu exprimieren. Sie ermöglichen außerdem, erste Einblicke über die funktionelle Bedeutung dieser Ionenkanäle in deaktivierter Mikroglia zu erlangen. Zukünftige Untersuchungen werden zeigen, inwieweit sich die an kultivierter Mikroglia gewonnenen Erkenntnisse über die Expression und Funktion der Ionenkanäle auf in situ Modelle übertragen lassen.

Die Ionenströme der deaktivierten Mikrogliazellen weisen keine wesentlichen Unterschiede in ihren Charakteristika zu den Eigenschaften der an unstimulierten bzw. aktivierten Mikrogliazellen beschriebenen entsprechenden Ströme auf. Ebenso wurden viele Übereinstimmungen der kinetischen und pharmakologischen Eigenschaften der Ionenströme deaktivierter Mikroglia mit denen anderer Makrophagen gefunden.

Wir stehen erst am Beginn des Verständnisses der funktionellen Rolle der verschiedenen Ionenkanäle in deaktivierter Mikroglia. Erwiesen ist die Beteiligung der dehnungsaktivierten Chloridkanäle an Deaktivierungsprozessen der Mikroglia, d.h. an der Transformation der amöboiden in die ramifizierte Morphologie der Zellen. Die funktionelle Bedeutung der in deaktivierten Mikrogliazellen exprimierten H+ und K+ Kanäle konnte bisher nicht vollständig aufgeklärt werden. Die in früheren Untersuchungen erhobene Hypothese, daß das K+ Kanal-Expressionsmuster der Mikroglia mit einem entsprechenden funktionellen Zustand der Zellen korreliert, muß revidiert werden, da deaktivierte Mikrogliazellen ebenso wie aktivierte Mikrogliazellen in der Lage sind, spannungsaktivierte K+ Auswärtsströme zu generieren.


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Fri Jun 22 16:30:27 2001